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5 Minus

5 Minus

Von: Dr. Laura Dalhaus
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Über diesen Titel

5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhausCopyright 2025 Dr. Laura Dalhaus Hygiene & gesundes Leben Sozialwissenschaften
  • Fachkräftemangel und Weiterbildung im Krankenhaus | Dr. Susanne Johna
    Jan 7 2026

    Wie steht es um die Aus- und Weiterbildung in Krankenhäusern? Was können wir gegen den Fachkräftemangel machen und lohnt sich Berufspolitik überhaupt?

    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Susanne Johna, der Vorsitzenden des Marburger Bunds.

    Dieser vertritt vorwiegend die Belange von angestellten Ärzt:innen und somit auch einem Großteil der Krankenhausärzt:innen.

    Susanne Johna hat gerade bei einer Anhörung im Bundestag darüber gesprochen, dass in manchen Fächern die Weiterbildungsstellen verloren gehen. Ein weiteres Problem ist die Bürokratie:

    Angestellte Ärzt:innen müssen sich immer wieder neu von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, wenn sie den Job wechseln – ein unnötiger Akt.

    Als Hausärzt:in ist man immer sehr pragmatisch, sonst würde man den Alltag nicht schaffen, fehlenden Pragmatismus kann Laura deswegen gar nicht nachvollziehen.

    Auch Bereitschaftsdienste und Arbeitszeiterfassung sind ein großes Thema.

    Mit den Unikliniken gibt es jetzt einen Tarifvertrag, dass Arbeitszeiterfassung elektronisch sein muss, aber ein Teil der Kliniken macht das nicht. Auch die Bundesregierung will flexiblere Arbeitszeiten, da stellt sich aber die Frage: Was bedeutet überhaupt flexibel?

    Laura wird richtig wütend, wenn über steigende Behandlungsfehler gesprochen wird, gleichzeitig werden auch die Arbeitsbedingungen immer schlechter.

    Susanne Johna sagt dazu einen starken Satz: Nicht die Menschen sind das Risiko im System, sondern die Menschen sind der Sicherheitsfaktor im System.


    In der Folge mit Eli Inhester hat Laura herausgefunden, dass viele Bereitschaftsdienste nur zu 60% bezahlt werden, wie selbstverständlich wird aber durchgearbeitet.

    Susanne erklärt, dass man das nicht akzeptieren muss. Allerdings sind dann die Grenzen zum Schichtdienst fließend.


    Die beiden diskutieren auch über die Krankenhaus-Reform, durch die beispielsweise die spezialisierte Kinderheilkunde verschwindet. Dies ist ein systematisches Problem.


    Bei der Definition von Leistungsgruppen entsteht auch die Frage, wie viel Personal man benötigt. Dieses Personal muss allerdings auch ausgebildet werden.

    In anderen Ländern gibt es explizite Weiterbildungsstellen. Denn man kann Menschen in Ausbildung nicht als Vollzeitstellen rechnen – schließlich müssen sie noch lernen.


    Medizin ist unfassbar hierarchisch. Es kommen immer wieder Fälle ans Licht zum Thema Machtmissbrauch und schlechte Führungskultur. Auch Sexismus und Rassismus, sowie Homophobie sind hier Themen. Schockierend ist, dass Dinge gesagt werden, von denen man gehofft hat, dass sie nicht mal mehr gedacht werden.

    Junge Kolleg:innen kehren so dem System den Rücken. Beide sind aber überzeugt: Wir brauchen multikulturelle und junge Teams!

    Ein weiteres Thema ist eine fehlende Gleichbehandlung bei den Geschlechtern. Das Medizinstudium ist sehr weiblich, trotzdem sind die meisten Chefärzte männlich.

    Die beiden diskutieren auch über fehlende Kinderbetreuung. Das Thema ist einfach nicht gut gelöst in Deutschland.


    Selbst wenn wir jetzt mehr Studienplätze für Medizin haben, die Menschen aber dann nicht im System halten können, hilft das auch nicht.


    Susanne ist als Berufspolitikerin sehr engagiert, sie erklärt, dass man sich oft mit den kleinen Schritten anfreunden und manchmal auch verstehen muss, dass man Schlimmeres verhindert hätte.

