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fantasynews

Berlin, Deutschland
  • 38
  • Rezensionen
  • 86
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 118
  • Bewertungen
  • The Bear and the Nightingale

  • A Novel
  • Autor: Katherine Arden
  • Sprecher: Kathleen Gati
  • Spieldauer: 11 Std. und 48 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 6
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 6
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 6

At the edge of the Russian wilderness, winter lasts most of the year, and the snowdrifts grow taller than houses. But Vasilisa doesn't mind - she spends the winter nights huddled around the embers of a fire with her beloved siblings, listening to her nurse's fairy tales. Above all, she loves the chilling story of Frost, the blue-eyed winter demon who appears in the frigid night to claim unwary souls. Wise Russians fear him, her nurse says, and honor the spirits of house and yard and forest that protect their homes from evil.

  • 3 out of 5 stars
  • Tolle Atmosphäre, im letzten Drittel etwas zäh

  • Von fantasynews Am hilfreichsten 15.02.2017

Tolle Atmosphäre, im letzten Drittel etwas zäh

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.02.2017

Ihr mochtet Naomi Noviks „Das dunkle Herz des Waldes“ (bzw. „Uprooted„) und sucht nach einem märchenhaften Fantasy-Roman mit ähnlichem Setting? Dann ist Katherine Ardens Debütroman The Bear and the Nightingale definitv das Richtige für euch.

Und um es gleich vorweg zu nehmen: Persönlich finde ich den offiziellen Klappentext des Romans nicht ganz passend. Worum also geht’s:

In einem kleinen Dorf, von Russlands dichten Wäldern umgeben, lebt die Familie des Landlords Pyotr Vladimirovich. Weitab von der Hauptstadt Moskau hat das Christentum zwar auch den Weg in die Grafschaft von Pyotr gefunden, man bedenkt die heidnischen Hausgeister aber noch bei jeder Mahlzeit mit einem Stückchen Brot oder einem Schlückchen Wein, und in den langen Winternächten werden abends am Kachelofen Märchen erzählt.

Zumindest bis Pyotrs geliebte erste Frau stirbt und der König ihn dazu zwingt, Prinzessin Anna zu heiraten. Wie Pyotrs halbwüchsige Tochter Vasya besitzt Anna die Gabe des Zweiten Gesichts: sie kann die Hausgeister und Fabelwesen sehen, die für die Augen Sterblicher eigentlich unsichtbar sind. Während sich die kleine Vasya mit der Rusalka des Sees und den Hausgeistern in Heim und Ställen anfreundet und sich nicht davor scheut, dem Flusskönig die Meinung zu sagen, hält Anna die Fabelwesen für Geschöpfe des Teufels und reagiert hysterisch auf sie.

Sie verbietet dem Haushalt, den Geistern kleine Opfer darzubringen – und beschwört damit Unglück über das ganze Dorf herab. Denn während die vernachlässigten Geister schwächer und schwächer werden, erwacht der Bär, ein uralter Dämon, aus seinem langen Schlaf, und plant eine neue Schreckensherrschaft …

Atmosphärisches Märchen

The Bear and the Nightingale lebt durch seine wunderbare Atmosphäre. Die ganze Handlung atmet den Geist der alten russischen Sagen und Märchen. Anders als aufgrund der Verlagsbeschreibung vermutet erzählt das Buch nicht die Geschichte von Vasya, wenngleich diese eine große Rolle spielt. Treffender wäre es zu sagen, dass The Bear and the Nightingale die Geschichte ihrer Familie ist. Im ersten Drittel der Handlung ist sie nämlich noch gar nicht geboren oder zumindest höchstens ein Kleinkind.

Einen ebenso großen Part wie Vasya nimmt Anna ein, eine eher negativ besetzte Figur, deren Motivation Katherine Arden aber gut erklärt und mit der man dadurch – zumindest zeitweise – Mitleid hat.

Insgesamt erscheint The Bear and the Nightingale sehr episodenhaft. Die Bedrohung durch einen uralten, einäugigen Winterdämon, zieht sich zwar als roter Faden durch die Handlung, aber diese lässt sich Zeit. Der Autorin ist Stimmung wichtiger als Action. Wer ruhige Bücher mag, der kommt deshalb hier durchaus auf seine Kosten.

