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Frühling der Autokraten

Wie sie an die Macht kommen, wie sie herrschen und was ihr Aufstieg für die Demokratie bedeutet

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Frühling der Autokraten

Von: Michael Sauga
Gesprochen von: Thomas Höricht
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Über diesen Titel

Wie sich Autokratien im 21. Jahrhundert neu erfunden haben: die Krise der liberalen Demokratien und das neue Zeitalter der Populisten

Warum ökonomischer Fortschritt nicht zu mehr Demokratie führt und weshalb der Siegeszug von Autokraten und Populisten vom Verhalten der politischen Elite abhängt, erklärt Michael Sauga in diesem Debattenbuch. Der SPIEGEL-Journalist und Wirtschaftsexperte untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener autokratischer Regime wie in Russland, China oder Ungarn, arbeitet ihre Strategien und Strukturen heraus und zeigt ihre Erfolge und Schwachpunkte auf. Dabei macht er deutlich, dass die Autokratien der Welt sich im 21. Jahrhundert neu erfunden haben, und veranschaulicht, warum sich auch entwickelte Industriegesellschaften von Osteuropa bis Südamerika von Demokratien in Autokratien verwandeln können, wenn die Bedingungen gegeben sind. Sauga offenbart, dass moderne Autokraten gerade zu Beginn oft wirtschaftlich erfolgreich sind und durch Reformen ihre Macht sichern, langfristig aber überall für Korruption und wachsende Ungleichheit sorgen. Und er macht klar, warum es so trotzdem so schwer ist, autokratische Länder wieder demokratischer zu machen. Seine Analyse korrigiert lang gehegte Annahmen über die Entstehung und Beharrungskräfte autokratischer Systeme und liefert so auch neue Erkenntnisse über die Stärkung der europäischen Demokratien, die von wirtschaftlichem und politischem Druck sowie dem Aufstieg der Populisten zunehmend herausgefordert werden und jetzt handeln müssen.

Please note: This audiobook is in German.

©2025 DVA München, ein Unternehmen der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München (P)2025 RBmedia Verlag
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In seinem Buch „Frühling der Autokraten“ widmet sich Michael Sauga einem der drängendsten Phänomene unserer Zeit: dem weltweiten Siegeszug autoritärer Systeme und der gleichzeitigen Krise der westlichen Demokratien. Wer eine reine politikwissenschaftliche Abhandlung erwartet, wird positiv überrascht: Sauga liefert eine überaus interessante Analyse der ökonomischen Zusammenhänge – sowohl mit Blick auf die Entwicklungen in Schwellenländern als auch innerhalb Deutschlands.

Doch genau hier beginnt die Ambivalenz des Werkes. Sauga identifiziert zwar wirtschaftliche Verwerfungen als Nährboden für den Rechtspopulismus, scheut aber vor der letzten Folgerichtigkeit zurück. Es stellt sich die Frage, die der Autor leider nicht zu Ende führt: Haben nicht letztlich die Hartz-IV-Reformen und der damit verbundene soziale Abstieg oder die Angst davor den Boden für den Aufstieg der AfD bereitet? Diese Leerstelle in der Ursachenforschung schwächt das ansonsten starke ökonomische Fundament des Buches.
Besonders enttäuschend fällt der Teil aus, in dem Sauga Handlungsoptionen gegen den autoritären Trend aufzeigt. Seine Kritik an der „sozialdemokratischen Linken“ – von der SPD über Labour bis hin zu den US-Demokraten – wirkt oft oberflächlich. Er wirft diesen Kräften vor, sich in Identitätspolitik zu verlieren, ohne dabei jedoch konkret zu definieren, was er darunter versteht. Es bleibt unklar, inwiefern etwa gesellschaftliche Fortschritte bei Selbstbestimmungsrechten der Arbeiterschaft schaden sollten.
Zwar hat Sauga recht mit der Beobachtung, dass die moderne Sozialdemokratie die klassische Sozialpolitik, Fragen der Umverteilung und den allgemeinen Wohlstand vernachlässigt hat. Doch eine echte Kehrtwende scheint auch dem Autor kein Anliegen zu sein. Im Gegenteil: Seine Sympathien für Rentenkürzungen – verkauft als vermeintlicher Dienst an der Jugend – offenbaren ein eher konservatives Weltbild.
Dies zeigt sich besonders in seiner Forderung, die Zuwanderung zu begrenzen. Sauga verkennt dabei eine politische Dynamik, die sich in Europa immer wieder beobachten lässt: Weder konservativen noch sozialdemokratischen Parteien nützt es, die restriktive Rhetorik der Rechten zu übernehmen. Ob in Österreich oder Deutschland – die Wähler entscheiden sich am Ende doch für das „Original“. FPÖ und AfD bleiben erfolgreich, obwohl etablierte Parteien seit Jahren einen Rechtskurs in der Migrationspolitik steuern.

Anstatt mutige Konzepte für Integration und bezahlbaren Wohnraum für alle zu fordern, verharrt Sauga bei altbekannten Forderungen. Angesichts der demografischen Lage wirkt dies fast schon tragisch: Dass es uns nicht gelingt, junge, einwanderungswillige Menschen konsequent auszubilden und zu integrieren, ist das eigentliche Versäumnis, das der Autor jedoch übersieht.

Fazit: Michael Saugas Buch ist lesenswert für alle, die die ökonomischen Triebfedern des Autoritarismus besser verstehen wollen. Wenn es jedoch um Lösungen geht, bleibt das Werk leider phantasie- und ambitionslos. Ein konservativer Debattenbeitrag, der die großen sozialen Fragen unserer Zeit eher umschifft als beantwortet.

Zwischen scharfer Analyse und konservativer Mutlosigkeit

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