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  • Unter Freunden: Leo Ensel – So war die alte Friedensbewegung. Wo bleibt die neue?
    Oct 22 2026
    Angesichts der Bedrohung durch einen großen Krieg fragt sich Dr. Leo Ensel, warum es heute keine Friedensbewegung gibt wie damals zur Zeit des Nato-Doppelbeschlusses. Diese Zeit hat er intensiv erlebt, sein damaliges Engagement hat zu Zerwürfnissen in der Familie geführt, seine Stellungnahmen wurden im Bundestag zitiert. Leo Ensel erzählt, was ihn bewegt hat, aber auch, was ihm an der Friedensbewegung „auf die Nerven ging“. Besonders haben ihn die Lieder beeindruckt, die „dreckigen“ Songs gegen den Krieg (Hendrix, Animals …), mehr als die sanften Gesänge für den Frieden.

    Leo Ensel hat zunächst aus purer „Neugier“ den Osten bereist und hat das Leben von denen, die als unsere Feinde hingestellt wurden, bei „interkulturellen Trainingsprogrammen“ kennengelernt. Er hat sich zweimal mit Michail Gorbatschow getroffen und sich mit ihm über die Beendigung des Kalten Krieges unterhalten. Seine Hoffnung ruht nun auf der Jugend, die gezwungen ist, sich mit den bedrohlichen Tönen und Taten der Scharfmacher auseinanderzusetzen und einen eigenen Weg zu finden, einen Krieg zu verhindern.
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    50 Min.
  • Unter Freunden: Markus Meier – Uns fehlen Kinder. Wie konnte es dazu kommen? Was kann man tun?
    Oct 15 2026
    Wir haben eine „demografische Katastrophe“, und es gibt in der westlichen Welt hauptsächlich zwei Arten, darauf zu reagieren: Man akzeptiert den Bevölkerungsrückgang oder setzt auf Einwanderung. Prof. Dr. Markus Meier benennt zunächst die Ursachen, die er unter anderem in einer „evolutionären Dynamik“, im „Hypergamie-Paradoxon“ und in einer Fehlentwicklung im Familienrecht sieht.

    Dann spricht er über Auswege. Da Frauen und Männer unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien haben, sieht er die Notwendigkeit von Kompromissen. Er plädiert für eine „mentale Wende“ sowie für eine „Enthysterisierung“ der Debatte. Er betont, dass er nicht „gegen Frauen“, sondern „für Mütter“ ist, dass es „kein Zurück“ gibt, aber durchaus vernünftige Möglichkeiten, auf die Notlage zu reagieren.
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    51 Min.
  • Unter Freunden: Mai Horlemann – Was sind Limericks? Warum sind sie so beliebt?
    Oct 8 2026
    Die ungekrönte „Limerick-Queen“ Mai Horlemann, die in ihrem neuen Programm den Limerick auf die Kleinkunstbühne bringt, hat ihre Inspiration von ihrer Mutter, die schon in den Siebzigerjahren Limericks veröffentlicht hat, als Deutschland gerade in einer Art Gegenbewegung zur anspruchsvollen Politkunst der 68er von einer Nonsenswelle erfasst wurde (Otto, Insterburg, Häschenwitze …). Die Ursprünge des Limerick wiederum gehen zurück auf Edward Lear und auf eine Nonsensmode ab 1830 in England.

    Mai Horlemann erklärt die klassischen Bausteine: ein ungewöhnlicher Ortsname, hygienische Anspielungen und versteckte oder offene Erotik. Sie spricht über die Faszination der Form, über ihre Vorliebe für dreisilbige Reime und erklärt, warum Limericks „glücklich machen“. Als ihre Mutter an Alzheimer erkrankte und sich an kaum noch etwas erinnern konnte, waren Limerick-Reime das Letzte, das ihr im Gedächtnis geblieben war – und damit auch die Erinnerung „an die sonnigen Tage der Kindheit“.
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    44 Min.
  • Unter Freunden: Ben Richter – Mit Nietzsche gegen den Nonsens, den uns der Zeitgeist zumutet
    Oct 1 2026
    In seinem Kanal „Selfmade-Philosophie“ führt Ben Richter besonders krasse Netzfunde vor, die eindrucksvoll illustrieren, was Friedrich Nietzsche unter „Sklavenmoral“ verstanden hat. Davon ausgehend stellt er Betrachtungen über den Zustand der Gesellschaft an, die solche „geisteskranken“ Erscheinungen hervorbringt. Neben Nietzsche ist Max Stirner und seine Vorstellung von einem „radikalen Egoismus“ ein wichtiger Einfluss für sein Denken, das er in seiner Onlineplattform „Der freie Blick“ zur Diskussion stellt. Darüber hinaus bietet er Videokurse an, moderiert ein Buchklubtreffen und lädt zu einem jährlichen Treffen der Community in Sofia ein.

