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Die Hauptstadt Hörbuch

Die Hauptstadt

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Inhaltsangabe

Wo die Fäden zusammenlaufen

Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur in Brüssel, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der EU-Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an - die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte.

David de Vriend dämmert in einem Altenheim seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Thinktank der Kommission Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen - für ein Schwein, das durch die Straßen läuft.

©2017 Suhrkamp Verlag Berlin (P)2017 Hessischer Rundfunk / der Hörverlag

Hörerrezensionen

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Geschichte
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Sprecher
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    Ich 09.11.2017
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    "Verzettelt sich"

    Vorweg: meine Rezension bezieht sich auf die Hörbuch Version.

    Ich kann nicht verstehen warum dieses Buch einen Preis gewonnen hat. Vor allem weil ich nach seinem Ende immer noch nicht weiß , was es mir eigentlich sagen wollte.

    Es gibt keine wirkliche Geschichte. Die Erzählung wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von verschiedenen Kurzgeschichten. Keine kommt wirklich zu einem Ende und sie werden auch nicht zusammengeführt. Immer wieder treffen sich bewusst oder eben auch nicht Figuren aus den verschiedenen Strängen ohne dass dabei etwas wirkliches geschieht.

    Dazu gesellen sich immer wieder Episoden, die nur ganz marginal etwas zur Geschichte beitragen.
    Die philosophischen Gedankenspiele sind an sich teilweise interessant, bringen aber im Gesamtkontext wenig bis nichts.
    Dagegen sind die Erinnerungen an die Vergangenheit teils sehr anstrengend. Z.B wird minutenlang über die Zugehörigkeit in einem Fußballclub exerziert nur um mit der Pointe zu erklären, warum der Protagonist in einem Meeting anwesend ist obwohl er das eigentlich nicht für sinnvoll hält.

    Dabei wäre gerade die Arbeit der Europäischen Kommission ein Thema gewesen dass es wert wäre ein Buch darüber zu schreiben. All die Verflechtungen, Zwänge und Kompromisse die es eben nicht einfach machen in einem Europa der Nationalstaaten sinnvolles zu schaffen. Aber auch hier wird das Thema nur angeschnitten und viele Punkte einfach abgehandelt ohne sie tiefer zu betrachten , was tatsächlich spannend gewesen wäre.

    Zum Schluss kommt es zu einem uninspirierten Ende was leider ziemlich vorhersehbar war, da dies eine der wenigen Möglichkeiten war, einige Stränge zusammen zu führen. Leider auf eine sehr langweilige und nichts ausdrückende Weise.

    Ps: es ist ja ganz nett dass der Sprecher gerne zeigen möchte dass Altenpfleger lauter mit ihren Klienten sprechen. Das aber mit ungefähr dreifacher Lautstärke in einem Hörbuch zu machen ist schon grenzwertig gerade für Leute, die dieses Hörbuch im Auto hören.

    12 von 14 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Kristina Vilnius, Litauen 22.09.2017
    Kristina Vilnius, Litauen 22.09.2017
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    "Babylonisches Konfetti in Momentaufnahmen"