Ähnlich wie bei Uprooted muss ich jedoch einräumen, dass sich das letzte Drittel – obwohl dann eigentlich der Actionteil beginnt – ziemlich zieht. Vielleicht lag es daran, dass die Geschichte im zweiten Drittel ein bisschen zu gemächlich vor sich hinplätschert. Da hilft es, dass Hörbuchsprecherin Kathleen Gati ihr Handwerk versteht und das Publikum durch ihre angenehme Stimme bei der Stange hält.

Wäre das Buch zwei, drei Stunden kürzer gewesen – ich glaube, ich hätte es geliebt. Dieser russische Märchenflair ist genau mein Ding, und Arden hat ein Händchen für Stimmung, aber wie gesagt, es war dann doch ein bisschen zu lang und ich hab mir das Ende dann zum Schluss herbei gesehnt.

Trotzdem: Ein schöner Roman, an dem gerade Fans ruhiger Geschichten ihre Freude haben werden.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Once Broken Faith

  • October Daye, Book 10
  • Autor: Seanan McGuire
  • Sprecher: Mary Robinette Kowal
  • Spieldauer: 11 Std. und 27 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 9
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 9
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 9

Politics have never been October "Toby" Daye's strong suit. When she traveled to the Kingdom of Silences to prevent them from going to war with her home, the Kingdom of the Mists, she wasn't expecting to return with a cure for elf-shot and a whole new set of political headaches. Now the events she unwittingly set in motion could change the balance of modern Faerie forever, and she has been ordered to appear before a historic convocation of monarchs. Naturally, things have barely gotten underway when the first dead body shows up.

  • 4 out of 5 stars
  • Popcorn-Kino in Buch-Form (9 von 10 Sternen)

  • Von fantasynews Am hilfreichsten 23.01.2017

Popcorn-Kino in Buch-Form (9 von 10 Sternen)

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.01.2017

Im Verlauf des letzten Toby Daye-Romans gelang es dem Alchemisten Walther, ein Heilmittel für Elfshot zu finden: jenem perfiden magischen Gift, das reinblütige Fae in einen hundertjährigen Zauberschlaf versetzt, Changelings jedoch tötet.

Man sollte meinen, das sei ein Grund zur allgemeinen Freude, doch Aethlin, der Hochkönig der Feen, zögert, das Gegenmittel sofort zuzulassen. Um die Vorteile und Gefahren, die das Mittel mit sich bringt, abzuwägen, treffen sich die Monarchen sämtlicher Kleinkönigreiche von Nordamerika und Kanada im Königreich der Nebel zu einer Konklave.

Mittendrinn dabei: Walther, da er das Gegenmittel entwickelt hat, Toby, da an ihr das Heilmittel als erstes ausprobiert wurde, ihr Knappe Quentin – und die Luidaeg, die am Ausgang der Konklave höchst interessiert ist.

Es dauert nicht lange, bis sich die reinblütigen Fae mit ihren unterschiedlichen Agendas in die Haare bekommen – und nicht viel länger, bis Toby über den ersten Toten stolpert.

Ardens Herrschersitz, wo die Konklave stattfindet, wird unter Quarantäne gestellt. Niemand darf das Knowe verlassen oder es betreten, bis der Mörder gefunden ist. Im Auftrag des Hochkönigs versucht Toby den Täter zu finden, ehe er wieder zuschlägt …

Popcorn-Kino in Buch-Form

“Bring Popcorn”, sagt die Luidaeg zu Toby zu Beginn von “Once Broken Faith“, und das ist ein Ratschlag, den auch die Hörbuch-Hörer diesmal gern beherzigen dürfen.

Senana McGuire hat zum zehnten Mal (!) einen unterhaltsamen Toby Daye-Roman geschrieben, der allerdings meinem persönlichen Empfinden nach etwas schwächer ist als die beiden vorangegangenen Rollercoaster “The Winter Long” und “A Red-Rose Chain“.

Das sehe ich vermutlich deshalb so, weil ich als langjähriger Toby-Fan extrem gespannt auf die Fortführung (und das Finale) diverser Plotlines bin, die sich durch die Reihe ziehen, wie etwa: Was treibt Amandine? Wo steckt August? Was genau hat die Luidaeg vor – und zwar zum einen mit den Selkies, zum anderen mit Toby? Wann und wie werden Oberon, Maeve und Titania wieder auftauchen? Welches Geheimnis verbirgt die falsche (einstige) Königin der Nebel? Und – seit The Winter Long first and foremost – welche Agenda verfolgt Eira Rosynhwyr.