    Laura ist teilweise resigniert, denn die Vorschläge aus der Ärzteschaft sind wissenschaftlich begründet – trotzdem passiert nichts. Ein Beispiel ist der Paragraph 218.


    Dr. Johna wünscht sich von der Bundesgesundheitsministerin Frau Warken besonders eine Stärkung des Bereichs Prävention. Das wird sich rechnen – nicht in einer Legislaturperiode – aber langfristig.

    Sparen...

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    1 Std. und 7 Min.
  • Wie finanzieren wir Gesundheit? Sparen an den falschen Ecken | Laura zum aktuellen Stand
    Dec 31 2025

    Eigentlich wollte Laura eine Rückblickfolge machen. Doch der GKV-Spitzenverband hat ein 77-Seiten-Pamphlet aufgelegt und deswegen spricht Laura über die Aufgaben, welche die Bundesgesundheitsministerin und ihre Finanzkommission Gesundheit in 2026 mitnimmt.

    Zuerst gibt’s aber noch ein paar Neuigkeiten aus dem System:

    Wenn Patient:innen den Rettungsdienst alarmieren, müssen sie einen Eigenanteil zahlen, wenn sie einen Krankenwagen brauchen. Findet keiner cool, aber keiner will’s sonst zahlen.

    Jeder vierte junge Mensch fühlt sich psychisch belastet, das hat Quentin Gärtner auch schonmal betont. Die Pandemie hat bei vielen Kindern und Jugendlichen psychische Beeinträchtigungen hinterlassen, gleichzeitig finden sie jetzt keinen Therapieplatz.

    Therapeutische Wundprodukte fallen jetzt auch wieder aus der Erstattung.

    Auch beim Thema Impfempfehlungen herrscht die Bürokratie vor. Jede Schutzimpfungsrichtlinie muss erst durch den Gemeinsamen Bundesausschuss freigegeben werden und dann gibt es noch Verhandlungen auf Bundesebene. Die Impfung gegen Meningokokken B wird auch noch nicht von der GKV übernommen.

    Die Kassen haben derweil eine Digitalisierungsstrategie vorgelegt, diese wollen jetzt die Patient:innen steuern. Damit ist auch die Sicherstellung verbunden – dann gibt Laura ihre Kassenzulassung zurück. Es ist grotesk, dass der GKV-Spitzenverband sich als freundliche Versorgungshilfe inszeniert.

    Wenn wir langfristig die Kosten senken wollen im Gesundheitssystem, dann müssen wir auf Prävention setzen, doch die Politik unternimmt zu wenig.

    Ohne Mut zur Strukturreform wird’s nicht gehen. Sonst könnten Beiträge zur Krankenversicherung bald die Rente übersteigen.

    Kommen wir zurück zu den vorgestellten Maßnahmen des GKV-Spitzenverbands.

    Ein Irrsinn ist ein Fahr- und Notdienst gleichzeitig zu den Öffnungszeiten der Praxen. Auch Telemedizin soll 24h pro Tag erreichbar sein.

    Zunächst gab es eine Kommission Pflege, die Politik scheint zu hoffen, dass diese Kommissionen ihre Arbeit machen. Sogar die Kassen sind davon überzeugt.

    Die SPD will den Eigenanteil deckeln, die Union hält das nicht für finanzierbar, die CDU will eine private Zusatzversicherung, das hält die SPD für unsolidarisch.


    Warken hofft auf mehr Facharzttermine durch Ergebnisse der Expertenkommission, in der übrigens niemand aus der ambulanten Medizin drinsitzt. Jetzt ist auch mal aufgefallen, dass 13% der Termine im fachärztlichen Versorgungsbereich ohne Bezahlung stattfinden.

    Die Schuld wird sich mal wieder hin- und hergeschoben von den Parteien.


    Stabile Beitragssätze sind 2026 kaum zu halten laut GKV Spitzenverband. Der Vermittlungsausschuss hat aber keine Einigung erzielt.

    Auch der Pharmasektor bleibt ein Problem, wir geben mehr für Medikamente aus als für die gesamte ambulante, ärztliche Versorgung. Die Pharma-Industrie soll ihren Beitrag leisten, das will aber die SPD nicht – in Rheinland-Pfalz sind halt nächstes Jahr Wahlen.

    Es wird also heiß diskutiert, ob die Pharma-Branche mitwirken soll oder nicht.


