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    Inhaltsangabe

    Zu sagen, kein Musiker sei weniger bekannt als Berlioz, mag paradox klingen. Jedermann glaubt, ihn zu kennen. Lärmender Ruhm umgibt seine Person und sein Werk. Das musikalische Europa hat seinen hundertsten Geburtstag gefeiert. Deutschland macht Frankreich den Ruhm streitig, sein Genie geformt und gefördert zu haben. Russland bereitete ihm einen triumphalen Empfang, der ihn über die Gleichgültigkeit und Feindseligkeit von Paris tröstete, und es hat durch den Mund Balakirews gesagt, er sei der "einzige französische Musiker" gewesen.

    Seine bedeutendsten Kompositionen werden immer wieder aufgeführt, und manche unter ihnen haben die seltene Eigenschaft, gleichzeitig zur Elite zu sprechen und zur Masse; einige genießen größte Popularität. Viele Studien wurden ihm gewidmet. Er selbst hat sich in zahlreichen Arbeiten beschrieben und kommentiert. Sogar sein Gesicht ist volkstümlich geworden, und wer es einmal gesehen hat, wird es nicht wieder vergessen. Es ist wie seine Musik, so auffallend, so singulär, und es scheint, dass ein Blick genügen müsse, seinen Sinn zu ergründen: nichts von Hintergedanken, nichts von geheimnisvollen Tiefen, nichts von Wolken in dieser Seele und in diesem Werk. Berlioz zu verstehen, dazu bedarf es keiner Einweihung, wie bei Wagner: von Anfang an ist man sein Freund oder sein Feind, und der erste Eindruck bleibt entscheidend. (Romain Rolland)
    ©gemeinfrei (P)gemeinfrei

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