Butter
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Madiha Kelling Bergner
Ein universeller Roman über Genuss, Lebenskunst und die Geschichte einer weiblichen Befreiung.
Für alle LeserInnen von Han Kangs Vegetarierin, Sayaka Muratas Ladenhüterin und Mieko Kawakamis Brüste und Eier.
Rika, eine junge Journalistin in Tokio, recherchiert über die Serienmörderin Manako Kajii, die Männer mit ihren Kochkünsten verführt und anschließend umgebracht haben soll. Manako behauptet, sie verabscheut nichts mehr als "Margarine und Feministinnen" und hat eine ausgeprägte Leidenschaft für hemmungslosen Genuss und insbesondere Butter. Jetzt, wo sie im Gefängnis sitzt, empfängt sie Rika, unter der Bedingung, nur über ihre Kochkünste zu reden. Für Rika werden die Begegnungen mit Manako zu einer Meisterklasse der Lebenskunst. Ein Roman, der Genuss, Essen und Trinken feiert, vor allem aber die unmöglichen Erwartungen thematisiert, die an Frauen in patriarchalen Gesellschaften heute gestellt werden.
©2022 Aufbau Verlage GmbH & Co KG (P)2022 Aufbau Verlage GmbH & Co KGKritikerstimmen
Ein Buch, das einen sofort in seinen Bann zieht. Mann kann nicht anders, als es zu verschlingen.
-- Yomiuri Shinbun
Ein sinnlicher Roman über Verlangen, Freundschaft und die Geschichte einer Befreiung.
-- Booklog Japan
Ab einem gewissen Punkt wird deutlich, dass die Autorin nicht vorhat, den Plot irgendwo hin zu führen. Es sollen keine Fragen geklärt, keine Rätsel gelöst, keine Protagonisten irgendwo hin entwickelt werden. Unterschiedliche Menschen (manche vermeintlich interessant, andere banal und belanglos) interagieren rund um die mal mehr und mal weniger konkret herausgearbeiteten Themen Kulinarik, Gesellschaft, Sexismus, Familie/Wahlfamilie, bleiben dabei aber sehr eindimensional. Wer einen Krimi erwartet, konkrete Gesellschaftskritik oder augenöffnende, feministische Momente, wird vermutlich enttäuscht. Wer damit leben kann, eine recht alltägliche, vollkommen spannungslose Geschichte erzählt zu bekommen, wie man sie ehrlichgesagt vermutlich auch aus dem eigenen Bekanntenkreis bereits kennt („Du, die hat so zugenommen…“; „Der hat sich von seiner Frau entfremdet…“; „Die macht jetzt so einen teuren Kochkurs…“), wird hier milde (aber vom Gehalt her dann doch eher Margarine als Butter) unterhalten.
Etwas anstrengend ist der Sprachstil, da das Japanische nun einmal einen sehr eigenen Duktus hat, Eigenheiten in der Formulierung (z.B. Höflichkeitsformen oder bestimmte Arten, wie Kollegen, Freunde oder Familienmitglieder miteinander sprechen), die sich nicht ins Deutsche übertragen lassen, ohne ein wenig gestelzt und „unnatürlich“ daher zu kommen. Diese etwas eigenartige Sprache gehört aber womöglich dazu, um ein wenig in den japanischen Kulturraum einzutauchen, der durchaus ein (wie ich glaube: gewollt) wichtiger Aspekt des Romans ist.
Die Sprecherin ist im Prinzip gut gewählt, trifft den leisen, mädchenhaften Sprachstil, den man sich für eine junge Japanerin vermutlich auch „denken“ würde, verleiht aber auch anderen Protagonistinnen und Protagonisten eine eigene Stimme, ohne dabei in schlechtes oder überzogenes Schauspiel abzurutschen. Sie bemüht sich zudem um eine möglichst japanische Aussprache von Eigennamen (was ich nicht gut beurteilen kann, weil ich leider kein Japanisch spreche). Es klingt allerdings insbesondere bei Begriffen, die es (phonetisch eingedeutscht) in den deutschen Sprachraum geschafft haben (Yokohama, Wasabi…) beinahe ein bisschen besserwisserisch und fremd - aber das ist Geschmacksache. Unter Umständen finden Personen, die mit dem japanischen Sprachklang vertrauter sind, das sehr gelungen (oder ganz im Gegenteil: gar nicht gelungen).
Insgesamt drei Sterne. Aber auch wirklich keiner mehr.
Appetitlich mit Längen
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Etwas, was man sich hätte sparen können, waren ausführliche Ortsbeschreibungen mit Straßennamen oder Bahnlinien. Das war nur verwirrend und hat nichts zur Geschichte oder dem Nachempfinden der Situation beigetragen (es sei denn natürlich man stammt selber aus Tokyo).
Manchmal wurden Anfangsbuchstaben oder Silben von der Sprecherin verschluckt...oder vllt wurde es auch nicht sorgfältig genug zusammengeschnitten. Etwas irritierend waren die über 200 Kapitel in die das Hörbuch aufgeteilt war. Jedes um die 3 Minuten lang. Die Eigentlichen Sinnabschnitte fanden jedoch meist mitten innerhalb einer solchen Sequenz mit etwas zu kurzer Pause statt.
Insgesamt fühlte ich mich aber sehr gut unterhalten. Die ausführlichen Beschreibungen von Kochvorgängen oder Geschmäckern ließen einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Ich würde "Butter" schon weiterempfehlen.
Kein klassischer Krimi
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Starker Anfang
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Fehlende Japanischkenntnisse
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Aber je weiter ich gehört habe, desto mehr hat sich das Buch gezogen. Es passiert einfach wenig, und obwohl so viele interessante Themen angeschnitten werden, bleibt am Ende alles irgendwie in der Luft hängen. Kein klarer Spannungsbogen, keine wirkliche Auflösung – was vielleicht bewusst so gewählt ist, aber trotzdem frustriert.
Ich hab mich am Schluss ehrlich gefragt, warum ich das Buch gelesen habe. Schade, weil das Potenzial auf jeden Fall da war.
Treffende Beobachtung der Gesellschaft
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