PROFIL

Pstudio

  • 1
  • Rezension
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  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 2
  • Bewertungen
  • Es

  • Autor: Stephen King
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 52 Std. und 3 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 8.505
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 6.671
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 6.648

Die elfjährigen Freunde Bill Denbrough, Mike Hanlon, Ben Hanscom, Beverly Marsh, Stan Uris, Richie Tozier und Eddie Kaspbrak haben zusammen den "Club der Verlierer" gegründet. Gemeinsam wollen sie stärker sein als jeder einzelne von ihnen, da jeder im Club eine besondere Schwäche hat: Bill stottert, Mike ist schwarz, Ben ist übergewichtig, Beverly ist arm, Stan ist Jude, Richie ist vorlaut und Brillenträger und Eddie klein und kränklich.

  • 5 out of 5 stars
  • Alter Schwede

  • Von Andreas Am hilfreichsten 31.08.2011

David Nathan liest "Es": Ganz großes Kino

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.04.2012

Ich habe "Es" zweimal gelesen - das erste Mal vor etwa 25 Jahren - und das Buch wurde damals schlagartig zu einer zentralen Lesererfahrung. Nächtelanges Lesen, es (!) nicht beiseitelegen können, Mitbangen bis zur letzten Seite - und eine Art versteckte Trauer darüber, dass man die Figuren schließlich wieder ver- und ihrer eigenen Welt überlassen musste. Kostbare Momente, Geschenke im Grunde, die sich - wie so vieles, was man in jüngeren Jahren mitnimmt - ins Gedächtnis einbrennen und einen auch mit voranschreitendem Lebensalter nicht verlassen. Manchmal blickt man ein wenig wehmütig darauf zurück; ähnlich, wie es die Protagonisten von "Es" gegen Ende selbst tun, wenn sie, längst in ihren 40ern, sich an die Freundschaften ihrer Kindheit entsinnen.
Denn bei allem gekonnten und unübertrefflichen Horror ist "Es" am Ende des Tages auch ein großer Jugendroman. Es ist dies ein Prädikat, um das sich so manche King-Geschichte verdient gemacht hat ("Die Leiche"/"Stand by Me" wäre nur ein weiteres herausgehobenes Beispiel), aber nie hat er es so hochkonzentriert ausgebreitet wie hier. Das Amerika der späten 50er und der Mitt-80er gegenübergestellt, mit all seinen Versprechungen und Alpträumen: Es beginnt beim stimmungsvollen Lokalkolorit der hinterwäldlerischen Neuengland-Gemeinde Derry (ja, hier liegen die Leichen unter dem Teppich) und vertieft sich in solche Abgründe wie Mobbing unter Schülern, gluckenhafte Mütter und brutale Väter, die später quasi in prügelnden Ehemännern reinkarnieren, das Wegschauen der Erwachsenen vor den Anliegen von Kindern und vieles, vieles mehr. Nichts davon ist aufgesetzt, sondern alles so schlüssig, dass man begreift, wie gut King das kennt, von dem er erzählt. Das war immer seine große Kunst, und wer wollte, hat das auch - quer durch die Aufs und Abs seines Werks - immer erkennen und herausdestillieren können.
Die Kunst von David Nathan wiederum besteht darin, dass er all dies tatsächlich hörbar macht - dass man bei ihm "zwischen den Zeilen" hört. Ich wusste nicht, was ich von der eingelesenen Version (über die ich eher gestolpert bin) zu erwarten hatte - und war am Ende begeistert und berührt. Alle Figuren erstehen vollplastisch vor dem geistigen Auge, Stimmumfang, emotionale Bandbreite und Intensität des Sprechers sind absolut enorm. Das ist nicht einfach "nur so eingelesen", sondern man spürt beim Zuhören, dass David Nathan sich der Aufgabe mit Verve und Begeisterung angenommen hat - und dass er "seinen King" sozusagen kapiert hat. Selbst diejenigen Passagen, die tendenziell eine Schlagseite in Richtung Kitsch oder ins Kolportagehafte haben (etwas, wovon King nicht frei ist, was die Qualität seines Werks aber nicht schmälert), werden nicht verraten, sondern vollkommen stilsicher an den Mann gebracht.
Herr Nathan, chapeau - ich ziehe meinen Hut vor dieser Leistung. Sie haben es hier geschafft, eine Tür aufzumachen - ins Herz einer Geschichte und, ganz nebenbei und nur für mich, auch in die Vergangenheit dieses Lesers.

37 von 40 Hörern fanden diese Rezension hilfreich