All diese Storyfäden werden nur teilweise beleuchtet – wenngleich ich das Gefühl habe, dass Seanan McGuire uns in “Once Broken Faith” mit einigen Informationen füttert, die sich für die Reihe noch als signifikant erweisen werden. Informationen über die Feenkönigin Maeve sowie um eine Figur, die Toby Daye-Fans schon lange kennen, die aber noch kaum so im Mittelpunkt stand wie in diesem Buch, und deren Identität ich jetzt nicht enthülle, um euch nicht zu spoilern. Ich denke, da könnte noch etwas Gewaltiges auf uns zukommen.

Das ist überhaupt das Gemeine an diesem Buch. Viele Dinge, die mir unheimlich gut gefallen haben, kann ich nicht erwähnen, weil ich euch sonst spoilern würde. Ihr müsst mir also vertrauen, wenn ich sage, dass ich trotz meiner vorherigen Bemerkung finde, dass dieser neue Toby-Band einige grandiose – wirklich grandiose – Szenen hat. Die finden sich aber fast alle erst in der zweiten Hälfte des Romans.

Kein wesentlicher Spoiler ist es vermutlich, wenn ich euch verrate, dass die Luidaeg diesmal ordentlich Screentime hat, die Unterwasserfae Dianda einige tolle Szenen hat und Quentin viel zu tun bekommt. Außerdem verwebt Seanan erneut klassische Feenmythologie innerhalb der Handlung, gewinnt ihr aber eine neue Seite ab.

Gefallen hat mir auch, dass der Plot innerhalb weniger Stunden / Tage und in einer abgeriegelten Umgebung spielt. Und es war cool, die unterschiedlichsten Adeligen der verschiedenen Feenkönigreiche kennenzulernen. Gespiegelt an diesen Figuren erkennt man zudem recht gut, wie sich Toby in den vergangenen Jahren auch verändert hat, man braucht sich wahrlich nicht über fehlendes Character Development beklagen.

Was nicht so gelungen war, ist meines Erachtens, dass Seanan diesmal in der ersten Hälfte sehr stark zum Infodumping neigte. Vermutlich war es wichtig, den Hörern ins Gedächtnis zu rufen, welche Figur welche Hintergrundgeschichte hat, etc. Aber teilweise hat das die Handlung doch ganz schön entschleunigt. Da bin ich besseres von Seanen gewohnt, und man merkt, dass sie mit der reichen Geschichte, auf die sie baut, mittlerweile etwas zu kämpfen hat. Vielleicht sollte sie sich trauen, sich darauf zu verlassen, dass ihre Leser sich an die wesentlichen Details erinnern.

Auf die Arden Windermere-Novelle, die in der Taschenbuchausgabe enthalten ist, müssen die Hörbuch-Hörer übrigens leider verzichten.

Auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala aller Toby Daye-Romane würde ich “Once Broken Faith” an eine ähnliche Stelle rücken wie “A Local Habitation” und “Ashes of Honor”. (Ich vermute allerdings, dass sich sowohl “Ashes of Honor” und “Once Broken Faith” bei einem ReRead deutlich besser machen und dass in beiden Bänden Dinge passieren, die sich noch als Wesentlich für das große Finale erweisen werden).

Insgesamt muss man sagen, dass “Once Broken Faith” mich sehr gut unterhalten hat. Auch diesen Band habe ich mal wieder in Rekord-Zeit gehört und ich freue mich jetzt schon auf einen zweiten Durchgang.

  • Aschenkindel: Das wahre Märchen

  • Autor: Halo Summer
  • Sprecher: Sabina Godec
  • Spieldauer: 6 Std. und 44 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2.114
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 1.985
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 1.972

"Du bist schon ein komisches Mädchen", sagt meine gute Fee. "Jedes andere Mädchen in deiner Situation wäre überglücklich, auf so einen Ball gehen zu dürfen. Noch dazu auf einen, bei dem es sich in einen Prinzen verlieben und damit seinem Elend entkommen könnte!" Tja, wo sie recht hat, hat sie hat recht. Ich bin ein komisches Mädchen. Und ich habe fest vor, eins zu bleiben! Claerie Farnflee wurde vom Schicksal nicht gerade verwöhnt. Erst starb ihr Vater, dann folgte der gesellschaftliche Absturz.

