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Die Zu Spät Show

Die Zu Spät Show

Von: Ian DeBay
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Über diesen Titel

Ein Late Night Comedy Podcast. Gesellschaft, Politik, Klima, Alltag satirisch betrachtet, mit viel schwarzem Humor. Je dunkler die Nacht, umso dunkler der Humor.© 2025 Ian DeBay Sozialwissenschaften
  • Kunst, Kitsch und Kraftfelder: Kann eine Kunstfigur authentisch sein?
    Jan 22 2026

    In der letzten Folge ging es um das Plantschbecken der Authentizität. Heute springen wir eine Ebene tiefer: Wie passt das eigentlich zusammen, wenn man – so wie ich – eine Kunstfigur erschaffen hat? Kann Ian DeBay überhaupt echt sein, oder ist das alles nur ein künstliches Konstrukt in einem dunklen Kämmerchen?

    Die Angst vor dem „K-Wort“

    Eines vorweg: Ich bezeichne das, was ich hier mache, nicht als Kunst. Ein ehemaliger Kollege sagte mal: „Kunst ist, was Scheiße ist.“ Aber selbst das trifft es nicht ganz. Das Wort „Kunst“ ist mir zu groß, zu überwältigend. Es macht mir Angst.

    Während andere sich mutig Künstler nennen, habe ich es nur zum Content Creator geschafft (und das nicht mal bei Humboldt). Um mich zu schützen, habe ich Ian DeBay erschaffen. Ein Alias, ein Schutzschild, eine Maske.

    Warum Ian DeBay existiert

    Warum ein Pseudonym? Ganz einfach:

    • Schutz: Das Internet ist kein Streichelzoo. Ein Alias fängt den Hass ab, bevor er mein echtes Ich erreicht.
    • Freiheit: Als Ian DeBay kann ich Dinge sagen, die ich mich im „echten“ Leben vielleicht nicht trauen würde (obwohl ich dort noch viel schlimmere Dinge tue).

    Aber die Frage bleibt: Wenn Ian DeBay eine Erfindung ist, ist er dann unauthentisch?

    Das künstliche Gespräch in der dunklen Kammer

    Hier sitzen wir nun. Ich in meiner dunklen Kammer, allein mit dem Mikrofon, und stelle mir dich vor. (Du siehst übrigens verdammt gut aus heute!)

    Eigentlich ist diese Situation hier – so künstlich sie auch sein mag – viel authentischer als ein Treffen im echten Leben. Warum? Weil ich im realen Leben viel zu schüchtern wäre. Ich würde unpassend lachen, Plattitüden von mir geben und beschämt auf den Boden schauen.

    In diesem künstlichen Raum hier habe ich mir einen Kokon gebaut. Mikrofon, Schnittprogramm, Firewall. Alles schützt mich vor dir. Und genau dieser Schutz erlaubt es mir, mein wahres Ich zu zeigen – inklusive der dunklen Facetten und der Tatsache, dass ich eigentlich ein „kleiner perverser Sack“ bin, der versucht, sein Inneres zu verstecken.

    Ritterrüstung vs. Enterprise-Schutzschild

    Authentisch zu sein bedeutet, sein Schutzschild herunterzufahren. Aber es gibt verschiedene Arten von Schilden:

    1. Die Ritterrüstung: Schweres Eisen, man sieht kaum noch, wer darin steckt. Das ist die klassische Verstellung.
    2. Das Enterprise-Kraftfeld: Das ist die Kunstfigur. Man sieht alles, man erkennt den Captain, aber die Laserstrahlen der Bösen prallen einfach ab.

    Die Kunstfigur Ian DeBay ist mein unsichtbares Kraftfeld. Sie hilft mir, echt zu sein, ohne dabei völlig schutzlos zu verbrennen.

    Links & Hinweise

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    15 Min.
  • Auf der Suche nach Authentizität
    Jan 15 2026

    Authentizität. Ein Wort, so abgenutzt wie die Absätze meiner Lieblingsschuhe. Jeder ist es, jeder will es, und am Ende fühlt es sich oft nur noch nach einer weiteren Marketing-Floskel an. In dieser Episode gehe ich der Frage nach, warum „authentisch wirken“ der größte Fehler meiner bisherigen Content-Reise war – und warum ich eigentlich gar nicht Ian DeBay heiße.

