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Der Lärm der Zeit Hörbuch

Der Lärm der Zeit

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Inhaltsangabe

Von der Liebe zur Musik und den Zwängen der Macht.

Der sowjetische Starkomponist Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch gehört zu den renommiertesten Komponisten seines Landes, als Stalin eines Abends der Aufführung einer seiner Opern beiwohnt und schon in der Pause den Saal verlässt. Schostakowitsch wartet ab diesem Abend Nacht für Nacht angezogen, auf seinen gepackten Koffern sitzend neben dem Aufzug seiner Wohnung, dass er verhaftet wird.
Doch niemand kommt. Stattdessen feiert er Erfolge mit seiner Fünften Symphonie und wird wieder Liebling der Massen. Aber nun muss er sich ungewollter Privilegien erwehren, die mit der Vereinnahmung durch die Partei einhergehen. Es geht nun nicht mehr um Leben und Tod, sondern um künstlerische und moralische Integrität. Und diese ist nicht weniger substanziell für den Komponisten.

©2016 Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel "The Noise Of Time" im Verlag Jonathan Cape, London / Julian Barnes. Übersetzung von Gertraude Krueger (P)2017 Argon Verlag GmbH, Berlin / Norddeutscher Rundfunk, lizensiert durch Studio Hamburg Distribution & Marketing GmbH

Hörerrezensionen

Bewertung

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Sprecher
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    Kristina Vilnius, Litauen 25.02.2017
    Kristina Vilnius, Litauen 25.02.2017
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    "Grenzen der Ironie in drei Sätzen"

    Es ist schon faszinierend, wie ergreifend der einigermaßen bekannte Stoff rüberkommen kann: von Schostakowitsch und seinem Schicksal wusste ich bereits eine Menge, von dem begnadeten Erzähler Julian Barnes erwartete ich vor allem die menschliche Dimension. Die Erfüllung war sogar größer, als erwartet.
    Der sehr suggestiv erzählte innere Monolog des Komponisten hat drei chronologische Stützpunkte, mit sehr plastischen Ausschweifungen in die Vergangenheit. Es geht weniger um die Musik und das Schöpferische, sondern vor allem um das, was das Einschüchtern und die Feigheit mit sich bringen. Julian Barnes war schon immer ein Experte fürs Menschliche: feinfühlig, bildstark und, vor allem, sehr universell.
    Im dritten Satz weichen die Bilder ziemlich dem Sinnieren aus, aber wir haben mit einem weisem Autor und mit einem außerordentlichen Protagonisten zu tun, also erklingen die nachdenklichen Zeilen sehr organisch, zumal auch die Untertöne einer Zusammenfassung des Lebens zu vernehmen sind. Es geht um die Grenzen der Ironie und des Menschlichen überhaupt, um das Befinden in der Falle, wo nur das Schlimmste („trinken wir darauf, dass es nicht besser wird“) zu erwarten ist…
    Dennoch: die Erzählung ist beinahe leichtfüßig, trotz des hämmernden Wahnsinns im Hintergrund, meisterhaft mit Zuspitzungen und witzigen Gleichnissen gespickt.
    Ich denke, Musikkenner werde auch gewisse Ähnlichkeit des Romans mit der Schostakowitsch‘s Musik entdecken könne, wo das Dramatische und das Höhnische, das Tragische und das Heitere, das Eitle und das Innige durchwachsen sind. Die beretis vorgeführten Motive oder Anspielungen an sie werden immer wieder sehr gekonnt eingesetzt.
    Eine großartige Hörlektüre! Eine großartige Leistung von Frank Arnold!

