PROFIL

Helix Nebula

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  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
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Pageturner

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.02.2020

In dieser Geschichte ist die Handschrift von Sam Feuerbach auf jeder Seite spürbar. Dies macht die Geschichte sehr lebendig und zu einem Pageturner. Stakkatoartig begleiten wir den Protagonisten durch unterschiedlichste actiongeladene Szenarien unterbrochen von Abschnitten aus Sicht einer Journalistin oder eines Polizisten.
Es ist immer schwierig einen Feuerbach zu bewerten. Grundlegend kann man mit seinen Geschichten nichts falsch machen.
Gerne höre ich seine Bücher wenn ich gerade viel um die Ohren habe und die Konzentration nicht auf der Höhe ist oder ich eine berieselnde Ablenkung benötige.
Die Charaktere sind interessant genug und verhalten sich ausreichend intelligent. Die Story selbst ist flüssig erzählt.
... aber es fehlt die Tiefe. Von den typischen überhasteten, schmalzigen Feuerbach Enden mal ganz abgesehen.

Sucht man eine unkomplizierte Ablenkung (was ja nichts Schlechtes ist!) ist man hier bestens bedient und wird nicht enttäuscht. Möchte man anspruchsvoller durch die Zeit oder Dimensionen springen gibt es bessere Alternativen, wie beispielsweise „Die beste meiner Welten“, „Flug 39“ oder „Dark Matter“.

Bewegend

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.02.2020

Wann ist eine Geschichte für mich eine gute Geschichte?
Wenn sie mich bewegt, mich traurig, wütend oder fröhlich macht. Wenn sich Teile der Handlung oder einzelne Charaktere in meine Erinnerungen einbrennen für alle Zeit. Wenn sie mich zum Nachdenken bringt, mir vielleicht einen Teilaspekt unserer Welt näher bringt den ich so nicht kannte, mich verblüfft und mein Denken beeinflusst.
All das bietet diese Geschichte.
In dieser gefühlvollen und sprachlich sehr schön geschriebenen Geschichte dürfen wir ein kleines Mädchen durch ihr Leben in der Marsch (einem Sumpfgebiet im Süden Amerikas) begleiten. Von der Welt verlassen und enttäuscht tastet sie sich vorsichtig durch ihr Leben. Unaufgeregt aber doch interessant und spannend lernen wir immer mehr über das Mädchen und auch die Umgebung in der sie lebt. Abgerundet wird das Ganze noch mit einem Kriminalfall der sich jedoch lange nicht in den Vordergrund stellt sondern abschließend sogar nich ein wenig die Frage nach der eigenen Moral stellt. Alle Charaktere sind mit gefühlvollen Pinselschwüngen gezeichnet und hallen nach dem Ende der Geschichte nach.
Wer hatte Action sucht ist hier eindeutig falsch aber diese Buch ist eine Empfehlung für alle die eine gefühlvolle Ballade über die Einsamkeit und die Natur, die Macht von Vorurteilen und leise Helden im Hintergrund zu schätzen wissen.

Ein Buch wie auf Speed

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.03.2019

Der Ronin-Hörverlag fällt mir immer häufiger als Produzent von guten Hörbüchern auf . Die Titelauswahl trifft in letzter Zeit sehr häufig meinen Geschmack und zu bereits in Papierform erfolgreichen Bestsellern gesellen sich immer wieder interessante Perlen. Viele meiner späteren Lieblingsgeschichten fanden durch diesen Verlag den Weg in meine Ohren. Reihen wie die sehr gute „Red Rising“ Saga welche vom Aufstand einer Kaste in einem Sonnensystem umfassenden Netzwerk handelt, die gefühlvolle aber auch spannende dystopische Ballade „Oryx und Crake“ oder die unterhaltsame Fantasy Reihe „Gentleman Bastard“ rund um ihren sympathischen Protagonisten Locke Lamora. Auch das von mir erst rezensierte „Kinder der Zeit“ wurde vom Ronin-Verlag vertont und viele weitere Leckerbissen finden sich bei diesem Verlag.