    Das Problem mit dem A-Wort

    Wenn man die KI fragt, klingt alles ganz wunderbar: „Authentizität bedeutet Echtheit, Glaubwürdigkeit und Unverfälschtheit.“ Griechisch: authentikós. Super.

    Aber seien wir ehrlich: In der Welt von Influencern und Marken hat das Wort einen schalen Beigeschmack bekommen. Es wird inflationär gebraucht, bis es seine Bedeutung verliert. Für mich fühlt sich das Wort „Authentizität“ im Marketing-Kontext oft so an, als würde ich mich in einem Plantschbecken voller Kotze baden wollen. Keine schöne Vorstellung, oder?

    Trotzdem kam ich am 7. Jänner – dem Tag, an dem für Eltern das Jahr mit dem Schulstart der Kinder erst richtig beginnt – nicht drum herum.

    Vom Größenwahn zur Panik

    Nachdem die Ruhe eingekehrt war, saß ich an meiner Jahresplanung. Visionen, Ziele, das ganze Programm. Keine Sorge, das hier wird kein Optimierungspodcast für Lifestyle-Coaches. Aber ohne konkrete Ziele mäandere ich durch den Tag, bis das Mäandern zum Stillstand wird.

    Dabei passierte Folgendes:

    • Schritt 1: Ich setzte mir gigantische, größenwahnsinnige Ziele.
    • Schritt 2: Ich bekam Panik vor der eigenen Courage.
    • Schritt 3: Ich ruderte zurück zu „realistischen“ Zielen.
    • Schritt 4: Ich plante Content für YouTube und diesen Podcast.

    Und genau da setzten die Zweifel ein. Ist das gut? Interessiert das jemanden? Oder wird das der nächste Flop in meiner noch jungen Selbstständigkeit?

    Der Klick-Moment im Bett

    Ich habe im letzten Jahr viel probiert: Blogs, Newsletter, verschiedene Kanäle. Nichts hat wirklich gezündet. Warum? Weil ich zu viel wollte und nicht klar war, wofür ich eigentlich stehe.

    Mitten in der Nacht zum 8. Jänner machte es Klick: Es fehlte die Authentizität.

    Zuerst ekelte mich der Gedanke an (siehe Plantschbecken), aber dann verstand ich meinen Denkfehler. Ich hatte versucht, Authentizität als Strategie zu nutzen. Ich wollte authentisch wirken, damit du mich magst, damit die Klicks kommen, damit der Erfolg einkehrt.

    Authentisch „wirken“ ist eine Lüge

    Wenn ich Authentizität nur spiele, bin ich wieder in einer Rolle. Egal, ob ich den „alten weißen Mann“ gebe, den Witze-Erzähler oder den Typen, der auf Englisch moderiert – wenn es nur ein Werkzeug zum Erfolg ist, ist es nicht echt.

    Ich habe mich gefragt: Wer bin ich eigentlich?

    Die Antwort ist schmerzhaft: Ich weiß es oft selbst nicht genau. Ich bin Vater und Ehemann, ja. Ich bin Content Creator und Comedian. Aber Ian DeBay? Das ist ein Name, den ich mir gegeben habe. Ein Schutzschild. Mein echter Name ist ein anderer.

    Erfolg neu definieren

    Ich habe erkannt, dass ich Erfolg für mich neu definieren muss. Erfolg ist nicht (nur) die Zahl der Hörer oder das Geld auf dem Konto – auch wenn das nötig ist, um nicht auf der Straße zu landen.

    Wahrer Erfolg bedeutet für mich ab jetzt:

    1. Herauszufinden, wer ich wirklich bin.
    2. Ehrlich authentisch zu sein, statt es nur zu spielen.
    3. Mein Schutzschild zu senken, auch wenn es riskant ist.

    Es ist eine Reise, und diese...

