Unendliche Weiten hin oder her: Wie auf der Erde prallen auch im Weltall unterschiedliche Völker und Interessengruppen aufeinander, die sich dann gnadenlos bekriegen. Das hat George Lucas bereits in den Siebzigerjahren in „Krieg der Sterne” gezeigt. Er ist lange nicht der Einzige, der weiß, dass es zwischen den Sternen heiß hergeht. Military-Science-Fiction ist ein vielschichtiges Subgenre, das sich mit Konflikten im All beschäftigt. Immerhin: Die Menschheit geht meist friedlich vereint aus dem Krieg gegen die Aliens hervor – wie in diesen hörenswerten Büchern. 

Military-Science-Fiction: Wenn galaktische Konflikte aus dem Ruder laufen

Andreas Brandhorst ist ein alter Hase im Science-Fiction-Genre. Bereits seit den Siebzigerjahren schreibt er Romane, die sich sowohl mit entfernter als auch naher Zukunft beschäftigen. Außerdem hat er als Übersetzer die meisten „Scheibenwelt”-Romane von Terry Pratchett ins Deutsche übertragen.

Das Artefakt

In seinem Sci-Fi-Roman Das Artefakt hat die Menschheit beinahe eine interstellare Katastrophe verursacht. Die anderen Bewohner des Universums sind davon zwar nicht sonderlich beeindruckt. Trotzdem folgt eine 600-jährige Bewährung, in der die Menschheit beweisen muss, dass sie zu dauerhaftem Frieden fähig ist. Ein Experiment, das vielversprechend beginnt, durch die Entdeckung eines uralten Artefakts allerdings aus dem Ruder zu laufen droht. 

Der ewige Krieg

Traurigerweise kennt sich der US-amerikanische Autor und Kriegsveteran Joe Haldeman mit der Sinnlosigkeit bewaffneter Konflikte aus. Seine traumatischen Erfahrungen im Vietnamkrieg arbeitete er mit Der ewige Krieg so beeindruckend auf, dass er dafür mit dem Hugo-, dem Nebula- und dem Locus-Award belohnt wurde. Außerdem ist daraus noch eine Trilogie entstanden, zu der noch der Der ewige Friede und Ende des Krieges gehören.

In der ersten Geschichte zeigt Haldeman, dass Krieg oft jeder Logik entbehrt. Wenn Soldaten in einen Krieg geschickt werden, der für sie nur Monate dauert, während auf der Erde aber Jahrhunderte vergehen, müssen sie sich fragen: Wofür haben wir eigentlich gekämpft? Denn die Welt, in die sie zurückkehren, ist snicht mehr die, die sie verlassen haben.

Die Ankunft

Wenn es um aufstrebende Autoren im Bereich Military-Science-Fiction geht, führt kaum ein Weg an Joshua Tree vorbei, der eigentlich Benjamin Krämer heißt. Nach ersten Erfolgen mit der achtteiligen Reihe „Behemoth 2333” kam die Karriere von Joshua Tree mit weiteren Reihen aus den Genres Science-Fiction und Fantasy richtig ins Rollen.

Die Ankunft ist der Auftakt zur „Vernichtung”-Trilogie. Zwar spielt die Geschichte in unserer Gegenwart, aber die Bedrohung, die in der Neujahrsnacht 2019 auf Athen herabgestürzt, stammt eindeutig nicht von dieser Welt. Inmitten einer gnadenlosen militärischen Antwort wirft Die Ankunft einen Blick auf die Einzelschicksale im Chaos – und auf Geheimnisse, die zu ergründen sind, um die Zukunft der Menschheit zu sichern. 

Gelöst werden diese Konflikte aber natürlich erst, wenn in Titel zwei „Der Gegenschlag” und in Titel drei schließlich „Der Untergang” bevorsteht. 

Persepolis erhebt sich

Dass hinter dem Namen James Corey mit Daniel James Abraham und Ty Corey Franck gleich zwei Autoren stecken, ist im Universum der Military-Science-Fiction kein Geheimnis. Obwohl die beiden auch Romane unter eigenen Namen schreiben, sind sie zusammen fraglos am stärksten. So gehört die weltweit erfolgreiche Science-Fiction-Serie „The Expanse” zu den Highlights im Werk beider Autoren.

