Folge 33: Persönlich, nicht privat (I) Titelbild

Folge 33: Persönlich, nicht privat (I)

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Über diesen Titel

Wie geht’s euch? Jetzt könnt ihr nicht antworten. Ich will’s aber trotzdem fragen: Wie geht’s euch? Und wie geht’s eigentlich mir?

Diese Folge ist die PERSÖNLICHE Folge, die aber NICHT PRIVAT ist. Es geht um den Unterschied zwischen privat und persönlich im Leben und in der Literatur und den Unterschied zwischen Literatur und Leben

Es gibt A, und es gibt B, und es gibt C

A ist die Person die B besser kennt, und B ist traurig gerade, und ich bin C und kenne B, die traurige Person, auch, bin mit B aber weniger eng verbunden als A

A oder B oder C ist nicht da, und vielleicht bin ich das

Die beiden anderen reden über den Unterschied zwischen Stream of Consciousness und Innerem Monolog, Erzählzeit und erzählter Zeit

Dann erzählt Marlene von zwei Momenten aus ihrem Leben, einem Moment zwischen Traurigkeit und Trost und einem Moment zwischen Stress im Nacken und glücklichem Heraussingen von Druck

Hannes dagegen erzählt nur, dass er bei einer Lesung mitmacht, deren Thema „Wann wird Literatur persönlich?“ ist (siehe unten)

Was macht Literatur – das Schreiben von Literatur, das Lesen von Literatur – persönlich? Geht es darum, durch das Schreiben etwas sehr Privates zu offenbaren, oder eine bestimmte Lebenserfahrung in Literatur zu verwandeln? Oder geht es darum, sich als Leser*in in einem Text wiederzuerkennen?

Und wie geht’s eigentlich dir, Hannes – oder nein: Sind unsere Fragen hier, wie es uns geht und so, eigentlich Quatsch, weil sie eine Authentizität vorgaukeln, die es eigentlich nicht gibt?

„I suppose the danger is the damn egotistical self“, schreibt Virginia Woolf in ihr Tagebuch

„Wenn mich jemand nach meinem Beruf fragt, sage ich ‚privat’“, sagt Ilse Aichinger in einem Interview

- Wir sind nicht in Gefahr

- Wobei

- Wir sind nicht in Gefahr

- Wobei

#privat #persönlich #authentisch #literatur #ich #feminismus

Schreibt uns

Wir sprechen eine Sprache der Lust und der Zerrissenheit

Der Podcast ist zutiefst persönlich, weil wir selber in jedem Moment entscheiden, wie wir was machen

Persönlich, aber nicht privat

Weil wir gewisse Namen nicht nennen, weil wir gewisse Geräusche nicht machen

die Privatsphäre wahren, unsere und die der Hörenden

Namen nicht nennen und Schimpfwörter nicht sagen

Das Tier in dieser Folge ist der Frosch im Hals

Es ist engstirnig, deinen Mitmenschen zu sagen, sie sollten sich darauf zu beschränken, Pudding zu kochen und Strümpfe zu stricken, Klavier zu spielen und Beutel zu besticken

sie werden töricht schreiben, wo sie klug schreiben sollten

sie werden von sich selbst schreiben, wo sie von ihren Romanfiguren schreiben sollten

sie werden im Zorn schreiben, wo sie gelassen schreiben sollten

Wir haben Grund unfassbar wütend zu sein

Und was persönlich ist, ändert sich mit der Zeit

Doch wir haben keine Zeit

Wir machen weiter

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Lesung & Gespräch:

Sonntag, 25. Januar 2026, 18 Uhr

Grüner Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

„Komm ich da drin vor“ – Wenn Literatur persönlich wird

Hannes Becker und Henning Bochert

Lesung & Talk

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Literatur:

Virginia Woolf: A Room of one’s own / Ein eigenes Zimmer

Charlotte Brontë: Jane Eyre

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