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5 Minus

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Av: Dr. Laura Dalhaus
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5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhausCopyright 2026 Dr. Laura Dalhaus Hygiene & gesundes Leben Sozialwissenschaften
Avsnitt
  • Hybrid-DRGs - und wie politisch damit umgegangen wird | Robert Weindl
    Oct 20 2026

    Eine Lücke wird in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ von Dr. Laura Dalhaus geschlossen: Diesmal spricht sie mit Dr. Robert Weindl, einem ambulant tätigen Chirurgen.

    Denn auch das ambulante Operieren steht massiv unter Druck. Dabei wird politisch ständig darüber gesprochen, Medizin stärker zu ambulantisieren und mehr Eingriffe aus dem stationären in den ambulanten Bereich zu verlagern.

    Nur ganz so einfach ist das nicht.

    Ein Grund dafür sind die unterschiedlichen Abrechnungssysteme, darunter der EBM. Seit drei Jahren gibt es zusätzlich die Hybrid-DRGs, über die bestimmte Eingriffe aus dem stationären in den ambulanten Bereich überführt werden.

    Bei der Vergütung liegen Hybrid-DRGs zwischen der stationären Vergütung und der Vergütung nach EBM.

    Für Krankenhäuser bringt das allerdings Probleme mit sich. Durch die Vorhaltepauschalen können sie bestimmte OPs wirtschaftlich kaum noch durchführen – entsprechend wenig attraktiv sind diese Eingriffe für sie.

    Laura sagt deshalb ganz pragmatisch: Dann könnten diese Operationen eben von ambulant tätigen Mediziner übernommen werden. Gleichzeitig gibt es politisch den Willen, eine ambulante Parallelstruktur aufzubauen. Bestimmte Leistungen können dann nur noch stationär abgerechnet werden, wenn Patient tatsächlich eine Nacht im Krankenhaus verbringen.

    Laura und Robert diskutieren die Vor- und Nachteile ambulanter Operationen. Robert operiert auch ältere Patient:innen. Entscheidend ist dabei für ihn, dass das Umfeld stimmt und die Versorgung nach dem Eingriff zuverlässig sichergestellt ist.

    Er arbeitet in einem Zentrum mit eigenem OP. Auch dort spielt Wirtschaftlichkeit natürlich eine Rolle. Kurze Wege und effiziente Abläufe sind deshalb wichtig.

    Gleichzeitig wird politisch über eine Budgetierung der Hybrid-DRGs diskutiert. Für Robert ergibt das keinen Sinn – und kann am Ende sogar zusätzliche Kosten verursachen.

    Hinzu kommt die Nachsorge. Nach Operationen im Krankenhaus landet diese häufig bei ambulanten Zentren wie dem von Robert oder bei Hausärzt:innen. Die Vergütung dafür ist allerdings unterirdisch.

    Besonders problematisch ist auch die Vergütung von Eingriffen bei Kindern, etwa im HNO-Bereich. Operationen an Rachenmandeln oder Polypen sind teilweise nicht kostendeckend. Trotzdem wird von Ärzt:innen erwartet, dass sie diese Eingriffe irgendwie „mitmachen“.

    Parallel steigt die Morbiditätslast in der Gesellschaft, während Facharzttermine immer knapper werden.

    Eine Möglichkeit ist das Kostenerstattungsverfahren. Patient:innen können darüber Privatpraxen aufsuchen, wenn sie keinen regulären Termin bekommen. Allerdings akzeptieren nicht alle Krankenkassen dieses Verfahren.

    Für Robert geht in seinen Augen zunehmend die Lust an der Versorgung durch die Kolleg:innen verloren.

    Er wünscht sich, dass sich Krankenhäuser stärker auf die Aufgaben konzentrieren, in denen sie wirklich gut sind. Dafür braucht es vor allem eine sinnvolle Steuerung.

    Auch die ärztliche Weiterbildung ist Thema. Im ambulanten Bereich wird bislang vergleichsweise wenig ausgebildet. Das liegt unter anderem daran, dass ambulante Medizin für viele Ärzt:innen in Weiterbildung bisher keine naheliegende Option ist.

    Dabei bietet sie einen entscheidenden Vorteil: Der Patient:innendurchlauf ist sehr hoch. Für die Ausbildung ist das extrem wertvoll.

