Eine Handvoll Senfkörner
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Gesprochen von:
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Yara Blümel
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Von:
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Laila Ibrahim
Bestsellerautorin Laila Ibrahim beschreibt in der einfühlsamen Fortsetzung von "Gelber Krokus", wie drei ungleiche Frauen auf eine Plantage in Virginia zurückkehren, wo einige Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs Freiheit ungeachtet der Hautfarbe noch immer eine Illusion ist.
Ohio, 1868: Lisbeths Vater liegt im Sterben. Um ihn noch einmal zu sehen, reist die junge Frau zur Plantage Fair Oaks, wo sie einst aufgewachsen ist. Doch in Virginia scheint die Zeit stehengeblieben. Ihre Familie glaubt immer noch an die Ideale der Südstaaten und kann ihr nicht verzeihen, dass sie sich den Werten des freien Nordens verschrieben hat. Auch die entflohene Sklavin Mattie Freedman, einst Lisbeths geliebtes Kindermädchen, ist auf dem Weg nach Fair Oaks. Sie will eine Verwandte in den sicheren Norden bringen. Mattie reist nicht allein - ihre erwachsenen Kinder begleiten sie, beide studiert und gebildet. Doch sie sind machtlos gegen die willkürliche Gewalt, die ihnen entgegenschlägt, insbesondere von Lisbeths Bruder...
"Eine Handvoll Senfkörner" ist die Fortsetzung von "Gelber Krokus". Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.
©2018 Amazon EU S.à r.l. Übersetzung von Alex Wolf (P)2018 Audible StudiosBeschreibung von Audible
Falscher Frieden
Lisbeth Johnson, die im Süden der USA auf einer Tabak-Plantage aufgewachsen ist und nun im Norden des Landes lebt, hat seit Jahren keinen Kontakt mehr mit ihrer Familie. Die Eltern und ihr Bruder haben nicht überwinden können, dass Lisbeth Matthew geheiratet hat, der ein entschiedener Gegner der Sklaverei ist. Doch dann erreicht Lisbeth die Nachricht, dass ihr Vater schwer erkrankt ist. Gemeinsam mit ihren Kindern reist sie von Ohio nach Virginia. Ihre Hoffnung, dass das Ende des Bürgerkriegs die Haltung ihrer Familie geändert haben könnte, wird schnell zerschlagen - zu tief ist das rassistische Gedankengut in den Köpfen verankert und Lisbeth schlägt der blanke Hass entgegen... Etwa zeitgleich entschließt sich ihre alte Amme Mattie, die mittlerweile in Ohio als freie Frau lebt, ebenfalls zu dem Anwesen der Johnsons aufzubrechen. Sie will ihre Schwester und ihre Nichte davon zu überzeugen von der Plantage zu fliehen und ein Leben in Freiheit zu führen. In Teil Zwei von Lisbeth & Mattie erzählt Laila Ibrahim einfühlsam davon, dass auch dem Ende des Bürgerkriegs die amerikanische Gesellschaft noch lange Zeit tief gespalten war.
Der Amerikanische Bürgerkrieg ist vorbei und 1865 wurde die Sklaverei offiziell abgeschafft. Lisbeth sowie Mattie leben 1968 mit ihren Familien im Norden, im Bundesstaat Ohio, in dem die schwarze Bevölkerung schon länger frei ist, einigermaßen gleichwertig behandelt wird, studieren und auch akademische Berufe ausüben darf. So ist Jordan Lehrerin geworden und Samuel Rechtsanwalt. Mattie sorgt sich um ihre Nichte Sarah und möchte endlich ihr damaliges Versprechen einlösen und Sarah zu sich nach Ohio bringen. Sie ist realistisch genug um zu wissen, dass nach dem verlorenen Bürgerkrieg, alle ehemaligen Sklaven in den Südstaaten gewiss nicht frei sind und ganz bestimmt nicht gut und angemessen behandelt werden.