    Dieser Roman gehört auf jeden Fall zu den Büchern, die man, nachdem einmal gelesen, gerne gleich wieder aufschlägt, um die einzelnen Details im ganzen Gemälde, das die Lektüre zusammenfügen ließ, nochmals zu bewundern.
    Zugegeben: Ausrichten eines Jubiläums von einer Behörde könnte, trotz der Parallele mit dem Musils Lebenswerk, nicht gerade viel Aufregendes bieten. Spannend sind vor allem die sehr verschiedenen Beteiligten und andere direkt oder anderweitig mit ihnen Verbundenen, ihre Charaktere und Flashbacks, daher ist es schön, dass in der „Hauptstadt“ mehrere Protagonisten agieren. Quasi der Bau des Babylons unter literarischer Lupe. Auch wenn es keine neue Erkenntnis ist, dass unsere vermeintlich große Welt allzu oft einem kleinen Dorf ähnelt, vor allem – in Babyl…, pardon, Brüssel, erzeugt die Erwartung, in welchen Situationen und Konstellationen die Figuren sich begegnen oder miteinander verbunden würden, eine besondere innere Spannung. Robert Menase hat eine großartige Gabe, die Figuren, ihre Temperamente, Beweggründe und Widersprüche eigentlich mit sehr sparsamen Strichen, aber keinesfalls lieblos oder gar karikaturistisch herbeizuführen. Ob Ehrgeiz, Schmerz, Frust, Idealismus, Depression, Eitelkeit oder Genugtuung – alles lässt sich mit einigen nicht abgedroschenen, farbigen und plastischen Details schildern. Festgehaltene Konfetti eben. Und: Auch Eurobürokraten sind vor allem Menschen.
    Gerade das Individuelle macht die Figuren prägnant und lässt sie gut auseinanderhalten, trotz mehreren, zunächst ziemlich losen Handlungssträngen. Diese bringen wiederum sehr bildhaft das politisch und gesellschaftlich Relevante, die historischen Reflexionen und ihre dialektischen Spannungen zur Geltung. Da stören auch die paar Plädoyers nicht, denn diese sind leidenschaftlich und einfach von meisterhaften Rhetorik. Dabei lässt sich (von Talentierten!) alles Menschliche ganz konkret schildern: auch wenn es sich dabei um nicht leicht durschaubare und sehr widersprüchliche Mechanismen, die allerdings unser Leben bestimmen, handelt, um den Interessen-, Generationenkampf oder die sich widerlegenden Auslegungen. Beobachtungsgabe allein würde dabei nicht ausreichen, Robert Menasse geht aber so souverän mit Leitmotiven - Pointen, Einsichten, Gleichungen, Zuspitzungen – um, dass man auch die Themen schluckt, die mittlerweile so ziemlich unter der Verdrossenheit leiden.
    Der Roman verlangt schon eine gewisse Fertigkeit des aufmerksamen Lesens bzw. Zuhörens (was ebenfalls ein Vergnügen sein kann). Daher ist eine Hörlektüre sogar vom Vorteil, besonders mit dem kongenialen Vorleser Christian Berkel. Ein echter Meister, der beim Einstudieren so viel Abwechslungsreiches entdecken und dieser „Spielwiese“ so viele Möglichkeiten abgewinnen kann! Der Hörer wird nicht etwa vom ruhigen, gemütlichen Erzählfluss gewogen, sondern immer wieder von knackigen Rubati überrascht – nicht nur vom Tempowechsel, sondern auch von der (sehr nachvollziehbar eingesetzten) wechselnden Dynamik. Allein dadurch, ohne Stimmennachahnung oder -verstellung gelingt es ihm, alle Dialoge und Monologe sehr organisch und überzeugend widerzugeben. Das „babelisch Internationale“ vermag er auch sehr schön und adäquat zur Geltung zu bringen, egal, ob es sich ums Französische, Wienerische oder Polnische handelt. Sehr gerne würde ich auch mehr Sterne für diese Sprecherleistung vergeben.
    Eine durchaus zeitgenössische, ansprechende, dynamische, anregende und weise Hörlektüre!

    63 von 77 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
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    igor 30.11.2017
    igor 30.11.2017
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    Geschichte
    "Man verliert sich in uninteressanten Details "

    Im Buch kommen sehr viele Charaktere vor. Der Schriftsteller versucht jeden einzelnen zu beschreiben, meist über seine Emotionen und Gedanken (nicht über Handlungen) und springt vom Charakter zur Charakter. So kommt es zu äußerst zäher Geschichte. Es passiert einfach nichts über mehrere Seiten bzw. Kapiteln. Nach Stunden hat man immer noch das Gefühl, die Story hat noch nicht Angefangen. Man muss sich regelrecht zwingen zum Weiterhören. (Die Charaktere an sich sind leider auch nicht interessant, es ist aber Geschmackssache)

    Der Sprecher trägt dem ganzen auch etwas bei. Man kann die Geschwindigkeit locker auf 1.5-fache erhöhen.

    3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Bernd 26.10.2017
    Bernd 26.10.2017 Bei Audible seit 2014
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    "Oh Gott"

    ich verstehe dieses Buch nicht.
    Ich bin jetzt bei der achten Stunde und habe beschlossen, mich nicht weiter zu plagen und dieses Buch einfach zu beenden.
    Ich hatte das Buch gekauft, nachdem ich von der Preisverleihung gehört hatte und dachte, es sei durchaus durchaus so etwas wie eine Satire, wofür wird denn sonst so ein Buch ausgezeichnet?
    Nun es hat viele Fäden und nach meiner gehörten achten Stunde glaube ich langsam einen roten Faden und eine Richtung zu erkennen. Geschmunzelt (ja bei einer Satire kann man auch mal schmunzeln) habe ich wohl einmal.
    Ach ja Satire. Ne das war nicht oder ich habe sie nicht erkannt. Beschrieben wurde der Alltag von Beamten in Brüssel mit all den spannenden Elementen, die so ein Beamtendasein eben mit sich bringen. So mancher Rezension, von wegen langweilig, ich würde ihr nicht widersprechen wollen.
    Christian Berkel kenne ich von den Kluftis. Die machen da zu dritt einen prima Job. Hier empfand ich ihn nicht ganz überzeugend. Störend empfand ich so manchen Schnitt, bei dem die Pausen zu kurz geraten waren. Es fehlte dadurch das Zeichen für Umbruch/andere Beteiligte.

