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mintho

  • 6
  • Rezensionen
  • 5
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 162
  • Bewertungen
  • Tyll

  • Autor: Daniel Kehlmann
  • Sprecher: Ulrich Noethen
  • Spieldauer: 11 Std. und 16 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 3.418
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 3.218
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 3.208

Tyll Ulenspiegel - Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur - wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf ihren Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: Gelehrten, Ärzten, Henkern und Jongleuren.

  • 5 out of 5 stars
  • Ganz großes Kopfkino

  • Von Tobias Nazemi Am hilfreichsten 22.01.2018

Tyll mit Ypsilon

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.05.2018

Daniel Kehlmanns Tyll hat als Prämisse einen besonderen Kniff zu bieten. Um ein Buch über den 30 Jährigen Krieg zu schreiben verpflanzt er die Figur Till Eulenspiegel einfach aus seinem mittelalterlichen Kontext ins 17. Jahrhundert. Als Tyll Ulenspiegel zieht er mit seinen Spielleuten durch's Land und fungiert somit als Bindeglied zwischen all den episodenhaften Geschehnissen die Kehlmann erzählt.

Die Handlung erstreckt sich über den gesamten Zeitraum des 30 Jährigen Krieges, beginnend in Tylls Kindheit vor Ausbruch des Krieges bis zum Westfälischen Frieden. Tyll verschlägt es dabei in die verschiedensten Situationen. Zu Beginn sieht man ihn Chaos in einem Dorf anrichten, kurz bevor es in die Mühlen des Krieges gerät, später wird er Hofnarr für Friedrich V., den Winterkönig, nur um dann als Mineur vor Brünn zu enden, bevor er die Unterhändler welche gerade den Westfälischen Frieden aushandeln unterhalten darf. Zwischendurch geht er sogar auf Drachenjagd.

Das Buch ist dabei kein klassischer Schelmenroman, auch wenn sich die Prämisse zunächst danach anhört. Anders als z.B. in Grimmelshausens "Simplicissimus Teutsch" in welchem der Simplicius einen ähnlichen Weg geht ist Tyll kein Simpel hinter dessen Naivität die Gräuel des Krieges verblassen sondern hochintelligent und sich jederzeit bewusst was passiert und was dies bedeutet. Der Hörer bekommt so einen ungefilterten Blick auf das Geschehen.
Auch stellt Kehlmann Tyll nicht als modernen Späßemacher dar, vielmehr ist er "witzig" im klassischen Wortsinne (von "gewitzt"). Er ist ein Possenreißer dessen Spezialgebiet nach außen hin der Seiltanz ist, der sich aber eigentlich über die menschliche Natur lustig macht indem er diese den Menschen vor Augen hält. Dabei geht er auch durchaus derb vor.
Im Gegensatz zum cleveren Tyll werden im Buch viele andere Charaktere allerdings durchaus als Simpel dargestellt. Sei es Tylls Vater, ein Autodidakt der erstaunliches Wissen angesammelt hat, sich dann aber im Angesicht von Jesuiten im Dorf unglaublich naiv verhält, sei es der Winterkönig der sich permanent selbst überschätzt. Am heftigsten trifft es aber Atanasius Kircher, den heute fast vergessenen Universalgelehrten der zur damaligen Zeit aber fast ein Pop-Star war und der zwei mal Tylls Weg kreuzt. Er hat zwar eine ungeheure Bildung, dadurch aber scheinbar jeden Realitätsbezug verloren.

Naturgemäß kann ein Buch dieser Art keinen klassischen Spannungsbogen haben. Es gibt keinen Mörder der gefasst werden muss, kein Mysterium das gelüftet wird und auch Tyll erlebt keine klassische Heldenreise. Dies ist nicht unbedingt die Geschichte von Tyll, sondern die Geschichte des 30 Jährigen Krieges. Tyll ist der Aufhänger, der Ankerpunkt in der Geschichte. Und auch wenn sich Kehlmann einige künstlerische Freiheiten nimmt, so merkt man, dass er den Krieg und die Umstände sehr gut recherchiert hat. Das Buch ist voller historischer Informationen und Anspielungen, sowohl was die große Politik als auch die Lebenswirklichkeit der kleinen Leute anbelangt.
So kommt es dann aber auch, dass die einzelnen Episoden manchmal etwas dahin plätschern, denn es ist Tyll der die Geschichte zusammen hält und kein Spannungsbogen.

