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Auf zwei Planeten

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Auf zwei Planeten

Von: Kurd Laßwitz
Gesprochen von: Peter Lontzek
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Indem ich den vorstehenden Beschluß der Marsstaaten zur allgemeinen Kenntnis bringe, übernehme ich mit dem heutigen Tage in ihrem Namen die Schutzherrschaft über alle Staaten der Erde und bestimme wie folgt: Alle Regierungen und Nationen werden bis auf weiteres in ihren verfassungsmäßigen Rechten bestätigt. Alle internationalen Verträge und Kundgebungen bedürfen zu ihrer Gültigkeit der durch mich zu vollziehenden Bestätigung der Marsstaaten. Alle Kriegsrüstungen sind verboten. Alle Regierungen werden eingeladen, bevollmächtigte Vertreter zu der Weltfriedenskonferenz zu entsenden.

Von der Bevölkerung der Erde erwarte ich, daß sie die Bemühungen der Marsstaaten, ihr die vollen Segnungen des Friedens und der Kultur zu bringen, mit allen Kräften unterstützen wird. Gegeben am Nordpol der Erde, den 15. Mai Ill, Bevollmächtigter Protektor der Erde.

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©2013 Gemeinfrei (P)2013 Audible Studios
Science Fiction Weltraumerkundung
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Eins vorweg: Ich habe dieses Hörbuch mit großem Vergnügen gehört, wirklich toll!

Man muss aber zu diesem Buch dringend bemerken, dass es 1897 veröffentlicht wurde, und das darf man nicht vegessen - zu keinem Zeitpunkt!
Das Buch wurde geschrieben, als Autos und Flugzeuge kühne Phantasien waren, sowas wie Telefone gab's noch nicht, Telegrafie war hochmodern, in Deutschland regierte ein Kaiser und Bismarck, Renten- und Krankenversicherung waren sehr neue Erfindungen, es war noch nicht allgemein akzeptiert, dass Licht eine endliche Geschwindigkeit hat, die ersten bakteriellen Infektionen waren nachgewisen, aber noch kein allgemein akzeptiertes Konzept, Radioaktivität unbekannt. Kolonien wurden noch mit dem Verständnis erobert und unterdrückt, dass Europäer einfach überlegene Menschen sind, man sprach ungeniert von "zivilisierten" Ländern, wenn man England, Frankreich und Deutschland meinte, die USA eigentlich nicht.
Panzer, Luftkrieg, Gaskrieg, Weltkriege - alles noch unbekannt, Nord- und Südpol noch lange nicht von Menschen besucht.
Vor diesem Hintergrund eine "Space Opera" zu hören, ist phantastisch, und festzustellen, dass Kurd Laßwitz mit ganz ähnlichen Erzähltechniken arbeitet wie heutige Autoren der phantastischen Literatur ist beinahe schon unheimlich. Und ettliche "Phantastereien" aus dieser Geschichte haben wir heute in unserem Alltag als ganz normale Erfahrungen, ungalublich.
Sehr empfehlenswert für Hörer, die nicht nur auf oberflächliche action aussind.

Geht das eigentlich: "historische science fiction?

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Diese Geschichte habe ich des Preises wegen gekauft... und auf keinen Fall bereut! Laßwitz (den ich vorher nicht kannte) ist wohl ein deutscher Jules Verne, der hier einen interessanten Ansatz mit vielen Wendungen ausarbeitet. Im Großen besteht die Geschichte darin, daß hochkultivierte Marsianer die Erde erobern, um Rohstoffe (Luft, Sonne!) auszubeuten. Dabei will man die Menschheit mit der höheren Kultur beglücken (es gibt nur einen großen Marsbund, jeder hat ein Mindesteinkommen, die Technik ist um Jahrtausende weiter). Die Nationalstaaten wehren sich und die Marsianer (Martianer) müssen die Staaten unterjochen. Doch wie bei allen Eroberern wendet sich der gute Wille zum Bösen und sie werden zu "Herrenmenschen". Doch unter diesem Druck werden alle Menschen Brüder, sie lernen von den Marsianern und verjagen die Marsianer. Alle Erdenstaaten schließen Frieden, die Menschen werden verstehen sich als Menschen und nicht Nationen und man schließt Frieden mit dem Mars. Daß dieses alles ohne großes Pathos und mit großem Verständnis für Politik geschildert wird, ist das große Plus der Erzählung. Auch heute noch ist der Roman spannend, wenn man mal die eingesetzte Technik (Luftballone, Taubenpost...) übersieht. Es gibt überraschende Wendungen, die auch noch in der heutigen Politik einsichtig und logisch sind (der Verlierer bezahlt die Schulden des Krieges...). Auch gibt es spannende technische Erklärungen, die die Geschichte zur Science Fiction macht. Die Hauptpersonen der Geschichte sind Deutsche; nun ja, hätte die Geschichte ein Engländer geschrieben, wären es Engländer. Am Anfang werden viele technische Details erklärt. Laßwitz war sehr in Physik bewandert und mußte das wohl etwas herausstellen. Auch Humor fehlt nicht und eine deutsche Heraushebung ist meiner Meinung nach eher ironisch gemeint. Die Darstellung von unkultivierten Völkern und die unsympathische Darstellung der Briten, sowie der Mord an Christen von Türken ist nicht schön, entspricht aber wohl (leider) dem damaligen Zeitgeist. Zum Ende gibt es noch große ökologische Probleme. Die Erdrotation soll gestoppt werden, um die Rohstoffe besser ausnutzen zu können. Wie kann man das ohne Nachteile regeln oder gar stoppen (Kinoreif)? Die Marsianer werden in der Geschichte eigentlich wie bessere Menschen geschildert, sie haben die gleichen Politiksysteme (Parlament etc.), sodaß man am Schluß eigentlich nur an Politik zwischen verschiedenen Staaten denkt. Laßwitz ist kein Nationalist im eigentlichen Sinn, da er deutlich macht, daß Nationalstaaten keinen Sinn machen. Übrigens retten die US-Amerikaner letztendlich die Erde! Die Nazis haben, so habe ich gelesen, viele Schriften von Laßwitz wegen ihrer Humanität verboten.

ein Menschenfreund

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Nachdem ich dieses Hörbuch nun dreimal gehört habe, kann ich mich endlich in die Geschichte hineinversetzen. Absolutes Mittelmaß !!!
3 STERNE, und keinen mehr -- hätte man auch in 10 Std. erzählen können.

... Einfach zu lang...

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Kann man einen über hundert Jahre alten Science Fiction Roman noch mit Genuss hören? Kann man. Lasswitz ist zwar kein literarisches Genie, aber ein umso größerer Visionär und Idealist.

En passant nimmt der Autor, dessen Aliens noch in Luftschiffen reisen müssen, Erfindungen des 20ten und 21ten Jahrhunderts vorweg. Die Solarenergie ebenso wie die wissenschaftliche Ausbildung von Frauen oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Subtil erklärt Lasswitz seinem Publikum die Arroganz des Kolonialismus.

Treibstoff ist die kantische Ethik: Bei Lasswitz ist der Mensch (ebenso wie der Marsianer) ein vernunftbegabtes Wesen. Entsprechend muss am Ende auch das Gute siegen.

Selten wollte ich einen verstorbenen Autor so gerne zu einem Star Trek Abend einladen.

Pflichtprogramm für Nerds

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Ein tolles Buch. Kreativ, subversiv, seiner Zeit enorm voraus. Ein langes Buch, ein spannendes Buch.

Toll!

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