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Amazon Kunde

  • 6
  • Rezensionen
  • 113
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 6
  • Bewertungen
  • Die Stürme des Zorns

  • Die Sturmlicht-Chroniken 4
  • Autor: Brandon Sanderson
  • Sprecher: Detlef Bierstedt
  • Spieldauer: 24 Std. und 14 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 3.158
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 2.976
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 2.969

Ein Held, der sich mit ganzer Kraft gegen sein Schicksal stemmt. Ein General, dessen tödlichster Auftrag ist, den Krieg zu beenden. Eine Prinzessin, die nicht ahnt, welches machtvolle Erbe tatsächlich auf sie wartet. Und ein Assassine, dessen übermenschliche Fähigkeiten Könige und Fürsten erzittern lassen. Sie alle sind die einzigartigen Helden im großen Kampf um die Zukunft der Welt von Roschar - ein scheinbar aussichtsloser Kampf. Doch die Rettung naht bereits.

  • 5 out of 5 stars
  • Der pure Wahnsinn

  • Von Eva Am hilfreichsten 29.07.2016

Lost in Translation

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.10.2018

Grandiose Story, sehr guter Erzähler - das einzige, was in Band vier (bzw. 2.2) zu wünschen übrig lässt, ist die Übersetzung ins Deutsche, die hier etwas schlampiger wirkt als in den ersten drei Teilen. So hört man hier von Pflanzen, die "gedeihten", Frontlinien, die "aufgespaltet" und Zelten und Lagern, die "abgeschlagen" wurden. Angesichts des Inhalts - eines monumentalen Epos in einem fantastischen aber eindeutig historisch anmutenden Setting - würde man hier ganz klassisch unregelmäßige Verbformen und stimmige Kollokationen wie "gediehen", "aufgespalten" und "Zelte/Lager abbrechen" erwarten. Einige erzählende Passagen wirken plötzlich irritierend einfach und umgangssprachlich, ohne dass dies durch die Gedankenrede einer einfach gestrickten Figur zu erklären wäre, und zum Ende hin schimmert an einigen Stellen noch deutlich der englische Satzbau des Originals durch.
Ich bin nicht sehr spitzfindig an die Sache herangegangen, dies ist nur, was mir nebenbei beim Hören aufgefallen ist und mich irritiert hat. Vielleicht musste der Übersetzer - der ja derselbe ist wie in den ersten drei Teilen - hier unter größerem Zeitdruck arbeiten. Der Geschichte an sich tut dies zum Glück kaum einen Abbruch.

  • Eine Bluse macht noch keinen Sommer

  • Geschichten aus dem Kleiderschrank
  • Autor: Guido Maria Kretschmer
  • Sprecher: Guido Maria Kretschmer
  • Spieldauer: 6 Std. und 19 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 102
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 93
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 96

Die Mode schreibt ihre ganz eigenen Geschichten. Und wer könnte sie besser erzählen als Guido Maria Kretschmer. Freuen Sie sich auf verschwundene Mäntel, sprechende Leggings, Dirndl im Exil, ein Kostüm mit Pferdeschweif, fliegende Röcke und angetrunkene Cocktailkleider. Dazu außerdem wichtige Mode-Basics: Erfahren Sie, welches Kleidungsstück Sie wie und wann am besten tragen und welcher Schnitt zu welcher Figur passt.

  • 5 out of 5 stars
  • Wieder einmal wunderbar!

  • Von Brummselmummsel Am hilfreichsten 20.05.2015

Darf man seineKunden als "Blödglotzer" bezeichnen?

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.04.2018

Dieses Buch ist kein herkömmlicher Moderatgeber, sondern ein Geschichtenbuch über Kleidung und Menschen - und es ist zauberhaft.

Es ist in Kapitel unterteilt und jedes Kapitel behandelt eine andere Art von Kleidungsstück. Zu Beginn eines Kapitels erzählt Guido Maria Kretschmar jeweils eine Anekdote aus seinem langjährigen Berufsleben als Modeschöpfer, in der es um ein solches Kleidungsstück geht. Anschließend folgt eine Definition des jeweiligen Kleidungsstücks, verbunden mit einem historischen Abriss. Den Abschluss bilden jeweils Auflistungen verschiedener Unterkategorien und ein paar allgemeine Kombinations- und Figurtipps.