  • 5 out of 5 stars
  • Altes Märchen aufgepeppt

  • Von Beate Am hilfreichsten 15.12.2016

Ungewöhnliche Aschenputtel-Variante

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.01.2017

Kann man einem so berühmten und viel adaptierten Märchen wie “Aschenputtel” wirklich noch etwas Neues abgewinnen?

Halo Summer schreibt von überforderten Feen, verzauberten Grabsteinen, Flugwürmern – und einem “Aschenkindel“, das überhaupt kein Interesse daran hat, auf den königlichen Ball zu gehen. Experiment gewagt und gelungen, muss ich deshalb sagen. “Aschenkindel” ist eine ganz eigene Interpretation des klassischen Märchens und hat mir beim Hören richtig Spaß gemacht. (Was auch an der gekonnten Lesung durch Sabina Godec gelegen hat).

“Du bist schon ein komisches Mädchen”

Seit dem Tod ihres Vaters lebt Claerie wie eine Dienstmagd bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei ebenso biestigen wie schrägen Stiefschwestern. Die stecken den gesellschaftlichen Absturz nach dem Bankrott des Familienbetriebs weit weniger gut weg als Claerie. Trotz aller Widrigkeiten hat sich Claerie ihr sonniges Gemüt bewahrt – und treibt damit ihre gute Fee in den Wahnsinn, die verzweifelt versucht, ihren Schützling zum königlichen Ball zu bugsieren. Claerie hat daran kein Interesse. Sie hat den Prinzen bereits in ihrer Kindheit kennengelernt, und da hat er nicht gerade den besten Eindruck auf sie gemacht.

Da sucht sie doch lieber im Verbotenen Wald nach Morcheln und setzt sich der Gefahr aus, von einem Vampir gebissen zu werden, als sich einem eingebildeten Prinzen an den Hals zu werfen. Dort kommt es jedoch zu einer unerwarteten Begegnung, die ihren Entschluss, das Schloss keinesfalls zu betreten, gefährlich ins Wanken bringt …

“Aber ich sehe auf deinem Kopf die Krone!” (Fee)

“Hör gefälligst auf, mich zu verwünschen!” (Aschenkindel)

“Aschenkindel – Das wahre Märchen” spielt zwar in der gleichen Welt wie Halo Summers “Sumpfloch-Saga“, allerdings rund 3.000 Jahre früher und es ist nicht notwendig, die anderen Romane der Autorin zu kennen, um dieses Hörbuch zu hören. “Aschenkindel” steht auf eigenen Füßen und macht herrlich viel Spaß. Auch bzw. weil das Märchen in einer Fantasy-Welt spielt, in der es Flugwürmer und Vampire gibt. Dadurch bekommt das Buch nochmal einen eigenen Dreh.

Claerie reiht sich ein in die inzwischen lange Reihe selbtbewusster Aschenbrödel, die sich nicht unterkriegen lässt, die ihr Schicksal in die eigene Hand nimmt und die man deshalb ins Herz schließen muss. Besonders gefallen hat mir auch die gelungene Schilderung ihres ambivalenten Verhältnisses zu ihrer Stieffamilie. Ihre Stiefmutter und ihre -schwestern mögen ihr gehörig auf den Senkel gehen, aber sie hasst sie nicht. Teilweise tun sie ihr leid. (Und ich mochte es, dass Claerie ihre Stiefmutter in Gedanken immer als “Mutter” bezeichnet).

Die Liebesgeschichte entwickelt sich unerwartet und vor allem nebensächlich. Andere Dinge sind genau so wichtig, wie etwa ein Mysterium um den Tod von Claeries leiblicher Mutter direkt nach deren Geburt.

Mir hat “Aschenkindel” sehr gut gefallen. Es ist direkt, schnörkellos und keck geschrieben und macht beim Hören einfach Spaß – vor allem, aber sicher nicht nur, jetzt in der Winterzeit.

Da hoffe ich doch, Halo Summers erzählt uns eines Tages auch das “wahre Märchen” vom “Froschröschen“.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • You Know Me Well

  • A Novel
  • Autor: David Levithan, Nina LaCour
  • Sprecher: Matthew Brown, Emma Galvin
  • Spieldauer: 6 Std. und 36 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 5
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 5
  • Geschichte
    3.5 out of 5 stars 5

Mark and Kate have sat next to each other for an entire year but have never spoken. For whatever reason, their paths outside of class have never crossed. That is until Kate spots Mark miles away from home, out in the city for a wild, unexpected night. Kate is lost, having just run away from a chance to finally meet the girl she has been in love with from afar. Mark, meanwhile, is in love with his best friend, Ryan, who may or may not feel the same way.