Alles in Allem ist Tyll aber trotzdem ein fantastisches Buch. Wer historischen Romanen auch nur im entferntesten etwas abgewinnen kann, der kann bedenkenlos zugreifen.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Wolfswut

  • Autor: Andreas Gößling
  • Sprecher: Richard Barenberg
  • Spieldauer: 17 Std. und 51 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 814
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 766
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 769

Als die Tochter des verstorbenen Unternehmers Alex Soltau den Nachlass ihres Vaters ordnen will, traut sie ihren Augen nicht: In ein paar harmlos aussehenden Fässern in der Garage findet sie Leichenteile von Frauen! Kriminalhauptkommissarin Kira Hallstein identifiziert die fünf Opfer als Prostituierte, die im Verlauf von gut zehn Jahren getötet wurden - auf grausamste Art und unter Einsatz eines "Scharfen Löffels", mit dem Chirurgen bei Operationen Gewebe entnehmen.

  • 3 out of 5 stars
  • Spannend<br />

  • Von tina kelm Am hilfreichsten 09.03.2018

Konstruierter Standardkrimi

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.03.2018

Zunächsteinmal möchte ich auf den angeblichen "True-Crime" Charakter des Buches eingehen welcher ja gerne im Zusammenhang mit dem Buch beworben wird. Ich hatte gehofft, hier tatsächlich einen größtenteils echten Fall zu hören. Leider ist in Wolfswut nur die Prämisse der Geschichte (Tochter findet im Nachlass des Vaters Leichenteile) von der Realität inspiriert. Davon ausgehend spinnt der Autor eine komplett erfundene Geschichte.
Prinzipiell ist das natürlich in Ordnung, wenn man es denn gut macht. Wie gut es gemacht ist, darauf möchte ich im folgenden eingehen.

Leider wirkt die Geschichte sehr schnell sehr konstruiert. Die kauzigen Weggefährten des verstorbenen Leichensammlers sind allesamt extrem cartoonartige Stereotype. Ebenso wie die karrieregeile Polizeichefin. Etwas mehr Dreidimensionalität hätte hier der Glaubwürdigkeit gutgetan.
So ziemlich jeder Charakter im Buch hat zudem (metaphorische) Leichen im Keller und verhält sich im Großen und Ganzen unglaubwürdig. Verdächtige machen sich Verdächtig, Opfer wollen bloß nicht zur Polizei, Polizisten springen immer auf die erstbeste Erklärung, etc. Einzig Max, der Sidekick der Kommissarin und Protagonistin Hallsltein wirkt größtenteils wie ein echter Mensch, auch wenn er ab und zu, wie die Anderen, eher als Karikatur denn als Person rüber kommt. Die Protagonistin selbst ist hauptsächlich durch ihre eigene, traumatische Vergangenheit definiert, wirkt ansonsten aber zumindest zu Beginn glaubhaft, wird dann aber in der zweiten Hälfte immer mehr zum übertriebenen Abziehbild des Polizisten der auf eigene Faust handelt.
Die Verzweigungen der Handlung sind ebenfalls stark konstruiert. Jeder scheint irgendwie mit dem Fall zu tun zu haben.

Nun bin ich kein Psychologe, aber auch dieser Aspekt scheint mir eher konstruiert denn fundiert. Es muss immer ein Trauma her um alles zu erklären. Die zwanghafte Suche nach externen Erklärungen ist sicherlich menschlich, mit der Realität dürfte es weniger zu tum haben. Der Leser/Hörer bekommt sie hier aber trotzdem geliefert. Und sie ist schwach.

Meine beiden größten Kritikpunkte kann ich leider nicht richtig vorbringen ohne zu viel zu verraten, einerseits wäre da das Ende welches, Überraschung, sehr konstruiert wirkt, die scheinbar obligatorische, überraschende Wende am Schluss versucht dem Trend im zeitgenössischen Krimi Tribut zu zollen, den Detektiv, Kommissar, etc. persönlich mit dem Fall zu verquicken, wirkt aber vor Allem aufgesetzt. Zum anderen wäre da die verpasste Chance, Themen die angerissen werden genauer zu betrachten und zu reflektieren welches dem Buch zumindest eine zweite Ebene gegeben hätte.

Alles in Allem mauer Durchschnitt. Außer der etwas ungewöhnlichen Prämisse versprüht das Buch kein Esprit, keine Kreativität, nur Standardkost mit überzeichneten Standardcharakteren. Die drastischen Details die andere Rezensenten beklagen haben mich dabei nicht gestört, im Kontext ergeben sie durchaus Sinn und ich habe da schon deutlich drastischeres gelesen bzw. gehört.

Fazit: Wer die zeitgenössischen Psychokrimis mag, der ist bei Jean-Christophe Grangé deutlich besser aufgehoben. Und auch sonst gibt es vieles das besser ist.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

The Voice from the Edge, Vol. 1 Titelbild
  • The Voice from the Edge, Vol. 1

  • I Have No Mouth and I Must Scream
  • Autor: Harlan Ellison
  • Sprecher: Harlan Ellison
  • Spieldauer: 6 Std. und 10 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 12
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 11
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 11

Harlan Ellison has won more awards for imaginative literature than any other living author, but only aficionados of Ellison’s singular work have been aware of another of his passions…he is a great oral interpreter of his stories. His recordings have been difficult to obtain…by his choice. In 1999, for the first time, he was lured into the studio to record this stunning retrospective.

