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Inhaltsangabe

Ein englischer Starjournalist im selbstgewählten Exil einer Tiroler Berghütte, ein für Tim Parks nachgerade typisches Szenario, dem der Autor prompt seinen bisher besten und erfolgreichsten Roman abgewonnen hat. Ausgerechnet unter dem Titel "Stille" führt Parks vor, wie viele Stimmen in ein und denselben Kopf passen. Axel Milberg weiß diese Fülle von Monologen aus Cleavers Berufs- und Familienleben zu bändigen und dem ungebärdigen Helden Harold Cleaver eine überzeugende Stimme zu geben.
(c)+(p) 2007 Verlag Antje Kunstmann

Kritikerstimmen

Der Sprunghaftigkeit von Cleavers Gefühlen und Gedanken entspricht der permanente Wechsel von Zeit und Ebene. Parks windet sie umeinander, ineinander, sehr geschickt, nie verwirrend, im Gegenteil: Er zieht so seine Leser tief, tief in Cleavers Kosmos.
--Sabine Eichhorst, WDR

Hörerrezensionen

Bewertung

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Sprecher

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Geschichte

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  • folgren
  • Aachen, Deutschland
  • 31.08.2007

Hoch hinaus

Was ist die Steigerung von Erfolg? Die Flucht davor. Man wird mich schon vermissen, sie werden merken, was sie an mir haben, ich brauche das alles nicht mehr. So oder ähnlich lauten die Gründe, wegen denen Harold Cleaver, ein berühmter und berüchtigter Fernsehjournalist in die Berge nach Südtirol flieht. Er hinterläßt wie ein Selbstmörder genug Spuren, damit man ihn rechtzeitig findet und vor sich selbst rettet. Er ist angewidert von sich, seinem Beruf, seiner Zeit. Er hat den amerikanischen Präsidenten interviewt und sich scheinbar dadurch ein Denkmal gesetzt. Doch gleichzeitig erscheint ein Buch über ihn, das sein Sohn geschrieben hat und in dem er ihn als Egomanen darstellt. In seinem Dorf könnte Cleaver gut und gerne abgeschieden von der Welt den Rest seiner Tage fristen, doch er legt sich das schwerste Los auf, bezieht eine abgelegene Hütte, begegnet seiner Vergangenheit, seinen Unterlassungen, seinen Niederlagen, die er scheinbar in Siege verwandelt hat. Eine Geschichte, die Parks liegen müßte. Schon in Doppelleben hat er eine faszinierende Persönlichkeit geschaffen, die aus seinem Dunstkreis heraus zu treten scheint und ihn doch nie verläßt. In Stille tauchen zu viele Unglaubwürdigkeiten auf. Man nimmt es Cleaver nicht ab, daß er ausgerechnet dorthin geht, um sich zu finden. Die Zufälligkeiten, die ausgerechnet den Sohn in die Abgeschiedenheit spült, wirken konstruiert. Nach einem Drittel des Buches entwickelt es sich nicht wirklich weiter, es trabt ungewollt auf der Stelle. Trotzdem gelingt es Parks, uns ein Bild über unsere Mediengesellschaft zu verschaffen. So ist man nicht ganz enttäuscht, aber auch nicht ganz glücklich am Ende.

3 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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