PROFIL

Nicolas Rutschmann

Stuttgart
  • 21
  • Rezensionen
  • 39
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 23
  • Bewertungen

Spannend und lehrreich – nicht nur für Fanboys

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.09.2019

Natürlich ist dieses Buch eine einzige Werbeveranstaltung für Produkte aus Musk's Unternehmen. Aber der Autor beschreibt auch schonungslos und detailliert alle technischen und konzeptionellen Schwierigkeiten, mit denen SpaceX und Tesla über viele Jahre zu kämpfen hatten.

Interessant ist es vor allem, minutiös zu verfolgen, wie Musk es versteht, Spezialisten um sich zu scharen, die die Technik für seine anfangs oft utopischen und von vielen als Hirngespinste abgetanen Ideen entwickeln und wie Musk sich trotz jahrelanger finanzieller Zitterpartien gegen alle Anfeindungen von innen wie außen erfolgreich zur Wehr setzt – wenn auch manchmal mit den, für Genies seines Kalibers nicht ganz untypischen zwischenmenschlichen Schwächen.

Durch den offenen Umgang mit diesen Tatsachen ist das Buch ein absolutes Muss für angehende Gründer oder Leute, die einem großen Traum nachjagen und nach einem Weg suchen, ihn zu verwirklichen. Vor allem aber gibt das Buch detaillierte Einblicke in die Raumfahrt- und Automobilbranche und lässt dadurch nicht nur die Herzen großer Jungs schneller schlagen.

Der äußerst charismatische Sprecher des Hörbuchs trägt zu dieser gelungenen journalistischen Aufarbeitung einen entscheidenden Teil bei. Es macht Spaß, ihm auch bei der Darstellung komplizierter technischer Prozesse zuzuhören, denn er vermag es mit seiner lebendigen Sprechweise wie kaum ein anderer abstrakte Sachverhalte plastisch vor dem inneren Auge des Zuhörers abzubilden.

Philosophischer Exkurs mit Blick

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.01.2018

In der TV-Kritik zu einer Talkshow habe ich einmal gelesen: "Richard David Precht zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er glotzt.“ Kritiker und Neider dieses omnipräsenten Philosophen und Publizisten sind sicherlich geneigt, zu solch abwertenden Worten zu greifen. Ich hingegen bin jedes Mal erfreut, wenn Precht in einer Talkshow als Gast angekündigt wird, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass er zu relevanten Themen der Gegenwart grundsätzlich eine mutige, vor allem aber für jeden verständliche Meinung abzugeben hat. Damit setzt er sich wohltuend von vielen Intellektuellen ab, die in der Öffentlichkeit gerne in Rätseln sprechen, um damit ihre erhabene Rolle klar zu definieren.

Das vorliegende Hörbuch zur Geschichte der Philosophie startet mit einer sehr lebendigen Einleitung durch den charismatischen Autor. Leider übernimmt nach kurzer Zeit der angekündigte Sprecher das Mikrophon und füllt seine Rolle dann zwar durchaus engagiert aus – aber er bietet für meine Verhältnisse zu wenig sprachliche Lebendigkeit, um in Anbetracht der sehr anspruchsvollen Thematik den Spannungsbogen für jeden Hörer aufrecht erhalten zu können. Ich bin mir sicher, würde der Autor seine Lehren selbst vortragen, man würde es keine Sekunde an Aufmerksamkeit mangeln lassen. Für einen Personenkreis, der es gewohnt ist, langen wissenschaftlichen Texten konzentriert zu folgen, ist dieses Hörbuch sicherlich genau richtig. Alle anderen sollten tatsächlich überprüfen, ob für sie das gedruckte Buch nicht geeigneter ist.

