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Inhaltsangabe

Eine Ménage à trois zwischen Lou Andreas Salomé, Nietzsche und der Psychoanalyse.

Das Wien des Fin de siècle: Die selbstbewusste junge Russin Lou Andreas Salomé drängt den angesehenen Arzt Josef Breuer, dem suizidgefährdeten Friedrich Nietzsche zu helfen und ihn von seiner zerstörerischen Obsession für sie zu kurieren. Breuer willigt ein und unterzieht Nietzsche einer neuartigen Heilungsmethode, deren Ausgang jedoch für beide unerwartet ist.
©2009 btb Verlag. Übersetzung von Uda Strätling (P)2015 der Hörverlag

Hörerrezensionen

Bewertung

Gesamt

  • 4.5 out of 5 stars
  • 5 Sterne
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    3

Sprecher

  • 5 out of 5 stars
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Geschichte

  • 4.5 out of 5 stars
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Faszinierend!

Vor über 20 Jahren las ich den Roman "And Nietzsche swept" damals als englische Ausgabe, und fand auch andere Werke Yaloms ganz toll (u. a. die Liebe und ihr Henker, die rote Couch).  
Umso erfreuter war ich, das Buch jetzt als deutsche Hörbuchversion zu entdecken. 

Hier greift Yalom in Form einer fiktiven Begegnung die Biografie Friedrich Nietzsches auf, indem er ihn 1882 auf den Arzt Josef Breuer treffen lässt, der ihn behandeln soll und psychologisch zu beleuchten versucht. 

Mit Breuers "Redekur", die er erstmals an seiner früheren Patientin "Anna O." (Bertha Pappenheim) erprobte, und deren Fall im Anschluss Gegenstand gemeinsamer Zusammenarbeit mit Freud wurde, nahm die Psychoanalyse zu jener Zeit ihren Anfang...

Im Roman sucht Nietzsche den Arzt allerdings zunächst als Migränepatient mit noch einer Reihe anderer körperlicher Beschwerden auf. Dieser Arztbesuch wurde von Lou von Salomé im Geheimen eingefädelt, da sie um den (ehemaligen) Freund besorgt war, der nicht nur krank, sondern tief verzweifelt schien. Sie hatte von dem Wiener Arzt und seiner Redekur im Fall "Anna O." gehört und flehte Breuer an, sich Nietzsches anzunehmen, der jedoch nichts von ihrem Arrangement wissen dürfe. Nietzsche war kurz zuvor noch unglücklich verliebt in Lou v. Salomé gewesen -die "heilige Dreieinigkeit" als platonisch philosophische Beziehung zwischen ihr, ihm selbst und Paul Reé ist kläglich gescheitert bevor sie beginnen konnte- und er blieb verbittert und voll Gram zurück. 

Als Nietzsche dann tatsächlich in Wien bei dem Arzt vorstellig wird (ohne von Lous Einmischung zu ahnen), erkennt Dr. Breuer schnell den schwierigen Charakter des Migränepatienten, der sich ganz offenbar gar nicht helfen lassen will. Doch Breuer, noch immer von Lou Salomés eindringlichem Apell und betörender Anziehungskraft berührt, bleibt hartnäckig an ihm dran und vermutet hinter den rein physischen Beschwerden auch seelische Leiden, denen er auf den Grund gehen will; zumal ihn dieser seltsame Professor mit den unkonventionellen Denkansichten mehr und mehr reizt und persönlich neugierig macht. 
Im weiteren Verlauf bespricht und berät er sich dann auch mehrfach mit seinem jungen Kollegen und Freund Sigmund Freud, wie man dem geplagten Patienten am besten helfen und zur Kooperation bewegen könne.

Schliesslich, weil vernünftige konventionelle Versuche, Nietzsche zu einer eingehenden Behandlung zu überreden, scheitern, wendet Breuer einen Trick an: Er dreht den Spiess um und ersucht nun seinerseits die Hilfe Nietzsches ob seiner eigenen Verzweiflung. Nietzsche, den Breuer aufgrund seiner Schriften als eine Art 'Spezialist der Verzweiflung' betrachtet, soll dem Arzt philosophischen (und gleichsam psychologischen) Rat erteilen, während Breuer ihn lediglich bei akuten Migräneanfällen helfen 'darf'. Breuer glaubt an die Heilkraft von Gesprächen und erhofft sich so doch noch einen tieferen Blick in Nietzsches Innerstes. Und obwohl dieser letztlich dem Deal zustimmt, hat Breuer dessen Scharfsinn und Intellekt wieder einmal unterschätzt und so findet nun er sich in der misslichen Lage, sich mit Nietzsches unbequemen Fragen auseinanderzusetzen - zumal immer deutlicher wird, wie sehr er tatsächlich auf Hilfe angewiesen ist, was doch eingangs nur als Vorwand dienen sollte.
Während Breuer die persönliche Anteilnahme, Mitgefühl und Verständnis sucht, bleibt Nietzsche, der sich selbst rein gar nichts Persönliches entlocken lässt, nüchtern und abstrakt, ja verabscheut geradezu diese kleinen, niederen Banalitäten, mit denen sich Breuer 'dem Wesentlichen verwehrt'.
Doch die beiden nähern sich an... und es kommt zu einer Wendung.