    14 von 19 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Claudia Muthmann 01.01.2018
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    Geschichte
    "Hilfe"

    Selten habe ich mich derart beim Hören einer Geschichte gelangweilt. Aus meiner Sicht ist dieses Buch die reinste Zeitverschwendung.

    1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Sebastian Kitzerow 14.12.2017
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    "Am Ende nur Fragezeichen"

    Das Buch fängt wie eine gewöhnliche Episodengeschichte an, die Charaktere werden sehr lebhaft vorgestellt. Man wartet gespannt auf eine Entwicklung und darauf dass die Geschichten irgendwann zusammenführen. Doch nach 2/3 der Geschichte ahnt man schon, dass das nicht passiert. Keine der einzelnen Geschichten findet ein Ende, im Gegenteil. Es scheint als hätte der Autor mitten in der Handlung aufgehört. Ein Mord mit anscheinender Verschwörungstheorie bleibt völlig unaufgeklärt. Am Ende blieb bei mir nur die Frage: Was sollte mir dieses Buch sagen... Und: Was sollte dieser zusammenhanglose Einschub mit dem Schwein?!

    1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Querleserin Wadern 02.12.2017
    Querleserin Wadern 02.12.2017
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    "Ein Schwein läuft durch Brüssel"

    Auf der Frankfurter Buchmesse hatte ich das Vergnügen ein Interview mit Robert Menasse mitzuerleben, in dem er sich als überzeugter Europäer präsentiert hat. Da er für seinen Roman den Deutschen Buchpreis erhalten hat, war meine Neugier geweckt.


    Worum geht es?

    Ein Schwein läuft durch Brüssel. Zuerst sieht es der Belgier David de Vriend, Holocaust-Überlebender, der nach 60 Jahren seine Wohnung verlässt, um in ein Altenheim zu ziehen.
    Karl-Uwe Frigge, Deutscher und EU-Beamter, der in der Generaldirektion Trade der Europäischen Kommission arbeitet, erblickt das Schwein von seinem Taxi aus.
    Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommision, wartet auf jenen Frigge, in den sie sich verliebt hat. Er soll ihr helfen aus dem ungeliebten Kulturbereich herauszukommen. Aus einem Restaurant heraus beobachtet sie das rosa Hausschwein, das Richtung Hotel Atlas läuft, aus dem gerade der Mörder Richard Ossietzky tritt.
    Ein Mordfall, dem sich der Kommissar Brunfaut annehmen wird und der dann einfach zu den AKten gelegt wird und auch nicht gelöst werden wird - wie so viele Probleme der europäischen Union.

    Martin Susmann, österreichischer Bauernsohn und Referent bei Fenia, dessen Bruder Florian einen großen Schweinemastbetrieb unterhält und der den Einfluss Martin in Brüssel gelten machen will, sieht das Schwein von seiner Wohnung aus, wie es gerade jemanden zu Boden wirft.

    Professor Alois Erhart, Erimitus der Volkswirtschaft und eingeladen zu einem Think-Tank der Kommission, Europa, hilft jenem Mann, der vom Schwein zu Boden gestoßen wurde, einem Immigranten, dem durch den Kopf geht: „Sein Vater hatte ihn vor Europa gewarnt.“

    In diesem furiosen Prolog erscheinen die wichtigsten Hauptfiguren - verbunden durch ein rosa Hausschwein, das Brüssel noch einige Zeit beschäftigen wird.

    Im Mittelpunkt stehen diese Figuren und das Jubilee-Projekt der Europäischen Kommission, das dazu dienen soll, das Ansehen der europäischen Union aufzupolieren. Fenia reißt das Projekt an sich und beauftragt Martin Susmann eine Idee auszuarbeiten. Dieser hat den genialen Einfall, Auschwitz in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten zu stellen. Als Ort, an dem nationale Identität aufgehoben wurde und als Symbol, dass Nationalität überwunden werden muss, damit sich ein solch unfassbares Verbrechen nie wiederholen kann. Ob sich eine solche Idee durchsetzen kann?

