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Inhaltsangabe

In einer Welt, in der Frauen und Mädchen keine Rechte haben, ist Serina und Nomi ihr Schicksal vorgegeben: Die pflichtbewusste Serina muss sich darum bemühen, eine Grace zu werden - eine der schönen und angesehenen Hofdamen im Palast des Thronfolgers-, während ihre rebellische Schwester Nomi ihr als Magd dienen soll. Doch dann kommt alles anders und die Schwestern kämpfen mit eisernem Willen darum, ihren Käfigen zu entfliehen - und anderen Mädchen und Frauen einen Weg in die Freiheit zu ebnen.

©2018 S. Fischer Verlag (P)2018 Jumbo Neue Medien & Verlag

Hörerrezensionen

Bewertung

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Sprecher

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Geschichte

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Schlechtes Buch, schlechte Übersetzung

Diese Geschichte spielt in einer Fantasywelt namens Viridia, die an das Italien der Aufklärung oder Gründerzeit angelehnt ist – so legen es jedenfalls all die Palazzos, Piazzas und Charaktere mit Namen wie Nomi Tessaro und Signiore Pedro, sowie die Erwähnung von Schusswaffen und Fabriken nahe. Da ist die Übersetzung doch recht überraschend. Die Übersetzerin scheint kein Deutsch zu sprechen. Das geht schon vor Beginn des Buchs los, so hat man den englischen Titel „Grace and Fury“ mit einem neuen englischen Titel „übersetzt“. Statt dass die Konkubinen des Regenten Grazien oder, wenn man es italienisch halten will, Grazias genannt werden, bleiben sie einfach „Graces“. Das ist noch nicht der schlimmste oder unpassendste Anglizismus. Die Kämpferinnen auf der Insel haben alle Spitznamen, die offenbar ebenfalls keiner Übersetzung wert waren, und so treffen wir auf Oracle, Mirror, Cliff und viele andere grotesk unpassende Gestalten. Die Kämpferinnen leben in dieser italienisch inspirierten Welt in „Crews“, eine davon im „Hotel Misery“, nennen Serina aus Spott „Softie“ und „Loser“ und sagen „Sorry“. Auch ansonsten ist das Deutsch der Übersetzerin mangelhaft. Es finden sich viele holprige Übersetzungen, etwa wenn Nomi schaudert, als der Thronfolger ihr erklärt, er hätte seine Pferde selbst zugeritten. „Nomi wusste nicht, was er mit 'zureiten' meinte, aber das Wort jagte ihr einen Schauer über den Rücken.“ Hier stand im englischen Original vermutlich „I broke my horses myself“ oder eine ähnliche Formulierung. Dabei sagt man auch im Deutschen durchaus, man hätte ein Pferd (ein)gebrochen, was dann A) im Kontext Sinn machen und B) die angeblich so intelligente Nomi nicht als Idioten darstellen würde, denn was soll „ein Pferd zureiten“ schon heißen und was ist daran so gruselig? Beim Tanzen „wirbelt“ Nomi dann „in wilden Pirouetten umher“, was schrecklich unangenehm und gar nicht nach Tanz klingt. Asa hat einen „vollen, ausdrucksvollen Mund“ - weiß die Übersetzerin von der Wortwiederholung abgesehen nicht, dass ein voller Mund nicht das gleiche ist wie volle Lippen? Und so geht es weiter. Dementsprechend sollte eigentlich nicht verwundern, dass die Sprecherin des Hörbuchs ein wenig verwirrt war, aber trotzdem war das Buch leider einfach schlecht gelesen. Nicht nur klingen Charaktere oft z.B. weinerlich, wenn sie trotzig oder wütend klingen sollten, ich konnte sie auch nicht anhand unterschiedlicher Stimmlagen unterscheiden. Dem Fass die Krone ins Gesicht schlagen aber natürlich einige fragwürdige Aussprachen, allen voran, dass die Sprecherin es offenbar für eine logische Schlussfolgerung hielt, Vals und Serinas Namen englisch auszusprechen, bzw. wie man „Serena“ aussprechen würde. Natürlich wäre all das verzeihlich, wenn wenigstens der Inhalt gut wäre, aber der war unglaublich schwach. -:-Hier beginnen Spoiler-:- Ich bin mit keinem