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Die Judenbuche

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Die Judenbuche

De : Annette von Droste-Hülshoff
Lu par : Detlef Bierstedt
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À propos de ce titre

"Die Szene ist in einem westfälischen Dorf in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Unter den Dorfbewohnern herrscht Hochmut, kleinere und größere Straftaten sind an der Tagesordnung. Friedrich Mergel, die Hauptfigur dieser bekanntesten Novelle der deutschsprachigen Literatur, erschlägt im Streit den Juden Aaron und flieht. 28 Jahre später kehrt er in seine Heimat zurück und erhängt sich am Ort des Verbrechens, an der so genannten Judenbuche, an der steht: "Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."

©gemeinfrei (P)2014 Audible Studios
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Toll, die alte Sprache und die immer wieder neue Geschichte dieser grossen Frau der deutschen Literatur. Lesenswert.
Dank an audible für die kostenfreie zugabe.
LGN

Schöne Sprache.

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in herrlichen Deutschen Sätzen geschrieben, allein von der Sprache gefällt mir die Novelle sehr gut;

Dazu von einer zur Novelle passenden Stimme super vorgelesen:
Detlef Bierstedt (* 10. Juni 1952 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Hörbuchsprecher sowie ehemaliger Synchronsprecher. Seine Stimme ist vor allem durch zahlreiche Synchronisationen der Schauspieler George Clooney, Bill Pullman, John C. Reilly, Stellan Skarsgård, John Carroll Lynch, Michael McGrady und Jonathan Frakes bekannt.


Historische Hintergründe:
Als Kind war Annette von Droste-Hülshoff regelmäßig bei ihren Verwandten mütterlicherseits auf Schloss Bökerhof in der ostwestfälischen Ortschaft Bökendorf, einem unmittelbaren Nachbarort des Dorfes Bellersen, zu Besuch. Dort erfuhr sie von einer wahren Begebenheit, die ihr Onkel August von Haxthausen unter dem Titel Geschichte eines Algierer Sklaven nach Gerichtsakten aufgezeichnet und 1818 veröffentlicht hatte:

Johann Friedrich Winckelhahne (lt. Kirchenbuch Bellersen, St. Meinolf unehelich geboren am 7. August 1746[3]) und nicht zu verwechseln mit Hermann Georg Winckelhan (ehelich geboren am 22. August 1764, der 1796 in Bellersen heiratet) ist die historische Person, die als Hauptfigur „Friedrich Mergel“ im Roman DIE JUDENBUCHE von Annette von Droste-Hülshoff beschrieben wird.

Im Kleinstaat Hochstift Paderborn hatte Johann Friedrich Winckelhahne im Jahr 1782 von dem jüdischen Händler Soistmann Berend (oder auch Soestmann-Behrens) Stoff für ein Hemd erhalten, jedoch nicht bezahlt. In einem deshalb 1783 stattfindenden Prozess unter der Leitung des Lichtenauer Drosten Werner Adolph von Haxthausen (Droste war ein Amt der niederen Gerichtsbarkeit im Hochstift) wurde Winckelhan zur Zahlung verurteilt, woraufhin dieser gegen Soistmann Berend Morddrohungen aussprach. Am selben Abend sah ein Förster sowohl Winckelhan, mit einem Knüppel bewaffnet, als auch kurz darauf Soistmann Berend in den Wald gehen. Zwei Tage später wurde Soistmann Berend von seiner Frau an einer Buche im Wald erschlagen aufgefunden; in die Buche ritzte die jüdische Gemeinschaft des Ortes anschließend ein Zeichen in hebräischer Schrift ein. Um seiner Verhaftung zu entkommen, floh Winckelhan ins Ausland, wo er in Gefangenschaft geriet und versklavt wurde. Erst nach fast 25 Jahren kehrte er in seinen Heimatort zurück. Nachdem von einer weiteren Strafverfolgung aufgrund seines erlittenen Leides während der Versklavung abgesehen worden war, gestand er den Mord. Er lebte fortan als Tagelöhner und Bettler und erhängte sich 1806 an der Buche, an der Soistmann Berend erschlagen aufgefunden worden war. Der Baum wurde zwei Jahre später gefällt. Winckelhan wurde trotz des Selbstmords auf Bitte des Drosten am 18. September 1806 in Bellersen katholisch beigesetzt.

