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Von: Marie Molsberg
Gesprochen von: Astrid Kohrs
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Über diesen Titel

Die Geschichte von einer mutigen Frau und ihrem Aufbruch in die Freiheit

BRD 1969 – ein Land im Aufbruch: Pille, Emanzipation, Studentenbewegung – die alte Ordnung der jungen Bundesrepublik steht in Frage. In Brunnenbach, einem kleinen Westerwald­ort, scheint die Zeit dagegen still zu stehen. Doch unter der geordneten Oberfläche brodelt es. Der 19-jährige Raimund verliebt sich in die 29-jährige Ehefrau seines Nachbarn und Skatkumpels Werner. Renate erwidert seine Gefühle und sieht in der Beziehung eine Chance, der Enge ihrer Ehe und des Dorfes zu entkommen. Eine ungleiche, aber erfüllte Liebe entwickelt sich zwischen den beiden, voller Heimlichkeiten, Lügen und der Angst vor dem großen Skandal. Trotzdem wagen sie den Schritt in eine gemeinsame Zukunft.

Eine Hetzjagd beginnt, angeführt von Renates Mutter und unterstützt durch Raimunds Eltern, die alle Register ziehen, um die beiden auseinander zu bringen. Wird Renate ihren 10-jährigen Sohn für diese große Liebe zurücklassen? Kann eine Liebe gelingen, die einen solchen Preis fordert? Kann die Realität halten, was Träume versprechen?

©2026 Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH (P)2026 Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH
20. Jahrhundert Belletristik Familienleben Historische Liebesromane Kleinstadt- & Landleben
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Ganz tolle Geschichte & vor allem gefällt mir das Ende. Es gab ja wirklich Frauen, die diesen ganzen gesellschaftlichen Wahnsinn so durchgemacht haben.
Das Buch ist realistisch & doch auch hoffnungsvoll, zuversichtlich.
In jedem Fall ist es unglaublich, vor Augen geführt zu bekommen, wie stark bei vielen Menschen der Widerstand gegen Veränderung & das Glück anderer Leute ist. Missgunst nimmt unausgesprochen so einen großen Raum ein.

Großes Kino

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Diese Geschichte beginnt beinahe leicht und unbeschwert – wie ein Dorffest, erfüllt von Wärme, Nähe und einer einfachen, stillen Freude, in der die Welt noch geordnet und vorhersehbar scheint. Gerade diese anfängliche Leichtigkeit lässt das, was später folgt, umso intensiver wirken.

Sie entfaltet sich leise, ohne große dramatische Wendungen, in einer ruhigen, fast schwebenden Atmosphäre, in der zwischen den Zeilen mehr geschieht als auf ihnen.

Was mich besonders berührt hat, ist die Darstellung von Vorurteilen – nicht als etwas Lautes oder Offensichtliches, sondern als ein feines Netz, das sich unmerklich um die Menschen legt. Die Figuren wirken oft gefangen in Erwartungen, in den Blicken der anderen, in unausgesprochenen Regeln. Darin liegt eine stille Melancholie: dass viele ihr Leben leben, ohne es wirklich als ihr eigenes zu begreifen.

Und doch gibt es diesen leisen, mutigen Gegenpol. Den Wunsch, auszubrechen. Den eigenen Weg zu gehen – auch wenn er einsam ist, auch wenn er schmerzt. Diese Entscheidung wird nicht verklärt, sondern beinahe nüchtern erzählt. Vielleicht liegt gerade darin ihre besondere Schönheit.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen: der sicheren, vertrauten – und jener anderen, stillen, die sich nur denen öffnet, die den Mut haben, sich selbst zu folgen.

Ein Buch wie ein ruhiger Abend, an dem man beginnt, über das eigene Leben nachzudenken. Leise. Ehrlich. Und ein wenig schmerzhaft.

Gefangen in Blicken, frei im Herzen

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