Billy Summers
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Gesprochen von:
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David Nathan
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Von:
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Stephen King
Der Killer und das Mädchen - der neue große Roman von Stephen King
Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs.
©2021 Stephen King (P)2021 Random House AudioDies ist allerdings nichts ungewöhnliches für Stephen Kings Romane, liegt seine Kunst doch gerade in dem unglaublich plastischen Erzählen von eigentlich banalen Geschichten.
In einer Rezension heißt es, dass wenn ein anderer Autor diese Geschichte geschrieben hätte, diese nie veröffentlicht worden wäre - was auch stimmt.
Denn jemand anderes hätte eine solche Story nicht so zum Leben erwecken können, wie King es meisterhaft beherrscht. Das faszinierende an Kings Büchern ist doch gerade die Art und Weise, wie er diese erzählt und den Charakteren en passant eine Natürlichkeit und Lebhaftigkeit angedeihen lässt, von der andere Autoren mit träumen können.
An anderer Stelle wird bemängelt, dass sich die Geschichte über 19 Stunden zieht. Dem kann ich zustimmen und deswegen gebe ich auch nur vier Sterne. Denn ich hätte die Story gerne auf 29 oder 39 Stunden erweitert gesehen, denn dafür wäre viel Potential vorhanden gewesen. Insofern kann man getrost auch „Der Anschlag“ referenzieren, welches mit knapp 33 Stunden daherkommt.
Ich hätte mir noch weit mehr Details aus dem Leben von Billy Summers gewünscht. Und auch die später auftretende zweite Hauptfigur und die ebenfalls später im Buch wichtig werdende Nebenfigur hätte durchaus ein eingehendere Portrait verdient, obgleich diese ausdrücklich nicht zu kurz kommen, aber da wäre noch viel möglich gewesen.
Nicht selten im Buch habe ich mich gewundert, dass es „jetzt schon“ tatsächlich zur Sache geht, da ich angesichts der Geschichte, welche für sich genommen nicht viel hergibt, beinahe noch weitere Ausschweifungen (im King’schen - also positiven - Sinne des Wortes) erwartet; des öfteren hatte ich den Eindruck, eine gekürzte Fassung zu hören. Dennoch ist die Geschichte rund und ich würde es eher positiv bewerten, dass man sich noch mehr Hintergründe wünscht, auch wenn an manchen Stellen scheinbar lose Enden zurück bleiben, was der Geschichte selbst aber keinen Abbruch tut.
Natürlich bedeutet dies nicht, dass King es nicht auch beherrschen würde, den Figuren und Handlungsorten echtes Leben einzuhauchen UND gleichzeitig auch eine unglaublich kreative Geschichten zu schreiben.
Allerdings kann man nicht erwarten, dass jedes Werk eines Meisters auch immer gleich ein „Meisterwerk“ wäre. Es reicht also bei weitem nicht an sein Opus Magnum „The Stand“ (oder „The Dark Tower“, je nachdem ob man seine Kritiker oder ihn selber fragt) heran, dennoch ist es eine absolut herausragende Geschichte und Kritik daran ist Jammern auf verdammt hohem Niveau.
Nun zu meinen eigenen Eindrücken des Werkes (OHNE SPOILER):
Der Einstieg ist typisch King, direkt in medias res. Trotzdem hat man nach nickt einmal drei Minuten Hördauer schon ein exaktes Bild von Billy im Kopf und zu keinem Zeitpunkt verliert man den Anschluss.
Was mich besonders gefreut hat an der Geschichte, was einem aber erst gegen Ende bewusst wird, ist die Ambivalenz der Emotionen, welche das Buch bei mir ausgelöst hat. Auch wenn die Geschichte - im wahrsten Sinne des Wortes - todernst ist, musste ich doch recht häufig lachen oder zumindest schmunzeln.
Nicht nur, dass meine Erwartungen - welche geweckt wurden, als seine Odyssee Billy nach Colorado führt - an gewisse Anspielungen an ein anderes in diesem Staat zu wesentlichen Teilen spielende Werk Kings, vollumfänglich erfüllt wurde, so sind es viele kleine Koinzidenzen und Turning-Points sowie auch Bemerkungen „wie aus dem echten Leben“, die einen immer wieder zustimmend nicken lassen.
Dann wiederum sind Passagen enthalten, welche den Erinnerungen Billys entspringen, welche so schauerlich und nervenzermürbend sind, dass man durchaus auch von Thriller-Elementen in bester Tom Clancy-Manier sprechen kann, welche King erstaunlich gut von den Fingern geht, wenn man bedenkt, dass er sich zuvor nie in das Genre des Anti-Kriegs-Dramas gewagt hat.