    Die Krankenkassen wollen, dass Heil- und Hilfsmittel nur noch per Festbetrag erstattet werden sollen und die Verpflichtung zur hausarztzentrierten Versorgung beenden. Doch die sorgt für viel bessere Versorgung.


    Laura ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Versorgung in einem Primärarztsystem liegt, dafür brauchen wir Physician Assistants und Primary Care Manager.


    Zum Schluss gibt es noch ein wichtiges Thema: Herr Streeck, eigentlich Drogenbeauftragter der Bundesregierung, hat sich zur Medizin am Lebensende geäußert. Das war das falsche Medium, ABER: Wir müssen uns darum kümmern.

    Es gibt keine Regelung über Medizin am Lebensende, gleichzeitig gibt es Menschen, die möchten ihr Leben vorzeitig beenden. Und wir werden als Solidargemeinschaft nicht mehr in der Lage sein, alle Behandlungen zu...

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    49 Min.
  • Die Herausforderungen der ambulanten Pflege | Christian Matzka
    Dec 24 2025

    Immer mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen und die meisten wollen dabei in der Häuslichkeit bleiben. Doch wie ist das umsetzbar?

    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian Matzka, der einen ambulanten Pflegedienst und ein ambulant betreutes Wohnen führt.

    Er schaut eher pessimistisch auf das Gesundheitssystem, so wirklich will sich die Politik da ja nicht rantrauen. Sein eigener Antrieb ist, dass er sich an die Gegebenheiten anpasst, wenn er die Rahmenbedingungen schon nicht anpassen kann.

    Die Leistung in der Pflege wird in einen Minutenwert gepresst, gleichzeitig sind die Pflegedienste völlig ausgelastet. Nicht alle finden einen Pflegedienst, wenn sie ihn brauchen.

    Viele können sich Pflege auch nicht leisten, weil der Pflegegrad die notwendige Unterstützung nicht abdeckt. Christian sieht zudem das Problem, dass wir insgesamt unter einer schärferen Kostensituation leiden. Er selbst versucht an allen Ecken Kosten einzusparen, um die Patient:innen nicht zu stark zu belasten.

    Ein Problem in der Versorgung sind auch die Wege: Pflegekräfte sitzen viel im Auto und können in der Zeit nicht versorgen.

    Laura und Christian befürchten beide, dass Pflege bald ein Luxusgut wird.

    Christian möchte auch gerne Investitionen machen, beispielsweise in KI, um eine Arbeitserleichterung für Mitarbeitende zu schaffen. Investitionen sind jedoch nicht so einfach, weil die Refinanzierung über die Kassen schwieriger wird – obwohl Christian ein Unternehmer ist und so handeln muss, hat er nicht die gleichen Rechte wie in der freien Wirtschaft. Dazu gehört auch das Marketing, um neue Mitarbeitende zu generieren.

    Öffentliche Aufklärung ist dringend notwendig. Immer mehr Menschen sind allein im Alter, dadurch wird ambulante Pflege natürlich umso wichtiger. Auch aus Kostengründen sollten wir als Gesellschaft alles dafür tun, dass Menschen möglichst lange zuhause versorgt werden können.

    Die beiden sprechen auch über die Aus-, Fort- und Weiterbildungssituation in Pflege und Medizin. Christian ist überzeugt: Pflege ist ein cooler Job!

    Man muss als Pflegedienstleitung aber auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen: Gute Einarbeitung, gutes Arbeitsklima. Auch ein gutes Gehalt ist natürlich wichtig.

    Die Politik braucht jetzt den Mut, Dinge umzusetzen. Denn genug Geld ist im System, da ist Laura von überzeugt. Sie erzählt, dass beispielsweise Frankreich die Inlandsflüge verboten hat, um das Klima zu schützen. So eine Umsetzungspragmatik bräuchte unser Gesundheitssystem auch!

    Doch was ist die Lösung?

    Laura findet es wichtig, Öffentlichkeitsarbeit zu machen und aufzuklären. Vorsorge innerhalb der Familie ist wichtig.

    Es kommt für fast alle irgendwann der Punkt, an dem wir Pflege benötigen und wenn wir dann nicht vorbereitet sind, dann entsteht erstmal große Überforderung.

    Sprecht darüber.



    Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790

    Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships


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    57 Min.
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