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Die Hauptstadt Hörbuch

Die Hauptstadt

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Inhaltsangabe

Wo die Fäden zusammenlaufen

Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur in Brüssel, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der EU-Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an - die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte.

David de Vriend dämmert in einem Altenheim seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Thinktank der Kommission Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen - für ein Schwein, das durch die Straßen läuft.

©2017 Suhrkamp Verlag Berlin (P)2017 Hessischer Rundfunk / der Hörverlag

Hörerrezensionen

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Geschichte
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    Kristina Vilnius, Litauen 22.09.2017
    Kristina Vilnius, Litauen 22.09.2017
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    "Babylonisches Konfetti in Momentaufnahmen"

    Dieser Roman gehört auf jeden Fall zu den Büchern, die man, nachdem einmal gelesen, gerne gleich wieder aufschlägt, um die einzelnen Details im ganzen Gemälde, das die Lektüre zusammenfügen ließ, nochmals zu bewundern.
    Zugegeben: Ausrichten eines Jubiläums von einer Behörde könnte, trotz der Parallele mit dem Musils Lebenswerk, nicht gerade viel Aufregendes bieten. Spannend sind vor allem die sehr verschiedenen Beteiligten und andere direkt oder anderweitig mit ihnen Verbundenen, ihre Charaktere und Flashbacks, daher ist es schön, dass in der „Hauptstadt“ mehrere Protagonisten agieren. Quasi der Bau des Babylons unter literarischer Lupe. Auch wenn es keine neue Erkenntnis ist, dass unsere vermeintlich große Welt allzu oft einem kleinen Dorf ähnelt, vor allem – in Babyl…, pardon, Brüssel, erzeugt die Erwartung, in welchen Situationen und Konstellationen die Figuren sich begegnen oder miteinander verbunden würden, eine besondere innere Spannung. Robert Menase hat eine großartige Gabe, die Figuren, ihre Temperamente, Beweggründe und Widersprüche eigentlich mit sehr sparsamen Strichen, aber keinesfalls lieblos oder gar karikaturistisch herbeizuführen. Ob Ehrgeiz, Schmerz, Frust, Idealismus, Depression, Eitelkeit oder Genugtuung – alles lässt sich mit einigen nicht abgedroschenen, farbigen und plastischen Details schildern. Festgehaltene Konfetti eben. Und: Auch Eurobürokraten sind vor allem Menschen.
    Gerade das Individuelle macht die Figuren prägnant und lässt sie gut auseinanderhalten, trotz mehreren, zunächst ziemlich losen Handlungssträngen. Diese bringen wiederum sehr bildhaft das politisch und gesellschaftlich Relevante, die historischen Reflexionen und ihre dialektischen Spannungen zur Geltung. Da stören auch die paar Plädoyers nicht, denn diese sind leidenschaftlich und einfach von meisterhaften Rhetorik. Dabei lässt sich (von Talentierten!) alles Menschliche ganz konkret schildern: auch wenn es sich dabei um nicht leicht durschaubare und sehr widersprüchliche Mechanismen, die allerdings unser Leben bestimmen, handelt, um den Interessen-, Generationenkampf oder die sich widerlegenden Auslegungen. Beobachtungsgabe allein würde dabei nicht ausreichen, Robert Menasse geht aber so souverän mit Leitmotiven - Pointen, Einsichten, Gleichungen, Zuspitzungen – um, dass man auch die Themen schluckt, die mittlerweile so ziemlich unter der Verdrossenheit leiden.
    Der Roman verlangt schon eine gewisse Fertigkeit des aufmerksamen Lesens bzw. Zuhörens (was ebenfalls ein Vergnügen sein kann). Daher ist eine Hörlektüre sogar vom Vorteil, besonders mit dem kongenialen Vorleser Christian Berkel. Ein echter Meister, der beim Einstudieren so viel Abwechslungsreiches entdecken und dieser „Spielwiese“ so viele Möglichkeiten abgewinnen kann! Der Hörer wird nicht etwa vom ruhigen, gemütlichen Erzählfluss gewogen, sondern immer wieder von knackigen Rubati überrascht – nicht nur vom Tempowechsel, sondern auch von der (sehr nachvollziehbar eingesetzten) wechselnden Dynamik. Allein dadurch, ohne Stimmennachahnung oder -verstellung gelingt es ihm, alle Dialoge und Monologe sehr organisch und überzeugend widerzugeben. Das „babelisch Internationale“ vermag er auch sehr schön und adäquat zur Geltung zu bringen, egal, ob es sich ums Französische, Wienerische oder Polnische handelt. Sehr gerne würde ich auch mehr Sterne für diese Sprecherleistung vergeben.
    Eine durchaus zeitgenössische, ansprechende, dynamische, anregende und weise Hörlektüre!