Das hier besprochene Buch, ist ein, meiner Meinung nach, sehr spezielles und auf seine Art außergewöhnliches.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und Marco Sven Reinbold macht seinen Job als Leser wieder hervorragend und empfiehlt sich weiter für die nächsten Projekte. (bereits bei Red Rising gefiel mir seine Art zu lesen sehr gut)

Zum Buch selbst ist es eingangs sehr schwierig die Geschichte in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Viele Elemente unterschiedlicher Richtungen vermischen sich. Fantasy mit etwas Magie, Dystopie, Zukunft vermischt mit Elementen aus der Vergangenheit prallen hier munter aufeinander.
Am ehesten könnte man dieses Werk wohl der Richtung des Steam Punk zuordnen. Dessen Definition an sich ja auch nicht so leicht zu beschreiben ist. Nach meinem Verständnis erhält man mit einer Steam Punk Geschichte eine abenteuerliche Reise durch ein altertümliches (meist viktorianisches) Setting mit teilweise moderner oder fremdartiger Technik und einer manchmal mehr und manchmal weniger großen Prise fantastischer Begebenheiten.

Und genau darum handelt es sich auch bei dieser Geschichte die zudem auch den ein oder anderen Gewaltexzess nicht scheut.

Wir begleiten einerseits den Protagonisten Godric End, in einer von ihm selbst erzählten Rückblende, von Kind an auf seinem steinigen, brutalen und von Drogen gezeichneten Weg ins Erwachsenenalter. Die Geschichte spielt hierbei überwiegend auf einem dystopischen, riesengroßen Schiff mit allerhand Abstrusitäten und Gewalt. Parallel zu diesem Handlungsstrang erfährt man ab einem späteren Zeitpunkt in Form eines Tagebuchs Einzelheiten über eine zweite Person die sich gegen einen Magier im Voodoo Priester Stil zur Wehr setzen muss.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind ausnehmend gut verflochten und lassen den Hörer/Leser mit großer Neugier auf das noch kommende warten. (was auch der Tatsache geschuldet ist, dass dieser Band sehr abrupt endet)

Das Setting ist sehr faszinierend und mir bisher so nicht untergekommen. Das düstere Schiff auf dem der Großteil der Geschichte spielt stellt eine Kombination aus klassischem Piratenschiff und technisch doch weiterentwickelndem Schiff dar. Die Ausmasse gleichen einer Stadt und die Crew einem Irrenhaus.
Die im Tagebuch-Teil geschilderte Umgebung ist dagegen sehr viktorianisch angehaucht und von dezenter Magie umwoben. Immer weiter taucht man so in diese Welt ein und saugt sämtliche Infos wie ein Schwamm auf. Die Charaktere wirken gut durchdacht und vielschichtig was der Geschichte zusätzliche Tiefe gibt.

Ich hatte mir von dem Buch nichts erwartet und bekam eine Geschichte die mich überraschte, fesselte, faszinierte und bei der ich sehnsüchtig auf den zweiten Hörbuchteil warte.

Allen Freunden die etwas Außergewöhnliches abseits ausgetretener Pfade suchen und vor einer Kombination verschiedener Epochen und Ideen, dem Mix aus Technik, Magie und etwas Haudrauf nicht zurückschrecken, lege ich diese Geschichte sehr ans Herz.
Einfach mal was anderes für zwischendurch.
Andere Rezensionen auch auf meinem neuem Blog orbitalwelten.at

13 Leute fanden das hilfreich

Kalt, Grausam, Einsam

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.03.2019

Es war soweit. Seit rund zwei Jahren befand sich dieses Hörbuch auf meinem Merkzettel. Immer wieder stand ich kurz davor es zu hören und ließ es dann doch für ein SiFi Abenteuer oder einen eben erschienen Titel links liegen.

Dabei hatte das Buch durchaus offensichtliche Vorteile. Die Spieldauer fiel eindeutig in mein Beuteschema, der Sprecher gehört zur Spitzenklasse und die „Hyperion und Endymion“ Reihe von Dan Simmons ist Teil meiner persönlichen TOP 20. Aus akutem Mangel entschied ich mich dann doch das Buch in Angriff zu nehmen und wurde mit einer sehr guten Erzählung entschädigt.

