Daniel Kondo ist ein brasilianischer Autor, Illustrator und Grafikdesigner mit Wohnsitz in Punta del Este, Uruguay. Seit mehr als zwanzig Jahren entwickelt er Bilderbücher, in denen Text, Bild, Typografie, Rhythmus, Format und Bindung gemeinsam die Erzählung formen.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Idee, dass ein Buch nicht nur Träger einer Geschichte ist, sondern eine eigenständige Sprache. Seine Arbeiten stehen im Dialog mit der Tradition der russischen Buchkunst und Avantgarde der 1920er Jahre sowie mit Gestaltern wie Wladimir Lebedew, El Lissitzky, Alexander Rodtschenko, Wladimir Majakowski und Solomon Telingater. Zu seinen wichtigsten zeitgenössischen Referenzen zählen außerdem Bruno Munari und Katsumi Komagata.
Diese Einflüsse zeigen sich nicht als direkte Zitate, sondern in einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Erzählstruktur, Typografie, Rhythmus und der materiellen Gestaltung des Buches. Besonders deutlich wird dieser Dialog in Werken wie Der Elektriker und Der böse Wolf mit Zahnschmerzen, in denen die Buchgestaltung selbst Teil der Erzählung wird.
Sein Werk verbindet Literatur, Musik, Poesie, Illustration und Buchgestaltung und behandelt Themen wie Kindheit, Humor, Erinnerung, Umwelt und brasilianische Kultur.
Daniel Kondo erhielt den Jabuti-Preis sowie den New Horizons Award der Bologna Children's Book Fair. Seine Bücher wurden außerdem von der Bologna Children's Book Fair, den World Illustration Awards, Communication Arts, der Society of Illustrators (New York) und dem UNESCO-Lehrstuhl für Lesen ausgezeichnet.
Für Daniel Kondo ist das Bilderbuch nicht nur ein literarisches Genre, sondern eine Form visuellen Denkens, in der Text, Bild und Gestaltung dieselbe Geschichte erzählen.
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