    Neben dem Jubilee-Projekt spielt auch ein Handelsabkommen mit China eine Rolle - es geht um Schweine. Am Beispiel der (Um-)wege, die Florian Susmann als Vertreter der europäischen Schweinezüchter gehen muss und der Argumente, die diesbezüglich ausgetauscht werden, wird deutlich, wie stark die nationalen Interessen innerhalb der EU immer noch im Vordergrund stehen.

    Der Roman endet mit dem Holocoust-Überlebenden David de Vriend, der von einer Bombe in der Brüsseler U-Bahn ums Leben kommt. Mit ihm stirbt die Erinnerung und konsequenterweise endet auch die Jubilee-Idee, Auschwitz zum Zentrum der Feierlichkeiten zu machen, in den Mühlen der Bürokratie und scheitert an nationalen Befindlichkeiten.
    Und das Schwein? Am Ende ist es verschwunden, wie die europäische Idee?


    Bewertung
    Menasse verführt dadurch, dass er mit satirischen Mitteln die EU-Kommission und ihre Arbeitsweise bloß stellt, zum Lachen. Andererseits appelliert er mit der Idee Auschwitz zum Mittelpunkt der Feierlichkeiten zu machen für die Überwindung des Nationalstaates, für ein vereintes Europa, in dem die nationalen Interessen hinter europäische zurücktreten, damit Auschwitz nie wieder Realität wird. Damit schärft er den Blick für die Grundidee hinter der EU und erinnert an das, was uns vereinen sollte.

    Ein sehr interessanter Roman, der überaus unterhaltsam erzählt wird - und eine echter Hörgenuss dank des guten Vorlesers Christian Berkel. Neben der politischen Thematik wird auch die Lebensgeschichte der einzelnen Hauptfiguren ausgebreitet, die jeweils in sich stimmig ist und immer wieder um die Themen nationale Identität und Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus kreisen. Daneben enthält der Roman aber auch sehr berührende Szenen.

    Prof. Erhardt beschreibt, wie er nach 40jähriger Ehe, mit seiner Frau Trudi guten Sex erlebt:

    "Er schob ihr Nachthemd hoch, spürte dabei eine kurzen stechenden Schmerz in seinen Lendenwirbeln wie ein Stromschlag. Er stöhnte, sie zog das Hemd aus. Sie lächelte, erstaunt, fragend. Er betrachtete ihren Körper, studierte ihn. Las jede Falte, jedes blaue oder rote Äderchen und jedes Fettpölsterchen wie eine Landkarte auf der ein langer gemeinsamer Weg eingezeichnet war. Ein Lebensweg mit Höhen und Tiefen und er drückte sich erregt an sie, weinte, drückte, das Licht, der Röntgenblick und plötzlich in größter Erregung spürte er es. Ein Verschmelzen, in dem ihre Seelen sich berührten. Und sie lachte, Trudi. Ihre Seelen berührten sich.“ (Kapitel 83)

    Ein Roman, den es sich zu lesen oder zu hören lohnt, und nicht nur, weil er den Deutschen Buchpreis gewonnen hat.

    1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Dirk 02.11.2017
    Dirk 02.11.2017
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    "unterhaltsames Menscheln in Europa"

    Sehr guter und unterhaltsamer Einblick in die menschelnde Seite des politischen Europas. Amüsant und authentisch in packender Art vorgetragen.

    3 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Bertram Kiessling 29.10.2017
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    "wundervoll"

    christian berkel ist genauso wundervoll wie bei „unterwerfung“ ... ich hoffe auf weitere beiträge mit dieser stimme ... die geschichte ist außerdem hervorragend mit einigen tollen ideen und viel großartige satire

    3 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Matthias Wagner Berlin 02.11.2017
    Matthias Wagner Berlin 02.11.2017
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    "Hervorragend "

    Das einzig Negative an diesem Buch sind einzelne ins Leere laufende Erzählstränge. Sicher so auch vom Autor beabsichtigt, bleibt für den Hörer an mancher Stelle ein Fragezeichen stehen.
    Dies kann den Gesamteindruck aber nicht schmälern.
    Hervorzuheben bleibt auch die hervorragende Art des Vorlesens von Christian Berkel

    4 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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