Die Geschichte selbst orientiert sich an einer wahren Begebenheit, wird aber vom Autor mit der mystischen Welt der Inuit Sagen verwoben. Dies tut der Geschichte keinen Abbruch, sollte aber beachtet werden, da eben phantastische Elemente eine nicht unwesentliche Rolle spielen.


Das Buch selbst startet gemächlich, verwendet sehr viel Zeit auf die Charaktereinführung und spendiert im Wechsel einige Darstellern immer wieder eigene Kapitel. Für Freunde dieser Herangehensweise (der ich bin) gibt es bei dieser Art der Einleitung meist zwei Varianten, die Langweilige, die erscheint als wäre es das ausschließliche Ziel gewesen Seiten zu schinden und die mich schon manchmal zum Abbruch brachte oder die gelungene Version, die der Geschichte und den einzelnen Personen Tiefe verleiht. Hier handelt es sich eindeutig um die zweite Variante und so beginnt man immer mehr mit den Leidgenossen zu frieren und mit voranschreiten der Geschichte schüttelt man zunehmend den Kopf über die vorherrschende Verbohrtheit, Arroganz und Hochmütigkeit, sowie vorherrschenden Rassismus und Homophobie der damaligen Zeit und schätzt manch Andersdenkenden umso mehr. (wobei knapp 200 Jahre später ähnliches noch immer beobachtbar ist). Zudem erfährt man im Laufe des Buches viele Einzelheiten über die damalige Seefahrt, Ansichten und teilweise auch etwas über die Lebensweise der Inuit.

So hungern, schleppen und kämpfen sich die Crews der beiden Schiffe gegen alle Widrigkeiten der Natur, einer Sagengestalt und der eigenen Ignoranz von Seite zu Seite und ich mittendrin.

Atmosphärisch ist das Buch sehr dicht und auch der Vortrag von Detlev Bierstedt ist gewohnt souverän und verleiht so manchem Charakter eine ganz eigene Persönlichkeit.

In manchen Szenen wurde mir zudem wieder einmal schlagartig klar, welche Macht England zu dieser (und auch noch einmal zu späterer Zeit) darstellte und wie unglaublich furchtlos die Mitglieder derartiger Expeditionen grundlegend sein mussten. Dieses im Buch vorkommende Lied “ Rule Britannia“ sollte im Vorfeld zur Einstimmung gehört werden), spiegelt es die damalige (und vielleicht teilweise auch noch heutige) Moral doch sehr gut wider und weckt selbst in einer nichtenglischen Landratte wie mir beinahe patriotische Gefühle.

Unterm Strich handelt es sich um eine in sich abgeschlossene, spannende und meiner Meinung nach sehr gelungene Abenteuergeschichte mit einem wahren Kern und Ausflügen in die Sagenwelt der Inuit.

Ein Buch das in Erinnerung bleibt.

Es sei erwähnt, dass es zudem eine 2018 erschienene Mini-Serie dieses Buches gibt die ich mir nach der Lektüre natürlich ebenfalls ansehen musste und die ich ebenfalls weiterempfehlen kann. Natürlich sind manche Charaktere anders gezeichnet und die Handlung weicht an diversen Pfaden etwas ab aber das macht die durchaus atmosphärische Serie für den Leser interessanter.
Diese Rezension befindet sich auch auf meinem neuen Blog rund um Hörbücher und Co - orbitalwelten.at

1 Person fand das hilfreich

Dem Helden unwürdig...

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.12.2018

Dieses Buch basiert auf dem wahren Leben eines mutigen Italieners der seinen persönlichen Kampf gegen die Nazis führt.
Leider wird die Geschichte dem Heldenmut nicht gerecht.
Stakkatoartig arbeitet der Autor Punkte im Leben von Pino ab. Gefühlsmäßig erreichte er mich dabei aber nicht.
Bei dieser Geschichte ist das eine Leistung für sich und auch furchtbar schade.

1 Person fand das hilfreich

Interessante Vision

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 14.09.2018

Das ist der Grund warum ich die SiFi so liebe.
Visionen der Zukunft. Mal Dystopie, mal Utopie. Fremde Welten und Ideen. Und doch immer ein Hauch Gegenwart.