Die einzelnen Teile der Kapitel sind von unterschiedlichem Informationswert. Die Definitionen scheinen notwendig zu sein - in einem Kapitel über Röcke scheint es der Vollständigkeit halber einfach dazuzugehören, zu definieren, was ein Rock ist - aber mal ehrlich: Wer sich lange genug in diesem Kulturkreis aufgehalten hat, um die Sprache so weit zu erlernen, dass er diesem Buch folgen kann und sich gleichzeitig in ausreichendem Maße für Kleidung interessiert, um ein Buch über Mode zu kaufen, hat in der Regel bereits eine hinlänglich zutreffende Vorstellung davon, was ein Rock ist. Auch die Kombinations- und Figurtipps sind zu knapp und zu allgemein gehalten, um besonders informativ zu sein. Wer bereits weiß, was ein Rock ist und auch Unterkategorien wie Bleistift-, Falten-, Wickel-. A-Linien-, Mini-, und Tulpenröcke kennt und sich darüber im Klaren ist, dass man Röcke mit Oberteilen wie Blusen, Pullovern, Jacken etc. kombiniert und vielleicht sogar, dass ein Tulpenrock Volumen vortäuschen aber auch verstecken kann, der aber gerade individuelleren und spezielleren Fragen nachgeht, wie z.B., auf welcher Höhe ein Rockbund sitzen und wie er beschaffen sein sollte und ob man das Oberteil einstecken oder darüber hängen lassen sollte, um eine aus der Elternzeit zurückkehrende H-X-Mischfigur mit hoher Taille und kurzen Beinen optimal proportioniert wirken zu lassen, oder ob man in diesem Fall gar keine Röcke tragen, sondern gleich bei Kleidern bleiben sollte, der wird hier keine Antworten finden. Interessant dagegen fand ich die historischen Abrisse, in denen man erfährt, seit wann es bestimmte Kleidungsstücke gibt, woher sie stammen und ggf., wer sie erfunden bzw. populär gemacht hat. Das eigentliche Herzstück jedes Kapitels ist und bleibt jedoch die jeweilige Anekdote. Diese Anekdoten sind persönlich und witzig und gewinnen noch einmal dadurch, dass der Autor sie selbst vorliest.

Das einzige, was mir wiederholt aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass viele seiner ehemaligen Kunden in Kretschmars Anekdoten nicht gerade schmeichelhaft beschrieben werden. Darf man die körperlichen Unzulänglichkeiten seiner ehemaligen Kundinnen und ihrer Angehörigen sowie ihre Familienverhältnisse öffentlich so offen schildern? Darf man sie explizit als "hart", "grob" "verdreht", "humorlos" oder eben als "Blödglotzer" bezeichnen? So unterhaltsam die Erzählungen sind, ich musste mich beim Hören immer wieder fragen, wie die Betroffenen wohl damit umgegangen sind und dies hat mein Hörvergnügen geschmälert.

  • After Work

  • Autor: Simona Ahrnstedt
  • Sprecher: Vera Teltz
  • Spieldauer: 14 Std. und 2 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 2.200
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 2.036
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 2.023

Als Lexia Vikander erfährt, dass ihre Stockholmer Marketingagentur von einem großen Konzern aufgekauft wurde, gibt es für sie nur eine Lösung: Alkohol. Und zwar viel davon. In einer Bar lernt sie den aufregenden Adam Nylund kennen, der ihr nicht nur einen Drink nach dem nächsten spendiert, sondern ihr am Ende des Abends auch noch den heißesten Kuss gibt, den sie je zuvor bekommen hat. Lexia schwebt auf Wolke 7 - bis sie am nächsten Morgen zur Arbeit kommt und herausfindet, wer ihr neuer Chef ist.