    Robert hält die Hybrid-DRGs grundsätzlich für ein sehr gutes Instrument. Eine Abschaffung wäre für ihn ein klarer Rückschritt.

    Was ihm vor allem fehlt, ist Verlässlichkeit. Denn ohne verlässliche Rahmenbedingungen lässt sich ambulante Versorgung kaum langfristig planen.


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    Zur Website von Robert: https://www.cgp-sg.de

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    57 min
  • Arbeitsmedizin und BGM kritisch hinterfragt | Dr. Jeanine Engelhardt
    Oct 13 2026

    Dr. Laura Dalhaus hat sich kritisch zu den Themen Schweigepflicht und Arbeitsmedizin geäußert. Das hat unter Arbeitsmediziner:innen für deutliche Reaktionen gesorgt.

    In der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht sie deshalb mit Jeanine Engelhardt, die selbst als Arbeitsmedizinerin tätig ist.

    Jeanine erklärt, dass Arbeitsmediziner:innen in einer besonderen Konstellation arbeiten. Sie werden im Auftrag des Arbeitgebers tätig und untersuchen dessen Mitarbeitende. Trotzdem dürfen Gesundheitsdaten unter keinen Umständen an den Arbeitgeber weitergegeben werden. Auch für Arbeitsmediziner:innen gilt die Schweigepflicht.

    Komplizierter wird es beispielsweise dann, wenn Mitarbeitende aus medizinischen Gründen nicht mehr in der Nachtschicht eingesetzt werden können. In solchen Situationen muss darauf geachtet werden, dass für die Patient daraus kein Kündigungsgrund entsteht.

    Die Arbeitsmedizin hat nicht immer den besten Ruf. Schwarze Schafe gibt es allerdings in jeder Branche. Jeanine selbst arbeitet sehr gerne in diesem Bereich.

    Ein weiterer Punkt, den Laura kritisiert, sind Blutuntersuchungen in der Arbeitsmedizin. Diese werden dort durchgeführt, die Ergebnisse sollen anschließend aber teilweise in der Hausarztpraxis besprochen werden. Auch Jeanine hält dieses Vorgehen nicht für sinnvoll.

    Dadurch entstehen Parallelstrukturen und verschiedene Sektoren, die sich gleichzeitig um dieselben Patient kümmern.

    Laura berichtet außerdem von ihren Erfahrungen mit der Arbeitsmedizin in den Niederlanden. Dort wird deutlich stärker versucht, Mitarbeitende umzuschulen und andere berufliche Möglichkeiten zu schaffen, bevor Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeit zum Thema werden.

    Kritisch sieht Laura auch Teile des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Teilweise werden umfangreiche Präventionspakete angeboten, die wiederum zu Überdiagnostik führen können – etwa beim Schilddrüsen-Screening.

    Jeanine sieht hier auch die Mediziner:innen selbst in der Verantwortung. Sie müssen klare Grenzen ziehen und entscheiden, welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind.

    Denn Prävention bietet zahlreiche Möglichkeiten, insbesondere wenn gezielt berufsbedingte Risiken berücksichtigt werden.

    Im weiteren Verlauf sprechen Laura und Jeanine über evidenzbasierte Medizin und darüber, wie sie die Bestimmung verschiedener Laborwerte bewerten.

    Auch die Zukunft der Arbeitsmedizin ist Thema. Das GKV-Sparpaket wird das Gesundheitssystem deutlich verändern und Auswirkungen auf die Versorgung der Patient haben. Jeanine wünscht sich vor allem mehr Sinnhaftigkeit in der Medizin.

    Zum Abschluss geht es um die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Dabei handelt es sich nicht um eine reguläre Kassenleistung, sondern um eine Vereinbarung zwischen dem Land NRW und der Kassenärztlichen Vereinigung.

    Kinder- und Jugendärzt:innen führen diese Untersuchungen inzwischen nicht mehr flächendeckend durch, weil sie wirtschaftlich kaum darstellbar sind. Die Vergütung wurde seit den 1970er-Jahren nicht angepasst.

    Jeanine sieht die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen deshalb als Aufgabe der Arbeitsmedizin.