Die Serie ist nicht nur Dauergast in der SPIEGEL-Bestsellerliste, sondern wurde auch erfolgreich für Amazon Prime adaptiert. Persepolis erhebt sich ist bereits der siebte von acht Titeln und führt die Geschichte um James Holden und seine Crew fort. Nachdem die Menschheit weit ins All vorgedrungen ist, hat sie auch viele neue Planeten besiedelt. In diesem Teil wissen auch James Holden und Crew nicht mehr, was zu tun ist. Ein skrupelloser Despot gefährdet den neu gefunden Frieden auf einer der Koloniewelten. Holden ist wild entschlossen, seinen Machthunger zu stoppen. 

Canopus

Die Frage, ob für Dirk van den Boom der Schritt vom Politologen zum Science-Fiction-Autor logisch war, dürfte er wohl mit einem klaren „Ja” beantworten. Zunächst schrieb er Fachbücher, die sich vor allem mit dem Thema Entwicklungspolitik beschäftigen. Seine Erkenntnisse zu den tieferen Ursachen politischer Konflikte verwendet er nun in seiner düsteren Military-Science-Fiction. 

Canopus ist der erste Teil der Trilogie „Der Kalte Krieg”. Die Protagonisten, die unter anderem ein entlassener Kriegsveteran, ein Sklave ohne Erinnerung und eine Soldatin sind, versuchen, sich nicht von schwindenden Ressourcen entmutigen zu lassen. Dabei führt sie ihr Weg zum Planeten Canopus. Dort erhoffen sie sich die Beilegung des seit Jahren andauernden militärischen Konflikts, den das Imperium der Menschen in seiner Gier nach Expansion ausgelöst hat. 

Military-Science-Fiction: Von Einzelschicksalen bis hin zu Sci-Fi-Opern

Stefan Burban ist ein Meister der Military-Science-Fiction. Seit 2008 hat er bereits mehr als 40 Bücher verfasst. Ein nicht geringer Teil davon beschäftigt sich mit den Wirren blutiger Konflikte in Regionen, die weit von unserer Erde entfernt sind.

Grausame Ernte

Grausame Erde, der erste Teil der „Blutläufer”-Reihe, beginnt auf unserem Heimatplaneten. Der wird von einer außerirdischen Armee innerhalb kürzester Zeit völlig überrannt. In den nächsten Jahren werden immer wieder Menschen ins All entführt.

Die verschleppten Erdenbewohner werden zu einem Leben als genetisch optimierte Soldaten für die außerirdische Armee verurteilt. Aber was passiert, wenn die Loyalitätsimplantate der brandgefährlichen Elitesoldaten versagen?

Der Netzwerkeffekt

Allein die zahlreichen Nebula-, Hugo- und Locus-Awards für ihre vierteilige „Killerbot”-Serie sichern Martha Wells einen Platz in der inoffiziellen Hall of Fame der Military-SF-Autoren. Dass die Texanerin sich auch mit Tie-In-Romanen im „Star Wars”- und „Stargate”-Universum verdingt, bestätigt diesen Eindruck noch.

Der Netzwerkeffekt ist der zweite Teil der humorvollen, vielfach ausgezeichneten Science-Fiction-Serie „Killerbot”. Was passiert eigentlich, wenn ein ausgemusterter Kampfroboter keine Lust mehr auf die Aufgaben hat, für die er programmiert wurde? Im ersten Teil der Reihe “Tagebuch eines Killerbots” entwickelt er plötzlich ein eigenes Bewusstsein und erzählt selbst. Auch beginnt er sich zu fragen, warum er weiter Menschen töten soll, wenn er stattdessen ein paar hundert Stunden in seiner Lieblingsserie versinken könnte.

Der Aufstieg des Horus

Der britische Autor Dan Abnett dürfte wohl einer der profiliertesten Science-Fiction-Autoren der Gegenwart sein. Neben seinen Tie-in-Romanen zu den „Warhammer”-Spielen, schrieb er Geschichten zu einigen der größten britischen Science-Fiction-Serien wie „Doctor Who” und „Torchwood”. Mit intergalaktischen Konflikten und Kriegen kennt er sich bestens aus.

Seine Serie „Horus Heresy” umfasst bislang 16 Titel und beginnt mit Der Aufstieg des Horus. Die Hörbücher gehören zur Serie „Warhammer 40.000”. Den Hintergrund für Horus’ Geschichte bilden die Kreuzzüge des Imperiums der Menschheit kreuz und quer durch die Galaxis. Der unverbesserliche Idealist will unbedingt verhindern, dass die Menschheit in einem Krieg ausgelöscht wird, in dem sie sich bereits siegreich sieht.