  • 5 out of 5 stars
  • So widersprüchlich wie die eigenen Erwartungen

  • Von Amazon Kunde Am hilfreichsten 17.04.2018

So widersprüchlich wie die eigenen Erwartungen

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.04.2018

Lexia ist eine junge Werbetexterin. Sie lebt mit einer mehr als lesbischen Mitbewohnerin auf einem Hausboot und bezeichnet sich selbst als "Feministin". Um nach einer Firmenübernahme ihren Arbeitsplatz zu sichern und gleichzeitig "die Dinge zu verändern", stürzt sie sich mit vollem Einsatz in die Planung einer groß angelegten Werbekampagne für Unterwäsche. Ihr Ziel ist es, die Vorherrschaft einer kleinen, homogenen Gruppe (junge, reiche weiße Männer) und deren Idealvorstellungen (Schlankheitswahn, Frauen als Objekte) in Frage zu stellen und stattdessen die wahre Vielfalt der Gesellschaft und unterschiedliche Körperformen abzubilden. So sehr sie sich beruflich für Toleranz und "Body Positivity" einsetzt, so sehr zweifelt sie gleichzeitig privat an der Daseinsberechtigung ihrer eigenen Figur, die aus unterschiedlichen Perspektiven wechselweise als "fett", "dick", "mollig", "anders als alle anderen", "eigentlich ganz normal", "perfekt proportioniert" und "wunderschön" beschrieben wird - was alles noch durchaus nachvollziehbar zu sein scheint. Doch - und hier wird es langsam interessant - weder ihre Minderwertigkeitskomplexe noch ihr feministisches Bemühen, Frauen nicht als Objekte darzustellen, vermögen sie davon abzuhalten, sich für die Arbeit täglich in einen "Sexy Secretary"-Look zu zwängen und unter engen Kleidern und Röcken Nylonstrümpfe mit Strapsen zu tragen. Der Mann, dem sie verfällt, wir ahnen es bereits, ist zwar politisch korrekt und einfühlsam, aber natürlich kein transsexueller Albino mit Migrationshintergrund, Brille und Schwabbelbauch, sondern ein beruflich erfolgreicher und überdies auch noch überdurchschnittlich attraktiver weißer Geschäftsmann. Das Ganze ist in sich höchst verworren und widersprüchlich, doch ist dies am Ende nicht die Widersprüchlichkeit der Gesellschaft und unserer selbst? Wir alle wollen um unserer selbst Willen geliebt werden, unabhängig von unseren körperlichen Makeln - doch wer vermag schon immer, andere so zu lieben? Eine kurzsichtige, unsportliche Protagonistin mit Bauchspeck, mit der wir uns identifizieren können? Ja, bitte! Einen ebensolchen Helden, der aussieht wie unser eigener Ehemann? Hm... Letztlich sind es vielleicht nur die widersprüchlichen Erwartungen ihrer Leserschaft, die die Autorin hier umsetzt. Und wenn es ein Genre gibt, das nicht den Gesetzen der Logik gehorchen muss, dann ist es der Liebesroman.
Fazit: Trotz aller Widersprüche und der Wortwiederholungen in den Liebesszenen ist dies meiner Meinung nach einer der interessanteren Romane dieses Genres. Wer nach einem spannenden Liebesroman sucht, der etwas Neues zum Nachdenken enthalten aber dennoch dem klassischen Muster folgen soll, mit einer Protagonistin, mit der man sich als Normalsterbliche identifizieren kann und einem Helden, der des Schmachtens würdig scheint, der wird hier fündig.

111 von 123 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Feuersang und Schattentraum

  • Die Sumpfloch-Saga 5
  • Autor: Halo Summer
  • Sprecher: Anne Düe
  • Spieldauer: 17 Std. und 31 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 216
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 192
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 191

Ein Sommer der Schönheit, der Schwärze und der Verwirrungen bricht über Gerald herein: Die Stille der toten Welt, das geheimnisvolle Licht hinter den Spiegeln und ein Angriff, der Amuylett ins Chaos stürzt, lassen ihn zweifeln. Wofür schlägt sein Herz, wenn die Zeit stehen bleibt - in einer Lücke zwischen Leben und Tod?

