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Secondhand-Zeit

Leben auf den Trümmern des Sozialismus

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Secondhand-Zeit

Autor: Swetlana Alexijewitsch, Ganna-Maria Braungardt - translator
Czyta: Wolf-Dietrich Sprenger, Marlen Diekhoff, Various Artists, Bettina Stucky
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Der Kalte Krieg ist seit über zwanzig Jahren vorbei, doch das postsowjetische Russland sucht noch immer nach einer neuen Identität. Während man im Westen nach wie vor von der Gorbatschow-Zeit schwärmt, will man sie in Russland am liebsten vergessen. Inzwischen gilt Stalin dort vielen, auch unter den Jüngeren, wieder als großer Staatsmann, wie überhaupt die sozialistische Vergangenheit immer öfter nostalgisch verklärt wird. Für Swetlana Alexijewitsch leben die Russen gleichsam in einer Zeit des »secondhand«, der gebrauchten Ideen und Worte. Wie ein vielstimmiger Chor erzählen die Menschen von der radikalen gesellschaftlichen Umwälzung in den zurückliegenden Jahren.


Es lesen: Cedric von Borries, Markus Boysen, Achim Buch, Marlen Diekhoff, Bernd Grawert, Franziska Hartmann, Hans Löw, Julia Nachtmann, Karin Neuhäuser, Jörg Pohl, Stephan Schad, Hildegard Schmahl, Birte Schnöink, Wolf-Dietrich Sprenger, Bettina Stucky, Angelika Thomas, Oda Thormeyer, Philipp Zemmrich und Sebastian Zimmler.

©2015 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg (P)2015 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg
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Najtrafniejsze
So einfach Swelana Alexijewitschs Interview-Stil ist, so unterschiedliche Lebenswelten und Wahrnehmungen erschließt sie damit dem Leser. Hier zählt die unverstellte individuelle Lebenswirklichkeit und die Erfahrungen der direkt Betroffenen selbst, nicht die Stereotypisierung durch öffentliche Medien und den öffentlichen Geschichtsunterricht, auch nicht die historische Instrumentalisierung durch eigennützige Politiker, die durch Legendenbildung die Sicht der kommenden Generation beeinflussen möchten. Frau Alexijewitsch muss ein sehr vertrauenswürdiger Mensch sein, wenn sie es geschafft hat, durch Zuhören, Strukturieren, eiserne Zurückhaltung und den vollständigen Verzicht auf ihre eigene Meinung solche Einblicke zu schaffen. Anders wäre das auch nicht gelungen, oder als ideologisch einseitig kritisiert worden. Darin liegt die eigentliche Größe dieser wertvollen Einsicht in das Schicksal von Millionen Menschen über Jahrzehnte im Kommen und Gehen einer Diktatur. Darin liegt auch der Sprengstoff – auch heute, fünfundzwanzig Jahre nach dem Ende, zweifellos. Der Nobelpreis für Literatur ist verdient.

Wenn es Alexijewitsch und Solschenyzin nicht gäbe, müsste man an der Fähigkeit und dem Willen der Russen, ihre eigene Geschichte zu verstehen und Konsequenzen daraus zu ziehen, verzweifeln. Ähnlich wie in Deutschland nach dem Krieg, wird zu viel weggeschaut, schöngeredet, ignoriert. Swetlana Alexijewitsch zeigt sehr überzeugend, dass die Saat des Verstehens nicht nur in ihr als Sammlerin von Biografien, sondern in einer breiten, öffentlich unsichtbaren Schicht der russischen Gesellschaft vorhanden ist. Gleichzeit aber auch der Widerspruch und das Klammern an die Legenden der Größe, die von denjenigen Überlebenden getragen werden, die sich auch heute, in Putins politischer Kohorte, wieder für Abenteuer und Experimente instrumentalisieren lassen, die in Nichts anderem als dem Bekannten enden können (und sollen).

Was macht die Diktatur mit den Menschen?

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Ein sehr beeindruckendes, trauriges, düsteres und an der Realität sehr nahes Buch. Sollte man gehört haben!

Sehr zu empfehlen!

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Ein Stern Abzug - leider nicht das vollständige Buch!
Aber: ganz toll vorgelesen, der Inhalt eindrucksvoll und wichtig, vermittelt wichtigen Kontext für die momentane Lage in der Ukraine und in Russland.

Sprecher toll, leider unvollständig

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In Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie ist man mißtrauisch gegenüber Preisen - Wozu dienen Sie - der Ehre des Autors, oder dem Verkauf? Auch einer der wertvollsten und ältesten Preise ist gegen dieses Misstrauen nicht gefeit. Der Literaturnobelpreis für die Weissrussin Swetlana Alexijewitsch, der Sie in eine Reihe mit Thomas Mann, Heinrich Böll oder Toni Morrrison stellt ist aber ohne Zweifel höchst verdient. Kein Buch der letzten 5 Jahre hat mich so berührt wie dieses. Sie beschreibt die Epoche der Kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion aus Sicht einfacher Bürger in Form aufeinanderfolgender Interviews, deren Fragen selten oder gar nicht erwähnt werden, die aber den Antworten großen Raum einräumt. Die Interviewten kommen so ins Erzählen und er entsteht in der Gesamtdarstellung ein Abbild dieser repressiven Zeit. Da liest man keine komponierte einfach zu konsumierende Geschichte mit klarem Handlungsstrang, sondern Lebensgeschichten von völlig unterschiedlichen Menschen, die nicht miteinander in Beziehung stehen. So werden manchmal erst seitenweise Kleinigkeiten eines Lebens geschildert, um dann plötzlich ohne Vorankündigung Brutalitäten der Zeit mit brachialer Wucht zu offenbaren - Brutalitäten, die Menschenleben zerstört und Unrecht zementiert haben. Viele dieser Geschichten sind Musterbeispiele der "Banalität des Bösen", wie Hannah Arendt den Fall Eichmann so prägnant genannt hat, Beispiele wie Sie nur in Dikaturen ohne Gewaltenteilung entstehen können. Es ist keine einfache Unterhaltung, aber ich habe das Buch trotz der schwierigen Stoffs kaum aus der Hand legen können. Die Lebensgeschichten waren zu spannend und man spürte die starken Emotionen der Menschen, sobald Sie auf ihr Leben zurückblickten. Die Botschaft dieses Buches, und das fühlt man auch wenn man es liest, ist die, dass wir Mitteleuropäer in unserem bisherigen Leben doch in einer sehr friedvollen und auch ziemlich gerechten Zeit leben durften. Alle, die mit "starken" Männern oder Frauen (Erdogan, Putin, Trump, Meuthen, Wagenknecht) dieser Zeit liebäugeln könnten hier klar sehen wohin fehlende Kontrolle der Macht führen kann und welche Folgen das für Andere oder Sie selbst haben kann.

Tief berührend

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Ergreifende Schilderungen des Lebens in den ehemaligen Sowjet-Republiken. Vielfach beschädigte Seelen, voller Schmerz und Sehnsucht. Größe und moralisches Elend der Menschen in autoritären Systemen.

Tiefer Einblick

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