Augen zu Titelbild

Augen zu

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Von: DIE ZEIT
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Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber einmal im Monat ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder. Florian Illies schreibt, seit er denken und sehen kann, über Kunst. Er gründete nach seinem Kunstgeschichtsstudium das Magazin “Monopol” und war lange Jahre Leiter des Auktionshauses Villa Grisebach. Er ist Autor der Bücher “1913" und “Generation Golf” und Mitglied des Herausgeberrats der ZEIT. Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der ZEIT und ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.ZEIT ONLINE Kunst Sozialwissenschaften
  • Die blaue Reiterin – wer war Marianne von Werefkin?
    Jul 1 2026
    Sie hat ein Leben geführt, das wie ein russischer Roman klingt: Behütet aufgewachsen in einer adligen Offiziersfamilie der Zarenzeit, hat die junge Marianne von Werefkin selbst im Sommerhaus der Familie ein eigenes Ateliergebäude. Sie ist so begabt, dass sie der berühmteste Maler der Zeit, Ilja Repin, unter seine Fittiche nimmt. Sie wird schnell so gut und berühmt, dass man vom »russischen Rembrandt« spricht. Aber dann lernt sie im Atelier ihres Lehrers den jungen Maler Alexej von Jawlensky kennen – und ihr ganzes Leben verändert sich. Sie liebt ihn – und fördert ihn dermaßen, dass sie selbst für ein Jahrzehnt ihr eigenes Malen einstellt. Schließlich zieht es die beiden um 1900 nach München, gemeinsam mit Mariannes Dienstmädchen Helene. Wenig später bekommt Helene ein Kind von Jawlensky – aber sie leben bis zum Ersten Weltkrieg in dieser unglücklichen Dreiecksbeziehung zusammen. Vor allem aber werden sie Teil des Blauen Reiters. Genau wie bei einem anderen berühmten Paar, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, steht auch hier die Frau sehr lange im Schatten des Mannes. Heute aber werden ihre traumverlorenen Landschaften der Einsamkeit, ihre kühnen Farbsetzungen und ihre malerischen Formulierungen von auswegloser Sehnsucht immer mehr gefeiert – ab Oktober zum Beispiel in einer großartigen Ausstellung, die im Museum Wiesbaden erstmals die Werke aller »Blauen Reiterinnen« zeigen wird. Von all dem erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge des Podcasts Augen zu. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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    43 Min.
  • Was ist deutsch an Anselm Kiefer?
    Jun 3 2026
    Er begann seine Karriere mit einer unerhörten Aktion: Er reiste zu allen Schlachtfeldern Europas aus dem Zweiten Weltkrieg, wo das deutsche Wesen Vernichtung hinterlassen hatte, und posierte genau dort für Fotografien mit dem Hitlergruß. Er wollte, wie er später sagte, noch einmal die Verführbarkeit der Vorgängergeneration durch den eigenen Körper hindurchgehen lassen. Seit diesen ersten »Besetzungen«, wie er das Werk von 1969 nannte, hat Anselm Kiefer dieses Thema nicht mehr losgelassen. Kein Wunder bei jemandem, der in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 geboren wurde – und zwar genau an der deutsch-französischen Grenze. Der Epochenbruch dieses Zweiten Weltkrieges durchzieht von Anfang das Œuvre Kiefers, das nicht nur durch seine schiere Anzahl, sondern auch durch seine Dimensionen monumental ist. Mit Gerhard Richter und dem gerade verstorbenen Georg Baselitz ist Kiefer der berühmteste deutsche Künstler der Gegenwart – aber zugleich sind es meist die großen Museen im Ausland, die ihm die wichtigsten Ausstellungen einrichten. Warum ist das so? Das fragen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo in der neuesten Folge des Podcasts »Augen zu«. Er überzieht seine Werke mit alten alchemistischen Materialien wie Blei und reichert sie an mit Stroh und Worten aus den Untiefen der Geschichte. Aber selbst die größten Hinweise auf deutsche Schuld auf seinen Bildern geschehen in der unschuldigen Kinderschrift, die charakteristisch für Kiefers Werk geworden ist. »Augen zu« erzählt die Lebensgeschichte Kiefers und die seines Werkes und fragt, warum er glaubt, mit der Monumentalität seiner Kunst auf die Monumentalität der deutschen Geschichte antworten zu müssen. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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    39 Min.
