PROFIL

berrymelon

  • 4
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Wundervolles Märchen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.01.2014

Wie man der Beschreibung ganz schön entnehmen kann, handelt es sich bei dieser Geschichte um die wieder aufgegriffene bekannte Erzählung von Aschenputtel - mehr oder minder. Ich habe das Buch vor Jahren als Kind das erste Mal gelesen als die deutsche Übersetzung gerade erst erschien und wenn ich ehrlich bin, fand ich immer, dass ein kurzer Abriss der Handlung diesem Buch einfach nicht gerecht wird.

Natürlich kennt man das Ausgangsmaterial und natürlich sind dadurch eine ganze Reihe von Ereignissen bekannt und vorauszusehen. Natürlich nutzt die Autorin auf der anderen Seite aber auch den zusätzlichen Platz um ihre Charaktere weiter auszugestalten und sie in ihrer eigenen Welt agieren zu lassen. Genau dieser Aspekt ist es auch, der mir über all die Jahre so in Erinnerung geblieben ist. Denn Ellas Geschichte gibt sich nicht mit einem einfachen Aufgreifen einiger Elemente des Aschenputtelmärchens zufrieden, sondern setzt dort erst an, um die Handlung in einer ausgesprochen fantasievoll gestalteten Märchenwelt voller Elfen und Menschenfresser, aber auch kulturell unterschiedlich gestalteter Menschenreiche, einzubetten. Die Parallelen zum Märchen werden erst zum Ende hin wirklich offensichtlich.
Für die Geschichte gebe ich gerne fünf Sterne. Wer es schafft, eine Erzählung zu gestalten, die ein Kind dermaßen beeindruckt, dass sie noch Jahre danach in der Erinnerung haften bleibt und als Erwachsener wieder zu fesseln weiß, hat etwas verdammt richtig gemacht.

Von der Art des Vortrags der Sprecherin war ich dagegen leider wenig beeindruckt, muss ich gestehen. Es ist einerseits bestimmt die Tatsache, dass ich dieses Buch so oft gelesen habe und die Charaktere in meiner Vorstellung teils andere Stimmen haben, dass ich im Endeffekt etwas verstört bin, sie ganz anders interpretiert zu sehen.
Gleichzeitig hat die Sprecherin eine unleugbare Tendenz dazu, die meisten Charaktere neben Ella und Char in einer quietschigen Variation ihrer Ella-Stimme darzustellen. Bei einigen mag das durchaus passen - man denke an die bösen Stiefschwestern -, bei anderen geht so die eigentlich durchaus vorhandene Ernsthaftigkeit verloren, wie etwa bei der guten Fee Mandy.
Schade ist auch die Umsetzung der verschiedenen Fantasiesprachen, die ab und an verwendet werden. Sie sind schon auf dem Papier ein Abenteuer und umso schwieriger tatsächlich auszusprechen, aber etwas mehr Mühe hätte man sich mit diesem Element meiner Meinung nach doch geben können, da es verhältnismäßig häufig vorkommt. Bei Eden Riegel kommen diese Passagen recht künstlich daher und man hört ihr sehr genau an, wie sie sich von Wort zu Wort hangelt, wodurch die im Text auch beschriebenen unterschiedlichen Sprachmelodien oder Betonungsarten komplett auf der Strecke bleiben. Das ist vor allem deswegen schade, weil beim Hörbuch diese sonst durchaus erkennbaren Unterschiede zwischen den verschiedenen Sprachen verwischen.
Etwas verstörend fand ich persönlich auch, wie unglaublich jung die gute Frau sich anhört, aber das mag Ansichtssache sein. Ebenso gefielen mir die zwischendurch eingespielten Musiksequenzen wenig, die wichtige Momente unterstreichen sollten, mich dagegen aber mehr aus der Handlung herausrissen. Deswegen dafür nur drei Sterne, es ist nicht schlecht, aber leider nicht so ganz meins.

Nichtsdestotrotz denke ich, dass es insgesamt eine solide Umsetzung des Buches geworden ist. Und wer mit der Vortragsart in der Hörprobe zurecht kommt, wird sicherlich auch seine Freude an der restlichen Geschichte haben.

Eine wirre Ansammlung verschiedenster Klischees

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.12.2013

Im Grunde macht dieses Buch richtig Spaß, wenn man es als Parodie auf gängige Klischees betrachtet.

Prinzipiell mag ich es nicht, einen Vergleich mit Twilight anzuführen, weil in letzter Zeit alles was an paranormalen Romanzen auf den Markt geworfen wird, auch damit verglichen wird. In diesem Fall sind die Parallelen allerdings schon augenfällig: Die völlig durchschnittliche, aber irgendwie doch sehr spezielle Nora findet sich plötzlich vom geheimnisvollen Patch angezogen, der ihr unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er nicht gut für sie sei, wodurch sie natürlich angespornt wird, den Rest des Buches damit zuzubringen, hinter sein Geheimnis zu kommen, das für den Leser aufgrund der Buchbeschreibung und des Titels einfach keines ist und dadurch nicht zu fesseln weiß. Über diese doch recht allgemeinen Gemeinsamkeiten hinaus finden sich hier aber auch sehr spezielle Szenen aus Twilight in nicht mal abgewandelter Form wieder, wie das notgedrungene Treffen im Biologieunterricht oder die Google Suche nach mythologischen Figuren, in diesem Fall eben gefallenen Engeln.

