PROFIL

Tobias Ploeger

  • 32
  • Rezensionen
  • 566
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 43
  • Bewertungen

Punktabzug für (hier) schwachen Sprecher

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.01.2020

Nein, Sprecher Oliver Siebeck macht es einem dieses Mal wirklich nicht leicht. Die Art, wie er Dialoge vorträgt, ist so angestrengt, laut, affektiert, drängend, unnatürlich im Rhythmus seiner Betonungen, seine Stimmenverstellung immer wieder regelrecht unangenehm, dass man stellenweise wirklich den Spaß an der eigentlich durchaus unterhaltsamen und spannenden Erzählungen verliert. Einige Male musste ich deswegen das Hörbuch pausieren, weil ich es einfach nicht mehr ertragen habe. Liest Siebeck die Handlung vor, ist alles in Ordnung. Spricht er die Rolle des Hexers, tut er dies sonor und einwandfrei. Doch viele andere Figuren klingen komplett unglaubwürdig, ätzend krächzend und wirklich unangenehm fürs Ohr. Der Sprachrythmus ist affektiert, unrealistisch und unverwechselbar (was in diesem Fall kein Kompliment ist). Bei Frauenstimmen kann man von einem Totalausfall sprechen. Insofern: Punkt-Abzug für diesen leider immer wieder nur schwer zu ertragenden Vortrag, der stellenweise einfach nur noch nervt.

Auftakt einer tollen Trilogie

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.02.2019

Es ist wirklich faszinierend, in welchem Tempo und mit welch ausgezeichneter Qualität Bernard Conwell einen historischen Roman nach dem nächsten schreibt. "Der Bogenschütze" ist der Auftakt einer erneut packenden Trilogie um einen neuen Protagonisten, den jungen Thomas of Hookton, der als Bogenschütze in en 100jährgen Krieg zieht.

Gut zu wissen: Ähnlichkeiten zu Cornwells anderen und enorm populären Serien-Helden (Richard Sharpe, Uthred) gibt es nicht. Die Geschichte wirkt enorm packend, wendungsreich und frisch.

So auch der Sprecher, der mir bislang unbekannt war. Frank Stöckle liest diesen Roman großartig unaufgeregt. Es ist eine echte Freude, ihm zuzuhören. Seine Lesung ist - und das sage ich selten - ein Genuss.

Eine vollumfängliche Hörempfehlung also. Hoffentlich folgen die verbleibenden Teile der Trilogie zügig nach. Und hoffentlich kommt der inzwischen 75jährige Bernard Cornwell nicht auf die absurde Idee, in Rente zu gehen.

27 Leute fanden das hilfreich

Trefflicher Talk - Typisch Thadeusz

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 19.02.2019

Nachdem Staffel 1 stellenweise noch unter einem Mangel an wirklich spannenden Gästen gelitten hat (obwohl durchaus einige Perlen dabei waren), werden in Staffel 2 die Studiobesucher zunehmend interessanter.

Mir persönlich macht es große Freude, Jörg Thadeusz zuzuhören. Mag er mal husten oder schmatzen (wie hier in einem Kommentar moniert wird). Dankbar dafür, dass JT weder aalglatt noch belanglos oder beliebig ist, nehme ich das gerne in Kauf und freue mich auf seine amüsante, manchmal arg improvisierte, oft aber kluge und vor allem geistreiche Gesprächsführung. Ich bin gespannt auf mehr.

Nicht so großartig finde ich die sonderbar gestückelten Einleitungen dieses Podcasts, man merkt zu deutlich, dass bei der Vorschau und Gesprächsbeschreibung von Jörg Thadeusz wild geschnippelt wird. Zudem ist die Einleitung mit Gastbeschreibung, Opener und erneuter Gesprächsbeschreibung arg langatmig. Meckern auf hohem Niveau? Vielleicht.

7 Leute fanden das hilfreich

Durchnittskost, mäßig gesprochen

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.11.2018

Mehrfach wurden hier - als Vergleich bei der Qualität dieses Romans - Rebecca Gablé und Bernard Cornwell - zwei Meister ihres Fachs - herangezogen. Dieser Vergleich klemmt so sehr, dass es laut quietscht.