  • Gian Lorenzo Bernini: Der Mann, der Rom erfunden hat
    May 6 2026
    Erstmals sprechen Giovanni di Lorenzo und Florian Illies in »Augen zu«, dem Kunstpodcast der ZEIT, über einen Architekten und Bildhauer: Der große Barockkünstler Gian Lorenzo Bernini hat den Petersdom durchgestaltet, die Skulptur neu belebt – und zugleich den vielleicht schönsten Brunnen Roms geschaffen. Die markantesten Punkte der italienischen Hauptstadt tragen die Handschrift dieses wilden Genies. Er lebte von 1598 bis 1680 und arbeitete in dieser Zeit gleich für acht verschiedene Päpste. Vor allem die Aufträge von Papst Urban VIII. machten ihn weltberühmt. Doch seine Kunst war so bezwingend, seine Fähigkeit, Marmor lebendig zu erscheinen und Kirchenräume neu zu gestalten, dass auch dessen Nachfolger nicht um Berninis Werke herumkamen. Als Person war er offenbar furchtbar: hochnäsig, gefallsüchtig, cholerisch. Als ihn seine Geliebte mit seinem Bruder betrog, ließ er ihr das Gesicht zerschneiden. Daraufhin ging seine eigene Mutter zum Papst und bat ihn, ihren Sohn in seinem genialischen Wahn zu mäßigen. Ihr Sohn, so klagte sie, halte sich wohl für Gott. Aber selbst das beeindruckte Gottes Stellvertreter auf Erden nicht – und er beauftragte Bernini gleich mit dem nächsten Umbau des Petersdoms. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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    46 Min.
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Am relevantesten
Es kommt wahrscheinlich auf die persönlichen Erwartungen an, der Begriff „Kunstpodcast“ ist wohl eher ein nicht eindeutig definierter Container für „Reden über Kunst und Künstler.“
Für mich aber: nein. Zwei öffentlich bekannte Herren, denen man viel zutraut, verstecken hier in ihrem bemühten Geplauder, dass es wahrscheinlich im weitesten Sinn um das Bewerben aktueller Ausstellungen geht, denn die Auswahl der Künstlerinnen scheint keiner anderen Linie zu folgen.
Das Geplauder könnte noch bestenfalls, nebenbei gehört, oberflächlich interessant sein. Wenn man aber viele Folgen hört, fängt an zu nerven, dass sich die Herren persönlich zu wichtig nehmen und die Bemerkungen, die zur Kunst selbst fallen oft einfach nur persönlich sind oder etikettieren ohne herzuleiten oder zu begründen. Das erweckt den Eindruck, dass auf jeden Fall Illies keinen Unterschied macht zwischen seiner Einschätzung als Meinung und Fakt innerhalb von Kultur.
Das stört mich erheblich, auch wenn es gut gemeint ist.
Di Lorenzo dagegen bleibt ganz bescheiden bei der Schilderung seines eigenen psychologischen Eindrucks von Bildern und einer emphatischen Wiedergabe bibliographischer Beschreibungen der Künstlerinnen.
Unerträglich ist die letzte Folge zu Lassnig, wenn zwei Männer merken, dass worüber sie reden für Männer schwierig bis unmöglich zu sagen ist, es sich aber dennoch nicht nehmen lassen.
Wie wenig sie dabei tatsächlich über Lassnigs Kunst sprechen, wie viel mehr aber über Lassnigs schweres Leben und wie ihr Verhältnis zu sich selbst angeblich ausschließlich ihre Kunst bestimmt, ist so nachlässig wie peinlich.
Auch zieren die im Duett erzählten Biografie-Kurzfassungen der Künstler einige Anekdoten, die sicher nicht von Illies und die Lorenzo selbst miterlebt wurden, sondern aus Büchern stammen, deren Inhalt sie sich aneignen ohne darauf hinzuweisen.

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