    19 von 20 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Udolix Berlin, Deutschland 27.04.2017
    Udolix Berlin, Deutschland 27.04.2017
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    "Von der russischen Seele"

    Nachdem ich das Buch gehört habe, habe ich es gleich nochmal gehört. Das tue ich sehr selten, es spricht für die Qualität dieses Buches. Ein Paradebeispiel für einen Blick hinter den „Eisernen Vorhang“.
    Als DDR-Kind hat sich mir vieles ganz anders erschlossen, man war ja praktisch Teil eines gleichgepolten Systems und bekam meist ganz andere Geschichten zu hören. Und das schafft natürlich innere Bilder, die durch solche Bücher zerstört werden können. Gut so!!!
    Julian Barnes gelingt es vortrefflich den menschlichen Faktor dieser diktatorischen Ungeheuerlichkeiten einzufangen und zu transportieren, den Spagat zwischen Wasser und Öl, will sagen, der Unvereinbarkeit von Diktat und Kunst. Dem Ringen mit Angst, Moral und künstlerischer Verwirklichung.Was übrig bleibt ist am Ende die Musik, zeitlos, verbogen, mit versteckter Ironie, grandios. Ein Spiegel des Schaffens und Leidens von Schostakowitsch. Die Wahrheit erscheint, wenn man schweigen muss, zwischen den Zeilen. Das kenne ich noch gut. Zwischendurch mal was vom Komponisten zu hören macht alles noch lebendiger.
    Ein stilles Buch der inszenierten Selbstbetrachtung eines Musikergenies aus einer so anderen Welt.
    Und Frank Arnold? Der hat sich eh schon in den Hörbuch-Olymp gelesen, vor allem meistert er immer wieder anspruchsvolle Literatur. Unbedingt noch mehr davon!!! Danke für dieses Buch…

    11 von 12 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Ute Heppenheim, Deutschland 29.03.2017
    Ute Heppenheim, Deutschland 29.03.2017
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    "Keine leichte Kost - aber absolut empfehlenswert!"

    Es ist einfach immer und immer wieder furchtbar zu lesen/zu hören, was unter der Diktatur Stalins geschah. Das Hörbuch „Der Lärm der Zeit“ beschreibt sehr anschaulich in Romanform das Leben des sowjetischen Starkomponisten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und wie er unter der Macht litt. Weit entfernt von selbstbestimmt, noch weiter entfernt von kreativ oder künstlerisch. Alles wurde ihm vorgeschrieben, alles wurde reguliert, was nicht passt, wurde verboten, wer aufmuckte wurde kurzerhand hingerichtet. Klare Regeln die nur noch Angst und Schrecken verbreiteten. Denn etliche Millionen verloren unter Stalins Macht ihr Leben.

    Schostakowitsch ist natürlich verzweifelt. Er lebt in ständiger Angst, doch noch abgeholt und hingerichtet zu werden, da Stalin sein Werk „Lady Macbeth von Mzensk“ nicht zugesagt hatte. Um seiner Familie die Schmach der Verhaftung zu ersparen, sitzt er fortan Nacht für Nacht mit gepacktem Koffer im Flur und wartet auf sein Schicksal. Doch es kommt nicht. Es hat einen fast noch perfideren Plan für ihn, als den Tod. Denn immer und immer wieder muss er sich entscheiden: Steht er zu seiner Überzeugung, seinem Tun, seiner künstlerischen Schöpfung und wird somit hingerichtet oder beugt er sich dem unsäglichen Willen der Regierung, tut alles, was sie von ihm verlangt und verliert dadurch sein Gesicht.

    Sein ganzes Leben ist geprägt von diesem Widerstreit der Gefühle, nicht selten denkt er an Selbstmord. Und das erschreckende ist, dass dieser Roman keineswegs erfunden ist. Größtenteils beruht er auf Tatsachen.

    „Der Lärm der Zeit“ ist kein Hörbuch, dass man nebenbei hören kann. Denn es ist nicht nur äußerst intensiv von der wahren Geschichte her, es ist auch extrem wortgewaltig und ja auch philosophisch. Sehr gut haben mir hier die beschriebenen Gedanken des Protagonisten gefallen. Ich fühlte richtig mit ihm mit und war sehr froh, dass ich nicht in seiner Haut steckte.