David Gilham schafft es durchaus, in seinem hier rezensierten Roman den Leser/ Hörer zu fesseln. An oben genannte Meister des historischen Romans kommt er jedoch nicht heran, zumindest nicht, was die Hörbuch-Version angeht.

Dies hat mehrere Gründe. Zwar beschreibt er Schlachten packend (und brutal), erreicht aber - weder was den Handlungsstrang, noch was die Tiefe der Geschichte und die Möglichkeiten der Empathie für seine Charaktere angeht - die ausgezeichneten Qualitäten, die eben die Romane von Gablé oder Cornwell zu Bestsellern machen. Irgendwie bleibt die Story, bei aller Spannung, recht oberflächlich.

Bei einem Hörbuch ist zudem der Sprecher entscheidend. Wolfgang Berger ist kein wirklich schlechter. Ich kann nicht einmal genau sagen, was mich stört. Er passt einfach nicht, klingt wie ein fehlerfrei lesender Durchschnitts-Schauspieler/ Werbesprecher. Für einen Roman dieser Länge reicht das irgendwie nicht. So, wie er die Protagonisten liest, springt nicht der notwendige Funke über, den es braucht, um wirkliche Empathie (oder Antipathie) für die Figuren zu entwickeln.

Das macht es schwer, diesen durchaus spannenden Roman vielleicht fairer und positiver zu bewerten. Bei einem Hörbuch ist eben auch der Sprecher mitentscheidend über das Gesamterlebnis, und dies wird hier definitiv getrübt durch den professionellen aber auch etwas seelenlosen Vortrag.

Also: Bitte keine Gablé und keinen Cornwell erwarten. Nur eben mäßig vorgetragene, weitgehend packende, keineswegs tiefgründige "Legenden des Krieges".

Eine bittere Enttäuschung

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.10.2018

Die Fortsetzung des großartigen Vorgängers ist vor allem eines: Anstrengend. Nichts ist geblieben von der leichten Feder des Erstlingswerk. Der gesamte Nachfolger ist in jeder Hinsicht schwer. Schwer zu ertragen, schwer zu verstehen, schwer durchzuhalten. So schwer sind Ungerechtigkeit, Willkür und Leid, die hier in einem erneut epischen Erzählwerk ausgebreitet werden.

Man mag jetzt sagen, das Leben im Mittelalter war eben schwer, ungerecht, willkürlich und leidvoll. Mag sein. Aber ganz ehrlich: Dies ist ein Roman. Am Ende dient er auch der Unterhaltung. Und 29 Stunden lang nur Elend, Ungerechtigkeit und Leid sind schwer zu verdauen. Vor allem, wenn zahlreiche Reaktionen und Handlungen der Protagonisten in meinen Augen schlicht und ergreifend unlogisch, unrealistisch und nicht nachvollziehbar sind.

Auch schränken die oft sehr ausführlich dargestellten sexuellen Handlungen die Zielgruppe durchaus ein. Bedauerlich, denn oft sind sie - in dieser detaillierten Darstellung - einfach überflüssig oder lästig. Das hat nichts mit Prüderie zu tun. Die Szenen dienen einfach nicht der Geschichte.

Über Dietmar Wunder als Sprecher lässt sich sagen, dass seine Erzählstimme - wie immer - angenehm professionell ist. Sobald er jedoch Frauenstimmen spricht klingen sie zickig, seine Interpretation männlicher Nebendarsteller gerät all zu oft zu einer stimmlichen Karikatur. Was unterschiedliche Stimmen angeht, die eben nicht uralt, strunzdumm oder lächerlich klingen, fehlt es oft an Varianz.

Für mich war das Hörbuch am Ende eine echte Enttäuschung, nur mit größter Disziplin und Mühe habe ich durchgehalten. Und das, obwohl ich lange historische Romane in der Regel liebe.