    Ben Richter beschreibt seine persönliche Wandlung vom mittellosen, in Opferhaltung lebenden Kunststudenten zum Unternehmer, den es nicht zuletzt durch Corona und die Impfpflichtdebatte aus Deutschland vertrieben hat. Er spricht in Anlehnung an die Ausdrucksweise von Nietzsche ausdrücklich von „einem starken Ekelgefühl“ gegenüber dem Leben in Deutschland. Ausgerechnet in einem der ärmsten Länder Europas fühlt er sich frei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
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    52 Min.
  • Unter Freunden: Martina Rellin – „Klar bin ich eine Ost-Frau!“
    Sep 24 2026
    Mit dem Buch „Klar bin ich eine Ost-Frau!“, in dem Martina Rellin Frauen aus dem Osten ohne festen Fragenkatalog vom „richtigen Leben“ erzählen lässt, stellt sie sich in die Tradition der Protokollbücher von Autoren wie Maxie Wander und Günter Wallraff. Sie will ein möglichst vollständiges und realistisches Bild von der Lebenssituation zeichnen, frei von Verzerrungen und Einseitigkeiten, die durch einen oberflächlichen Westblick entstanden sind. Dabei geht es nicht nur um die von der Westpresse begierig aufgegriffene Frage, ob „Ostfrauen mehr Orgasmen haben“, sondern um ein authentisches Gesamtbild.

    Dabei wendet sie die FKK-Methode an – „Man kann nicht am Nacktbadestrand sein, ohne sich selbst nackig zu machen“ –, um so ein vertrauensvolles Klima zu schaffen und ihr eigenes Engagement deutlich zu machen. Ihr geht es nicht darum, zu vergleichen, vielmehr will sie die Unterschiede würdigen, die Eigenarten und Besonderheiten. Das Projekt wird fortgesetzt, Martina Rellin will mit ihren Kursangeboten weitere Menschen ermutigen, über ihr Leben zu schreiben.
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    45 Min.
  • Unter Freunden: Emrah Erken – Was macht den Hot Jazz so heiß?
    Sep 17 2026
    Emrah Erken hat sich „verliebt“ in den Hot Jazz, in die Komplexität und die „Lebendigkeit“, die von alten Schellackplatten ausgeht, „als würde einem die Musik ins Gesicht springen“. Er sammelt die Platten nicht nur, er bereitet sie so auf, dass sie die Hörer von heute erfreuen können, und präsentiert seine Schätze auf seinem Kanal „Atticus Jazz“. Emrah Erken schwärmt besonders von Bix Beiderbecke und dem jungen Louis Armstrong – „etwas vom Besten, was die Vereinigten Staaten überhaupt hervorgebracht haben“ – und berichtet, wie einst ein Weißer zu ihm sagte: „Hey, weißt du was, ich hasse Nigger, aber du, du bist ganz anders.“
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    40 Min.
  • Unter Freunden: Sieglinde Kliemen. Ein Haus für Männer in Not – die Bedeutung der Würde
    Sep 10 2026
    Sieglinde Kliemen hat das erste Männerhaus gegründet, das „Zwüschehalt Bern“, ein Zufluchtsort für Männer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Dafür wurde ihr der Swiss Diversity Award in der Kategorie Equality verliehen. Es wirkt womöglich überraschend, dass ein solches Männerhaus überhaupt notwendig ist, aber nicht für Sieglinde Kliemen: Sie setzt sich dafür ein, weniger in einfachen Täter-Opfer-Schubladen zu denken, sondern die dahinterliegende Beziehungsdynamik und das gesamte System zu betrachten. Bei Trennungen werden Väter häufig strukturell benachteiligt, und Kinder werden als Machtmittel eingesetzt, während die Beistandschaften eher „Mutterschutz“ als „Kinderschutz“ betreiben.
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    51 Min.
  • Unter Freunden: Sergei Chorolski, Sergei Bereschnjuk – „Die Menschen in der Ukraine versuchen einfach nur zu überleben“
    Sep 3 2026
    Schon während seiner Armeezeit im Jahre 2012 produzierte Sergei Chorolski humorvolle, leicht erotische Musikvideos. Mit Kriegsbeginn wurden die Videos politischer, nach seinem Spottlied „Patriotin“ über Frauen, die selber das Land verlassen hatten und gleichzeitig Männer zum Kämpfen aufforderten, wurde das Militär auf ihn aufmerksam. Er musste untertauchen, schließlich gelang ihm die Flucht, indem er nachts durch einen Grenzfluss nach Moldawien schwamm. In Deutschland setzt er seine Videoarbeit fort, nun jedoch als Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen: Er sammelt Aufnahmen von gewaltsamen Zwangsrekrutierungen durch die sogenannten TCK-Einheiten, die brutal Männer entführen.

    Möglich wird das Gespräch durch Übersetzungen und Erklärungen von Sergei Bereschnjuk, der mit Sergei Chorolski befreundet ist und die aktuelle Lage in der Ukraine kennt. Beide hoffen, dass durch das Aufzeigen der Menschenrechtsverletzungen der internationale Druck erhöht werden kann und der Krieg ein baldiges Ende findet.
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    46 Min.