PROFIL

Christian

  • 94
  • Rezensionen
  • 578
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 99
  • Bewertungen

(K)ein guter Anfang

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.07.2020

Von "Kützel und Röppen" schwer begeistert, dachte ich leichtsinnigerweise, dass Audible jetzt einen guten neuen Podcast nach dem anderen raushaut. Aber "Jubel & Krawall" ist leider so, dass man sich die ganze Zeit fragt, ob man wirklich noch bis zum Ende weiterhören möchte - und das schon bei der ersten Folge. Herr Kalle beweist mit jedem Satz, dass er eher ein Mann des geschriebenen Wortes ist. Und seine Kollegin versucht die eher biedere Chose mit überkompensierender Witzigkeit zu retten. Leider für mich schwer erträglich, sowohl inhaltlich (nein, "Harry Potter" ist kein Werk der deutschen Literatur... beim Thema beste deutsche Romananfänge), aber besonders, was die Darbietung anbelangt: verkrampft und pseudo-originell.
Das Beste ist noch der Titel.

1 Person fand das hilfreich

Leider Zeitverschwendung

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.06.2020

Kathrin Passigs Sachbuch (gemeinsam mit Sascha Lobo) "Dinge geregelt kriegen" fand ich hervorragend - witzig & originell. Dieses neue Werk dagegen ist weder das eine noch das andere (auch wenn Matthias Matschke jeden Satz so liest als wäre er megalustig). Sätze wie jener, dass Kartenzahlung bei Zeitreisen in die Vergangenheit eher schwierig sei, sind beispielhaft für das Humorniveau des Textes. Jeder, der sich auch nur ein wenig mit vergangenen Epochen beschäftigt hat, wird hier kaum Neues erfahren. Von der DDR erfährt man zum Beispiel, dass die Straßen dort recht uneben und nicht alle Waren zu bekommen waren, ach so?! Der ganze Text wirkt lieblos zusammengeschustert, es tut mir leid, dass ich das so deutlich sagen muss. Bisher war ich ein Fan von Frau Passig. Ihren Klagenfurter Siegertext "Sie befinden sich hier" finde ich immer noch genial.

4 Leute fanden das hilfreich

Perfect match

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.05.2020

Eine meiner Lieblingsstimmen liest einen meiner Lieblingsromane, was für eine Freude!!!
Nur: warum hat der Verlag den bezaubernden Untertitel des Werks unterschlagen? Es heißt nämlich in Wirklichkeit "Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre". Wenn Infanterieleutnant Melzer schon nicht die alleinige Hauptfigur ist, so folgen wir ihm doch durch ein faszinierendes Gewirr von Beziehungen, Handlungssträngen und Zeitebenen durch das Wien vor und nach dem 1. Weltkrieg. Neben Roths "Radetzkymarsch" hat kein Roman die Atmosphäre im k.u.k.-Reich vor und nach dem Untergang so herrlich illustriert. Heimito von Doderer führt uns mit seinem Klassiker so elegant und sprachmächtig in die "Tiefe der Jahre", dass man ihm gerne verzeiht, dass Erstleser bzw. -hörer in diesem munteren Menschenreigen manchmal leicht den Überblick verlieren. Aber das Buch ist so gut, dass man es ohnehin mehr als einmal genießen wird...

7 Leute fanden das hilfreich

Für mich jetzt schon mein Hörbuch des Jahres

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.04.2020

Wenn der Begriff tragikomisch noch nicht existieren würde, für diesen Text müsste man ihn erfinden. Es passiert mir nicht so oft, dass ich bei einem Hörbuch des öfteren laut auflachen muss. Wie Klaus Pohl hier beschreibt, auf welche Weise ebenso große wie schwierige Künstlercharaktere in der elsässischen Probenzeit im fernen Jahr 1999 aufeinanderprallten, ist so furios wie berührend. Und da der Autor nicht nur Dramatiker und Schriftsteller ist, sondern eben auch ein guter Schauspieler, vermag er besonders den unverkennbaren Tonfall Peter Zadeks und Ulrich Wildgrubers genial nachzuahmen. Die Aufnahme ist während einer Livelesung im Jahr 2017 entstanden, aber das stört in diesem Fall kaum.
Dass das Ringen beim Erschaffen großer Bühnenkunst bisweilen auch existentialistische Züge annehmen kann, zeigt Pohl als Berichterstatter (auch wenn er sich wohl die eine oder andere literarische Freiheit erlaubt hat) derart überzeugend, dass sein Text fast zu einem Vermächtnis wird. Einige der hier Porträtierten leben längst nicht mehr. Am tragischsten ist dabei das Schicksal des großen Ulrich Wildgruber, der sich kurz nach Ende der Hamlet-Tournee das Leben nahm. Man kann dem "Audio Verlag" zu dieser Veröffentlichung nur herzlich gratulieren. Einfach grandios!!

2 Leute fanden das hilfreich

Spannender Kampf um die Wahrheit

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.10.2019

Ich hätte gerne noch ein paar Stunden länger zugehört!
Ein geschickter Hochstapler narrt alle und wird zum Shootingstar des deutschen Journalismus. Juan Moreno schöpft Verdacht und kämpft gegen alle Widerstände (seiner SPIEGEL-Vorgesetzten) um die Wahrheit. Großartiger Text! Und Moreno offenbart ein Berufsethos, das man nur bewundern kann.