Keine Empfehlung von mir. Es sei denn, man wünscht sich Depressionen. Die habe ich jetzt.

Muss los... zum Psychiater.

3 Leute fanden das hilfreich

Lohnenswert. Mit einer (stimmlichen) Einschränkung

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.04.2018

Toll! Ich habe eine neue Hörbuchserie gefunden, die mit einer spannenden Geschichte vor historischem Hintergrund zu überzeugen weiß. Das macht Spaß zu hören.

Dieser Spaß liegt auch an Reinhard Kuhnert, der ein guter Vorleser ist. Doch auch für die negative Einschränkung sorgt Reinhard Kuhnert. Seine Stimme klingt für viele der Rollen, die er hier verkörpert, deutlich zu alt.

Auch fehlt die stimmliche Varianz. Seine Vorlesestimme ist angenehm, seine herrischen, abgebrühten Protagonisten glaubhaft. Der Rest klingt entweder strunzdumm, waschlappig dünnstimmig oder schlicht senil. Das ist - vor allem im Fall des noch jugendlichen Hauptprotagonisten Cato - schade.

Ein bisschen verwundert mich zudem, dass die meisten römisch Namen falsch betont werden. Davon abgesehen macht dieser Auftakt der Serie viel Freude und sorgt für Lust auf mehr.

1 Person fand das hilfreich

Tolles Römer-Drama mit Vorleseschwächen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.04.2018

Grundsätzlich ist Reinhard Kuhnert ein angenehmer Vorleser und – in manchen Bereichen – ein sehr guter Sprecher (nur wenige können so rüpelhaft, brutal und rau klingen, wie seine Veteranen. Toll!).

Seine anderen Charaktere klingen aber entweder dämlich-dümmlich, komplett verhuscht und dünnstimmig oder heiser. Zudem - und das ist bei einer Serie, deren Protagonisten zum größten Teil zwischen 17 und 40 Jahre alt sind - klingen seine stimmlichen Interpretationen schlicht deutlich zu alt. Das ist schade und stört mich in dieser Buchserie immer wieder.

Dazu kommt, dass Reinhard Kuhnert beinahe jeden römischen Namen komplett falsch betont und sogar die Namen großer und berühmter Keltenführer wie dem gallischen Fürsten Vercingetorix vollkommen falsch ausspricht. Das nervt. Schade, dass es offenbar niemanden im Audible-Studio gab, der da korrigierend eingegriffen hat.

Sieht man davon ab, erhält man mit jedem Buch dieser Serie eine packende, gut erzählte Geschichte, die zu hören es sich lohnt. Einzig die oben erwähnten Kritikpunkte führen zu einer Abwertung um einen Stern. Ich freue mich dennoch über jedes neue Hörbuch in dieser Serie.

3 Leute fanden das hilfreich

Packende Story, mau geschrieben, mau gesprochen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.03.2018

Nein, man kann Dalton Fury wirklich nicht vorwerfen, ein guter Schriftsteller zu sein. Seine Art, diese durchaus packende Story zu Papier zu bringen, ist recht schlicht. Auch kann man der Geschichte selbst keine große Tiefe attestieren. Im Gegenteil. Manchmal wünschte man sich selbst als Tom Clancy-Leser/ Hörer, dass der Handlungsstrang etwas geschickter formuliert wäre.

Wie viel hätte die spannende (und eben verbal manchmal plump erzählte) Geschichte durch einen wirklich guten Sprecher wie Frank Arnold, der so manche textliche Schwäche durch gute Lesart überspielen kann (siehe Tom Clancy), helfen können, die Geschichte eines echten Delta-Fighters, der zum Schriftsteller geworden ist, aufzuwerten.

Stefan Lehnen macht es ja als Sprecher nicht wirklich schlecht. Dieses Buch benötigt jedoch einen Sprecher der A-Kategorie, um den C-Text mit einer B-Handlung auf A-Niveau des Genres zu heben.

