Superyachten
Luxus und Stille im Kapitalozän
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Grégory Salle
Abramowitsch hat eine, der Emir von Abu Dhabi auch, Jeff Bezos sowieso: Superyachten sind Ausweis der Zugehörigkeit zum Club der "lucky few". Sie ermöglichen grenzenlose Mobilität und exklusiven Geltungskonsum. Zugleich sind sie schwimmende Umweltsünden. Sie verbrennen Unmengen Treibstoff, ihre Anker zerstören kostbare Flora. Und sie sind Spielfelder obszöner Ungleichheit: Während ihre Besitzer zu den einflussreichsten Menschen der Welt gehören, ist das Bordpersonal oft Willkür und Rechtlosigkeit ausgeliefert.
Grégory Salle sieht in den riesigen Luxusschiffen den Schlüssel zum Verständnis des gegenwärtigen Kapitalismus. In seinem fulminanten Essay zeigt er, dass Superyachten nicht einfach Symbole des Exzesses sind. Vielmehr sind sie Symbole dafür, dass der Exzess zum Kennzeichen unseres Zeitalters geworden ist.
©2022 Suhrkamp Verlag (P)2023 speak lowZu hören sind einige schwer erträgliche Passagen, die völlig deplatzierte Szenen aus der Ich-Perspektive enthalten, in denen vermenschlichte Yachten ihre eigenen Proportionen erläutern oder eine Meergras-Gattung ihre ökologische Relevanz herausstellt. Gepaart mit dem Tonfall des deutschen Erzählers, der einem Grundschullehrer ähnelt, der einen unartigen Jungen zurechtweist, entsteht ein Hörerlebnis, das allenfalls bei einem an sozialistischer Theorie interessierten Teenager Anklang findet. Für eine detaillierte Analyse und Kritik des weltweit vorherrschenden Wirtschaftssystems und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft ist dieser Beitrag jedoch unbrauchbar.
Kapitalismuskritik ohne Tiefgang
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