Im Grunde gut
Eine neue Geschichte der Menschheit
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Czyta:
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Julian Mehne
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Autor:
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Rutger Bregman
Der Historiker und Journalist Rutger Bregman setzt sich in seinem neuen Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch seinen Thesen nach nicht böse, sondern im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken. In seinem mitreißend geschriebenen, überzeugenden Buch präsentiert Bregman Ideen für die Verbesserung der Welt. Sie sind innovativ und mutig und stimmen vor allem hoffnungsfroh.
©2020 Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg. Übersetzung von Ulrich Faure und Gerd Busse (P)2020 Argon Verlag GmbH, BerlinDer Stil ist unterhaltsam, anekdotenhaft mit viel story telling und persönlichem Ton, manchmal wie im Feuilleton einer guten Zeitung. Die Recherchen sind ausführlich. Der Sprecher passt ausgezeichnet dazu.
Unser Millenial-Kollege Bregman deckt Fehler der (Sozial-)Wissenschaftler aus der Baby-Boomer Generation auf (gut so!), aber seine eigene Argumentation bleibt z.T. flach und sein einseitiges Erkenntnisinteresse scheint manches zu verzerren. Die Prähistorie wird so romantisiert, dass ich mich frage, ob Bregman einen intellektuellen Überbau zur Paleo-Diät schaffen will (habe nichts gegen Mark Sisson, denn ich mag Primal Fitness!). Bregman hinterfragt nicht "moderne Wissenschaftler", die seinem Standpunkt dienen. Er macht den gleichen Fehler wie jene, die er kritisiert: zuviel Wille, seine Meinung zu belegen. Mehr Selbstkritik an der eigenen Methode würde sein Projekt seriöser machen.
Religion ist ein Thema, an dem man Bregmans Problematik gut veranschaulichen kann: Es gab eine negative persönliche Erfahrung (Kap. 146) und er übernimmt kritiklos Meinungen der Sozialanthropologie (Kap. 135/136), wobei er aber gegen Zerrbilder von Religion argumentiert, die mit aktueller seriöser Theologie nichts zu tun haben, höchstens mit Fundamentalismus. Kleine (aber entscheidende!) Details und Unterschiede kennt er nicht (Kap. 104, Sünde vs. Ursünde). Haarsträubend aus dem Kontext gerissen ist seine Interpretation von Mt 10,30. Lustigerweise liegen Bregmans Schlussfolgerungen über die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen (gemeinsame natürliche Güter der Erde für alle Menschen...) sehr nahe an der katholischen Soziallehre! Spätestens am Ende wird klar, dass Bregman eine Predigt für einen neuen Humanismus vorlegt, wobei er sich jedoch mit manchem Kommentar zu aktuellen Problematiken vielleicht selbst ein Verfallsdatum setzt...
Als Alternative empfehle ich Jordan Peterson, der weniger konfrontativ zu sein scheint, oder Viktor Frankl mit seinem positivem Menschenbild. Viel Spaß!
Unterhaltsame, z.T. flache humanistische Predigt
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Überwältigt
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Einzigartig
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mehr als gut
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Eine andere Perspektive
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