Bis etwa zur Hälfte des Romans finde ich es grandios, wie Yalom es gelingt auf so kluge und oft auch amüsante Art Nietzsche, Breuer und Freud lebendig werden zu lassen - und vor allem aktuell zu halten! Ich konnte mir die drei Herrschaften bildlich vorstellen, wie sie da sitzen und philosophieren, debattieren und therapieren... 

Doch dann, als Breuer von Nietzsche 'therapiert' wird, verzettelt sich Yalom meiner Meinung nach in ermüdenden Wiederholungen der gegensätzlichen Ansichten und trägt auch etwas zu dick auf. Sowohl die Gespräche zwischen den beiden als auch die Berichte und Aufzeichnungen über den jeweils anderen, sind m. M. nach zu übertrieben und konstruiert. 
Wo er zuvor noch so passend den philosophischen Zeitgeist traf und Breuer, Nietzsche und Freud sprechen liess, tritt mir jetzt Irvin Yalom als amerikanischer Psychotherapeut der Gegenwart zu sehr in den Vordergrund. Aus diesem Grund vergebe ich 4 statt 5 Punkte für die sonst so treffliche Geschichte (die dann wieder interessant wird, als Breuer die 'Heilung' seiner grossen Krisis erfährt). 

Mein Fazit: Wer sich auf spielerische (und psychotherapeutische :)) Weise in die Gedankenwelt jener grosser Männer des ausgehenden 19. Jh. (mit Lou Salomé als Schriftstellerin und spätere Psychoanalytikerin, und Bertha Pappenheim als spätere Frauenrechtlerin und Kämpferin für soziale Belange auch zwei bemerkenswerte Frauen!!) entführen lassen will, kommt voll auf seine Kosten! Es ist eine anregende, lebendige, und lehrreiche (Hör-)Lektüre, die auch sehr gut vorgetragen wurde.


5 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Das Leben, ein Mittel der Erkenntnis

"...die ganze Psychoanalyse, der ganze Existentialismus , alles seine Tat...das größte Ausstrahlungsphänomen der Geistesgeschichte..." Gottfried Benn über Friedrich Nietzsche.
Dieses grandiose Romankunstwerk bietet eine der tiefsinnigsten Begegnungen mit der Person und dem Werk Friedrich Nietzsches.
Der Legende nach soll sich Freud die Lektüre der Schriften Nietzsches versagt haben um vor lauter Befangenheit nicht das eigene Werk zu gefährden.
Wenn Yalom Nietzsche zu Wort kommen lässt dann begreife ich recht wohl warum Freud Nietzsche den reflektiertesten aller Menschen genannt hat.
An anderer Stelle habe ich meiner Begeisterung die Zügel schießen lassen und die Bücher des Irvin Yalom die klügsten Bücher der Welt genannt.
Und Nietzsche weinte ist ein starkes Stück Kulturgeschichte und wunderbare Milieustudie - das Wien des Fin de Siecle mit all seiner kulturellen Strahlkraft, mit seinem explosiven Gemisch aus antisemitischem Ressentiment, nationalistischem Dünkel, aggressiver Provinzialität und welterobernder Modernität, ist ein genial einfühlsames Porträt eines Mannes in der Midlife- und Sinnkrise, ist eine lehrbuchreife Demonstration ärztlicher Anamnese-, Beziehungs- und Verstehenskunst, lässt teilhaben an einem komplexen psychotherapeutischen Prozeß und ist eine Hommage auf die magische Sprachkunst und die therapeutische Kraft der Philosophie des Friedrich Nietzsche.
Einige Stimmen zum Werk:
"Wo man ihn aufschlägt, kann man ihn unmittelbar verstehen;...seine Urteile faszinieren, seine Sprache berauscht; die kürzeste Lektüre belohnt."(Karl Jaspers über Friedrich Nietzsche)
"Wahrlich, nach einer Gestalt, faszinierender als die des Einsiedlers von Sils Maria, sieht man sich in aller Weltliteratur und Geistesgeschichte vergebens um...von unentrinnbarem Einfluß auf jeden, der nach ihm Deutsch zu schreiben sich erkühnte."(Thomas Mann über Friedrich Nietzsche)
"In der Tat, ich selbst glaube nicht, das jemals jemand mit einem gleich tiefen Verdacht in die Welt gesehen hat..."(Friedrich Nietzsche über Friedrich Nietzsche)
Erzählerisch lustvoll-brillant und dramaturgisch stark treibt Yalom die Geschichte auf die erlösende Offenbarung zu.
Ein Buch tiefer als der Tag gedacht. Und Nietzsche weinte ist "großartigste und einfallsreichste Belletristik"(New York Times)
Noch eine Kostprobe eines der größten Dichter deutscher Sprache:
O Mensch gib acht
Was spricht die tiefe Mitternacht
Ich schlief, ich schlief
Aus tiefem Traum bin ich erwacht
Die Welt ist tief, tiefer als der Tag gedacht
Tief ist ihr Weh, Lust schlimmer noch als Herzeleid
Weh spricht vergeh, doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit.(Das trunkene Lied)
Ein großer Hörbuchtraum hat sich für mich erfüllt. Der krönende Abschluss eines spektakulären Hörbuchjahres. Hörbares Glück! Herzlichen Dank!
Herrn Pfeiffers Vortrag und Stimme haben mich ungemein charmiert.