  • 5 out of 5 stars
  • wann kommt endlich der nächste Teil

  • Von Sonnenschein Am hilfreichsten 18.06.2018

mehr - schnell!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.04.2018

Amuylett wird wohl - auch stilistisch - immer eine Teenie-Welt bleiben, in der "holde Maiden" auf "tolle Typen" treffen und es "vermögen", "fiese Angriffe" abzuwehren.
Mich persönlich irritiert es ein wenig, dass die Autorin on-the-go ständig neue Wesen, Hintergründe und Rahmenbedingungen dazu zu erfindet, ohne sich lange mit Vorausdeutungen aufzuhalten, so dass man als Leser/Hörer nie dazu kommt, sich in dieser Welt auszukennen und - wie in einem guten Kriminalroman - etwas im Voraus erraten zu können. Trotzdem - oder vielleicht auch gerade deswegen - wirkt dieses chaotische Machwerk im Teenie-Tagebuchstil in hohem Maße suchterzeugend. Dies hat sicherlich vor allem mit den sympathischen Charakteren zu tun.
Und, hey - die Erzählerin entwickelt sich im Laufe der Reihe! Während sowohl die Liebesszenen ("Er küsste sie. Es war ein perfekter Vormittag.") als vor allem auch die Kampfszenen im ersten Band noch so kurz und nichts sagend waren, dass ich mich ernsthaft fragte, ob ich etwas überhört habe oder ob das Buch tatsächlich so an den Lektoren vorbei gekommen sei, hat man es in Band vier und fünf mit einer ganz anderen, deutlich versierteren Erzählerin zu tun. Ich persönlich mag auch die "Prüfungen", die Lysandra und Scarlet durchlaufen und die etwas von schamanischen Meditationserfahrungen (?) haben. Dies sind Elemente, die einem in Erinnerung bleiben, wenn das Liebesgeplänkel zwischen den Charakteren und die Aufregung um irgendwelche Riesenzähne und Türen zwischen den Welten sich gelegt haben.

  • Die Grenze

  • Shadowmarch 1
  • Autor: Tad Williams
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 30 Std. und 54 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.479
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 1.402
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 1.393

Krieg und Frieden als großes Fantasy-Epos. Krieg zieht herauf. Die Elben, einst hinter der Schattengrenze im Norden zurückgezogen, treten aus dem Nebel heraus und wollen verlorene Gebiete zurückerobern. Aber auch der machtbesessene Autarch im Süden stellt Heere bereit und beide haben die Südmarkfeste zum Ziel.

  • 5 out of 5 stars
  • Zwischenbewertung an Unschlüssige, sehr spannend

  • Von Rodriguez Am hilfreichsten 24.08.2016

Wenn es nicht Tolkien ist, ist es nicht Tolkien

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.04.2018

Tad William ist Amerikaner und der "Shadowmarch"-Zyklus sollte ursprünglich einmal ein Drehbuch werden. Beides merkt man dem Endergebnis an. Viele Szenen werden so geschildert, dass man sie bildlich vor sich sieht und erinnern damit tatsächlich eher an einen Film als an eine Erzählung - was an sich ja noch nichts Schlechtes ist. Bei manchen Ereignissen kann man sich des Eindrucks der Effekthascherei allerdings nicht erwehren. So ist die Dichte der Monster in allen Varianten - von dämonischen "Steinschluckern" über Menschen ohne Köpfe bis hin zu giftigen Riesenskorpionen - sehr hoch und sie alle scheinen eher der Phantasie eines Hollywood-Regisseurs entsprungen zu sein als der nordischen Mythologie und an manchen Stellen - z.B. wenn ein Halbgott nicht sterben kann, ohne sich im Todeskampf noch einmal in eine gigantische Riesenspinne zu verwandeln oder wenn einer der bereits relativ zu Beginn der Handlung verstorbenen Charaktere während des großen Endkampfes als bandagierter Leichnam heiser ächzend durch eine Gruft tappt, um seinen Tod zu rächen, wirkt das Ganze übertrieben und albern. Hinzu kommen ein paar typisch amerikanische Klischees: Die hochrangigen Bösewichter sind überwiegend attraktive Psychopathen mit einem sadistischen Sexappeal und die niederen Chargen erkennt man allesamt an ihren schlechten Zähnen und ihrem Mundgeruch. Gewalt ist gesellschaftsfähig, ("normale") Sexualität ein Tabu. So werden durch vier (!) Bände hindurch detailliert Kampfszenen geschildert. Es wird minutiös mit fast schon choreographischer Genauigkeit berichtet, wie die Helden sich drehen und ausholen und zutreten, um ihre Gegner zur Strecke zu bringen. Kinder werden versklavt, misshandelt, missbraucht, gefoltert, verstümmelt und abgeschlachtet und die Gänge unter der Burg sind nass und glitschig von all dem Blut, das auf den Stein tropft, aus dünnen Schnitten an Kehlen rinnt und sickert, schwallartig aus offenen Bauchwunden quillt oder in Fontänen aus den Stümpfen abgetrennter Gliedmaßen schießt. Doch wenn zwei psychisch stabile, heterosexuelle Erwachsene sich am Ende des vierten Bandes einvernehmlich küssen, zieht der Erzähler sich diskret zurück.
Was mich veranlasst hat, trotzdem vier (!) Bände "Shadowmarch" mit einer jeweiligen Lesezeit zwischen 20 und 30 Stunden in wenigen Wochen durchzuhören? Nun, es waren im Wesentlichen zwei Dinge: 1) Tad Williams versteht sich darauf, Charaktere zu zeichnen. Es gibt eine unheimliche Vielzahl höchst unterschiedlicher Charaktere und selbst wenn David Nathan als Ausnahme-Sprecher nicht so einen großartigen Job machen und jedem Charakter seine individuelle Stimme verleihen würde, würde man trotzdem schon aufgrund der Wortwahl und der Art der Wahrnehmung zu Beginn jedes Kapitels erkennen, aus wessen Sicht es erzählt wird. 2) Williams versteht sich darauf, Spannung zu erzeugen. "Shadowmarch" besteht aus einer Vielzahl parallel verlaufender und sich zunehmend kreuzender Handlungsstränge, die natürlich jeweils an den spannendsten Stellen unterbrochen werden. Und wenn man im Hinterkopf gerade vier oder fünf verschiedene Handlungsstränge am Klimax auf Standby stehen hat, MUSS man einfach atemlos weiterhören.
Mein Fazit: Tad William weiß, was er tut und er ist ein Meister seines Faches. Wäre "Shadowmarch" tatsächlich eine Fernsehserie geworden, sie wäre mit Sicherheit extrem erfolgreich. Als Roman entbehrt aus meiner Sicht an Tiefgang. Ja, es ist extrem spannend, lässt einen - abgesehen von der Tatsache, dass einem die Charaktere sympathisch geworden sind - aber mit einem "So what?"-Gefühl zurück. Was mich am meisten gestört hat, war, dass der Autor mit den endlosen Schilderungen exzessiver Gewalt und monströser Kreaturen sowie den wiederholten Andeutungen auf sexuelle Perversionen fortwährend versucht, die niederen voyeuristischen Triebe im Leser/Zuhörer anzusprechen. Shadowmarch ist sicherlich ein Meilenstein der Fantasy-Literatur, aber ich würde es nicht unbedingt ein zweites Mal hören.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Schuld war nur der Mistelzweig 1