1 Person fand das hilfreich

Lachanfall

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.07.2019

Eigentlich höre ich Podcasts oft als Einschlafhilfe. Leider ging der Schuss hier völlig nach hinten los: ich musste dermaßen lachen, Tränen lachen, dass ich sofort wieder putzmunter war. Also in dieser Hinsicht: müsste man dem Produkt 1 Stern geben.
Aber wenn jemand, der das hier liest, sich nicht nach Schlaf, sondern nach Lachtränen sehnt, kann ich den Podcast empfehlen.
Was allerdings stimmt: 4 Stimmen, die auch noch teilweise durcheinander plappern, sind streckenweise akustisch recht fordernd für das Hörzentrums des Gehirns. Auch scheint mir die technische Qualität etwas schlechter als bei anderen Audible-Podcasts...

Der Mann mit der Ledertasche Titelbild

Autobiografisches Frühwerk mit Schwächen

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.02.2017

"Post Office", wie der Text im Original heißt, war Bukowskis erster Roman. Er trägt deutlich autobiografische Züge, und das ist auch seine Schwäche. Denn das Leben ist nun mal kein Roman.
Auch diesem Text fehlt es an dramaturgischer Struktur, es wirkt wie eine lose Aneinandereihung von Erinnerungen, Anekdoten und Episoden.
Hauptthemen sind die jahrelange Arbeit für die US Post (das sind die stärksten Passagen: die Zurschaustellung der Absurdität der Behördenbürokratie), wechselnde Lebensgefährtinnen, Alkohol und Pferdewetten.
Den typischen, schnodrigen Bukowski-Sound bekommt man gut mit, Brandt spricht das sehr passend und expressiv. Aber vom Hocker hat mich das Hörbuch leider nicht gerissen.
Vielleicht werd ich noch mal was im Original von Bukowski versuchen...

3 Leute fanden das hilfreich

Die Stoptaste ist die beste Exit-Strategie

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.02.2017

Unterm Strich leider eine Enttäuschung.
Und mindestens 4 der 5 beschriebenen Wege sind so hanebüchen, dass sie kaum funktionieren würden.
Und eine Frage, die mir nicht ganz unwichtig scheint bei dem Thema, wird leider völlig ausgeblendet: wie baut man sich als "Toter" eine neue Existenz auf...

8 Leute fanden das hilfreich

Nur Scheiß-Bücher schaffen es zum Bestseller...

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.08.2016

...ist es ein gängiges Klischee, das sich leider immer wieder bestätigt.
Im Falle von "Auerhaus" waren aber sogar die Kritiker ganz aus dem Häuschen. Und über 300.000 verkaufte Bücher für einen Debütroman ist ja sehr außergewöhnlich. Deshalb war ich diesmal in gespannter Erwartung.

Aber leider bewahrheitete sich auch in diesem Fall das Klischee: Dass, was der Masse gefällt, literarisch meist nicht viel wert ist (natürlich gibt es einige Ausnahmen; auch Genazino war mit seinen Romanen schon auf der Bestsellerliste, oder Nadolnys "Die Entdeckung der Langsamkeit" oder Kehlmanns "Die Vermessung der Welt"...). Herrn Bjerg ist weder eine literarisch interessante Sprache zu eigen, noch ist sein Ich-Erzähler in irgend einer Weise bemerkenswert. Die Geschichte ist nur eine laue Aneinanderreihung von Pubertätsanekdoten. Gelungen finde ich eigentlich nur den Schluss (deshalb zwei statt einem Stern für die Geschichte). Dass das Hörbuch aber doch ganz erträglich war, lag vor allem am ausgezeichneten Sprecher.

4 Leute fanden das hilfreich

Buchpreisgewinner kann überzeugen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.01.2016

Der Text muss für die Hörbuchfassung stark gekürzt worden sein, über 800 Seiten würden ein Hörbuch ergeben, das länger ist als 12 Stunden. Das ist schon mal schade.
Der Autor lispelt, das stört aber nicht wirklich. Er interpretiert seinen Text wirklich ausgezeichnet. Der Text lebt auch wirklich vom Rhythmus, vom Sound der Sprache, das wirkt sehr gut.
Der Roman ist vielschichtig, mit diversen Zeit- und Handlungsebenen, nicht alles wird einem beim Hören klar. Aber dass man am Ende Lust hat, das Buch zu lesen, spricht eigentlich für das Hörbuch.
Das Manuskript sollen über 30 Verlage abgelehnt haben. Das wird einerseits verständlich. Andererseits ist es schade, dass die Verlage lieber auf Nummer Sicher gehen und Mainstream-Romane veröffentlichen. Witzel hat dagegen wirklich etwas gewagt mit seinem außergewöhnlichen Text. Schön, dass das im Endeffekt belohnt wurde (und sich einige Lektoren im Nachhinein geärgert haben werden, einen Buchpreisgewinner abgelehnt zu haben).

8 Leute fanden das hilfreich