  • 4 out of 5 stars
  • Harlan Ellisons Klassiker

  • Von mintho Am hilfreichsten 19.09.2016

Harlan Ellisons Klassiker

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 19.09.2016

Zunächst mal: Tolle Geschichten, toll vorgelesen von Autoren selbst, etwas das allzuoft schief geht, hier aber brilliant funktioniert. Einzig gute Englischkenntnisse sind empfohlen, denn Ellison liest in einem starken New Yorker Akzent.

Einen Punkt Abzug gibt es dennoch, denn die Aufnahmequalität variiert stark und macht es damit zum Teil doppelt schwer der Geschichte zu folgen.

  • Das neue Buch Genesis

  • Autor: Bernard Beckett
  • Sprecher: Pirkko Cremer
  • Spieldauer: 4 Std. und 32 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 200
  • Sprecher
    3.5 out of 5 stars 186
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 186

Ein Land, abgeschottet vom Rest der Welt, am Ende des 21. Jahrhunderts: Anax steht vor der Prüfungskommission der Akademie. Fünf Stunden hat sie Zeit, um zu beweisen, dass sie würdig ist, in diese mächtige Institution aufgenommen zu werden. Ihr Prüfungsthema kennt sie so gut wie ihre eigene Geschichte: Adam Forde ist der Held ihrer Kindheit, der Mann, dessen Rebellion die Geschichte ihres Landes für immer prägte.

  • 5 out of 5 stars
  • Super!

  • Von Jonas Am hilfreichsten 26.05.2014

Gute Geschichte, mäßige Sprecherin

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.11.2014

Zunächst einmal eine Warnung: "Das neue Buch Genesis" ist keine Actiongefüllte Geschichte, sondern besteht praktisch ausschließlich aus Exposition. Darin legt eine Geschichtsstudentin eine Prüfung ab worin sie einen entscheidenden geschichtlichen Wendepunkt (der aber immer noch in unserer Zukunft liegt) erläutert. Dieses Setting erlaubt es Bernard Beckett ohne viel Schnörkel die Geschichte dieser zukünftigen Welt zu erzählen. Alles ist dabei auf das überraschende Ende ausgerichtet welches dann aber doch nicht so ganz überraschend kommt, wenn man denn die Hinweise richtig deutet die meist in den Fragen der Prüfer versteckt sind.

Insgesamt ist das Buch sicherlich clever und etwas anders als man es sonst kennt, sowohl inhaltlich als auch in der Form. Das große Thema ist die Frage nach dem was Bewusstsein ausmacht und auch wenn die Ansätze die hier diskutiert werden nicht gerade Bahnbrechend sind, so regen sie doch zum Nachdenken an. Sprachlich ist das Buch leider nicht ganz vorne mit dabei, sondern wirkt oft etwas platt, daher auch der eine Stern Abzug in meiner Wertung. Ein weiteres "Problem" ist, dass diese Zukunftsvision doch die ein oder andere Plausibilitätslücke hat, wie sich insbesondere am Ende zeigt, wenn das Geheimnis gelüftet wird. Dies ist aber wohl notwendig um dieses Ende so überhaupt erst zu ermöglichen und es sind auch keine fundamentalen Probleme, insofern hat mich das nicht weiter gestört, auch wenn die Geschichte dadurch ein wenig konstruiert wirkt. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen ohne die entscheidende Wendung vorweg zu nehmen und das wäre es in Anbetracht der Kleinigkeit über die ich hier rede sicherlich nicht wert.

Was mir leider etwas die Stimmung verdorben hat war die Sprecherin. Insbesondere die Stimme welche sie für die Studentin gewählt hat und die einen Großteil des Hörbuchs ausmacht wirkt sehr monoton und hört sich weniger nach einer Prüfung als viel mehr einer Lesung an. Noch schlechter ist nur die Stimme für den Roboter der aber in Sachen Präsenz im Buch direkt an zweiter Stelle kommt. Insofern empfehle ich zunächst einmal eine ausgiebige Hörprobe.

  • Der Golem

  • Autor: Gustav Meyrink
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 8 Std. und 44 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 264
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 156
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 156

Ein anonymer Erzähler träumt von allerlei wunderlichen Ereignissen. Athanasius Pernath ist sein Name, er lebt als Gemmenschneider im jüdischen Getto von Prag und nach dem Besuch eines mysteriösen Auftraggebers gerät sein Leben aus den Fugen. Er nimmt an, der Besucher könne eine alte sagenhafte Gestalt - der Golem - gewesen sein, ein aus Lehm geschaffener Gehilfe, der die Juden beschützen sollte.