  • 3 out of 5 stars
  • Geschichte einer schwul/lesbischen Freundschaft

  • Von fantasynews Am hilfreichsten 23.01.2017

Geschichte einer schwul/lesbischen Freundschaft

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.01.2017

“You Know Me Well” ist die Geschichte einer Freundschaft, beobachtet über den Zeitraum eines Jahres. Nina LaCour und David Levithan erzählen den Roman abwechselnd aus der Sicht der Teenager Mark und Kate und es ist gleich mal positiv zu vermelden, dass zumindest ich nicht sagen konnte, welche Stellen Levithan geschrieben hat und welche LaCour. Ebenfalls sehr gelungen ist die passende Lesung von Matthew Brown und Emma Galvin: ihrer beider Stimmen sind jung und passen gut zu den Protagonisten, sie lesen nicht übertrieben und auch nicht zu fad und unterstreichen dadurch sowohl Mark als auch Kates jeweilige Persönlichkeit.

Beide sind sehr sympathische Figuren, und ich bin ihren Geschichten gern gefolgt. Es sind Coming of Age-Stories, wunderbar miteinander verwoben, beide gleichermaßen spannend. Vielleicht ist Marks und Kates Freundschaft ein bisschen zu schnell entstanden, aber das ist nicht schlimm, weil das Buch sehr schön erzählt ist.

Für mich spielt “You Know Me Well” nicht in der gleichen Liga wie “Two Boys Kissing”, aber das wäre auch sehr viel verlangt.

Die Irrungen und Wirrungen der Liebe sind gut beobachtet und glaubwürdig geschildert, wenngleich der Roman nicht weltbewegend ist und auch nicht mit großen Überraschungen aufwartet. Was den Buch besonders macht, ist schlicht die Tatsache, dass Kate lesbisch und Mark schwul ist. Reicht das? Für mich leider nicht ganz; ich hab mich nett unterhalten, aber ich glaube, ich werde das Buch auch bald wieder vergessen haben.

  • Den of Wolves

  • Blackthorn & Grim, Book 3
  • Autor: Juliet Marillier
  • Sprecher: Natalie Gold, Nick Sullivan, Scott Aiello, und andere
  • Spieldauer: 16 Std. und 17 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 19
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 18
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 17

Healer Blackthorn knows all too well the rules of her bond to the fey: seek no vengeance, help any who ask, do only good. But after the recent ordeal she and her companion, Grim, have suffered, she knows she cannot let go of her quest to bring justice to the man who ruined her life.

  • 3 out of 5 stars
  • Leider nur "nett"

  • Von fantasynews Am hilfreichsten 27.12.2016

Leider nur "nett"

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.12.2016

Gut ein Jahr leben die Heilerin Blackthorn und ihr wortkarger Gefährte Grim bereits in der Grafschaft Winterfall. Sie haben sich gut in der Gemeinschaft integriert. Sie fühlen sich wertgeschätzt und wohl, und fast scheint es, als könne Blackthorn endlich ihre schreckliche Vergangenheit hinter sich lassen, die sie hat bitter werden lassen.

Umso schockierter ist sie, als in den Wäldern von Winterfall ein Trupp seltsam gezeichneter Männer auftaucht, die sich über die Gebühr für ihre Vorgeschichte interessieren. Hat ihr Erzfeind Mathuin diese Männer geschickt, um sie endgültig zum Schweigen zu bringen?

Ausgerechnet jetzt ist Grim nicht zu Hause. Er hat einen ungewöhnlichen Auftrag in Wolf Glen angenommen: Inmitten der Wildnis soll er dabei helfen, ein Haus fertig zu bauen, für das Holz von jedem einzelnen Baum des Waldes benötigt wird – ein Heartwood-House.

Was hat es damit auf sich? Welches Geheimnis hütet der wilde Mann, der Grim beim Fertigstellen des Hauses helfen soll? Und warum hat Kara, die Tochter seines Auftraggebers, ihre Sprache verloren?