Amerikas Abgründe

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.01.2018

Zwei bis drei von seinen ersten Romanen, dann vielleicht noch „Die Frauen“ – das ist für jeden Literaturliebhaber Pflicht. Aber dieses Buch hier, das ist wahrscheinlich schon des Guten zu viel. Boyles Schreibstil, welcher einen am Anfang vollkommen gefangen nimmt, läuft sich irgendwann tot, wenn der Autor nicht gerade ein neues, durchschlagendes Thema auf den Tisch bringt. Bei den gedruckten Büchern wünschte ich mir hin und wieder eine nicht ganz so selbstverliebt ausgedehnte Schreibweise; bei diesem gekürzten Hörbuch hingegen hatte ich – trotz des charismatischen Sprechers – manchmal das Gefühl, dass mir wichtige Passagen oder auch eingängigere Szenenbeschreibungen des gedruckten Buches vorenthalten werden, um den Boyle, den ich beim Lesen zu schätzen gelernt habe, auch hier so richtig zu „spüren“. Nichtsdestotrotz packt der Autor ein Thema an, das die amerikanische Wirklichkeit in beunruhigendem Maße bestimmt. Nicht nur unter diesem Gesichtspunkt möchte ich, trotz meiner geäußerten Vorbehalte, vor allem Leute, die T.C. Boyle noch nicht kennen, zum Hören – oder besser noch – zum Lesen des Buches auffordern.

Knarzen im Audio-Getriebe

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.12.2017

Als gedrucktes Buch ist Sofies Welt seit langem zu Recht ein Klassiker, in der gekürzten Hörbuchversion tut sich das Konzept noch schwer damit, sein Publikum zu finden. Ein Grund ist sicherlich, dass viele die ganze Geschichte hören wollen. Ein weiterer könnte – auch bei der Langversion – an der Sprecherin Katharina Thalbach liegen, die man ja als sehr charismatische Schauspielerin und Vorleserin kennt. Ich gebe offen zu, dass mich das Buch brennend interessiert hat, ich mich aber nach der Hörprobe bewusst gegen die ungekürzte Version entschieden habe, weil ich mir nicht vorstellen konnte, der oft knarzenden Stimme von Frau Thalbach fast 20 Stunden zu lauschen. Diesen Umstand hier unumwunden zu äußern fällt mir schwer, da ich Frau Thalbach als Darstellerin und in sonstigen Sprechrollen wirklich schätze. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich bei anderen arrivierten Sprechern wenig Manschetten habe, deutlich anzusprechen, wenn deren Leistung nicht in Ordnung war.

Das Konzept des Buches an sich jedoch ist grandios. Wo hat man sonst die Möglichkeit, in solch kompakter Form umfassend über die Philosophiegeschichte informiert zu werden. Ob dabei die Rahmenhandlung rund um Sophie eher eine Hilfe oder Störung darstellt, muss jeder Erwachsene für sich selbst entscheiden. Vielleicht hat gerade an diesem Punkt das gedruckte Buch seine Stärken, da man hier leichter weiter blättern kann, wenn man ausschließlich an den harten Fakten interessiert ist. Für ein junges Publikum ist das Konzept aber genial – und vielleicht passt hier auch Frau Thalbach besser als Sprecherin, da die jungen Leute eher auf das narrative Element ansprechen, was in Form dieser Sprachaufnahme absolut gewährleistet ist.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Weltklasseautor diesmal Local Hero

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 19.12.2017

Umberto Eco zu kritisieren kommt für viele einer Majestätsbeleidigung gleich. Zu übermächtig nehmen „Der Name der Rose“ oder „Das Foucaultsche Pendel“ ihren ehrwürdigen Platz in der Literaturgeschichte ein. Trotzdem möchte ich, kleinlaut zwar, aber doch mit Bestimmtheit anmerken, dass die „Nullnummer“ aus meiner Sicht nicht der ganz große Wurf des Autors ist. Bei der Hörfassung störte mich vor allem der leicht betagte Sprecher. Für „Harry Potter“-Romane mag er sehr gut geeignet sein, aber um überzeugend in die Haut des relativ jungen Protagonisten aus der „Nullnummer“ zu schlüpfen, hat er schlichtweg einige Jährchen zu viel auf dem Buckel. So lässt er das Buch und sein Thema antiquierter wirken, als es in Wirklichkeit ist. Eine junge, lebendige Stimme hätte dem ganzen eine viel aktuellere Note und mehr Dringlichkeit verliehen. Auch dem Buch selbst haftet die Schwäche an, dass es nicht das gewohnt „ganz große“ Thema ist, sondern sich zu sehr mit spezifisch italienischen Bedürfnissen und Geschichtsfragmenten befasst, ohne dem internationalen Leser genug Brücken zu bauen, um voll und ganz in die Szenerie eintauchen zu können. Das ist durchaus legitim, man muss selbst als großer Autor nicht immer für ein globales Publikum schreiben. Dann jedoch darf man sich – auch postum – solch eine Kritik gefallen lassen.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Eigenwillig und gleichzeitig treffend

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.12.2017

Es erübrigt sich fast, an dieser Stelle noch etwas zu schreiben, da das Hörbuch bereits über 10.000 positive Bewertungen verbuchen kann. Aber ich möchte einfach wie viele andere meine Wertschätzung für dieses großartige Gesamtkunstwerk zum Ausdruck bringen. So eigenwillig und gleichzeitig treffend kommt Humor selten daher.