Die Geschichte selbst ist ein Kriminalroman (Das hielt mich ursprünglich etwas ab von der Geschichte, da ich kein großer Krimi-Fan bin aber zum Glück hatte ich einen Mangel an Lesestoff und gab dem Buch eine Chance), geschrieben in bester Roman noir - Manier.
Der depressive Detektiv auf der Suche nach einer vermissten Person. Die Atmosphäre rund um den Protagonisten bleibt düster. Der Sprecher trägt seinen Teil zur Stimmung sehr gut bei und wertet die Geschichte dadurch zusätzlich auf.

Die Zukunft mit der man konfrontiert wird ist faszinierend, die Ideen überzeugen und die Charaktere funktionieren. Was will man mehr. Zudem ist das Ende sehr gut durchdacht und lässt erträglichen Raum für Spekulationen. Sollte hier eine Fortsetzung folgen, ich wäre dabei.

Auf alle Fälle sehr empfehlenswert für Freunde der SiFi die interessiert an der möglichen Zukunft auf unserem Planeten sind.

Eine anderer Kriminalrom der in der Zukunft, jedoch weltenübergreifend, spielt und zu meinen persönlichen Top 10 Büchern gehört ist übrigens "Spektrum". Reinhören lohnt sich!

15 Leute fanden das hilfreich

Satire vom Feinsten

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 14.09.2018

Christoph Maria Herbst als Sprecher konnte ich mir eigentlich nie so richtig vorstellen. Aber bereits bei dem von ihm (und im übrigen auch empfehlenswerten) gelesenen "Wie man die Zeit anhält" war ich von ihm begeistert.

Für derartige Bücher ist er perfekt geeignet. Er liefert eine tolle Leistung ab und verleiht dem Buch den richtigen Unterton.

Ich selbst bin hauptsächlich Fan von SiFi-Literatur. Zukunftsvisionen und fremde Welten faszinieren mich. Nach jedem guten Buch glaube ich zudem, nie wieder ein gleichwertig gutes Buch zu finden und falle in tiefe Lethargie. Vieles habe ich schon gehört oder gelesen und bin daher laufend auf der Suche nach neuem Lesestoff. Hierbei packe ich meinen Merkzettel voll mit unterschiedlichsten Empfehlungen die ich im Netz oder von Freunden bekomme und mit Entdeckungen beim Stöbern auf der Audible Seite. Anschließend arbeite ich immer wieder die Hörproben ab um eventuell bereits da zu erspüren ob ich es mit einem Hör-Diamanten zu tun habe. Meist sagt diese Probe leider nicht viel aus oder ist unglücklich gewählt und ein Buch entpuppt sich als besser oder auch schlechter.

Die Hörprobe dieses Buches war eine der seltenen Momente bei deren Beendigung ich sofort auf den Kaufen-Buton drückte um die gesamte Geschichte zu hören. Und ich wurde nicht enttäuscht. Trotz des für mich fremden Genres faszinierte mich dieses Buch vom Beginn bis zum Ende.

Das Buch selbst ist meiner Meinung nach eine satirische Meisterleistung. Von Beginn an durchziehen die Geschichte Spitzen gegen die Medien, die Politik und unsere Sicht auf die Dinge.
Mehrere Male möchte man gleichzeitig weinen und lachen. Natürlich gibt es auch ernste Momente die sich zum Ende hin deutlich vermehren. Doch selbst der Schluss ist eine gelungene, überspitze Darstellung der heutigen Welt.

Für Freunde der Satire oder solche, die eine kurzweilige Geschichte zu einem aktuellen Thema hören wollen ist dieses Buch absolut empfehlenswert. Zudem erhält man einen sicher nicht ganz unwahren Blick auf die Art wie manche Medien heute denken und handeln, hat der Autor schlussendlich Erfarhung in der Branche.

Viel Spass im Land der Tiger.

Nett

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.05.2018

Kurzweilige Unterhaltung, die aber bei weitem nicht an die unglaublich gute Krieg der Klone -Reihe heranreicht. Die Protagonisten bleiben im Großen und Ganzen farblos und die Geschichte zieht sich dahin.