Gleichzeitig versucht Engel der Nacht sich aber auch entschieden von Twilight loszulösen, indem es mit mehr Gefahren aufwartet, sodass sich Nora alle paar Kapitel wieder in Lebensgefahr befindet. Ich gebe zu, das hätte funktionieren können, wäre es der Autorin auch nur ein Mal gelungen, die Spannung zu handhaben und langsam ansteigen zu lassen, anstatt die Gefahrensituation unvermittelt einzuleiten und genauso schnell auch wieder ausklingen zu lassen, sodass bloß noch mehr Fragen zurückbleiben darüber, was eigentlich los ist. Nicht zuletzt sind gleich vier Leute, die es auf Noras Leben abgesehen haben, aber auch einfach zu viel des Guten.

Die Charaktere lassen sich recht schnell begreifen, da sie auf verschiedenen bekannten Stereotypen aufbauen und zumindest in diesem Band auch nicht mehr viel Tiefgang darüber hinaus bekommen. Patch ist der typische Bad Boy, Vie die aufgedrehte beste Freundin und Nora kann man schlecht einordnen, da sie meist inkonsistent von einem Extrem zum nächsten springt, je nach dem was der Plot gerade verlangt, und unterwegs abenteuerlich viele Lügen erzählt.

Die Sprecherin macht ihre Sache sehr gut dabei. Ihrer gewöhnlichen Erzählstimme kann man gut zuhören, während die Stimmen, die sie den Charakteren gibt, mir häufig ziemlich nervtötend erschienen. Da diese aber ohnehin völlig überzeichnet sind, war das auf eine verquere Weise wieder ungemein passend gelöst und hat sehr viel dazu beigetragen, dass ich das Buch als Parodie aufnehmen konnte.

Insgesamt fiel es mir schwer, dieses Buch ernst zu nehmen ohne mir die Haare zu raufen über all den Unsinn darin. Als witziges Experiment, wie viel Unfug man in eine Geschichte einfügen kann bis es irgendwem auffällt, funktioniert es aber auf eine abstruse Art und Weise unheimlich gut, deswegen gebe ich guten Gewissens zwei Sterne dafür.

6 Leute fanden das hilfreich

Ansprüche runterschrauben und dann erst zuhören

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.05.2012

Offengestanden hat mich dieses Hörbuch nicht enttäuscht, das ist wirklich das falsche Wort. Vielmehr haben mich die platten Charaktere geärgert und die Geschichte, für die selbst ein Plätzchen im Hintergrund der Handlung noch ein Spotlight gewesen wäre, hat mich mit ihren vorhersehbaren und plump vorgestellten Wendungen einfach nur die Augen verdrehen lassen.

Im Prinzip geht es nur darum, dass Jacob und Isabella sich unter kuriosen Umständen kennenlernen (sie fällt ihm wortwörtlich in die Arme, nämlich aus ihrem Fenster heraus; offensichtlich wusste die Autorin nicht so genau, wie sie ihren Charakter runter auf die Straße befördern sollte und das Treppenhaus hätte zu viel Zeit in Anspruch genommen), ein bisschen mysteriöser Kleinkram passiert, den sie und eigentlich sämtliche andere der handvoll auftretenden Personen gekonnt in die hinterste Ecke ihres Bewusstseins räumen, um sich den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu widmen: Dem Paarungstrieb.
Nichts gegen eine Handlung, die von ein paar erotischen Abenteuern durchzogen wird, aber das da ist absurd. Ich habe dieses Hörbuch in zwei Tagen durchgehört, wobei ich drei Mal eingeschlafen bin. Ein Mal davon habe ich es allerdings nicht mal bemerkt, da ich bei einer Beischlafszene abschaltete und - Wunder, oh, Wunder - bei einer solchen zwei Stunden später auch wieder aufwachte. Falls dazwischen Handlung untergebracht gewesen sein sollte, so ist sie nicht weiter ins Gewicht gefallen und wurde später nirgends auch nur mit einem Wort erwähnt.

Romantik ist ja schön und gut, nur kam die hier nicht auf. Umso erstaunlicher fand ich es, dass Isabella nach einer Woche bereits vor ihrem Geliebten niederkniet und ihm einen Heiratsantrag macht. Oh, und er sollte sich mit der Antwort beeilen, denn die Hochzeit wird auch prompt für zwei Tage später geplant. Damit auch ja noch Platz im Terminkalender ist für die sich anschließende Schwangerschaft, nachdem sie sich immerhin zwei Wochen lang kannten. Danach ist das Buch glücklicherweise zu Ende, wer weiß was sonst noch passiert wäre.