der Charaktere warm geworden. Die „rebellische“, „intelligente“ Nomi ist eigentlich nur patzig und strunzdoof und suhlt sich dann in Selbstmitleid dafür, dass sie sich nicht wie eine verantwortliche Erwachsene verhalten kann. Serina ist erst sanft und liebreizend und unterwürfig, wird aber innerhalb von drei Tagen die toughste Kämpferin von allen, hat eine „innere Wut“ und spielt dann den Moralapostel und kommt sich toll vor und wiederholt tausendmal, dass sie „das Richtige“ getan hat, wenn sie eine Gegnerin nicht tötet und stattdessen aufgibt, obwohl das heißt, dass ihre Crew keine Rationen bekommt und eventuell Leute verhungern werden, nimmt später jedoch Tote auf ihrer Seite als Mittel zum Zweck billigend in Kauf. Malachi und Asa wechseln ihre Persönlichkeit, wie es die Handlung eben gerade erfordert. Besonders genervt hat mich dieses ständige Rhapsodieren über Bücher und Lesen. „Wow, du kannst als einzige Frau lesen, wie besonders und rebellisch!“ „Dieses Buch ist Nomis Zuhause!“ „Ich wusste gleich, dass du lesen kannst, weil du Bücher so verliebt anguckst!“ etc. Liebe Autor*innen: „Liest gern“ ist keine Charaktereigenschaft. Es ist einfach nur ein Hobby. Es sagt nichts über den Intellekt, den Mut oder die Einzigartigkeit des Charakters aus. Es besteht wirklich keine Notwendigkeit, so auf der Großartigkeit von Büchern und dem Hobby Lesen herumzureiten. Die Handlung ist wohl entstanden, nachdem die Autorin „Panem“ und „The Selection“ gelesen und dann noch zwei oder drei Folgen „The Handmaid‘s Tale“ geguckt hat. Sie stellt eine extrem stark vereinfachte, oberflächliche Form von Frauenunterdrückung und Feminismus dar, was sehr schade ist, nachdem ich das Buch eigentlich nur wegen des groß angepriesenen Feminismus gekauft habe. Die Frauen werden in jeder nur denkbaren Hinsicht unterdrückt, oft ohne ersichtlichen Grund, so wird spezifisch betont, dass lesbische Beziehungen verboten seien, von schwulen ist zu keinem Zeitpunkt die Rede. Und das ist natürlich so, weil… … … … … passt auf, das wird euch von den Socken hauen… … … … die Regierung Angst vor Frauen hat!!!! Und schuld ist… … … … … passt auf, das habt ihr noch nie irgendwo gehört… … … … die Fantasyversion der katholischen Kirche!!!! Wie originell! Das habe ich ja gar nicht zehn Meilen gegen den Wind riechen können und hab es auch noch nie in einem anderen Buch gesehen! Höchstens einmal. Oder sagen wir zweimal. Hundertmal. Aber sonst nie. Gleichwohl wird eine organisierte Rebellion schnell mal innerhalb von ein paar Wochen auf die Beine gestellt. Sobald Nomi ein Buch liest, das eine andere Version der Geschichte ihres Landes präsentiert als die ihr bekannte, gerät ihr Leben völlig „aus den Fugen“. Und natürlich geht es weiterhin nur um Männer! In diesem „feministischen“ Roman gehen sich zwar Frauen gegenseitig an die Gurgel (manchmal wortwörtlich) und jede, die hübscher, aufreizender oder koketter ist als man selbst ist eine dumme Schl***e, dafür riskiert man aber gerne mal sein Leben, um das eines Mannes zu retten, und gleichwohl ist man auch stets auf Männer angewiesen, wenn es darum geht, sich aus schlimmen Lagen und brenzligen Situationen zu befreien! Selbst beim Leiden von Frauen geht es um Männer, denn dass sich Frauen auf dem Berg des Verderbens gegenseitig abmetzeln müssen, ist natürlich am allerschlimmsten für den Wächter Val, der da zuschauen muss. Eine Runde Mitleid für den armen Mann, den das Leiden von Frauen soooo sehr mitnimmt! Nun muss ich ehrlich zugeben, dass ich sowieso schon nicht viel von diesem Buch erwartet habe, es hat meine nicht vorhandenen Erwartungen jedoch spielerisch unterboten und ich werde mir den nächsten Band garantiert nicht antun.

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