PROFIL

Krzysztof Merks

  • 3
  • Rezensionen
  • 15
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 4
  • Bewertungen

Edle Einfalt und stille Größe

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.01.2015

Auf welchen Platz würden Sie Kruso auf Ihrer Hörbuch-Bestenliste setzen?

Ich habe lange mit mir gerungen, welches der Bücher von der Shortlist des Bücherpreises ich mir während der Weihnachtstage "zu Gemüte führen" sollte, habe mir Leseproben von Karen Köhlers "Wir haben Raketen geangelt" und Thomas Hettches "Pfaueninsel" und Thomas Melles "3000" heruntergeladen. Am meisten hat mich aber der Roman von Lutz Seiler angesprochen. Nicht thematisch (da hätte ich wohl Hettche den Vorzug gegeben), sondern wegen der Sprache. Diese ist poetisch, ohne dass der Autor in schiefe oder verbrauchte Metaphern verfallen würde. Man merkt ihm an, dass er von der Lyrik kommt.

Welche Figur hat Ihnen am besten gefallen? Warum?

Im Grunde sind alle Figuren gut ausgearbeitet. Vor allem die titelgebende, Alexander Krusowitsch, wirkt sofort sympathisch. Wie kaum ein anderer Zeitgenosse, schafft es Lutz Seiler, den Charakteren Leben einzuhauchen. Keiner von der "Besatzung des Klausners" wirkt, wie in so manchem anderen Roman der Gegenwart, zweidimensional oder als "reine Staffage".

Würden Sie sich auch für ein anderes Hörbuch interessieren, das Franz Dinda spricht?

Vielleicht

Wenn Sie dieses Hörbuch verfilmen könnten wie würde der Slogan dazu lauten?

Zauberberg reloaded

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

Ich kann Leser, die von der "Lektüre" enttäuscht sind, verstehen. "Außerordentliches" ist in dem Buch nicht zu finden. Eher am Rande oder im Hintergrund spielen sich Ereignisse von historischer Tragweite ab. Wer auf "krawallige" Literatur steht, sollte eher zu einem Krimi greifen.

9 Leute fanden das hilfreich

Ein (leider) endlicher Spaß

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2014

Was hat Ihnen das Hörerlebnis von Unendlicher Spaß besonders unterhaltsam gemacht?

Der Inhalt ist einfach phänomenal! Es handelt sich zwar unüberhörbar um eine Werbeveranstaltung des Verlages, in dem die Übersetzung erschienen ist (Kiepenheuer & Witsch), aber das mindert die Freude kaum. Ganz im Gegenteil. Was der Verleger und Übersetzer über das Buch und den Autor zu sagen haben, ist höchst informativ und amüsant. Solche reichhaltigen Hintergrundinformationen enthält kein Vor- oder Nachwort.

Wie gut hat the narrators alle Charaktere herausgearbeitet? Wie hat the narrators das geschafft?

Solch genauen Beschreibungen, sei es der Figuren oder aber der Umgebung, in der sich die Handlung abspielt, hat man seit Fontane & Co. nicht mehr gelesen. Es ist wie eine Art Gegenmodell zu den spätestens seit Hemingway üblichen "kurzen Sätzen". Man merkt schon nach den ersten Seiten, dass da ein wahrhaft großer Schriftsteller am Werke gewesen ist. Chapeau!

Hat dieses Hörbuch Sie emotional stark bewegt? Mussten Sie laut z.B. lachen, weinen, zweifeln, etc.?

Der Autor überrascht immer wieder auf's Neue, so dass man manchmal selbst nicht weiß, ob man an einer Stelle lachen oder weinen möchte.

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

Die Qualität der Leser/Sprecher schwankt in der Tat sehr (einer schafft es tatsächlich, nachdem die Vorredner den Namen der Stadt Tucson falsch auszusprechen und das, nachdem die Vorredner diese "Klippe" bereits erfolgreich umschifft haben - peinlich, peinlich!) Auch die der Aufnahme läßt zu wünschen übrig.

1 Person fand das hilfreich

Super Buch aber Titel falsch bzw. irreführend

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.01.2012

Ein tolles Buch, das Frau Lewitscharoff da abgeliefert hat. Und auch ganz hervorragend von ihr gelesen - ruhig und langsam und mit einem wunderbar schwäbelnden Zungenschlag.
Es gibt im Grunde nichts zu bemäkeln. Außer dem Titel vielleicht. Der hätte IMHO eher "Tabakoff" oder "Im Namen des Vaters" lauten sollen. Das wäre, finde ich treffender. Natürlich ist "Apostolloff" ein ebenso sprechender Name wie der erwähnte (Raucher) Tabakoff oder auch die Geschwister "Zankoff". Aber auch "Der Name des Vaters" wäre recht anspielungsreich, zumal dessen, des jung und womöglich "unter mysteriösen Umständen" (so zumindest die Mutmassungen der bulgarischen Verwandtschaft, die einen gewaltsamen Tod unterstellt) Verstorbenen Vorname Kristo lautet - worauf die Erzählerin mehr als einmal eingeht.
Doch auch so ist das Buch ein echter Genuss. Dezent gesetzte und frisch-unverbrauchte Metaphern, die während des gesamten "Road-Trips" nach Bulgarien nicht langweilig werden oder gar unpassend wären. Ich habe es (auditiv, wie es sich bei Audible gehört) verschlungen. Ein klarer Tipp!

5 Leute fanden das hilfreich