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Av: Nephrologisches Zentrum Villingen-Schwenningen
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Wir präsentieren in diesem ersten deutschsprachigen PodCast für Nephrologie spannende Themen und Einblicke rund um das Gebiet der Nephrologie. Hygiene & gesundes Leben
Avsnitt
  • Posttransplantationsdiabetes (PTDM): Das unterschätzte Risiko nach der Nierentransplantation
    May 27 2026
    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Martina Guthoff, Villingen-Schwenningen Eine Nierentransplantation ist für viele PatientInnen ein Neustart, der jedoch häufig von einem neu aufgetretenen Posttransplantationsdiabetes (PTDM) begleitet wird. In dieser Folge von Niere2Go sprechen Bernd und Daniela mit der Nephrologin Prof. Martina Guthoff über dieses oft zu spät erkannte Versorgungsthema. Häufig liegt schon vor der Transplantation ein unentdeckter, gestörter Glukosestoffwechsel vor. Angesichts einer Prävalenz von bis zu 50 % allein beim Prädiabetes gefährdet der PTDM die Transplantatfunktion und das Gesamtüberleben massiv. Neben klassischen Faktoren wie Alter oder Adipositas treibt vor allem die Immunsuppression das Diabetesrisiko voran: Glukokortikoide verursachen eine Insulinresistenz, während Calcineurin-Inhibitoren (CNI) wie Tacrolimus die Insulinsekretion hemmen. Das klinische Screening ist tückisch, da Nüchternzucker und HbA1c in der frühen Phase oft unauffällig sind. Hier empfiehlt die Expertin als pragmatische Alternative eine strukturierte Blutzuckermessung nachmittags gegen 16 Uhr. In der frühen Posttransplantationsphase bleibt Basalinsulin der Goldstandard, um die körpereigenen Betazellen vor Glukotoxizität zu schützen. In stabilen Phasen nach der Entlassung eröffnen moderne Antidiabetika neue Wege: SGLT2-Inhibitoren und inkretinbasierte Therapien (wie GLP-1-RA) zeigen in retrospektiven Daten vielversprechende kardiovaskuläre und renale Vorteile. Wichtig für die Praxis: Aufgrund der verzögerten Magenentleerung unter Inkretika sollten die CNI-Spiegel nach ein bis zwei Wochen kontrolliert werden. Als zentralen Tipp rät Prof. Guthoff, das Screening mittels OGTT und die Konditionierung der PatientInnen bereits auf die Warteliste vorzuverlegen.
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    38 min
  • Nephrologin und werdende Mutter: (K)ein Grund für ein Beschäftigungsverbot?
    Apr 1 2026
    Ein Gespräch mit Dr. Nina Görlich, Charité, Berlin In dieser Episode von Niere2go begrüßen wir Dr. Nina Görlich, Ärztin in Weiterbildung an der Charité Berlin, die sich derzeit im neunten Monat ihrer Schwangerschaft befindet. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hat sie einen klinikinternen Leitfaden entwickelt, um das Arbeiten während der Schwangerschaft in der Nephrologie aktiv zu gestalten, statt automatisch in ein betriebliches Beschäftigungsverbot zu gehen. Wir sprechen darüber, warum der Erhalt von Expertise in der Abteilung so wichtig ist und wie individuelle Lösungen – etwa der Fokus auf den doppelt besetzten Frühdienst oder die Rotation in die Sonografie – den klinischen Alltag und die Facharztausbildung sichern können. Ein zentraler Bestandteil des Gesprächs ist die Erstellung einer sogenannten „Positivliste“, die konkret aufzeigt, welche Tätigkeiten in der Nephrologie, der Dialyse und sogar auf der Intensivstation unter Einhaltung des Mutterschutzgesetzes weiterhin möglich sind. Nina räumt dabei mit Vorurteilen auf: Unter Berücksichtigung von Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen sind Aufgaben wie Shuntpunktionen oder Katheteranlagen oft unbedenklicher, als viele denken. Zudem diskutieren wir das Modell des Teilzeitbeschäftigungsverbots, bei dem Kosten zwischen Arbeitgeber und Krankenkasse geteilt werden, um eine flexible Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Abschließend werfen wir einen Blick auf die strukturellen Herausforderungen und die Zukunft der Nephrologie. Nina betont, wie entscheidend eine ausreichende Personaldecke und sichtbare Vorbilder in Führungspositionen sind, um Schwangerschaft nicht als Belastung für das Team, sondern als normalen Teil der beruflichen Biografie zu etablieren. Die Folge ist ein Plädoyer für mehr Flexibilität und eine offene Kommunikation zwischen werdenden Müttern und Vorgesetzten, um die Vereinbarkeit von Klinikalltag, Forschung und Familie nachhaltig zu verbessern
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    42 min
  • CKD im Alter
    Mar 19 2026
    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Elke Schäffer, Charité, Berlin Ab wann ist eine sinkende Nierenleistung im Alter eigentlich krankhaft? In dieser Folge von Niere2go begrüßen die Moderatoren Bernd Hohenstein und Daniela Schmiedecke die renommierte Expertin Prof. Dr. Elke Schäffner (Charité Berlin), um über den schmalen Grat zwischen normalem Altern und chronischer Nierenerkrankung (CKD) zu sprechen. Die Episode beleuchtet folgende Schwerpunkte: • Physiologisches vs. pathologisches Altern: Erfahren Sie, warum ein GFR-Verlust von ca. bis ml/min pro Jahr ab dem 40. Lebensjahr oft normal ist, während Proteinurie immer als Warnsignal gilt. • Präzisere Diagnostik: Prof. Schäffner erklärt die Schwächen gängiger Schätzformeln und stellt die neuen EKFC-Gleichungen vor, die durch den innovativen Q-Faktor eine genauere Beurteilung über die gesamte Lebensspanne ermöglichen. • Ganzheitliches Management: Warum wir im hohen Alter keine „Werte“, sondern Menschen behandeln sollten. Die Diskussion umfasst den Einfluss von Geschlechterunterschieden, den Zusammenhang zwischen Niere und Kognition sowie den Einsatz von Assessment-Tools wie der „Surprise Question“. • Individuelle Therapieziele: Ein Plädoyer für den Perspektivwechsel – insbesondere bei der Entscheidung zwischen Dialyse und einem konservativen, palliativ begleiteten Weg zur Erhaltung der Lebensqualität. Ein Muss für alle Nephrolog:innen, die die Versorgung ihrer älteren PatientInnen datengestützt und empathisch optimieren wollen.
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    57 min
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