PROFIL

Monika Berger

  • 3
  • Rezensionen
  • 7
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 4
  • Bewertungen

Menschlicher Abschaum, in Seide gekleidet

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.05.2016

Was hat Ihnen das Hörerlebnis von Panama Papers besonders unterhaltsam gemacht?

Die unendlichen Steigerungen: ständig wird noch einer draufgesetzt, auch wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer und würdeloser. Gleichzeitig ist gerade die Tatsache, dass es Leute wie John Dowe gibt, InvestigativjournalistInnen und Verlagshäuser, die diese Arbeit unterstützen, wie ein Lichtlein im Dunkeln.

Was mochten Sie an der Handlung am liebsten?

Mir hat gut gefallen, dass neben inhaltlicher Aufarbeitung auch die Geschichte des Leaks selbst und der Entwicklung bis hin zur Veröffentlichung erzaehlt wurde. Strukturell sehr gut aufgebaut. Inhaltlich am meisten mitgenommen hat mich das Afrika-Kapitel. Dass hingegen drei mal mindestens ( also in drei verschiedenen Kapiteln) gegen Putin geschossen wird, fand ich schade. Ich kann das Putin-Geleiere nicht mehr hören und bin mitlerweile fast taub geworden, was Putin angeht. Einmal hätte völlig gereicht. Das macht dann den Eindruck, dass durch die Einbeziehung des amerikanischen Journalisten-Clubs sich dann doch der Blickwinkel zulasten der Objektivität und zugunsten der amerikanischen Sichtweise der Weltordnung gedreht hat. Das ist aber auch der einzige negative Punkt, den ich anführen kann.

Haben Sie vorher schon ein Hörbuch mit Olaf Pessler gehört? Wie würden Sie beide vergleichen?

Nein, aber ich habe schon nachgeschaut, was er noch vorgelesen hat, denn ich fand ihn super.

Hätten Sie das Hörbuch am liebsten in einem Rutsch durchgehört?

Nein. Das war starker Tobak und ich brauchte hin und wieder eine Verdauungspause.

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

Die Welt hat sich vielleicht nicht geändert, sie dreht sich nur immer schneller, die Dimensionen, in denen sich Geldwäsche, Korruption, Steuerhinterziehung, Kleptomanie und Abzocke inzwischen abspielen, waren mir vor der Lektüre so nicht bewusst...Das Buch liest (hört) sich spannender als jeder Politthriller, es entsetzt und frustriert, aber gleichzeitig macht es auch Hoffnung, da es ja als Buch existiert. Solange solche Bücher nicht nur geschrieben, sindern auch gelesen werden ( ist ja schon Bestseller), hat die Menschheit ja vielleicht noch eine Chance. Beeindruckend auch, dass Leute wie John Dowe ihr Leben und das ihrer Familie riskieren, um diese Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen. Diese Daten mit ihrer Beweiskraft müssten eigentlich einen Erdrutsch auslösen, und nicht nur einen.
Wirklich lesenswert, und sollte ich es noch nicht erwähnt haben: der Sprecher ist richtig gut.

6 Leute fanden das hilfreich

oberflächlich bis enttäuschend

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.06.2013

Ich muss erst mal vorausschicken, dass ich italienische Literatur studiert habe und damals 1 Semester mit Dante verbracht habe. Meine Ansprüche sind also relativ hoch. Ausserdem habe ich auch den Da-Vinci-Code gelesen, den ich als gute Trivialliteratur bezeichnen würde und der mir viel Spass gemacht hat.
Ich gebe 2 von 5 Punkten. Es gibt 3 volle Punkte Abzug
erstens: für den Vorleser. Die Stimme ist ja ganz nett, so tief, aber der Vortrag ist langweilig, stellenweise banal reisserisch, aber nie fein modelliert. Dabei kenne ich diese Stimme und fand sie bisher immer in Ordnung. Da drängt sich mir der Verdacht auf, ob die Zeit vielleicht zu kurz war um die Aufnahme besser zu machen?
zweitens: für den Titel Inferno und alles was mit Dante zusammenhängt: ich hätte mir gewünscht, dass dieses grossartige Werk mehr vermittelt wird, aber wahrscheinlich hat es der Autor entweder gar nicht gelesen oder nicht oft genug gelesen, höchsten Rezensionen über das Werk, denn vermitteln konnte er das Buch so gut wie gar nicht. Die Ehre gebührt dem Gemälde von Botticelli. Eigentlich geht es vor allem um die Namensgebung "Inferno". Jemand, der seinen Dante gelesen hat, kann das ganz anders.
drittens: für den völligen Mangel an Innovation, für die Dreistigkeit, mich mit einem solch banalem Plott zu langweilen und für diese geradezu stümperhafte Art und Weise, falsche Fährten zu legen. Hinzu kommen noch die Wiederholungen ( die Kamera, die ins Wasser fährt.....), das amerikanische Sight-Seeing in Italien, wo uns die berühmtesten Gebäude von Florenz usw vorgeführt werden und uns leider jeglicher Tiefgang versagt bleibt ( ausser dem mit der Kamera.....). Da drängt sich mir der Verdacht auf, wieviele Personen an diesem Buch geschrieben haben, ich schätze mehr als nur eine.
Und dann die pseudointellektuelle Diskussion um Überbevölkerung; Transhumanismus und den Einsatz von Pathogenen!! Das waren für mich leere Seiten, reden, ohne etwas gesagt zu haben, der Autor kratzt ein bisschen an unserer Moral und zieht sich dann wieder zurück ohne Stellungnahme. Das fand ich dann feige.
Inferno kommt in keiner Weise an den Da-Vinci-Code heran, und da dieser Vergleich ja auch eigentlich gemein ist, gebe ich immerhin 2 Punkte.
Fazit: Finger weg von dem Müll! Der kommt nicht in mein Bücherregal! Kauft intelligentere Bücher, Dan Brown ist reich genug.

1 Person fand das hilfreich

KLASSE!

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.02.2011

Tolles Buch, super gelesen.