Vieles könnte ich dabei sogar noch verzeihen, wenn die Charaktere zu allem Übel nicht auch noch so verdammt platt wären.
Bangte ich zunächst noch, Jacob würde als Titelcharakter vielleicht zu übermächtig präsentiert, erübrigte sich das nach ein paar Minuten schon. Die Antwort ist nämlich nein, wird er nicht. Braucht er auch nicht, dafür hat er seine Isabella, die ihren inneren Blutegel für sich entdeckt und den Leuten um sich herum ihre Superkräfte abzwackt. Das heißt natürlich, wenn sie nicht gerade Bruce Lee imitiert und alles niedermäht, was sich ihr in den Weg zu stellen wagt. Und damit auch hier kein Klischee der Mary Sue unbedient bleibt, wird sie auch von jedem geliebt, dass man glaubt, gleich fielen sie der Reihe nach vor ihr auf die Knie und küssten den heiligen Boden über den sie schreitet.

Der einzige strahlende Lichtblick ist Tanja Geke, die mit ihrer Darbietung das Buch zwar nicht schön, aber dafür erträglich macht.

1 Person fand das hilfreich

Eine Geschichte, die einem im Gedächtnis bleibt

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.12.2011

... oder jedenfalls ging es mir so, denn auf Diana Gabaldons Highland-Saga aufmerksam geworden bin ich vor nicht ganz zehn Jahren schon durch meine Tante. Interessanterweise gab sie mir das Buch nach kurzem Überlegen mit den Worten: "Ja, das ist ganz jugendfrei, das kannst du gern lesen" und mir glühten ab etwa der Mitte der Geschichte dann doch ganz schön die Ohren. Vielleicht hatte sie auch nicht erwartet, dass eine Zwölfjährige so weit kommt, aber sei's drum :)

Was hierbei das hohe Suchtpotenzial ausmacht, ist gar nicht so sehr die grundlegende Idee. Denn es ist die in unterschiedlichen Varianten schon mal aufgegriffene Geschichte einer Krankenschwester, die sich aus zunächst unerfindlichen Gründen plötzlich im Schottland des 18. Jahrhunderts wiederfindet und sich gezwungen sieht, sich in dieser äußerst merkwürdigen Situation irgendwie zurechtzufinden. Hätte sie ihrem Mann nur etwas besser zugehört, dessen Hobby es war, ihr detailverliebt von genau dieser Periode der schottischen Geschichte zu erzählen. ... Aber auch so hat sie einiges zu tun, denn allein das Überleben in dieser fremden Welt ist schwierig genug - wird sie doch als Britin für eine Spionin gehalten -, auch ohne dass sie zu einer weiteren Ehe mit einem ihr kaum bekannten Schotten genötigt wird. Der allerdings eine nicht abzustreitende Faszination auf sie ausübt ...

So oder so ähnlich laufen zugegebenermaßen eine Reihe von Geschichten ab. Was Gabaldons Highland-Saga in meinen Augen so großartig macht, ist ihre geniale Umsetzung. Zunächst ist der Schreibstil ein wahrer Traum und hat mich als Kind schon gefesselt - und das in der deutschen Übersetzung. Das englische Original wie es hier von Davina Porter gelesen wird, übertrifft dies sogar noch. Sie schafft es, den schottischen Akzent glaubwürdig und charmant vorzutragen, dabei aber immer verständlich und angenehm zum Zuhören.

Besonders wichtig ist mir gerade bei Hörbüchern auch immer die Darstellung verschiedener Charaktere, besonders hinsichtlich ihrer Stimmen. Gabaldons Geschichte ist so eine, bei der eine ganze Reihe von Charakteren auftreten und sich in den Handlungsverlauf einmischen. Was einerseits für das Buch selbst spricht, das dadurch eine wunderschöne Dynamik erhält und somit zusätzlich zu den gut recherchierten Hintergründen sehr glaubwürdig daher kommt. Auf der anderen Seite sticht hier wieder Porter als tolle Sprecherin hervor, die genau diese unterschiedlichen Charaktere auch verkörpern kann.

Oder um es kurz auf den Punkt zu bringen: Die Highland-Saga hat es über einen verblüffend kurzen Zeitraum geschafft, eine große Fangemeinde hinter sich zu versammeln und das aus gutem Grund. Diese wundervolle Geschichte (sowie die Fortsetzungen) in ungekürzter Fassung und in einer so schönen Lesung hier im Angebot zu haben, ist auf so viele Arten toll, dass mir langsam die Adjektive ausgehen. Vielen Dank dafür an das Audible-Team und dicke Kaufempfehlung! :)

16 Leute fanden das hilfreich