  • Autor: Judy Astley
  • Sprecher: Carolin Sophie Göbel
  • Spieldauer: 7 Std. und 39 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 319
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 285
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 288

Nein, nicht schnulzig, sondern richtig schön romantisch! Schließlich ist bald Weihnachten... Theas Eltern wollen die ganze Familie zu Weihnachten nach Cornwall einladen, in ein großes Haus am Meer, dabei sind sie eigentlich dabei, sich zu trennen. Thea selbst ist gerade Single geworden, denn ihr Exfreund hat sich gegen ein Kind und für die Welpenzucht entschieden - was für ein Kotzbrocken. Während es draußen wie verrückt schneit, wird drinnen heftig Weihnachten gefeiert.

  • 3 out of 5 stars
  • Fast wie ein Pilcher-Film am Sonntagabend

  • Von Müller Am hilfreichsten 24.11.2016

Wie kreiert man Langeweile?

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.01.2018

Ich räume ein, dass ich in den Monaten bevor ich diese Hörbuch kaufte fast ausschließlich groß und breit angelegte Fantasy-Epen aus je drei bis vier Bänden à 20 bis 30 Stunden Hörzeit gehört habe, in denen in monumentalen Endschlachten ganze Welten gerettet wurden und in denen eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Charaktere sich gezwungen sah, unter andauernder Lebensgefahr Entscheidungen von existenzieller Bedeutung und großer persönlicher und sozialer Tragweite zu treffen. Angesichts dieser inhaltlichen Fallhöhe mag es nur natürlich erscheinen, dass "Schuld war nur der Mistelzweig" mir beim Hören zunächst wie das kleinste, banalste und langweiligste Hörbuch erschien, das ich je gehört hatte.