Zudem handelt es sich offensichtlich um den ersten Teil einer Reihe die aktuell noch nicht fortgeführt wird. Man merkt das es isch bei dem ganzen Buch grundsätzlich um ein Vorgeplänkel handelt und demenstprechend unzufriedenstellend endet die Geschichte.

Wer Scalzi noch nicht kennt ---> "Krieg der Klone" ist die bessere Empfehlung und eine absolute Top-Empfehlung für SiFi-Fans.

Wer die Reihe schon kennt wird an Kollaps leider nicht viel Gefallen finden.

2 Leute fanden das hilfreich

Philosophie trifft auf SiFi

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.05.2018

Das Buch selbst erzählt die Geschichte einer modifizierten Menschheit in ferner Zukunft deren Ziel es ist, sich gewaltsam im Universum zu behaupten und aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit sämtliches außeriridsches Leben im Keim zu ersticken.
Doch es gibt einen Feind der nicht zu besiegen ist und der dann doch nur eine Nebenrolle spielt.

Brandhorst schreibt meiner Meinung nach keine Pageturner.

Ein Brandhorst-Roman ist zudem keine leicht Kost für nebenbei und als Hörbuch auch immer nur bedingt zu verdauen. Zu komplex die Materie und zu gigantisch die kreiierten Welten.

Er erschafft Geschichten die in Jahrtausenden spielen und sich über Jahrhunderte vor und zurück drehen. In denen unterschiedlichste Rassen und Abstammungen von Menschen aufeinandertreffen bzw. ihren Weg gehen.

Er bewegt Leser die sich darauf einlassen, dass Leben an sich zu hinterfragen bzw. sich mit dem Älterwerden und den Aspekten ewigen Lebens zu befassen. So trifft bei seinen Werken wiederholt Philosophie auf SiFi und dies vor stets spektakulärer Kulisse.


Wie immer ist es daher schwierig einen Roman von Brandhorst zu bewerten. Einerseits finde ich seine Geschichten stimmig, interessant, teils außergewöhlich und durchzogen mit unglaublichen Ideen und Systemen, sowie einem hauch von Philosphie.
Andererseits sieht man sich häufig mit langatmigen Situationen und einem unbefriedigendem, nicht bestimmbaren Gefühl beim Beenden seiner Lektüren konfrontiert.


Leser die schnelle, actionreiche SiFi bevorzugen werden mit einem Brandhorst nicht zufrieden sein. Fans von außergewöhlichen Szenarien und einer Zukunftsvision etwas abseits des Mainstreams kommen, wenn sie durch die ein oder andere Länge tauchen, auf ihre Kosten.


36 Leute fanden das hilfreich

SiFi trifft Fantasy

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.05.2018

Hier wurde ordentlich abgeliefert. Eine actionreiche Reihe mit tollen Ideen und interessanten Charakteren, die sich mit fortlaufender Dauer immer weiter entwickelt und nicht an Tempo und Spannung verliert.

Pierce Brown schafft eine tolle Welt und die Reihe rund um Darrow ist absolut empfehlenswert. Vergleichbar wäre hier wohl die Tribute von Panem - Reihe.

Die Handlung ist schnell umrissen. Genetisch veränderte Menschen leben in einem strengen Kastensystem und natürlich kommt es aufgrund unfairer Rahmenbedingungen und einem tragischen Tod zur Revolution. Wobei so einfach ist es dann doch nicht.

Kleine Mankos wie die häufige Dummheit der Alten und die Weisheit der Jungen sind wohl der Zielgruppe geschuldet, können aber durch die gute Story bedenkenlos verkraftet werden.

Empfehlung für Freunde der Tribute von Panem - Reihe oder jene die zwischen tiefgreifenden SiFi-Werken (Brandhorst, Atwood) mal etwas leichtere aber sehr unterhaltsame Kost brauchen. Aber auch für Fans von Fantasy-Romanen da der technische Teil der Geschichte in den Hintergrund rückt und die Handlung doch einige Paralleln zur Fantasy aufweisen.