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Die verschwindende Hälfte

Autor: Brit Bennett
Sprecher: Tessa Mittelstaedt
Spieldauer: 12 Std. und 4 Min.
5 out of 5 stars (2 Bewertungen)

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Inhaltsangabe

Ein kleiner Ort im ländlichen Louisiana. Seine afroamerikanischen Bewohner blicken mit Stolz auf eine lange Tradition und Geschichte, und vor allem auf ihre Kinder, die von Generation zu Generation hellhäutiger zu werden scheinen. Stella und Desiree etwa, Zwillingsschwestern von ganz unterschiedlichem Wesen. Aber in einem sind sie sich einig: Hier sehen sie keine Zukunft für sich. In New Orleans trennen sich ihre Wege. Denn Stella tritt unbemerkt in eine nur weißen Amerikanern vorbehaltene Welt - und bricht alle Brücken hinter sich ab. Desiree dagegen heiratet den dunkelhäutigsten Mann, den sie finden kann. Und Jahrzehnte müssen vergehen, bis zu einem unwahrscheinlichen Wiedersehen.

©2020 Brit Bennett / Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg. Übersetzung von Robin Detje (P)2020 Argon Verlag GmbH, Berlin / rbbKultur, Berlin

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Bewertung
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Eindringlich, packend und aktuell

Ich war von der ersten Sekunde gefesselt von dieser wunderbaren Geschichte und blieb es auch nachdem das Hörbuch geendet hatte. Immer wieder kehrten meine Gedanken zurück zu den Figuren und den von ihnen getroffenen Entscheidungen, die ihre Leben für immer bestimmen sollten.
Die Geschichte beginnt zunächst in den 1950er Jahren in einer kleinen Südstaatenstadt mit den Zwillingsschwestern Desiree und Stella, folgt nach mehreren Jahrzehnten den Lebenswegen ihrer Töchter und wechselt mehrmals die Perspektive, wobei es immer wieder größere Zeitsprünge sowie Rückblenden gibt. Zwischenzeitlich wird sie auch aus der Sicht zweier männlicher Nebenfiguren erzählt, die zwar mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, aber für alle Beteiligten eine wahre Bereicherung sind (in Reese habe ich mich tatsächlich ein bisschen verguckt und ich hoffe inständig, dass ihm Brit Bennett ein separates Werk widmen wird). Alle Figuren werden als komplexe menschliche Wesen mit eigenen Emotionen und Beweggründen dargestellt. Ihre Hoffnungen und Ängste haben mich tief berührt. Besonders mit Stella hat die Autorin eine polarisierende Figur geschaffen. Es wäre ein Leichtes, sie lediglich als selbstsüchtigen und schlechten Menschen zu zeigen. Bennett verleiht ihr allerdings eine Verletzlichkeit, die den Hörer mit ihr mitfühlen lässt. Auch wenn ich Stella nicht mochte, tat sie mir bis zum Schluss leid.

"Die verschwindende Hälfte" befasst sich mit vielen, hochaktuellen Themen (u.a. Emanzipation, Gender, Transsexualität), doch am stärksten sind die Motive Rassismus und Identität vertreten. Vor allem das in Europa wenig bekannte Phänomen des Colorism, einer Form des Rassismus innerhalb einer ethnischen Gruppe, bei der Menschen mit einem dunkleren Hautton gegenüber Menschen mit einem helleren Hautton diskriminiert werden, rückt in Bennetts Roman in den Fokus. Als weiße Europäerin habe ich hierbei eine ganz neue Sichtweise erfahren, die mich erschüttert hat. Das Gefühl, nicht die "richtige Hautfarbe" zu besitzen - ganz gleich, ob unter den Weißen oder den Schwarzen -, wurde schmerzhaft nachvollziehbar. Die Suche nach ihrer eigenen Identität beschäftigt jede der Figuren auf die eine oder andere Art. Immer wieder stellen sie sich die Frage, wer sie sind, wer sie sein wollen und wer sie sein dürfen.

Fazit: Dieses Hörbuch verspricht eine unglaublich spannende Geschichte, die einen bis zum Schluss nicht mehr loslässt, sowie viele eindringliche Gedanken und einen erweiterten Horizont, der die amerikanische Rassenproblematik und die damit einhergehenden Identitätskonflikte ein kleines bisschen besser begreifen lässt. Zudem ist Tessa Mittelstaedt eine wundervolle Sprecherin, die sich mit jeder Figur sehr viel Mühe gibt. Absolute Kaufempfehlung! 

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