Sie ist die wohl berühmteste Woge der Weltgeschichte: Eine blaue Wand aus Wasser, deren schäumende Gischt wie hunderte kleiner Krallen nach den Menschen greift. In dieser Folge von "10 Minuten Wissen: Kunst" tauchen wir ein in das tosende Meer von Katsushika Hokusai und sein Meisterwerk „Die große Welle vor Kanagawa“. Wir erkunden die Geschichte des „alten Mannes, der verrückt nach Malerei war“ und entdecken, wie ein preiswertes Massenprodukt aus dem 19. Jahrhundert zur globalen Ikone der Moderne wurde.
Wir reisen in das Japan der Edo-Zeit, eine Epoche zwischen strenger Isolation und verborgener Neugier auf den Westen. Dabei lüften wir das Geheimnis des revolutionären Preußisch Blaus und erklären, warum der heilige Berg Fuji im Zentrum des Chaos die eigentliche Hauptrolle spielt. Wir verfolgen den Weg des Holzschnitts von den Fischerbooten der Bucht von Tokio bis in die Ateliers von Van Gogh und Monet, wo Hokusais Wellenschlag die europäische Kunst für immer veränderte.
In dieser Folge erfahrt ihr:
• Die Jagd nach der Unvergänglichkeit: Warum Hokusai erst im hohen Alter seine größten Meisterwerke schuf und warum er überzeugt war, erst jenseits der 70 die wahre Natur zu begreifen.
• Das Pigment aus Europa: Wie das importierte „Preußisch Blau“ (Berlin-Blau) die visuelle Sprache des Holzschnitts revolutionierte und der Welle ihre ungeahnte Tiefe verlieh.
• Vom Soba-Preis zum Welterbe: Der faszinierende Prozess der Massenproduktion, bei dem ein Druck ursprünglich nicht mehr kostete als eine einfache Mahlzeit.
• Der Berg im Auge des Sturms: Die spirituelle Bedeutung des Fuji als unerschütterlicher Ankerpunkt zwischen der flüchtigen Gewalt der Natur und der Ewigkeit.
• Japonismus – Eine kulturelle Schockwelle: Wie Hokusais Werk die westliche Moderne befreite und den Grundstein für die Kompositionen eines Vincent van Gogh oder Claude Debussy legte.
Eine Reise in die Welt von Edo:
Wir begegnen den mutigen Ruderern in ihren Oshiokuri-bune, die im Morgengrauen gegen die Elemente kämpften, und blicken hinter die Kulissen der Holzschneidewerkstätten, in denen Präzision und Handwerk eine Symbiose eingingen. Wir verstehen die Sakoku-Ära, in der Japan sich abriegelte, und erleben den Moment, in dem die „Bilder der fließenden Welt“ (Ukiyo-e) ihre traditionellen Grenzen sprengten, um die Natur selbst zum Helden zu erklären.
Weiterführende Links:
• Das Werk in hoher Auflösung: The British Museum – Entdeckt die Details der „Großen Welle“
• Hokusai bei Google Arts & Culture: Virtuelle Ausstellungen und Hintergrundwissen
• Hintergrund zum Künstler (Deutsch): Wikipedia – Katsushika Hokusai
• Die legendäre Serie (Deutsch): Wikipedia – 36 Ansichten des Berges Fuji
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