“Den of Wolves” ist der dritte und (vorerst/wahrscheinlich) letzte Band von Juliet Marilliers “Blackthorn & Grim”-Reihe. Als großer Fan der Autorin habe ich mich sehr auf den Roman gefreut und im Vorfeld bereits bedauert, dass die Serie mit diesem Buch zu Ende geht. Auch, wenn mich “Den of Wolves” nett unterhalten hat, finde ich das im Nachgang allerdings nicht so schlimm. Um bei der Wahrheit zu bleiben: ich hatte mir mehr von dem Buch versprochen.

Juliet Marillier bezeichnet sich selbst als Autorin von Historical Fantasy. Ein Label, das auch auf “Den of Wolves” angewendet werden kann, wobei der Schwerpunkt diesmal eindeutig mehr auf der historischen Komponente liegt als auch der phantastischen. Das an sich ist ja kein Manko.

Aber die Geschichte des aktuellen Romans ist doch eher dünn, bietet zwar ein paar, aber leider wenig überraschende Wendungen und ist keine, die mir lang im Gedächtnis bleiben wird. Das Feenvolk spielt eine Rolle im Roman, aber nur eine kleine. Marillier, die von ihren US-Herausgebern bereits wusste, dass es nach Band 3 ggf. mit der Reihe nicht weitergehen würde, hat immerhin die wichtigsten Handlungsstränge um Blackthorn, ihr Versprechen gegenüber einem Feenmann sowie ihrem Zwist mit Mathuin recht zufriedenstellend zu Ende gebracht. Eine deutliche Verbindung zur Sevenwaters-Reihe, die im gleichen Universum spielt wie Blackthorn & Grim, gibt es leider auch nur ansatzweise.

Sowohl an dem formidablen Schreibstil der Autorin als auch an der gekonnten Lesung der Sprecher gibt’s nichts auszusetzen: hier bietet das Hörbuch das gewohnt hohe Niveau.

Mich hat die Geschichte aber insgesamt nicht überzeugen können; ich hätte mir mehr magische Momente gewünscht und ein etwas vielschichtigeres Geheimnis, dass es zu lösen gilt. So kann ich nur als Marillier-Fan drei wohlwollende Sterne verteilen und hoffen, dass mich der nächste Roman der Autorin wieder mehr abholt.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Spuren meiner Mutter

  • Autor: Jodi Picoult
  • Sprecher: Barbara Auer, Leonie Landa, Ulrike Johannson, und andere
  • Spieldauer: 10 Std. und 21 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 114
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 106
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 106

Die dreizehnjährige Jenna ist eine Einzelgängerin. Sie lebt bei ihrer Großmutter seit ihre Mutter Alice vor zehn Jahre verschwunden ist. In einem Elefantenreservat kam es damals zu einem folgenschweren Vorfall, bei dem Elefantenforscherin Alice bewusstlos aufgefunden wurde. In ihrer Verzweiflung wendet sich Jenna an die Wahrsagerin Serenity und macht einen Privatdetektiv ausfindig.

  • 5 out of 5 stars
  • Tolle Geschichte mit Wahnsinns-Ende

  • Von fantasynews Am hilfreichsten 20.09.2016

Tolle Geschichte mit Wahnsinns-Ende

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.09.2016

Anders als sonst

Jodi Picoults Romane haben mich noch nie enttäuscht. Sie sind extrem gut recherchiert und die Autorin hat ein Gespür dafür, den Leser mit ihren Worten mitten ins Herz zu treffen. Meist setzt sie sich mit kontroversen Themen auseinander, die sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und den Leser dazu bringt, über die Themen nachzudenken.

Auch “Die Spuren meiner Mutter” hat mich wieder gepackt und ich habe das Hörbuch im Rekordtempo verschlungen. Aber es ist anders als die großen Themenromane der Autorin. Ihr neues Buch gleicht inhaltlich eher “Zeit der Gespenster” als Romanen wie “Beim Leben meiner Schwester” oder “19 Minuten”. Es setzt sich nicht unbedingt damit auseinander, ob es Hellseherei gibt, sondern es ist ein spannender Belletristik-Roman, bei dem sich erst nach und nach enthüllt, was es mit dem Unfall, bei dem Jennas Mutter verschwand, auf sich hat – und wie es dazu kam.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jenna, Virgil, Serenity – und von Alice, wobei deren Erzählstrang sich auf ihre Tagebucheinträge stützt, in denen man nach und nach mehr von ihrer Vergangenheit erfährt, aber auch viel von ihrer großen Leidenschaft: der Pflege von Elefanten. So, wie Picoult in “Solange du bei uns bist” ihren Lesern viel und unterhaltsam uns viel über das Leben von Wölfen erzählt hat, erzählt sie uns hier von Elefanten. Alle Perspektiven sind auf ihre Art spannend, wobei mir Serenity persönlich am Besten gefallen hat, und ich gern noch viel mehr über sie und ihre Arbeit als Medium erfahren hätte.