  • 5 out of 5 stars
  • mehr meyrink!

  • Von Matthias Am hilfreichsten 28.04.2011

Ein wahrlich phantastischer Klassiker

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.11.2014

Gustav Meyrink war mir bislang kein Begriff. Ich hatte den Namen zwar schon einmal im Zusammenhang mit Franz Kafka gehört, doch nie etwas von ihm gelesen. Als ich dann als großer Kafka Fan auf dieses Hörbuch gestoßen bin habe ich sofort zugeschlagen und zu keinem Zeitpunkt bereut. Thematisch erkundet Meyrink hier zwar andere Bereiche als Kafka, insbesondere das Übernatürliche, welches zentrales Thema im Golem ist, sprachlich ist eine gewisse Verwandtschaft jedoch nicht zu leugnen.

Im Golem verschwimmen oft Traum und Realität, sodass es doch einer gewissen geistigen Anstrengung bedarf das Geschehene einzuordnen. Mir persönlich liegt das sehr, wer sich jedoch leichter unterhalten lassen möchte, sollte wohl eher anderswo suchen. Zweifellos lädt der Golem zu tiefergehender Interpretation ein und lässt sich gut und gerne auch mehrfach hören ohne dabei an Reiz zu verlieren.

Nicht zu unterschätzen ist auch die grandiose Leistung David Nathans der dem KuK Prag glaubhaftes Leben einhaucht. Das macht es dem Hörer ganz leicht in die Erzählung einzutauchen. Gerne mehr von diesem Autor und dem Sprecher.

  • The Martian

  • Autor: Andy Weir
  • Sprecher: R. C. Bray
  • Spieldauer: 10 Std. und 53 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 2.328
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 2.216
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 2.216

Six days ago, astronaut Mark Watney became one of the first people to walk on Mars. Now, he's sure he'll be the first person to die there. After a dust storm nearly kills him and forces his crew to evacuate while thinking him dead, Mark finds himself stranded and completely alone with no way to even signal Earth that he's alive - and even if he could get word out, his supplies would be gone long before a rescue could arrive. Chances are, though, he won't have time to starve to death. The damaged machinery, unforgiving environment, or plainold "human error" are much more likely to kill him first.

  • 5 out of 5 stars
  • Not easily impressed, and loved this book

  • Von Sable Am hilfreichsten 30.10.2013

Moderne Robinsonade

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.04.2014

Aufgrund unglücklicher Umstände wird ein Astronaut auf einer Mars-Mission beim fluchtartigen Verlassen des Planeten aufgrund eines Sandsturms für tot gehalten und zurück gelassen. Allerdings hat besagter Astronaut extrem viel Glück im Unglück und überlebt, alleine Auf dem Mars mit genug Proviant für maximal 500 Tage und ohne die Möglichkeit mit der Außenwelt zu kommunizieren.

So beginnt "The Martian" und es entwickelt sich schnell eine packende Geschichte in welcher der arme Astronaut abwechselnd alle Arten an Höhen und Tiefen, an Hoffnung und Verzweiflung erleben muss. Andy Weir bleibt bei seiner Erzählung dabei extrem realistisch. Alles was er schreibt scheint Plausibel zu sein...nur das Ende war dann im Sinne des Spannungsbogens vielleicht etwas übertrieben. Technisch dürfte fast alles was hier beschrieben wird im Bereich des schon heute machbaren sein, abgesehen vielleicht von der Landekapsel und eventuell dem Mutterschiff welches die Astronauten zum Mars und wieder zurück bringt. Beides ist aber so authentisch, dass es keiner großen Phantasie bedarf sich dies in naher Zukunft vorstellen zu können.

Dabei ist das Buch nicht nur realistisch und somit informativ, sondern auch schlicht packend. Jedes mal wenn ein neues Unglück hereinbricht fiebert man mit wie unser Held denn nun mit diesem Rückschlag umgeht, was er tun kann um um sein vermeintlich sicheres Ende doch noch einmal hinauszuzögern. Und trotzdem strotzt das Buch auch noch von Humor. Die Ironie mit welcher die Logbucheinträge verfasst wurden sind schlicht köstlich und dank des hervorragenden Sprechers kommt dies auch alles bestens beim Hörer an.

Am Ende war ich enttäuscht, dass es so schnell zu ende war. Selten habe ich ein Hörbuch so schnell beendet. In jeder freien Minute musste ich einfach erfahren wie es weiter geht. Bravo, davon gerne mehr!

4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich