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Versuchungen der Unfreiheit

Die intellektuellen in Zeiten der Prüfung
Sprecher: Arnim Beutel
Spieldauer: 7 Std. und 20 Min.
4 out of 5 stars (4 Bewertungen)

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Inhaltsangabe

Warum sind so viele Intellektuelle des 20. Jahrhunderts Faschismus und Kommunismus in die Arme gelaufen? Das Spektrum der Antworten auf diese oft gestellte Frage reicht von Opportunismus und Karrierestreben bis hin zu von Idealismus motivierter Überzeugung. Doch die Frage lässt sich auch umkehren: Warum haben manche allen Versuchungen der Unfreiheit widerstanden? Was besaßen sie, was anderen fehlte? Ralf Dahrendorf lotet in diesem Hörbuch eine Fülle von beispielhaften Biographien aus, um die Ursachen für die Unversuchbarkeit des liberalen Geistes freizulegen. Das Resultat ist eine Tugendlehre der Freiheit, eine brillante Analyse des "liberal mind" und zugleich eine politische Ethik - nicht nur für Intellektuelle.

Ralf Dahrendorf (1929-2009) war ein deutsch-britischer Ökonom, Sozialwissenschaftler und Professor der Soziologie, Politiker und Publizist. Er galt als wichtigste intellektuelle Stimme des politische Liberalismus in Deutschland und einer der wichtigsten Vertreter einer liberalen Gesellschafts- und Staatstheorie und hat die Entwicklung der deutschen Nachkriegssoziologie maßgeblich geprägt.

©2018 SAGA Egmont (P)2018 SAGA Egmont

Kritikerstimmen


Ralf Dahrendorf zeichnet das Porträt einer Generation von Intellektuellen, die der totalitären Versuchung widerstanden.
-- Die Zeit


Eine Erkundungsreise zu den Quellen des liberalen Geistes.
-- Hermann Glaser, Das Parlament


Es liegt etwas Tröstliches darin, dass Dahrendorf gezeigt hat, wie man im Rückblick auf das schreckliche 20. Jahrhundert auch ein Buch über den Anstand schreiben kann.
-- Wolf Lepenies, Die Welt

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Zeitgeschichte persönlich mit Dahrendorf

Ralf Dahrendorf, Soziologe und zeitweise Politiker, fragt in diesem Buch nach dem Versagen oder der Standhaftigkeit der öffentlichen Intellektuellen gegenüber den Versuchungen des Totalitarismus. Das ist doppelt interessant, liefert er doch einen Überblick über Personen der Zeitgeschichte und versucht zu ergründen, worin freiheitliches Denken in einer Person gründet. Letzteres scheitert, denn das ist wohl eher eine psychologische Frage, aber um so ergiebiger ist die Durchmusterung der Figuren mit dem Schwerpunkt auf die Jahrgänge vom Anfang des 20. Jahrhunderts von Adorno bis zum Ehepaar Bea. und Sidney Webb. Sein Idealbild leitet er von Erasmus von Rotterdam ab, entsprechend nennt er die Versuchungsfesten die Erasmier. Selbst ein protestantischer Reformer und Anreger enthielt sich Erasmus doch der Brutalität und des Fanatismus eines Luthers. Er blieb mehr Beobachter als Handelnder, was natürlich immer hilft; wer handelt, trägt ein größeres Risiko des Abgleitens in den Sumpf der Glaubenskämpfe. Aber warum ließen sich so viele Intellektuelle vor den Karren Stalins und Hitlers spannen? Der Historiker Hobsbawn - den Dahrendorf nicht erwähnt - hielt bis an sein Lebensende 2012 an der Rechtfertigung Stalins fest, so wie Jan Myrdal an seinem Lob Pol Pots.
Das läßt insgesamt an der Verstehenskraft der öffentlichen Intellektuellen zweifeln, und so bleiben ihrer nur wenige bei Dahrendorf: Isaiah Berlin, Jeanne Hersch, Karl Popper und Raymond Aron. Eine bittere Lektion. Auch, wenn man noch ein paar Namen hinzufügen könnte, den von Friedrich A. von Hayeks zum Beispiel, Jahrgang 1899. Viel zu viele glaubten den Versprechungen von einer besseren Zukunft. Norberto Bobbio, den italienischen Rechtsphilosphen und Politologen, zählt Dahrendorf ebenfalls zu den Erasmiern, mit Einschränkungen, obwohl Bobbio, wie Dahrendorf einräumt, Mao bewunderte - immerhin also einen der allergrößten Politverbrecher der bisherigen Geschichte. Da fragt sich der Leser doch, wie solide Dahrendorfs Maßstab gezimmert ist.
Der Sprecher liest gut, solange es Deutsch ist, "Engagement" liest er aber wie "Engagemang" und den it.-dt. Soziologen Robert Michels spricht er in einer Art von Englisch aus.