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    16 Min.
  • Das ewige Kindsein: Warum die Boomer-Generation den Platz nicht räumt
    Jan 8 2026

    Sich über Boomer oder alte weiße Männer lustig zu machen, ist eigentlich ein alter Hut – fast so alt wie die Zielgruppe selbst. Das Thema ist im Grunde genommen „durch“, und das sage ich nicht nur, weil ich selbst langsam in die Riege der älteren Herren aufsteige. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf YouTube bereits genug Material dazu geliefert habe. Doch in dieser Folge der „Zu Spät Show“ geht es nicht um bloßen Spott. Wir müssen über ein tieferliegendes Problem sprechen: Unsere Gesellschaft wird zu alt. Dass wir Krankheiten heilen und länger gesund bleiben, ist für das Individuum fantastisch, aber für das gesellschaftliche Gefüge gravierend. Wenn die Menschen immer älter werden, rückt die nächste Generation niemals nach. Wir haben heute 50- oder 60-Jährige, die faktisch immer noch das „Kind von jemandem“ sind, weil die Eltern ihre Posten und ihre Verantwortung nicht aufgeben.

    Wenn Erben zur einzigen Karriereoption wird

    Das Resultat dieser Entwicklung ist eine bizarre Verzögerung der Reife. Wer erst mit 60 wirklich Verantwortung übernehmen kann, weil die Eltern erst dann das Zeitliche segnen, ist zu diesem Zeitpunkt oft schon selbst auf dem Sprung in die Pension. Wir haben eine Generation von „alten Weisen“, die nie die Chance hatten, aktiv und gestaltend am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bevor sie selbst zum Kostenpunkt im Budget wurden. Sie übernehmen die Verantwortung über das Erbe oder politische Rollen zu einem Zeitpunkt, an dem sie eigentlich schon den Leichenschmaus planen sollten. Diese Überzeichnung hat einen wahren Kern: Die Posten bleiben besetzt, die Jungen können nicht nachrücken, und die Gesellschaft erstarrt in einer Warteposition auf das Unvermeidliche.

    Das demokratische Dilemma der grauen Mehrheit

    Dazu kommt ein massives demokratisches Problem. Da die ältere Generation zahlenmäßig überlegen ist, besitzt sie ein politisches Gewicht, das jede Veränderung im Keim ersticken kann. In einer Demokratie, in der die Stimmstärksten bestimmen, wird niemals gegen die Interessen der Alten entschieden. Die Konsequenzen dieses Stillstands müssen jedoch die wenigen Jungen ausbaden, die es noch gibt. Satirisch könnte man jetzt fordern, mit 75 den Stecker zu ziehen – ein Gedanke, der uns zwar Milliarden sparen würde, aber leider an diesen lästigen Menschenrechten scheitert. Auch die Idee, alle über 75 auf eine warme Insel auszulagern – eine Art „Australien für Senioren“ –, wird bereits von vielen freiwillig in Thailand oder auf Gran Canaria praktiziert. Doch solange die Briefwahl existiert, regieren sie aus dem Liegestuhl heraus munter weiter in die Zukunft derer hinein, die noch Jahrzehnte vor sich haben.

    Wahlrecht mit Ablaufdatum: Ein Ausweg aus der Sackgasse?

    Vielleicht ist die Lösung nicht das Ende des Lebens, sondern das Ende des Stimmrechts. Wenn wir sagen, dass man erst ab 16 oder 18 reif genug zum Wählen ist, warum sagen wir nicht auch, dass ab 75 Schluss ist? Wenn der Mensch sich biologisch gesehen wieder zum Kind entwickelt, die Orientierung verliert und nur noch Breinahrung zu sich nimmt, warum sollte er dann über die Klimapolitik des nächsten Jahrhunderts entscheiden? Es ist unwahrscheinlich, dass die Jungen es besser machen würden – sie würden vermutlich einen ganz anderen „Schaß“ wählen –, aber sie wären wenigstens selbst schuld daran. Doch in einer Gesellschaft, in der die Alten die Mehrheit stellen, wird sich niemand selbst entmachten. So bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als auf den biologischen Wechsel zu warten. Ein optimistischer Einstieg in die Zukunft sieht anders aus, aber bis dahin heißt es wohl: Abwarten, Tee trinken und hoffen, dass man die Verantwortung nicht erst dann bekommt, wenn man sie selbst nicht mehr buchstabieren kann.

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    14 Min.
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