Nicht für jeden Suter-Leser

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.04.2017

Ein Suter geht immer - das habe ich als begeisterter Leser der Bücher dieses Autors bei „Der Koch" noch proklamiert. Aber nach dem Hören von „Elefant" möchte ich diese Aussage gerne relativieren. Betulich wirkt das, was hier produziert wurde, brav und mit wenig Biss. Ich bin erstaunt über die Altersmilde des Autors und mache mir bereits Sorgen, dass seine großartigen Bücher vielleicht der Vergangenheit angehören könnten.

Es gab schon immer schwächere Werke von Suter und dieses zählt meiner Ansicht nach dazu, auch wenn es auf dem Buchmarkt einen beachtlichen Erfolg verbuchen kann. Mit der „Gentechnik“ hat Suter sich aber an ein Thema heranwagt, das doch eine sehr große Erwartungshaltung mit sich bringt. Die wird jedoch von Anfang bis Ende enttäuscht, auch wenn man dem Autor eine sehr penible Recherche zugute halten kann - doch, wer will denn sooooooo viel über Elefantenpflege und -aufzucht wirklich im Detail erfahren? Lieber hätte man sich den einen oder anderen genialen Twist gewünscht, mit denen uns der Autor ja über die Jahre in verlässlichem Maße verwöhnt hat. Was gäbe die „Gentechnik“-Thematik nicht alles her? Ärgerlich, was hier zugunsten einiger schrullig-skurriler Szenen an Möglichkeiten verschenkt wurde.

Kann aber auch sein, dass für diesen negativen Eindruck vor allem der Sprecher verantwortlich ist und ich Suter selbst zu Unrecht kritisiere. Was Gert Heidenreich jedoch bei Szenenbeschreibungen macht, fällt ganz klar unters Betäubungsmittelgesetz. Wenn Heikko Deutschmanns Sprecherleistung in „Der Koch“ bei 120% liegt, so kreucht Gert Heidenreich im vorliegenden Werk bei mageren 20% herum.

Mir ist bewusst, dass ich mit meiner Meinung nicht im Mainstream liege - in meinem Bekanntenkreis wird das Büchlein eifrig zu allen möglichen Anlässen verschenkt. . . . Aber ist dies tatsächlich das Qualitätssiegel? Die Antwort darauf dürfen Sie sich gerne selbst geben, wenn Sie wollen ;-)

1 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Lohnende Zeitreise

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.03.2017

Ich bin ein ausgewiesener Fan von Gegenwartsliteratur, aber dieses Hörbuch - und ich spreche bewusst von der Hörfassung des Buches - ist ein überwältigendes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, auch mal bei den Klassikern zu stöbern. Das Manuskript selbst hat es bereits in sich, es ist Existentialismus auf schriftstellerisch allerhöchstem Niveau, und damit ist nicht nur die nüchterne und schonungslose Betrachtung eines ums nackte Überleben und Akzeptanz kämpfenden Individuums gemeint, sondern auch der Entwurf aberwitziger Situationen, die einen trotz der ernsten Ausgangslage oft auch schmunzeln lassen.
Der Sprecher liest das Ganze mit einer unfassbar temperamentvollen Vehemenz, die einem an vielen Stellen den Atem raubt. Ich habe oft versucht, mir das Gehörte in reiner Textform vorzustellen und bin zu dem Schluss gekommen, dass das gedruckte Buch unter Umständen sehr viel nüchterner rüber kommt. Über 40 Jahre ist diese Sprachaufnahme alt - phantastisch, was damals produziert wurde. Es lohnt sich auf jeden Fall, weiter in dieser Zeit auf Entdeckungsreise zu gehen.