    In diesem Hörbuch hat mir Frank Arnold als Sprecher mal wieder sehr gut gefallen. Seine Stimme passte zu der Geschichte und er blieb als Sprecher angenehm im Hintergrund. Das bewirkte, dass das Gesagte nochmals an Intensität zunahm.

    Keine leichte Kost – aber absolut empfehlenswert!

    13 von 15 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    daniela vogt 18.03.2017
    daniela vogt 18.03.2017
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    "erschreckend aktuell"

    ist dieses werk in zeiten bedrohter demokratien.spannend, lehrreich, nachdenklich stimmend. zu empfehlen, nicht nur fuer musikinteressierte.

    6 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Amazon Kundin Berlin 13.05.2017
    Amazon Kundin Berlin 13.05.2017 Bei Audible seit 2013
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    "Armer Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch ..."

    ..., wenn man die Seite der beständigen Bedrohtheit, der alles begleitenden Angst, der Eingeschränktheit, der Lügen, des ewigen Kalküls etc. betrachtet.
    Nun hat er aber auch genau unter diesen Umständen seine wunderbare Musik hervorgebracht.
    Barnes ist diese drastische und einfühlsame Roman-Biografie wunderbar gelungen. Sie hat mich berührt und betroffen gemacht.

    2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Sonja Arendt 03.10.2017
    Sonja Arendt 03.10.2017
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    "Ein wunderbares vielschichtiges Buch"

    Es ist ein einzigartiges Zeitdokument und ein sehr detailreicher Roman auf Grundlage der Vita von Schostakowitsch.

    1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
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    Amazon Customer 26.05.2017
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    "Kunst im totalitären System"
    Welche Figur hat Ihnen am besten gefallen? Warum?

    Nachts angezogen, mit einer kleinen Reisetasche im Flur in Erwartung eines Abholkommado zu schlafen, damit die Familie verschont wird, wie kann man das nur überleben. In dem Buch wird der ganze Wahnsinn von Terror und Denunziation dargestellt. Schostakowitsch versucht mit allen Mitteln sich und seine Familie zu schützen und seine Musik nicht missbrauchen zu lassen. Und verleugnet sich selbst, was ich verstehen kann. Leider wird mit der Zeit ein Künstler ohne Haltung, den moralischen Tiefpunkt sehe ich in den Beitritt in die KPdSU.


    Haben Sie vorher schon ein Hörbuch mit Frank Arnold gehört? Wie würden Sie beide vergleichen?

    Von Frank Arnold habe ich Alice im Wunderland gehört, der mich in die Wunderwelt entführte.


    Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

    Man sollte sich für Geschichte und Politik interessieren.

    0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Helena R. 15.05.2017
    Helena R. 15.05.2017
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    "Interessant"

    Die Geschichte des Komponisten Schostakowitsch habe ich vor Jahren im Musikunterricht angekratzt und hoffte hier weitere Informationen zu finden. Dazu dient das Buch auch- wenn manchmal auch verworren.
    Hörenswert gesprochen.
    Die verworrene Lage und meist auch aussichtslos "wie im Käfig" wird herausgearbeitet, könnte für meinen Geschmack noch drastischer formuliert werden.

    1 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    Stefan Netzer 12.06.2017
    Stefan Netzer 12.06.2017
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    "Ganz ok"

    Mir ist die Geschichte als seltsam belanglos und der Protagonist als Mann ohne Eigenschaften im Gedächtnis geblieben.
    Die Geschichte nimmt keine Fahrt auf, zumal das dramatischste Element ein zensiertes Werk ist. Nett allenfalls die Beschreibung Stalins und des Apparats.
    Kann man hören, muss man nicht.

    1 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
  •  
    funkbag Salzburg 12.10.2017
    funkbag Salzburg 12.10.2017
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    "HISTORICAL SOWJET background"

    A nice story about frustration of musician regulated by the government in former Sowjetunion. A bit flat.

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