Wahnsinns-Ende

Soweit, so gewöhnlich. Was “Die Spuren meiner Mutter” aus der Masse zahlreicher Unterhaltungsromane herausstechen lässt, ist zum einen Jodi Picoults feinfühliger Erzählstil, zum anderen aber vor allem das völlig unerwartete Ende, das – ich übertreibe hier nicht – den Leser total von den Socken haut. Ich war geschockt, tief berührt, begeistert und absolut hin und weg.

Und so reiht sich “Die Spuren meiner Mutter” ein in die lange Liste sehr lesenswerter Jodi Picoult-Romane. Wenn ihr euch für die Themen Elefanten und Medien interessiert, oder aber einfach nur einen wirklich schönen, berührenden Roman über die Suche einer Tochter nach ihrer Mutter hören möchtet: greift zu. Die Sprecher passen alle sehr gut zu ihren POVs und die Zeit vergeht wie im Flug.

4 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Braut sagt leider nein

  • Autor: Kerstin Gier
  • Sprecher: Irina von Bentheim
  • Spieldauer: 5 Std. und 22 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 967
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 884
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 886

Elisabeth schwebt auf Wolke sieben. Aber je näher die geplante Hochzeit rückt, desto größer werden ihre Zweifel: Ist Alex wirklich der Traummann, für den sie ihn bisher gehalten hat? Während er als Architekt in einer anderen Stadt arbeitet, muss sie sich allein mit den Hochzeitsvorbereitungen und Schwiegereltern herumschlagen.

  • 5 out of 5 stars
  • Kerstin Gier wie immer gut

  • Von Vera Am hilfreichsten 16.07.2016

Hochzeits- und Gefühlschaos - witzig und spitz

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.08.2016

Seit ich vor ein paar Jahren die Mütter-Mafia-Hörbücher entdeckt habe (danke an A.!), sind die Hörbücher von Kerstin Gier das Mittel meiner Wahl, wenn ich mal nicht so gut drauf bin oder viel Stress habe. Deshalb war ich auch mega begeistert, als ich mitbekommen habe, dass mit “Die Braut sagt leider nein” ein älterer Roman der Autorin vor ein paar Wochen erstmals als Hörbuch erschienen ist.

Eingelesen wird die flotte Heiratschaos / Gefühlschaos-Komödie von Irina von Bentheim, die viele vor allem als deutsche Stimme von Carrie aus “Sex and the City” kennen.

Nicht alle “freche Frauenbücher” von Kerstin Gier begeistern gleichermaßen, deshalb habe ich versucht, meine Erwartungen an “Die Braut sagt leider nein” niedrig zu halten – aber ich muss sagen, mir hat das Hörbuch außerordentlich gut gefallen: es war witzig, chaotisch, pointiert beobachtet – ein “echter Gier” eben.

Warum die Braut nein sagt bzw. worum es diesmal geht:

Elisabeth, Ende 20 und Betreuerin mehrerer Mutter-Kind-Gruppen, ist gerade erst mit ihrem Freund Alex, einem gutaussehenden Architekten zusammengezogen, als dieser ihr einen Heiratsantrag macht. Besser noch: Er schlägt vor, bereits vor der Hochzeit das begehrenswerte Baugrundstück, das Elisabeth geerbt hat, zu nutzen und sich gemeinsam ein Traumhaus zu bauen.

Elisabeth wähnt sich im siebten Himmel. Nicht zuletzt, weil Alex und sie darin übereinstimmen, nur eine ganz kleine Hochzeit im engsten Familienkreis feiern zu wollen. Doch die Freude währt nur kurz: Nicht nur, dass ihre esoterisch veranlagte Nachbarin nach einem Blick in die Tarot-Karten Elisabeth vor einer Frau mit eiskalten Augen warnt und Alex’ Mutter alles daransetzt, die Wünsche ihres Sohnes und seiner Angetrauten zu ignorieren und eine Jahrhundert-Hochzeit auszurichten. Darüber hinaus muss Alex auch noch beruflich für mehrere Monate nach Karlsruhe, um dort ein Bauprojekt zu betreuen.