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    50 min
  • Wer soll das alles bezahlen? Die große Systemfrage! | Laura zum aktuellen Stand
    Oct 6 2026

    Die Woche war für Dr. Laura Dalhaus alles andere als entspannt. Trotzdem startet sie diesmal mit einer guten Nachricht.

    Die FAZ hat darüber geschrieben, was Ärzt an ihrem Beruf wichtig ist – und Laura greift einige Punkte daraus auf. Denn bei all dem Frust über Politik, Bürokratie und Rahmenbedingungen darf eines nicht untergehen: Der Arztberuf selbst ist wunderbar.

    Genau deshalb lohnt es sich, für bessere Bedingungen zu kämpfen. Das System muss sich verändern, damit Ärzt:innen diesen Beruf auch weiterhin so ausüben können, wie er gedacht ist.

    Der Kanzler hat zuletzt das „Doppelsystem“ aus PKV und GKV infrage gestellt. Die Zeit hat dazu recherchiert und drei mögliche Modelle vorgestellt.

    Für Laura ist klar: Die entscheidende Diskussion muss gemeinsam geführt werden. Was kann und soll eine solidarisch finanzierte Krankenversicherung überhaupt bezahlen?

    Auch Laumann beschäftigt sich mit diesem Spannungsfeld. Er will einen fairen Ausgleich zwischen den berechtigten unternehmerischen Interessen von Praxen und dem Anspruch der Bürger auf eine Versorgung entsprechend ihrer medizinischen Dringlichkeit.

    Gleichzeitig haben Ärzt aber genauso das Recht darauf, nicht Stück für Stück in ihrer Freiberuflichkeit eingeschränkt zu werden.

    Ein weiteres Problem zeigt sich inzwischen in immer mehr Kommunen. Dort werden eigene MVZs gegründet, weil die ärztliche Versorgung anders teilweise nicht mehr sichergestellt werden kann. Nur kostet das die Kommunen viel Geld – und ob ein solches MVZ am Ende wirtschaftlich funktioniert, ist keineswegs garantiert.

    Damit landet Laura bei einer ziemlich grundlegenden Frage: Wer bezahlt eigentlich medizinische Daseinsvorsorge?

    Und dann kommt der nächste Aufreger.

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert einen automatischen Krankenversicherungsschutz für Neugeborene. Denn der GKV-Versicherungsnachweis kommt häufig erst Wochen nach der Geburt. Für Praxen entsteht dadurch ein Regressrisiko – zum Beispiel dann, wenn Neugeborene geimpft werden.

    Es gibt aber auch eine positive Nachricht: Die Streichung der Fixkostendegression ist beschlossen.

    Das Prinzip stammt aus der Industrie: Je mehr produziert wird, desto niedriger werden die Stückkosten. Beim Autobau mag das funktionieren. In der Medizin funktioniert es eben nicht so einfach.

    Auch mit der Pharmaindustrie wird weiter verhandelt. Höhere Herstellerrabatte sollten das Gesundheitssystem finanziell entlasten. Nun wird über Ausnahmen für Unternehmen gesprochen, die ihren Sitz in Deutschland haben.

    Dann geht es wieder um Krankenhausrechnungen. Dass diese kontrolliert werden, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Doch die Bürokratie wächst weiter – und gleichzeitig sollen auch die Prüfungen durch den MD ausgeweitet werden.

    Die Konsequenz: Health Care Professionals landen landen noch häufiger am Schreibtisch statt am Patient.

    Auch beim sogenannten „Pflegedeckel“ wird gestritten. Ein Heimplatz kostet im Durchschnitt 3.364 Euro, davon entfallen 1.775 Euro auf die reinen Pflegekosten. Ob und wie es hier Entlastungen geben soll, darüber sind sich CDU und SPD uneinig.

    Gleichzeitig werden Beschäftigte und Kinderlose stärker belastet.

    Immerhin gibt es auch hier eine gute Nachricht: Die geplanten Kürzungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger sind vom Tisch.

    Was Laura bei all diesen Debatten nicht versteht: Die Probleme kommen nicht überraschend.

    Wir wissen seit Jahren, dass wir uns um diese Themen kümmern müssen. Dass das gesamte SGB an vielen Stellen Reformbedarf hat, ist keine neue Erkenntnis.

    Und trotzdem wirkt es immer wieder so, als hätte niemand kommen sehen, was längst vor uns liegt.


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