Ja, auch das nächste Hörbuch werde ich mir kaufen. Und gleichzeitig wünsche ich mir etwas, dass nicht eintreten wird: Einen Sprecher, der nicht auf dem Niveau der Textvorlage bleibt, sonder einen Sprecher, der die schriftstellerisch packende aber schwach formulierte Vorlage auf eine höhere Stufe hebt.

Good Stuff!

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.12.2017

Ich bin ein großer Fan der historischen Romane von Bernard Cornwell, der sich den Wikinger-Geschichten hier ja bereits in formidabler Weise angenommen hat. Er mag so etwas wie der Jarl (oder sogar König) dieser Geschichten sein. In sofern war ich etwas skeptisch. Zwar schätze ich die Romane von Ulf Schiewe sehr, er begab sich hier jedoch auf ein Terrain, welches bereits bestens besetzt ist.

Und doch schafft er es, zu überzeugen. Eine nicht ganz so unflätige, knackige Sprache, dennoch eine überzeugende Story, die blendend erzählt wird. Man könnte seine "Herrscher des Nordens"-Story beinahe einreihen (auch qualitativ) in die "Last Kingdom"-Erzählungen von Conwell. Und so ist die Geschichte von Harald kein Abklatsch, sondern eine wunderbare Ergänzung der kongenialen Geschichten Cornwells.

Sicherlich auch, weil mit Reinhard Kuhnert ein Sprecher gewählt wurde, der auf Romane dieser Art spezialisiert ist. Ein wunderbarer Vorleser, auch wenn ihm Protagonisten, die sowohl jung als auch intelligent sind, nicht zu liegen scheinen.Oft klingen - wie in diesem Roman die Rolle des besten Freundes Haralds etwas dümmlich oder sogar tumb. Insgesamt aber ist Reinhard Kuhnert ein toller Sprecher. Er hilft, auch dieses (von vielen) Schiewe-Büchern zu einem Hörgenuss zu machen. Bitte mehr!

9 Leute fanden das hilfreich

Geistige Leere auf hohem sprachlichen Niveau

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.05.2015

"Sie verstehen es vortrefflich, eine weitgehende geistige Leere mit einem sprachlich hohen Niveau zu überdecken." So soll es ein Deutschlehrer einst zu Thomas Gottschalk gesagt haben.

Die Worte sind fast prophetisch. War die Biographie doch damals, als die Worte fielen, noch gar nicht geschrieben. Und doch könnten sie als Rezension dies Hörbuches durchgehen.

Thomas Gottschalk ist wahrlich ein Phänomen. Über Jahrzehnte hat er auch mein Bild von Unterhaltung geprägt. Seit meiner Kindheit habe ich viele Stunden vor dem Radio und später vor dem Fernseher mit ihm verbracht. Ich mag ihn.

So habe ich mich dann durchaus gefreut, in einer Biographie mehr von ihm zu erfahren, vielleicht hinter die Fassade schauen zu dürfen und auch das zu verstehen, was hinter den Kulissen von "Wetten dass?" abgelaufen sein mag.

Die Länge dieses Hörbuches lässt allerdings bereits erahnen, dass das nicht klappen kann. Mit angenehmer und vertrauter Stimme sprintet Thomas Gottschalk hier einmal durch die vier Jahrzehnte seiner Karriere. Wenn wir uns diese als langen Flur mit vielen Türen links und rechts vorstellen, so marschiert er streng geradeaus, öffnet die Schwingtüren auf den Weg, lässt aber alle Türen links und rechts verschlossen. Soll heißen: Tiefere Einblicke, interessante Nebengeschichten, Begegnungen, Freundschaften, Erlebnisse... sie werden nicht einmal gestreift. Sie fehlen komplett.

Und darum ist diese Biographie am Ende zwar nett zu hören, es mangelt ihr aber dramatisch an Substanz. Wirklich näher bringen kann sie dem geneigten Hörer - und der war ich durchaus - Thomas Gottschalk nicht. Und deshalb gilt der Kommentar von Gottschalks altem Deutschlehrer noch heute. Sprachlich hohes Niveau, weitgehende geistige Leere. Schade.

22 Leute fanden das hilfreich