    58 von 70 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Ich 09.11.2017
    Ich 09.11.2017
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    "Verzettelt sich"

    Vorweg: meine Rezension bezieht sich auf die Hörbuch Version.

    Ich kann nicht verstehen warum dieses Buch einen Preis gewonnen hat. Vor allem weil ich nach seinem Ende immer noch nicht weiß , was es mir eigentlich sagen wollte.

    Es gibt keine wirkliche Geschichte. Die Erzählung wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von verschiedenen Kurzgeschichten. Keine kommt wirklich zu einem Ende und sie werden auch nicht zusammengeführt. Immer wieder treffen sich bewusst oder eben auch nicht Figuren aus den verschiedenen Strängen ohne dass dabei etwas wirkliches geschieht.

    Dazu gesellen sich immer wieder Episoden, die nur ganz marginal etwas zur Geschichte beitragen.
    Die philosophischen Gedankenspiele sind an sich teilweise interessant, bringen aber im Gesamtkontext wenig bis nichts.
    Dagegen sind die Erinnerungen an die Vergangenheit teils sehr anstrengend. Z.B wird minutenlang über die Zugehörigkeit in einem Fußballclub exerziert nur um mit der Pointe zu erklären, warum der Protagonist in einem Meeting anwesend ist obwohl er das eigentlich nicht für sinnvoll hält.

    Dabei wäre gerade die Arbeit der Europäischen Kommission ein Thema gewesen dass es wert wäre ein Buch darüber zu schreiben. All die Verflechtungen, Zwänge und Kompromisse die es eben nicht einfach machen in einem Europa der Nationalstaaten sinnvolles zu schaffen. Aber auch hier wird das Thema nur angeschnitten und viele Punkte einfach abgehandelt ohne sie tiefer zu betrachten , was tatsächlich spannend gewesen wäre.

    Zum Schluss kommt es zu einem uninspirierten Ende was leider ziemlich vorhersehbar war, da dies eine der wenigen Möglichkeiten war, einige Stränge zusammen zu führen. Leider auf eine sehr langweilige und nichts ausdrückende Weise.

    Ps: es ist ja ganz nett dass der Sprecher gerne zeigen möchte dass Altenpfleger lauter mit ihren Klienten sprechen. Das aber mit ungefähr dreifacher Lautstärke in einem Hörbuch zu machen ist schon grenzwertig gerade für Leute, die dieses Hörbuch im Auto hören.

    2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Bernd 26.10.2017
    Bernd 26.10.2017 Bei Audible seit 2014
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    "Oh Gott"

    ich verstehe dieses Buch nicht.
    Ich bin jetzt bei der achten Stunde und habe beschlossen, mich nicht weiter zu plagen und dieses Buch einfach zu beenden.
    Ich hatte das Buch gekauft, nachdem ich von der Preisverleihung gehört hatte und dachte, es sei durchaus durchaus so etwas wie eine Satire, wofür wird denn sonst so ein Buch ausgezeichnet?
    Nun es hat viele Fäden und nach meiner gehörten achten Stunde glaube ich langsam einen roten Faden und eine Richtung zu erkennen. Geschmunzelt (ja bei einer Satire kann man auch mal schmunzeln) habe ich wohl einmal.
    Ach ja Satire. Ne das war nicht oder ich habe sie nicht erkannt. Beschrieben wurde der Alltag von Beamten in Brüssel mit all den spannenden Elementen, die so ein Beamtendasein eben mit sich bringen. So mancher Rezension, von wegen langweilig, ich würde ihr nicht widersprechen wollen.
    Christian Berkel kenne ich von den Kluftis. Die machen da zu dritt einen prima Job. Hier empfand ich ihn nicht ganz überzeugend. Störend empfand ich so manchen Schnitt, bei dem die Pausen zu kurz geraten waren. Es fehlte dadurch das Zeichen für Umbruch/andere Beteiligte.