Gegen Mattie erscheint Lisbeth recht naiv. Erst durch ihre Ankunft bei ihrer Familie erkennt sie, dass Freiheit für ehemalige Sklaven nur ein Wort auf dem Papier ist. In den Südstaaten werden sie immer noch ausgebeutet, nicht für ihre Arbeit bezahlt und weiterhin als Leibeigene angesehen.
Der Autorin gelingt es sehr gut die damalige Stimmung im Land einzufangen und zu transportieren. Lisbeths Unwissenheit und dann die Erkenntnis, dass sich eigentlich nichts geändert hat als auch Matties und Samuels Angst, sobald sie wieder im Süden angelangt sind, ist sehr greifbar. Sie nimmt den Leser mit in die beiden Geschichten, die sich erst parallel abspielen und dann zum Ende hin zu einer werden.
Lisbeths Bruder Jack, der unter Lisbeths Heirat mit Matthew sehr zu leiden und all sein familiäres Ansehen verloren hatte, wird zum Richter über Matties Leben und das ihrer Kinder. Laila Ibrahim schafft es an diesem Punkt, dass man nicht mehr aufhören möchte das Buch zu lesen bzw. zu hören. Die Spannung steigert sich bis zum Schluss. Eine Verstrickung aller Beteiligten wird zum Höhepunkt getrieben und sehr schön und auch authentisch aufgelöst.
Als sehr gelungen empfand ich die Charaktere insgesamt. Ich konnte sie mir vorstellen und mit ihnen mitfiebern. Sie erfahren eine Entwicklung, die die gesamte Geschichte vorantreibt. Aus den naiven Lisbeth und Jordan werden Kämpferinnen für das Gute. Sie nehmen sich zurück, weil sie sich dafür entscheiden das Richtige zu tun und geben damit aber die eigene Bequemlichkeit auf.
Es war auch interessant mitzuerleben, wie Lisbeths Kindern bewusst wird, dass das Leben, das sie kennen und schätzen, nicht überall gelebt wird. Dass sogar die eigene Familie, hier in Form von Großmutter und Onkel, ganz entgegengesetzte Vorstellungen von Menschlichkeit, Großzügigkeit und Gleichberechtigung haben können.
Sehr gut gefallen hat mir auch der Bezug zum Titel. Im Laufe des Buches werden einige Male diese Senfkörner und ihre Bedeutung erwähnt, die ich mir gerne erlesen habe.
Zum Hörbuch
In diesem Hörbuch war ich nicht so ganz zufrieden mit der Sprecherin. Was Yara Blümel in “Gelber Krokus” noch souverän gelungen war, konnte sie in diesem Teil nicht fortsetzen. Insgesamt fand ich ihre Stimme zu jammerhaft. Dieses “leidige” in der Stimme zog sich leider durch das gesamte Buch und passte nicht zu jeder Figur. Hier hätte mehr Stärke und Entschlossenheit transportiert werden müssen. Lediglich die Passagen, in denen Mattie sich unterwürfig geben musste, waren somit authentisch und nachvollziehbar wiedergegeben worden.
Fazit
Insgesamt eine gelungene Fortsetzung, die die damalige Zerrisenheit der amerikanischen Nation sehr gut aufzeigt. Ein toller Nachfolgeband, der eigenständig gelesen werden kann, atmosphärisch jedoch nicht ganz an “Gelber Krokus” herankommt. Dennoch eine Lese- bzw. Hörempfehlung mit 4 von 5 Sternen.
Eine schöne Fortsetzung
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schönes Buch
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Was wirklich zählt sind die Menschen unabhängig ihrer Herkunft und Hautfarbe...
Sehr bewegende Geschichte
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Spannend und einfühlsam geschrieben und gelesen.
Ein ergreifende Roman . . .
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Nebenbei habe ich auch noch etwas über die amerikanische Geschichte gelernt. Ich bin nachhaltig begeistert.
Top Hörbuch
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