Der Hagestolz (Adalbert Stifter)
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Philipp Hochmair spielt auf den unterschiedlichsten Klaviaturen. Und das (fast) im wörtlichen Sinne: Schließlich hat er sich mit seiner Band "Die Elektrohand Gottes" nicht nur mit Jedermann Reloaded einen Namen gemacht, sondern auch Goethe (mit Werther) oder Schiller (Schiller Balladen Rave) musikalisch-theatralisch in Szene gesetzt und so nicht zuletzt ein jüngeres Publikum für eine entstaubte Klassiker-Rezeption begeistert.
Nun entführt Hochmair ins 19. Jahrhundert. Der Schauspieler widmet sich gemeinsam mit Fritz Rainer (Schlagzeug, Electronics) und Hanns Clasen (Sound- und Lichtdesign) Stifters Erzählung Hagestolz. Wo liegt die feine Trennlinie zwischen dem Junggesellen und dem Hagestolz? Bei Adalbert Stifter konzentriert sich dieser Kipppunkt in einem Satz: "Alles zerfällt im Augenblicke, wenn man nicht ein Dasein erschaffen hat, das über dem Sarge noch fortdauert", heißt es in seiner 1845 entstandenen Erzählung Der Hagestolz, die Hochmair in Symbiose mit elektronischen Beats ins Heute holt.
Für Hochmair ist der "Hagestolz" in gewisser Hinsicht zeitlos, geht es doch um Liebe und Beziehung, um Zukunftsperspektiven und Themen wie Freiheit und Sicherheit.
Die Beats, die Hochmairs Rezitation begleiten werden, sind dabei "der Herzschlag Victors", die seinen inneren Zustand illustrieren und dem Publikum die Chance geben sollen, sich auf ihn einzulassen. Denn Stifters Worte sind für Hochmair "ergreifend, melancholisch, feinstofflich".
(Sonja Harter - gekürzt)
©2023 Elektrohand Records (P)2023 Elektrohand RecordsSehr einfühlsame Interpretation
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