    8 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
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    Oliver Zwingenberg, Deutschland 24.10.2017
    Oliver Zwingenberg, Deutschland 24.10.2017
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    "langweilig und nur an wenigen Stellen originell "

    Sehr weitschweifiger und langweiliger Text mit sehr wenigen interessanten und originellen Gedanken. Absolut keine Empfehlung.

    8 von 13 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    sabine otto 15.11.2017
    sabine otto 15.11.2017
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    "manchmal fehlt der Bogen"

    toller Einblick zeitweise deprimierend und es bleib die Frage: Hoffnung oder Resignation...
    möchte daher noch ein Buch mit der Antwort :)

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  •  
    Wolfgang Bielefeld, Deutschland 12.11.2017
    Wolfgang Bielefeld, Deutschland 12.11.2017
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    "Der EU-Roman - ironisch und kenntnisreich"

    De Geschichte aus der EU-Kommission hat mir anfangs sehr gut gefallen, vor allem die ironischen Spitzen. Besser als Christian Bertel kann man es es kaum lesen, zumal mit den vielen fremdsprachlcihen Einsprengseln aus Englisch, Französisch, Niederländisch und sogar Polnisch. Vom Ende war ich aber enttäuscht. Man hat den Eindruck, der Autor hat nicht wirklich eine gute Idee gehabt, wie er die Handlungsstränge sinnvoll zu Ende bringt.

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  •  
    Ihr Name 03.11.2017
    03.11.2017
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    "Liebevoll witziger „roadmovie“ aus dem Raumschiff Europa"

    Ein Schwein läuft durch Brüssel, ein Mord geschieht, die Bürokratie in Brüssel geht ihren Gang durchs Absurde ... gerade so nah am Unmöglichen vorbei, dass es auch möglich sein könnte.
    Wer eine Auflösung sucht, wird sie nicht finden - das Schwein verschwindet so rätselhaft wie es erscheint, der Mord (ist er überhaupt geschehen?) spielt keine Rolle mehr ... ausgerechnet der Holocaust zieht sich als roter Faden durch das Buch ... wird zum Aufhänger für eine groß angelegte Jubiläumsfeier der Kommission und je größer geplant wird, desto klarer wird, dass das so nicht stattfinden wird.
    Das könnte geschmacklos und deplatziert sein, denn es ist nicht nur tiefsinnig erzählt, sondern auch launig und mit Witz, aber Menasse gelingt es, auch mit seinem Witz nicht despektierlich zu sein. So absurd es auch in der Kommission zugehen mag - es wird nicht albern oder geringschätzig.
    Eine Geschichte wie ein sanft plätschernder Bach mit Zuflüssen aus anderen Geschichten, erzählt mit der wunderbar warmen Stimme von Christian Berkel, der Bilder erscheinen lässt - wunderschöne Szenenwechsel in neuer Intonation, Dialoge in denen Personen wirklich erscheinen. Ein Theaterstück mit wechselnden Bühnenbildern.
    Ich werde es direkt noch einmal hören und kann es uneingeschränkt empfehlen.

    2 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Matthias Wagner Berlin 02.11.2017
    Matthias Wagner Berlin 02.11.2017
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    "Hervorragend "

    Das einzig Negative an diesem Buch sind einzelne ins Leere laufende Erzählstränge. Sicher so auch vom Autor beabsichtigt, bleibt für den Hörer an mancher Stelle ein Fragezeichen stehen.
    Dies kann den Gesamteindruck aber nicht schmälern.
    Hervorzuheben bleibt auch die hervorragende Art des Vorlesens von Christian Berkel

    2 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Dirk 02.11.2017
    Dirk 02.11.2017
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    "unterhaltsames Menscheln in Europa"

    Sehr guter und unterhaltsamer Einblick in die menschelnde Seite des politischen Europas. Amüsant und authentisch in packender Art vorgetragen.

    2 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Bertram Kiessling 29.10.2017
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    "wundervoll"

    christian berkel ist genauso wundervoll wie bei „unterwerfung“ ... ich hoffe auf weitere beiträge mit dieser stimme ... die geschichte ist außerdem hervorragend mit einigen tollen ideen und viel großartige satire

    2 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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