Annette von Droste-Hülshoff setzte diese Begebenheit literarisch um und entwickelte dazu eine Vorgeschichte, mit der es ihr gelang, „das Geschehen als Folge einer Störung der menschlichen Gemeinschaft darzustellen“ (Kindler). Das sich durch eine Folge ungewöhnlicher Ereignisse bald verdichtende und gegen Ende zuspitzende Schicksal Friedrich Mergels enthüllt das Verhängnisvolle der Situation der Gesellschaft.

so ein schönes Deutsch!

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Mitte des 18. Jahrhunderts in Westfalen - eine Zeit, die schon zu Lebzeiten der Autorin gerade noch in der Erinnerung präsent war. Die Geschichte selbst ist eine von Armut und Anspruch, Verbrechen und Flucht, Sehnsucht und Reue. Den Lokalkolorit dieser Zeit versteht von Droste-Hülshoff ziemlich gut zu transportieren, was die Erzählung kurzweilig macht und die Sorgen und Nöte unserer Vorfahren lebensnah erahnen läßt. Nach meinem Geschmack hätte sie sich mehr Platz und Zeit lassen können, gerade der letzte Teil - 28 Jahre später - ist etwas kurz geraten. Hier überwiegt eine allgemeine Moralisierung, wo man sich heute vielleicht eine stärkere Ausprägung der Motive und Charaktere wünschte, die die Tat begründen helfen. Es mag sein, das man im 18./19. Jahrhundert dafür noch keinen Anlaß sah, wenn die christliche Ethik als selbst erklärend angesehen wurde. Spätestens mit Nietzsche änderte sich das jedoch, im 20./21. Jahrhundert leben wir auf ganz anderen ethischen Grundlagen. Deshalb würde ich die Erzählung nicht gerade für den Schulunterricht empfehlen, für den wissenden Leser ist sie aber ein kleines Juwel.

Eine vergangene Epoche wird lebendig

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Die Judenbuche zählt natürlich zu den Klassikern deutscher Literaturgeschichte, wobei ich mir die eigentlich relativ modern erzählte, spannende Geschichte vor allem aufgrund des Misverhältnisses zwischen Inhalt und dem zu jener Zeit gesellschaftlich vorherrschenden Antisemitismus, wieder einmal zu Gemüte führen wollte. Generell erzählt Droste-Hülshoff eine klassische hinterwald-Geschichte, innerhalb derer sich der eine oder andere Todesfall ereignen, die Suche nach Holzdieben ein zentrales Element ist, über dem stets die pseudo-Sittenhaftigkeit der jeweiligen Menschen steht, ihre eigene Widersprüchlichkeit und letztlich der Mord an einem Juden und Ereignisse, die damit in Verbindung stehen und letztlich die Geschichte tragen. IMmer wieder tritt der Antisemitismus der handelnden Figuren in Erscheinung, was besonders spannend ist in einer Geschichte, da das Opfer nämlich ein Jude ist und man trotzdem das Gefühl hat, dass der Umgang innerhalb der Geschichte mit diesem Mord nicht dem eigentlich ERwartbaren enspricht, wenngleich die Stereotypen der jeweiligen Gesellschaftsteile sehr gut herausgestellt werden.
FAZIT: Ein Klassiker, den man aber nicht völlig unreflektiert konsumieren sollte, da er seinen eigentlichen Mehrwert für heute erst in der sozialhistorischen Rückschau erhält

Pflichtlektüre, sozialhistorisch mehrfach spannend

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Warum hat man oder nimmt man sich eigentlich so selten Zeit für die "alten" Geschichten? Daß es sich lohnt, zeigt dieses Hörbuch.

klasse Klassik

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