25 von 25 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Interessante Geschichte, sehr gut recherchiert

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.02.2017

Der Spannungsfunke, der für alle deutlich sicht- und hörbar permanent versprüht wird, sprang bei mir aber nicht so recht über.
Wer „Blackout“ mochte, weil da der Zusammenbruch des Europäischen Stromnetzes sehr vorstellbar beschrieben wird und man die Protagonisten auf ihrer atemlosen Suche nach der Ursache begleitet, während von Stunde zu Stunde die Welt zunehmend im Chaos versinkt – der wird bei „Helix“ erst mal enttäuscht sein.
Das Thema Genmanipulation ist zwar hochbrisant, entfaltet seine Explosivkraft aber eher im Detail. Unter dieser Voraussetzung muss man dem Autor zugutehalten, dass er alles dramaturgisch Machbare ausprobiert und sich gleichzeitig auf einer wissenschaftlich fundierten Ebene bewegt. An manchen Stellen wirkt das etwas zu dick aufgetragen, und auch dem herausragenden Sprecher könnte man vorwerfen, sich etwas zu viel ins Zeug gelegt zu haben; vor allem seine Imitation von Kinderstimmen ist sicher nicht nach Jedermanns Geschmack. Aber das sind Spitzfindigkeiten.
"Helix“ ist ein Unterhaltungsroman, kein Aufklärungsbuch. Deshalb erfüllen alle von mir kritisierten Details für einen Großteil der Hörer sicher ihren Zweck.
In ihrem Sinne möchte ich sagen: empfehlenswert.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Aufklärung durch die rotgetönte Brille

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.12.2016

Aufgeklärte Wochenzeitungsleser werden sich in vielen Punkten bestätigt fühlen, wenn sie dieses Buch lesen oder hören, in den grundlegenden Sachverhalten aber relativ wenig Neues erfahren, außer einer Unzahl von vertiefenden Detailinformationen, die man in dieser Ausgiebigkeit sonst nur schwer beschaffen kann. Der Autor zeichnet sich wirklich als ausgezeichneter Kenner und Analyst der Materie aus.

Ob einem das Buch gefällt, hängt sicher von der politischen Haltung ab. Wer den westlichen Staaten, im Speziellen den USA und Israel einigermaßen wohlwollend gegenüber steht, wird nach wenigen Minuten des Hörens Schaum vor dem Mund haben. Natürlich ist der geneigte Leser/Hörer bereits durch Titel und Inhaltsangabe auf diesen Sachverhalt vorbereitet – ich habe mich aber immer wieder gefragt, ob der Westen tatsächlich so extrem rücksichtslos und auf eigene Interessen versessen ist, wie vom Autor dargestellt. Eigentlich bestätigt das Buch sämtliche Vorurteile, die man seit der Schulzeit (in meinem Fall Jahrgang 1962) mit allen eher links positionierten Diskussionspartnern führte, und das beunruhigt einen beim Hören des Buches permanent.

Ich für meinen Teil habe mir neben den ganzen Anklagepunkten auch ein paar, im „positiven Sinne" nachvollziehbare Beweggründe des Westens erhofft, wenn es darum geht, arabischen oder muslimisch geprägten Ländern unser Demokratieverständnis zu vermitteln. Aber offenbar gibt es die nicht und kann es sie auch nicht geben - wenn man dem Autor wirklich glauben darf.

Meines Wissens liegen die Wurzeln für den vom Autor beschriebenen Konflikt auch nicht nur in der jüngeren Geschichte, sondern bereits in den Kreuzzügen und dem Kolonialzeitalter. Hiervon ist im Buch nur in zwei Nebensätzen die Rede, was ich ziemlich bedenklich finde. Ich hätte es schon sehr wichtig gefunden, in der Gesamtbetrachtung noch ein paar Jahrhunderte zurück zu springen, anstatt im letzten Teil langatmig den doch jedermann sehr geläufigen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu schildern.

Trotzdem möchte ich für dieses Buch eine Empfehlung aussprechen. Die zusammengetragenen Fakten sind, trotz ihrer tendenziellen Ausrichtung, wirklich beeindruckend. Und der Sprecher ist hervorragend, da er es schafft, einen durch seine lebendige Sprechweise hellwach zu halten.

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich