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Unter der Haut

Autor: Gunnar Kaiser
Spieldauer: 17 Std. und 26 Min.
4.5 out of 5 stars (21 Bewertungen)

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Inhaltsangabe

New York während des letzten Sommers der 1960er Jahre: Der Literaturstudent Jonathan Rosen macht die Bekanntschaft des bibliophilen Dandys Josef Eisenstein. Durch den geheimnisvollen älteren Mann lernt der unerfahrene Junge nicht nur die Welt der Kunst und des Geistes, sondern auch die Macht der Verführung kennen und erlebt in diesen hellen Tagen sein Coming of Age. Zu einem ersten sexuellen Erlebnis kommt es in Eisensteins Atelier, wo Jonathan mit einer jungen Frau schläft, die beide Männer in einem Diner angesprochen haben.

In den folgenden Wochen machen sie sich in den brütend heißen Straßen New Yorks auf die Suche nach neuen "Opfern". Ihr Muster: Eisenstein, der selber niemals eine Frau berührt, lehrt Jonathan die Kunst der Verführung; sie bringen die Frauen in sein Apartment, wo Jonathan mit ihnen schläft, während Eisenstein sie beobachtet. Mit der Zeit wächst in Jonathan ein Verdacht, dass über seinem Mentor ein dunkles Geheimnis liegt. Doch diese Ahnung wird erst Jahrzehnte später zur Gewissheit, als er in Israel von der ehemaligen FBI-Agentin Sally Goldman aufgesucht wird - denn sie jagt seit langem schon den "Skinner", einen legendären Serienmörder.


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©2018 Piper Verlag GmbH, München (P)2018 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg

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Hörerrezensionen

Bewertung

Gesamt

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  • 5 Sterne
    12
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Sprecher

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Geschichte

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Bücherliebe wird zur verhängnisvollen Obsession...



Das Buch lässt sich bereits auf den ersten Seiten gut an, mit schöner Sprache geschrieben. Tatsächlich kam das Flair des Amerikas im "summer of '69", womit der Roman beginnt, bei mir als Hörer an: atmosphärisch, knisternd, fast schon magisch!
Der Literaturstudent Jonathan Rosen macht sich mit seiner Kamera auf die Suche nach hübschen Mädchen, um endlich seine Sehnsucht nach körperlicher Liebe zu befriedigen. Dabei macht er die Bekanntschaft eines älteren Herren, eines bibliophilen Dandys, der zu einer eigenartigen Leitfigur für ihn wird.
Doch je länger ich Jonathans Geschichte lauschte, desto gelangweilter wurde ich. Zumal zwischendurch furchtbar lange, verschachtelte Sätze vorkommen, wo man am Ende des Satzes den Anfang schon wieder vergessen hat. Das resultiert dann leider so manches Mal eher in "Geschwafel", als dass es mich literarisch abgeholt hätte. Es ist ja glücklicherweise nicht durchgehend so -andere Passagen waren dann auch wieder wunderbar, fast poetisch, geschrieben. Doch als Lektor hätte ich solche wenig interessanten Schachtelsätze entweder ganz gestrichen oder drastisch gekürzt und umgeschrieben. Vielleicht lag's teilweise auch am Sprecher - der zwar gut liest aber irgendwie auch zu jung klingt und auf Dauer monoton wirkt (allerdings passend zu Jonathan, der am Anfang der Geschichte erst 19 ist). Nunja, es zog sich jedenfalls in die Länge...

Dann, auf einmal, ein Schnitt: ein 'neues Buch', eine frühere Zeit, ein anderer, reiferer Sprecher, und eine ganz andere Sprache. Es geht um Josef Eisenstein, den zweiten Hauptprotagonisten. Dessen Buch (denn von nun an wechseln sich die beiden Bücher/Protagonisten ab) ist weitaus fesselnder und auch flüssiger geschrieben, hier wird der Roman fast zum Krimi (den ich so gar nicht erwartet hatte), und wird auch eingeleitet mit "Buch2 - aus dem Leben eines Serienmörders". Da bleibt man gerne wach und dabei, will unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Ich stelle mir die Frage, ob die beiden Buchteile tatsächlich separat voneinander entstanden sind, so wie es die Geschichte auch vorgibt: 'Buch 1' von Jonathan Rosen, unerfahren und unbedarft, hungrig auf Mädchen und Bücher, und 'Buch 2' von Josef Eisenstein, älter und erfahren, geheimnisumwoben und belesen. Es kommt mir so vor, als hätte der Autor Jonathans Geschichte (in Ich-Form verfasst) als noch jüngerer, unerfahrener Schreiber begonnen und den Teil um Eisenstein (in dritter Form) einige Jahre später fortgesetzt, mit mehr Schreib- und Lebenserfahrung, mehr Stilsicherheit. Interessant ist hierbei, dass gegen Ende des Buchs Jonathan selbst sagt: "Seine (Eisensteins) Geschichte ist meisterhaft geschrieben, makellos -meine dagegen dilletantisch und unbeholfen. Sie ufert mir unter den Fingern aus, nimmt Formen an, die ich nicht mehr beherrsche..."
Nun, ich gehe bestimmt nicht so weit, Jonathans Geschichte als dilletantisch zu bezeichnen, doch bleibe ich dabei, dass mir Eisensteins Geschichte und Person (obgleich diejenige, die als so geheimnisvoll und unantastbar beschrieben wird) weit mehr zusagt und näher gebracht wird als die von Jonathan, welche -zumindest auf Dauer- etwas substanzlos, eintönig, und ja, ausufernd erscheint. Aus diesem Grund vergebe ich 4 Sterne (5 für Eisenstein, 3 für Jonathan = macht ø 4 😉).

Natürlich sind die beiden Bücher miteinander verwoben; Jonathan ist quasi Eisensteins Zögling, macht 'mit ihm' seine ersten sexuellen Erfahrungen mit Mädchen und reift zum Mann heran (gleichzeitig erwächst eine seltsam homoerotische Beziehung zu Eisenstein), während wir auf der anderen Seite immer tiefer in Eisensteins spannende Vergangenheit geführt werden und seinen Werdegang als Buchbinder und Gerber, Buchsammler und -händler verfolgen, bis hin zu seiner Obsession, das 'beste/schönste Buchgeschöpf aller Zeiten' zu kreieren.
Im Verlauf durchstreifen wir verschiedene Länder und Kontinente, verschiedene Zeiten und Generationen (das 3. Reich, die Flower-Power/68er Bewegung, die 90er Jahre), erleben das Judentum und Antisemitismus, die Nazis und ihre Greueltaten. Schließlich gelangen wir über ein Kibbutz in Israel, wo Jonathan sich mit seiner jüdischen Identität auseinandersetzt, nach Argentinien, wo sich (neben emigrierten Juden und geflohenen Alt-Nazis) womöglich auch unser verschwundener "Held" Eisenstein versteckt hält?
Hier, am Ende des Buchs, verschmelzen die beiden Teile und werden zu einem Ganzen - und vielleicht ist mit eben diesem Werk Eisensteins Meister- und Lebenswerk gelungen, worauf er fortwährend hingearbeitet hat? Dies allerdings konnte nur mit Jonathans Beitrag geschehen, der 'erzwungenermassen' Eisensteins Buch mit seiner eigenen zugedachten Rolle und Geschichte komplettieren und vollenden musste.
Das ist insgesamt eine schöne Idee und gut gelöst!
Wie gerade beschrieben, wird hier viel "Stoff" verarbeitet, doch der ist wirklich gut verpackt und absolut lesenswert (bis auf die eingangs erwähnten Längen von 'Buch1').

Letztlich geht es im Roman doch vor allem um Eines: die Liebe zu Büchern -sowohl literarisch gesehen als auch "optisch" oder physisch betrachtet, was Herstellungsprozess und Gestaltung eines Buches angeht, bis hin zum Einbinden in (mitunter menschen-😨!)-lederne Buchdeckel! Letzterer ein schaurig gruseliger Aspekt, der den spannenden Kriminalteil ausmacht...😉

Ich bin gespannt, ob und was wir von dem noch unbekannten Autor Gunnar Kaiser weiterhin erwarten dürfen - oder sollte dies sein erstes und einzigstes 'Meisterwerk' bleiben?
Ich hoffe doch nicht!

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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  • Sprecher
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  • Geschichte
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Geht wirklich unter die Haut

Unglaublich. Ich bin einfach begeistert. Es ist unglaublich, welche Gefühlswelt der Autor in mir weckt. Ich kann dieses Buch einfach nur jedem empfehlen.