Der Verlust
Warum nicht nur meiner Mutter das Vertrauen in unser Land abhandenkam
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Gesprochen von:
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Jutta Seifert
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Von:
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Anita Blasberg
Über diesen Titel
Immer weniger Deutsche vertrauen noch den Institutionen dieses Landes - weder den Parteien noch den Medien, noch nicht einmal der Wissenschaft. Doch kann eine Demokratie so noch funktionieren? Anita Blasberg, preisgekrönte Journalistin, ergründet eine der dringlichsten Fragen unserer Zeit: den Vertrauensverlust in den eigenen Staat. Packend und schonungslos rekonstruiert sie die schrittweise Erosion des Vertrauens in den letzten dreißig Jahren - am Beispiel ihrer eigenen Mutter und entlang historischer Bruchstellen und Protagonisten. Da ist ein Uni-Absolvent, der achtzig ostdeutsche Betriebe in zwei Jahren verkauft; da ist eine Klinikärztin, die ihre Patienten schneller entlassen soll, als ihr lieb ist; da sind Politiker, die nach der Finanzkrise ihre eigene Ohnmacht bestaunen und dann fast alles beim Alten belassen.
Die Autorin stellt fest: Viele Menschen trauen den Regierenden gar nicht mehr zu, Probleme wirklich lösen zu können oder zu wollen. So wie ihre Mutter. Durch die Gespräche mit ihr wird das Buch persönlich. Doch vor allem zeichnet es ein nachhaltiges Bild der jüngeren deutschen Geschichte - es offenbart die tiefer liegenden Gründe für die Entfremdung vieler Bürger von der Politik.
Anita Blasberg, 1977 in Düsseldorf geboren, studierte Sozialwissenschaften, Politik, Psychologie und Germanistik. Seit 15 Jahren arbeitet sie als Redakteurin und Reporterin für DIE ZEIT. Zuletzt entwickelte und leitete sie gemeinsam mit Dorothée Stöbener das neue Ressort Entdecken. Sie wurde mit dem Deutschen Sozialpreis und dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet. Für die Fernsehreportage Die Weggeworfenen erhielt sie u.a. den Prix Italia. Blasberg hat zwei Sohne und lebt mit ihrer Familie bei Hamburg.
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©2022 Rowohlt Verlag (P)2022 Hierax MedienEine tolle Arbeit,
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Beispiele:
• Konzerne steuern mit Geld die Gesetzgebung zu ihren Gunsten und gegen die Allgemeinheit
• Politiker bereichern sich durch Drehtüreffekte
• Lösungen werden als „alternativlos“ präsentiert
• demokratischer Widerstand wird diffamiert und bekämpft
• Exzesse der Finanzwirtschaft haben keine Konsequenzen, z.B. kämpft Abgeordnerter Gerhard Schick nach 2008/Lehman Pleite für Bankenregulierung und wird in der Regierung nirgendwo gehört! (Empfehlung Rezensent: Rainer Voss, ehemaliger Investmentbaker gibt Einblicke in die Finanzindustrie in der Doku „Master of the universe“)
• seriöse Klimaforscher werden durch PR-Kampagnen diskreditiert
• im privaten Krankenhaus steht Profit vor Patient und Arzt
Durch das so entstandene und inzwischen tiefe Misstrauen gegenüber den Eliten entsteht die Einstellung, dass es eh egal ist, wo man sein Wahlkreuz setzt. Dies führt zur Beschädigung bis hin zur Zerstörung der Demokratie und einer Wandlung hin zu einer Plutokratie (Herrschaft der Reichen). Konsequent und nachvollziehbar schließt die Autorin mit den Worten, dass es einen emanzipierten, kompetenten Staat braucht, der wieder im Dienste der Bürger steht und für gerechten Ausgleich sorgt, bei dem nicht eine kleine Minderheit immer reicher wird auf Kosten der Bevölkerung und der Umwelt.
Man sieht klar, dass die Autorin sehr viel Zeit und Mühe in die Recherche und Interviews investiert hat um ein sehr plastisches Bild eines ungerechten Bereicherungssystems, institutioneller Dysfunktionalitäten und der fortgeschrittenen Erosion der westlichen Demokratien zu zeichnen.
Jetzt das aber:
Die Autorin klagt zurecht den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen Ukraine an, das Verschwinden/Töten von regierungskritischen russischen Journalisten usw. Mit solchen Regierungen sollen wir keine (Energie)Geschäfte machen (Nord Stream). Ich meine allerdings dann dürften wir auch keine Geschäfte mit den USA machen, die in Sachen Kriegsverbrechen und völkerrechtswidrige Angriffskriege in den letzten Jahrzehnten deutlich mehr auf dem Kerbholz haben als Russland. Und mit Kritikern wie Snowden, Assange usw., die Verbrechen Ihrer Regierung an die Öffentlichkeit bringen, geht die US-Administration ebenfalls alles andere als zimperlich um. Und was ist mit Saudi Arabien, wo z.B. Homosexuelle umgebracht werden? Ist das der richtige Geschäftspartner für die angemahnte Werte-Politik? Auch Habecks tiefe Verbeugung in Katar passt da nicht recht ins Bild.
Auch die Hintergründe des Ukraine-Krieges und die dortige geopolitische Rolle der USA seit 2014 und früher finden leider keine Erwähnung. Dieses einseitige Darstellen/Weglassen fügt sich leider in die Doppelmoral und Scheinheiligkeit unserer Politik und Presse und beschädigt das ansonsten sehr gelungene Werk.
PS. Was wohl die Mutter über das Kapitel zu Nord Stream sagen würde?
Wirklich gut mit einem ‚aber‘
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Als ein Mensch, der in einem Land aufwachsen musste, welches zwar "Demokratisch" sogar im Landesnamen hatte, aber in dem man als Bürger nichts weiter tun durfte, als nach dem Gusto weniger Funktionäre zu funktionieren, schockiert es mich maßlos, dass wir nun 23 Jahre nach der Wiedervereinigung mit astronomischer Geschwindigkeit auf eine Diktatur zusteuern, wie sie in jenen Ländern -die wir so gerne kritisieren und verachten- praktiziert wird.
Würdelos, ohne (echte) Rechte und perspektivlos war ich von 1971 - 1989 in der DDR, NIEMALS hätte ich mir nach 1990 träumen lassen, dass ich diese Ohnmacht erneut (alternativlos) ertragen muss,
Ist es zu spät für unser Land, zu spät für die Demokratie oder ist noch irgendwas zu retten?
Der Karrn steckt richtig tief Im Morast und mit jeder neuen Regierung wächst die Macht von Homo oeconomicus und Kleptokrat exponentiell und das Vertrauen der Bevölkerung in die Menschen, die unser Land regieren und unser aller Interessen vertreten sollten, fällt ins Bodenlose.
Ein Funken Hoffnung bleibt: wir haben es damals in der DDR geschafft, uns GEMEINSAM zu befreien; vielleicht schaffen wir es wieder GEMEINSAM.
Für all die Schüler UND Politiker (in unserem Land), die unserer Muttersprache noch mächtig sind, sollte dieses Buch Pflichtlektüre sein.
Jeder sollte dieses Buch gelesen haben!
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Großartig. Aufrüttelnd. Eindrucksvoll.
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Bürger dieses Landes
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