32 von 37 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    2 out of 5 stars
  • Sprecher
    3 out of 5 stars
  • Geschichte
    2 out of 5 stars
  • Fausto
  • Basel, Schweiz
  • 17.10.2016

Viel Zeit investiert...

Der Roman ist intelligent, die Ausgangslage spannend. Leider ist die Geschichte aber stundenweise langatmig, langfädig, ja sogar langweilig. Recht oft wird das gleiche Gespräch neutral, dann aus der SIcht Nietzsches und schliesslich noch aus der SIcht von Dr. Breuer geschildert. Das mag für wenige Schlüsselgespräche interessant sein, ermüdet aber, wenn es öfter praktiziert wird. Würde man die 17 Stunden auf vielleicht zehn kürzen, käme vermutlich ein besseres Verhältnis von Aufwand und Ertrag zustande.

4 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

berührende

Ich habe die Nächte um die Ohren geschlagen, weil ich kaum aufhören konnte, der Geschichte zu lauschen. Am fesselndsten war die Geschichte, die sich dann als 'geträumt' herausstellte unter Hypnose.
Für alle historisch Neugierigen empfehlenswer. Und den Verehrern des Irvin Yalom.

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Wunderbare Erzählung von einer fiktiven Begegnung

Irvin D. Yalom verknüpft in diesem Buch die reellen Geschichten von dem Wiener Arzt Dr. Josef Breuer und dem Psychoanalytiker Friedrich Nietzsche, obwohl sich die beiden nie begegnet sind. Es entsteht eine fesselnde Geschichte um zwei Menschen, denen der Leser gerne zuhört.
Mit wenig Aktion aber um so mehr Gesprächen und Gedanken wird das Leben Ende des 19. Jahrhunderts dem Leser hautnah gebracht, teilweise mit Gedanken, die bis heute hochaktuell sind.
Es ist ein lesenswertes Buch für all jene, die keine Scheu vor tiefgründigen Gesprächen sowie der Psychoanalyse haben.

4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    4 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

bereichernd

Die Geschichte ist langwierig und manchmal sehr anstrengend, aber es lohnt sich durchzuhalten bis zum Schluss, denn die Erkenntnisse, die man aus diesem Buch zieht sind sehr wertvoll und bringen einem der Philosophie Nietzsches sehr nah.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars
  • Nicole
  • Wiesbaden, Deutschland
  • 09.11.2016

Wow

So inspirierend...so unfassbar gut gesprochen, dass es ein wahrer Hörgenuss war! Ich habe vorher noch nichts von Nietzsche gelesen und will dies jetzt definitiv nachholen.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Restlos begeistert...

Die Geschichte, ihre Tiefe, die unerwarteten Wendungen, Verzweigungen und der fantastische Sprecher/ Leser, haben mich restlos begeistert. Ich werde dieses Buch nochmals hören!

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    1 out of 5 stars
  • Sprecher
    1 out of 5 stars
  • Geschichte
    1 out of 5 stars

Boring, pretentious.

Yalom tries to "construct" a novel without the slightest literary talent. All the characters are shallow, the dialogues are boring and pretentious. For people, who know Nietzsche's genius and read Freud and are educated in psychology and psychotherapy, there is nothing interesting in the book. Yalom is an intelligent person, who writes his novels with his "head" and everything he writes is not coming out of the depth of his soul, like Dostoyevsky, Tolstoy, Gogol, Amos Oz, Thomas Mann, Bulgakow... Nietzsche was a genius, if you want to know something about Nietzsche, please read his work. The good reviews come from people, who have difficulties to see and feel, in which way plausible characters should be multidimensional and psychologically interesting and not like in Yaloms novel boring, one dimensional figures of an intelligent, but literally completely untalented writer. Read the honest one star reviews of reader on Amazon com, before you buy this book. I have the hard cover and started to read it many times and never was able to finish it even because of the simplicity of the characters and their dialogues. Now, I'll "tortured" and forced myself through the audio book in order to be able to write realistic review. Rest assured: most of my reviews (I don't write many) are 5 star reviews but I Yaloms case I have difficulties to understand how anybody can write a 5 star review and not seeing that "the emperor is completely naked".

7 von 10 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

eine liebenswerte Geschichte

Irving Yalom gelingt es die Atmosphäre des Wiener fin de siecle genial einzufangen.selbst die Sprache ist dieser Zeit angepasst.so kann der Leser in die(heute so selbstverständliche) Welt der ur Psychotherapie eintauchen.