Die drei Sonnen

Als neunmaliger Gewinner des Galaxy-Awards und Preisträger des Hugo-Awards machte Liu Cixin sich einen Namen in der Welt der Science-Fiction-Romane. Dank seiner „Trisolaris”-Trilogie zählt er unter anderem Barack Obama und Mark Zuckerberg zu seinen Fans.

Das Sci-Fi-Epos, das mit Die drei Sonnen im China der späten Sechzigerjahre beginnt, gilt als wegweisend für das gesamte Genre. Die Geschichte wirft Fragen über den Preis auf, den die Menschheit vielleicht zahlen muss, wenn eine außerirdische Spezies doch einmal Kontakt aufnimmt. Ein Krieg entbrennt, in dem das menschliche Gehirn der einzige Informationsspeicher ist, zu dem die außerirdischen Invasoren keinen Zugang haben. Kann die Menschheit die eigenen Gedanken weiter unter Verschluss halten?

Von Raumschiffen und Kriegsflotten – so geht es in Military-Science-Fiction zur Sache

Schlachtschiff Indomitable

David VanDyke versteht viel von der Materie seiner Military-SF-Romane. Als ehemaliger Soldat kennt er die Kriegsgebiete in aller Welt. Diese Erfahrungen und Kenntnisse wendete er mittlerweile in mehreren Science-Fiction-Serien an.

Schlachtschiff Indomitable ist der dritte Teil der achtteiligen Serie „Galaktische Befreiungskriege”. Jeder Teil beschäftigt sich mit einem in diese Kriege verwickelten Raumschiff und dessen Besatzung. Die Geschichte beschreibt die versuchte Übernahme des größten Kriegsschiffs, das je gebaut wurde. Kann der Rebellen-Truppe, die von Freiheit und Frieden träumt, dieses Kunststück gelingen? 

Im Namen der Ehre

Als äußerst produktiver Autor von „Star Wars”-Romanen kennt sich Timothy Zahn mit Kriegen zwischen den Sternen bereits bestens aus. In Zusammenarbeit mit David Weber, der sich im Bereich Military-Science-Fiction ebenfalls einen Namen machte, beschäftigt er sich in der Serie „Der Aufstieg Manticores” mit der heruntergekommenen Royal Manticoran Navy.

Allerdings kann eine Flotte ohne Disziplin, mit abgewrackten Raumschiffen und ohne Geld, die feindseligen Mächte aus den Tiefen des Universums nicht in Schach halten. Während im ersten Teil Im Namen der Ehre noch über ein Verschrotten der Raumflotte nachgedacht wird, geht es in den weiteren Teilen im All heiß her.

Im Namen des Admirals


Der deutsche Sci-Fi-Autor Johannes Siemers schuf mit Admiral Ben Curtis einen Helden aus dem Bilderbuch. Er ist der Mann des Terranischen Reiches, der jeden Job erfolgreich erledigt hat. Nun ist er müde geworden, aber einen Auftrag übernimmt er noch: In Teil eins von Im Namen des Admirals: Die Curtis-Legende soll er einen neuartigen Sprungantrieb testen, dessen Grenzen niemand kennt. Nach einem enormen Sprung wird das Schiff in ein Schwarzes Loch gezogen. Die Mannschaft wird gerettet, der Admiral bleibt an Bord. Curtis will das Schiff aus dem Sog befreien. Er setzt einen Fluchtkurs ohne zu ahnen, dass die Zeit sich für ihn extrem verlangsamt hat: Aus Monaten werden Jahrtausende ...

Volle Kraft voraus in die Tiefen des Alls

Unter den vielfältigen Themen des Science-Fiction-Genres hat sich Military-Science-Fiction fest als Subgenre etabliert. Inzwischen gibt es mehr als 3.000 Hörbücher über intergalaktische Konflikte und den Kampf zwischen den Menschen und außerirdischen Despoten. Die vorgestellten Titel sind ein guter Anfang, Military-SF zu erkunden. Doch in den Tiefen des Alls gibt es zwischen Plasmakanonen und Alien-Armeen noch viel mehr zu entdecken.

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