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Die Marquise von O

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Die Marquise von O

Von: Heinrich von Kleist
Gesprochen von: Sebastian Weber
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"Bei ihrem Erscheinen wegen der angedeuteten Vergewaltigung als Skandalgeschichte empfunden, gilt die Novelle "Die Marquise von O..." heute als frühes Beispiel weiblicher Emanzipation. Am Schicksal der Marquise, die in einem existenziellen Konflikt zu sich selbst findet und Selbstständigkeit gewinnt, hinterfragt Heinrich von Kleist traditionelle Werte und die Konventionen familiären Lebens.

Inhalt: Die Marquise von O..., die seit dem Tod ihres Mannes mit ihren Kindern wieder bei ihren Eltern in einer Stadt in Oberitalien lebt, wird schwanger, ohne zu wissen, wie sie das Kind empfangen hat. Von den Eltern wegen ihrer vermeintlichen Unmoral verstoßen, beschließt sie, sich über alle Konventionen hinwegzusetzen und den Vater durch eine Zeitungsannonce zu suchen, um ihn dann zu heiraten und ihrem Kind somit eine geachtete Existenz zu sichern. Auf ihr Inserat meldet sich der Graf F..., ein russischer Offizier. Er hat sie Monate zuvor bei der Erstürmung der von ihrem Vater befehligten Zitadelle vor der Vergewaltigung durch russische Soldaten bewahrt und ihr wenig später einen Heiratsantrag gemacht, der von ihr und ihrer Familie aufgrund der unvermittelten Werbung aber hinhaltend beantwortet wurde."

©gemeinfrei (P)2014 Audible Studios
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Eine schöne Geschichte über eine Zeit, die wir glücklicherweise hinter uns haben. Der Sprecher macht die Erzählung zu einem kurzweiligen Vergnügen. Jedoch scheint er kein Grundverständnis französischer Worte zu haben. Die arme Marquise, unsere Hauptperson, wurde nämlich immer zu einer Markise degradiert, was die Erzählung teils lächerlich macht.

"Markise"

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Nach 30 Jahren habe ich die Marquise wiedergehört, nachdem ich unlängst viel über dieses frühe feministische Werk gelesen hatte und diesen Aspekt so gar nicht erinnern konnte. Die Geschichte ist nach wie vor spannend und ich frage mich immer noch, ist alles ein großer Schwindel oder die Erinnerungslücke Ergebnis einer posttraumatischen Störung wie es heute genannt würde. Kleist läßt die Frage offen. Allerdings ist mir nach wie vor unklar, was an der Geschichte feministisch ist. Den Vergewaltiger zu heiraten und weitere sieben Kinder mit ihm zu zeugen? Sicher nein. Ist die Marquise eine sich emanzipierende Frau? Ebenfalls nein.
Und der Sprecher-nun ja. Er hat eine etwas eigenwillige Betonung der Endvokale und ist sichtlich bemüht, besonders deutlich zu sprechen, bleibt aber erfreulich neutral und mit seiner jungen Stimme spiegelt er die tatsächliche oder gespielte Unbedarftheit der Marquise. Auch ließt er die natürlich altertümliche Sprache Kleists mit solcher Entspanntheit, dass man über das Hören fast vergisst, dass es keine moderne Erzählung ist.

Immer noch spannenden voll offener Fragen

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Ich glaube Kleist ist nicht einfach zu lesen. Daher ein großes Kompliment an den Sprecher.
Ich bin total begeistert.

Ganz große Klasse

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Eine Frau, die per Zeitungsanzeige den unbekannten Vater ihres ungeborenen Kindes sucht - das ist auch im 21. Jahrhundert noch originell. Kleist nutzt dieses Vorkommnis als Ausgangspunkt eines romantischen Beziehungsdramas, an dessen Ende natürlich ein sittsames, politisch korrektes Happy End steht. Na ja, heute würde man den Plot anders ausführen... Der Originalität halber hörenswert, die dadurch heute noch zu gewinnenden Einsichten halten sich aber in Grenzen.

Etwas vergilbtes Emanzipationsdrama

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Musste es für den Deutschunterricht hören/ lesen. Konnte mich gut reindenken und die Erzählweise des Sprechers war angenehm und verständlich.

👍

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