Und dann wiederum sind einige „klassische“ King-Passagen enthalten, die in ihrer rauen Grausam- und Hilflosigkeit doch nicht überzogen sondern erschütternd realistisch erzählt werden. Zugegeben, diese sind nicht herausragend, aber doch so erzählt, dass man sie, trotz ihrer im Kern banalen Anmutung, als etwas akzeptiert, was sich so tatsächlich zugetragen haben könnte.
Und dann gelingt King etwas, dass für mich wirklich extrem selten ist. Er hat mich tatsächlich zu Tränen gerührt. Dies zwar erst auf den letzten Seiten, allerdings wird die Geschichte damit rund, ohne zu sentimental zu werden.
Das erste Mal, als ich bei King weinen musste, war in der Szene von „Rita Hayworth and Shawshank Redemtion“, als Red von dem alten Gefangenen erzählt, welcher nach beinahe einem ganzen Leben im Gefängnis so desillusioniert von seiner neuen Freiheit und der in den letzten Jahrzehnten komplett veränderten Welt ist, dass er sich in dem Männerheim das Leben nimmt.
Das zweite Mal nun in „Billy Summers“. Da ich versprochen habe, nicht zu Spoilern, will ich auch nicht verraten, was genau bei mir dazu geführt hat. Wer die Geschichte hört, wird aber wissen, was ich meine.
Besonders beeindruckend dabei ist, dass King es schafft, ein Thema, welches unzählige Male in Film und Roman verwendet worden ist, so zu erzählen, dass es einem kein bisschen aufgewärmt oder klischeehaft erscheint, sondern wirklich berührt.
Ein Buch also, das „von allem etwas“ bietet und in seiner Gesamtheit auf jeden Fall überzeugen kann, auch wenn es sicherlich nicht sein Opus Magnum ist.
Ich würde zustimmen, dass es womöglich kein ideales Buch ist, wenn man das erste Mal einen King in der Hand hält, da man die Fertigkeiten des Meisters auch vielleicht erst einmal kennenlernen muss, um sie wirklich schätzen zu können. Andererseits kann ich mir nicht wirklich vorstellen, was einen dazu bewegen könnte, das Buch wieder weg zu legen; sofern man nicht gerade ein Fan von Taschenbüchern nach dem Schema „kurz und knackig“ ist.
Stephen King also in Reinform; wenn auch inhaltlich nicht perfekt, so doch zumindest sehr gut und mit Hinblick auf die überraschende Vielfältigkeit von Genres, dass sich ein Hören in jedem Fall lohnt.
Zu dem Sprecher muss man sich nicht weit auslassen, David Nathan ist einfach eine Instanz und macht auch bei diesem Werk wieder exzellente Arbeit.
Er ist wahrlich der absolut geschaffene Interpret für Kings Werke, da er es perfekt versteht, einen mit seiner niemals übertriebenen und trotzdem nicht gelangweilten Art mit auf die Reise in die Tiefe der Geschichten zu nehmen.
Auch wenn das Buch ihm nicht seine vollumfängliche Bandbreite an erzählerischem Können entlocken kann, gerade was Stimmlagen und Intonation anbelangt, so holt er alles raus, was die Vorlage hergibt.
Vollste Empfehlung also, einziges Manko ist eben, dass die Geschichte nicht doppelt so lang ist, was dem Buch zu noch mehr Tiefe verholfen hätte, obgleich es niemals an Plastizität mangelt.
Das zweite Mal, dass ich bei King geweint habe:
Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.
Gut als Thriller, Ok als King
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Großartig!
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Den fast wichtigsten Anteil daran der Sprecher. Eine sehr einprägsame, tolle, sehr gut zu den Texten passende Stimme. Sie hält die Texte auf Spannung und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Die Geschichte hier hätte man sicher kurz erzählen können. Ich weiß nicht, wie viele Seiten das Buch hat. Wenn ich nach den Büchern gehe, die meine Freundin als Druckausgabe hart werden es wohl kaum unter 400 sein.
Durch den Speicher wenn diese zu einem Genuss. Ich wiederhole mich… Und habe den Text in kaum mehr 3,4 Abenden nahezu ohne Pause gehört.
Mehr Komplimente kann ich persönlich für ein Buch nicht vergeben.
Früher fand ich ihn total überschätzt ...
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Großartige Story, wunderbar gelesen von David Nathan. Schade das es schon zu Ende ist.
Absolutes Hörvergnügen.
Einfach großartig
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