Allerdings: der Eindruck blieb. Auch mit wachsendem zeitlichen und emotionalen Abstand und auch im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Büchern dieses Genres. Und dies liegt nicht nur am Inhalt, der, so banal und vorhersehbar er sein mag, meines Erachtens die Keimzelle zu einem potentiell höchst unterhaltsamen kleinen Roman in sich birgt - sondern an der Erzählweise. Und so war das Spannendste an diesem Buch für mich in der Tat, im Nachhinein darüber nachzudenken, wie darin - vermutlich ungewollt und dennoch systematisch - durch erzähltechnische Mittel Langeweile erzeugt wird.

Da ist zum Beispiel die Erzählperspektive: Wechselnde personale Erzähler und unterschiedliche Handlungsstränge kannte ich bisher sowohl aus dem Fantasy-Genre als auch aus der klassischen Literatur nur als Mittel, um Spannung zu erzeugen oder aufrecht zu erhalten, um unterschiedliche Charakterstudien anzulegen oder um ein zentrales Problem aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Doch dass man diese Mittel auch einsetzen kann, um Spannung zum Versiegen zu bringen und Langeweile zu erzeugen, indem man zwischen Perspektiven und Handlungssträngen wechselt, von denen eine/einer langweiliger ist als die/der andere und die Wechsel jeweils auch nicht vor, auf oder unmittelbar hinter den Höhepunkt einer Spannungskurve setzt, sondern ganz an ihr Ende, wo unter normalen Umständen wirklich kein retardierendes Moment mehr gebraucht wird, war mir so noch nicht bewusst und diese Erkenntnis ist für mich die wesentliche Leistung dieses Romans.

Auch von Charakterstudien kann hier keine Rede sein. Sämtliche Figuren - unabhängig davon, ob sie aus der Innen- oder aus der Außensicht geschildert werden, bleiben flach und typenhaft. Besonders auffällig wird dies an der Geliebten des Vaters der Protagonistin und dem Liebhaber ihrer Mutter, die, grell überzeichnet, zwar lächerliche Figuren abgeben, aber keine wirkliche Komik erzeugen, es gilt aber auch für den so verheißungsvoll angekündigten Sean, von dem "die Hörerin" nur erfährt, dass er attraktiv ist und offensiv mit der Protagonistin flirtet, aber nichts, was ihn darüber hinaus als Mann und Mensch interessant machen würde. Selbst, dass er charakterlich ausgeglichener ist als der stockarschige Ex-Freund der Protagonistin, scheint eher ein Zeichen von Normalität oder sogar Durschnittlichkeit zu sein als eine persönliche Leistung Seans, da auch der hundezüchtende Ex-Freund und seine dominante Schwester auf eine unreif-moralisierende Weise als emotional und sozial querschnittsgelähmt überzeichnet werden, wobei sie vielleicht die interessantesten Figuren dieses Romans sein könnten.

In den Perspektivwechseln zwischen der "sitzengebliebenen" Protagonistin, ihrer hysterischen Schwester und ihrer alternden Mutter ist zwar so etwas wie ein gemeinsames Motiv - moderne Frauen in verschiedenen Lebensphasen, vor, während und nach der Kinderaufzucht - angelegt, es wird für den Leser/Hörer aber nichts Greifbares daraus gemacht, weil alle drei Figuren, obgleich sie Probleme bewegen, nur jede für sich in alltäglich-banal plätschernder Gedankenrede vor sich hin dümpeln und dabei weder gedankliche noch emotionale Tiefen ausloten. Dass viele Ereignisse noch nicht einmal aus ihrer unmittelbaren Wahrnehmung, sondern nur im Nachhinein aus ihrer Erinnerung geschildert werden, schafft zusätzliche Distanz. Hier zeigt sich, dass durch die bloße Verwendung der Innensicht noch längst keine Identifikation des Lesers/Hörers mit der Figur gewährleistet wird. Dass eine andere Rezensentin das Gefühl hatte, aufpassen zu müssen, um die drei Frauen nicht miteinander zu verwechseln, spricht für sich und würde bei Tad Williams halt nicht passieren.

Fazit: Ich mag Liebesromane, auch schlechte, wenn sie gut gemacht sind. Dieser hier ist es meines Erachtens nicht und ich werde in Zukunft weder die Fortsetzung dieses Romans noch irgendein anderes Werk dieser Autorin kaufen, weil mir Inhalt und Erzählstil einfach zu langweilig sind. Nichts zu hören, kann spannender sein. Aber wer müde vor sich hin plätschernde innere Monologe mag, findet hier vielleicht etwas, das ihm gefällt.

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