Kirchengeschichtsseminar, Kapitel 17, Teil 1: Aufstieg des Papsttums u. Christianisierung u. Katholisierung der germanischen Völker im 5.-7. Jhd.: Das Wirken Papst Gregors d. Gr. (590 - 604) na. außen
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Kirchengeschichtsseminar, Kapitel 17, Teil 3: Der Aufstieg des Papsttums und die Christianisierung und Katholisierung der germanischen Völker im 5. bis 7. Jahrhundert, Teil 3: Das Wirken Papst Gregors der Große (590 bis 604) nach außen
Ein Papst rettet Rom, verhandelt mit Feinden und startet große Missionen.
Gregor der Große prägt Politik, Kirche und Europa zugleich.Warum sein Wirken bis heute nachhallt. 🎧
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Kurzfassung:
Diese Folge widmet sich dem Wirken Papst Gregors des Großen nach außen. Im Mittelpunkt steht seine politische, soziale und missionarische Bedeutung in einer Zeit, in der staatliche Ordnung weitgehend zerfallen war und neue Strukturen erst entstehen mussten.
Gregor verstand das Kirchengut in und um Rom als „Eigentum der Armen“. Die Erträge wurden vor allem für diakonische Zwecke eingesetzt: zur Versorgung der Bedürftigen, der Flüchtlinge und der vom Krieg betroffenen Bevölkerung. Zugleich organisierte Gregor die Verwaltung dieses Kirchengutes neu und schuf damit faktisch die Grundlagen für den späteren Kirchenstaat, ohne selbst bereits ein territorialfürstliches Papsttum im Blick zu haben. Zwar erkannte Gregor die Oberherrschaft des oströmischen Kaisers an, doch in der politischen Realität war es nicht der byzantinische Exarch in Ravenna, sondern der Papst, der als Vertreter der römischen Bevölkerung auftrat.
Deutlich wurde dies während der Belagerung Roms durch die Langobarden im Jahr 593. Gregor organisierte die Versorgung der Stadt, kümmerte sich um Hungernde und Geflohene und nahm eigenständig Verhandlungen mit den Langobarden auf. Teilweise finanzierte er die Zahlungen, die zum Abzug der Belagerer führten. In der Bevölkerung galt Gregor daher als „Retter Roms“. Auch ohne Beauftragung vermittelte er 599 erfolgreich einen Frieden zwischen den Langobarden und Ostrom. Gregors Selbstverständnis bringt sein Titel „servus servorum Dei“ – Diener der Diener Christi zum Ausdruck, den die Päpste bis heute führen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Katholisierungder germanischen Völker auf dem europäischen Festland.Gregor förderte die bereits begonnenen Entwicklungen weiter. In Spanien nahm nach der Konversion des Westgotenkönigs Rekkared 589 die Zahl katholischer Westgoten deutlich zu. Auch bei den Langobarden unterstützte Gregor den Übergang vom Arianismus zumKatholizismus und leitete teilweise überhaupt erst ihreChristianisierung ein. Im Frankenreich wurde die Stellung derkatholischen Kirche gefestigt.
Besondere Bedeutung gewann unter Gregor die Missionierung der Angelsachsen.Während sich in Irland und Schottland bereits eine lebendige, vom Mönchtum geprägte Kirche entwickelt hatte, waren die Angelsachsen im 6. Jahrhundert noch weitgehend heidnisch. Gregor initiierte deshalb ab 596 eine systematisch geplante Mission. Er entsandte den römischen Klostervorsteher Augustinus mit Benediktinermönchen nach England. Trotz anfänglicher Rückkehr dieser Gruppe wegen abschreckender Berichte über Britannien bestand Gregor auf der Durchführung des Auftrags. Nach der Landung 597 erlaubte König Ethelbert von Kent die christliche Verkündigung und ließ sich bald selbst taufen. Gregor ernannte Augustinus zum Erzbischof von Canterbury und zum Primas der Kirchen Britanniens.
Gregor zeigte dabei bemerkenswerte Flexibilität im Umgang mit unterschiedlichen kirchlichen Traditionen. Er erlaubte Bräuche, sofern sie dem Glauben nicht widersprachen, und förderte so die Integration verschiedener kirchlicher Kulturen. Später schlossen sich schließlich die altbritische und die iroschottische Kirche der römisch geprägten Kirche in England an.
Die Folge macht deutlich, wie Gregor der Große als Papst zugleich als Krisenmanager, Sozialorganisator, Diplomat und Missionar wirkte. Sein Handeln zeigt, wie kirchliche Verantwortung in Zeiten politischer Schwäche gestaltend wirkte – mit nachhaltigen Folgen für die Kirche und für Europa.
