Der Apfelbaum Titelbild

Der Apfelbaum

Reinhören

30 Tage Audible Standard kostenlos testen

Danach 6,99 €/Monat. Monatlich kündbar
Für 0,00 € ausprobieren
Weitere Angebote

Der Apfelbaum

Von: Christian Berkel
Gesprochen von: Christian Berkel
Für 0,00 € ausprobieren

Verlängert sich nach 30 Tagen für 6,99 €/Monat. Monatlich kündbar.

Für 11,95 € kaufen

Für 11,95 € kaufen

Über diesen Titel

"Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Dann erfand ich sie neu."

Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen jüdischen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist ein großer und spannungsreicher Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte. Er führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ihr Leben lang nicht voneinander lassen.

"Als meine Eltern sich verliebten, war mein Vater Otto siebzehn und meine Mutter Sala dreizehn Jahre alt. Er kam aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. 1938 verließ meine Mutter ihre deutsche Heimat, lebte bei ihrer jüdischen Tante in Paris, bis die Deutschen in Frankreich einmarschierten. Bei einem Fluchtversuch wurde sie verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort starb man schnell an Hunger oder Seuchen; wer bis 1943 überlebte, wurde nach Auschwitz deportiert. Meine Mutter hatte Glück, sie wurde in einen Zug nach Deutschland gesetzt, tauchte in Leipzig unter.

Mein Vater zog als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg. Einmal konnte er sie in Leipzig besuchen. In dieser Nacht, an Weihnachten 1944, wurde meine Schwester gezeugt. Kurz vor Kriegsende geriet mein Vater in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrte. Meine Mutter fand sich in Deutschland nicht mehr zurecht, emigrierte nach Argentinien. 1955 erklärte sie diesen Versuch für gescheitert. Zurück in Berlin, wohnte sie vorübergehend bei einer alten Schulfreundin und stieß im Telefonbuch auf den Namen meines Vaters. Zehn Jahre lang hatten sie sich nicht gesehen. Als sie ihn anrief, erkannte er ihre Stimme nicht. Auf seine Frage nach eventuellen Gemeinsamkeiten, antwortete sie: eine Tochter. Zwanzig Minuten später saßen sie gemeinsam im Café Kranzler."

©2018 Ullstein Buchverlage, Berlin (P)2018 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg
20. Jahrhundert Belletristik Familienleben Historische Romane Saga
adbl_web_anon_alc_button_suppression_c
Alle Sterne
Am relevantesten
Danke Herr Berkel für ihren berührenden Roman. Diese von der Geschichte gezwirbelten Lebensfäden haben mich wieder in aufwühlende Berührung gebracht mit den Lebensfäden meiner Familie. Ich danke Ihnen für diese Berührung und danke für Ihre wunderbare Herzenstimme die mich die letzten beiden Tage durch meinen Tag getragen hat.

Ein Apfelkern

Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.

Christian Berkel ist nicht nur ein toller Schauspieler sondern schreibt elegant und spannend als hätte er nie etwas anderes gemacht

sehr bewegende Familien Geschichte

Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.

Wenn ein Autor sein eigenes Buch als Hörbuch einliest, endet dies gewöhnlich in einer Katastrophe. Günter Grass allerdings hat bewiesen, dass bei ihm die Katastrophe lediglich die Vorstufe zum eigentlichen Schreckensereignis darstellt.

Die Ausnahme bestätigt die Regel, und diese Ausnahme ist Christian Berkel. Ein anderer Rezensent hat – ich weiß nicht ob an dieser Stelle – bemerkt: „Christian Berkel könnte auch seine Steuererklärung vorlesen, und jeder würde ihm gespannt und begeistert zuhören“. Dieser Rezensent hatte vollkommen recht!

Wesentlich besser als Berkels Steuererklärung (was lediglich das Zuhören betrifft, hoffentlich nicht deren Inhalt) ist allerdings das Buch selbst. Ich glaube, es ist Berkels Debütroman, und (nicht nur dafür) ist er ganz hervorragend gelungen. Ausgezeichnet recherchiert, sollte man dennoch nicht vergessen, dass ‚Der Apfelbaum’ nicht unbedingt Zeitzeugnis sein will, sondern ein ‚Familienroman’ ist und ganz in dieser Tradition steht. Er ist manchmal ein bisschen fahrig, was einem Suhrkamp-Lektor der alten Schule sicherlich gleich aufgefallen wäre und woran man zum Wohle des Buches hätte arbeiten können. Doch solche Lektoren gibt es in Deutschland leider nicht mehr. (Gibt es überhaupt noch Verlage, die sich ihre eigenen Lektoren leisten? Und wo sind letztere zu finden? Sie scheinen so selten wie Tasmanische Tiger zu sein.)

Kurz: Ein Hörbuch, das sich lohnt zu hören, das unterhaltend ist, dem man allerdings auch etwas konzentriert zuhören muss. Wenn man es beim Kochen so nebenbei hört, besteht ja immer die Möglichkeit, ein paar Kapitel zurückzuspulen, und noch mal hinzuhören. Und zum ganz großen Verständnis: Es ist UNGEKÜRZT! Hurra!

Empfehlenswert und hervorragend gelesen

Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.

… nicht nur auf vielschichtige und behutsame Weise die Geschichte des Zweiten Weltkrieges, wo vor allem Juden - aber auch viele andere zu Opfern wurden und einige sich auf wunderbare Weise retten konnten. Auch die Wunden, die diese Zeit geschlagen hat und die nie mehr wirklich heilten … Aber auch in der Gegenwart die Demenz und wie man Erinnerungen oft nur in Fetzen mühsam vor und aus dem Zerfall rettet und wie es möglich wird über diese Anstrengung, den eigenen Eltern gerecht zu werden, ihnen ihre Unzulänglichkeiten zu verzeihen und mit ihnen Frieden zu schließen, ohne sie zu verklären.

Das Buch berührt viele Seiten der Seele ...

Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.

Insgesamt ein interessantes Hörerlebnis, vor allem weil die Geschichte interessant und auch spannend ist und vom Autor selbst gelesen. Allerdings wäre manchmal weniger mehr gewesen, weniger Adjektive, weniger abgegriffene Formulierungen, die haben mich bisweilen doch ziemlich gestört. Zuviele Methaphern zu dicht aufeinander. Doch das ist bei einer solch emotionalen Geschichte wohl die ganz große Schriftstellerkunst.

Mit Abstand am stärksten ist das Buch, wenn Berkel die Gespräche mit seiner Mutter wiedergibt.

Die Geschichte bekommt bei mir 5 Punkte, der Stil 3, macht 4.

Die Biografie der eigenen Eltern aufarbeiten – ein Abenteuer

Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.

Mehr Rezensionen ansehen