Kirchengeschiche, Kapitel 34: Die Bettelorden; Franz von Assisi, Dominikus Titelbild

Kirchengeschiche, Kapitel 34: Die Bettelorden; Franz von Assisi, Dominikus

Kirchengeschiche, Kapitel 34: Die Bettelorden; Franz von Assisi, Dominikus

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Was bringt den Sohn eines reichen Kaufmanns dazu, öffentlich auf seinen Besitz zu verzichten und fortan als Bettler zu leben?

War Franz von Assisi ein weltfremder Idealist – oder einer derschärfsten Kritiker einer Kirche, die immer reicher und mächtiger wurde?
Und weshalb berührt seine Botschaft von Armut, Frieden und der Liebe zur Schöpfung Menschen bis heute?

In dieser Folge geht es um die Entstehung der Bettelorden, um Franz von Assisi und Dominikus, aber auch um eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche. Während Städte, Handel und Banken aufblühten, entschieden sich Tausende junger Menschen bewusst für Besitzlosigkeit und ein Leben aus dem Glauben.

Warum diese Bewegung einen solchen Erfolg hatte, weshalb sie schließlich von den Päpsten gefördert wurde und welche Konflikte daraus entstanden, gehört zu den spannendsten Kapiteln der Kirchengeschichte.

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Kurzfassung:

Franz von Assisi zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Gestalten der Kirchengeschichte. Seine Entscheidung für ein Leben in Armut, die Liebe zur Schöpfung und die kompromisslose Nachfolge Jesu faszinieren bis heute. Auch hat seine Bewegung genauso wie der Dominikanerorden zu den tiefgreifendsten Reformimpulsen des Mittelalters gehörte und die Kirche nachhaltig veränderte.

Diese Folge zeichnet die Entstehung der Bettelorden vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umbrüche des 12. und 13. Jahrhunderts nach. Bevölkerungswachstum, Wachstum der Städte, wirtschaftlicher Aufschwung und die zunehmende Bedeutung von Handel, Geld und Banken schufen eine neue Lebenswirklichkeit. Gerade in dieser Zeit entstand mit den Bettelorden eine Bewegung, die bewusst auf Besitz verzichtete und ein Leben in apostolischer Armut führen wollte. Dieneue Lebensform verstand sich als Rückkehr zum Vorbild Jesu und seiner Jünger sowie als Antwort auf die wachsende Kritik an Reichtum und Verweltlichung der Kirche.

Ausführlich wird der Lebensweg des Franz von Assisi dargestellt: vom Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers über den ehrgeizigen jungen Ritter bis hin zu seiner tiefgreifenden religiösen Umkehr nach Kriegserfahrungen, Krankheit und persönlichen Glaubenserlebnissen. Seine Begegnung mitAussätzigen, der Auftrag zur Erneuerung der Kirche und sein konsequenter Verzicht auf allen Besitz markieren die entscheidenden Stationen seines Lebens. Ebenso werden der Sonnengesang sowie die rasante Ausbreitung des Franziskanerordens behandelt.

Interessant ist auch die Ordensregel. Warum durfte ursprünglich Geld nicht einmal anfasst werden? Weshalb führten die radikalen Forderungen später zu heftigen Konflikten innerhalb des Ordens? Anhand der Auseinandersetzungen zwischen Spiritualen und Konventualen wird deutlich, wie schwierig es war, das Ideal radikaler Armut dauerhaft in einer weltweit wachsenden Gemeinschaft zu verwirklichen.

Dann geht es um Dominikus und den Dominikanerorden. Ausgehend von seinem Wirken gegen die Katharer und andere als häretisch angesehene Bewegungen wurden Predigt, Bildung und theologische Ausbildung zu den Kennzeichen dieses Ordens. So wurden Dominikaner über Jahrhunderte hinweg zu den bedeutendsten Theologen der Kirche und übernahmen eine zentrale Rolle innerhalb der Inquisition.

Bettelorden waren nicht nur fromme Armutsbewegungen. Sie verbanden radikale Christusnachfolge mit organisatorischer Effizienz und wurden innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer der wichtigsten Stützen des Papsttums. Gerade darin liegt einer der faszinierendsten Widersprüche der mittelalterlichen Kirchengeschichte: Aus Bewegungen, die "von unten" entstanden und zunächst eher geduldet wurden, wurden tragende Säulen der Kirche.

Damit gibt diese Folge einen fundierten Einblick in die Entstehung der Franziskaner und Dominikaner, ihre Spiritualität, ihre innere Entwicklung und ihre bis heute nachwirkende Bedeutung für Kirche, Gesellschaft und das christliche Verständnis von Armut, Glaubwürdigkeit und NachfolgeJesu.

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