Elisabeth muss sich allein herumschlagen mit der privaten Baustelle, obwohl sie vom Hausbau keine Ahnung hat, den Hochzeitsvorbereitungen und der anstrengenden Verwandtschaft. Sie hat gar keine Zeit sich zu fragen, warum Tanja, die Praktikantin aus Alex’ Firma, diesen ständig zur Großbaustelle in Karlsruhe begleitet …

Eigentlich sind es aus dem Leben gegriffene Geschichten, meist etwas überspitzt dargestellt, aus denen Kerstin Gier ihre Unterhaltungsromane strickt. Locker und leicht plätschert die Handlung voran, zieht uns mitten hinein in die Ereignisse und lässt uns schmunzeln. Vor allem, weil wir uns trotz aller Situationskomik an bestimmten Stellen selbst wiedererkennen oder aber ähnliche Erfahrungen ebenfalls gemacht haben: Das Ausrichten eines Geschenktisches, die Planung einer kleinen Hochzeit, die irgendwie immer mehr zum gesellschaftlichen Großereignis wird, die neuen Nachbarn, die mit Argus-Augen das Vorgehen an der Baustelle beoabachten: das sind alltägliche Dinge, die Kerstin Gier kurzweilig und witzig zu kleinen Highlights werden lässt.

Dass das ganze so schmissig auch als Hörbuch funktioniert, ist natürlich auch Irina von Bentheim zu verdanken, die immer genau den richtigen Ton trifft.

“Die Braut sagt leider nein” ist eine herrliche Gute Laune-Geschichte, genau das richtige, wenn man Abschalten und sich kurzweilig unterhalten lassen möchte.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Every Heart a Doorway

  • Autor: Seanan McGuire
  • Sprecher: Cynthia Hopkins
  • Spieldauer: 4 Std. und 44 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 9
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 9
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 9

Children have always disappeared under the right conditions - slipping through the shadows under a bed or at the back of a wardrobe, tumbling down rabbit holes and into old wells, and emerging somewhere...else. But magical lands have little need for used-up miracle children. Nancy tumbled once, but now she's back. The things she's experienced...they change a person. The children under Miss West's care understand all too well. And each of them is seeking a way back to their own fantasy world.

  • 3 out of 5 stars
  • Tolle Charaktere, coole Ideen - nette Geschichte

  • Von fantasynews Am hilfreichsten 12.05.2016

Tolle Charaktere, coole Ideen - nette Geschichte

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.05.2016

Alice fiel durch ein Kaninchenloch ins Wunderland für Bastian Balthasar Bux wird ein Buch zum Portal nach Phantásien.

Die phantastische Literatur ist voll von jungen Weltenwechslern: Kinder, die ein Portal finden, durch das sie aus unserer Realität in eine andere gelangen. Kaum einer stellt sich die Frage, was aus diesen Kindern wird, wenn sie von ihren Abenteuern zurückkehren in ihr gewöhnliches Leben – und vielleicht feststellen müssen, dass sie nie mehr das Land der Wunder und Magie, das sie besucht haben, besuchen können.

Diese Kinder und Jugendliche stellt Seanan McGuire ins Zentrum ihrer Novelle “Every Heart A Doorway“. Bei ihr sind die Weltenwechsler nicht (mehr) die Auserwählten, die sich durch Labyrinthe kämpfen, um ihren entführten Bruder vom Koboldkönig zu retten, sondern die Verlorenen, nach aufregenden Abenteuern gefangen in einer Welt, zu der sie nicht mehr ganz gehören. Außenseiter sind sie, melancholisch oder gar depressiv, zum Schrecken ihrer Familien für immer verändert und irgendwie gebrochen.

Ein Zuhause, das ihnen ermöglicht, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und sich – vielleicht – ein neues Leben aufzubauen, bietet ihnen die alte Eleanor West mit ihrer Internatsschule “Home For Wayward Children”. Nancy, die die letzten Jahre in einer Unterwelt der Toten verbracht hat, kommt mit gemischten Gefühlen im Heim an. Verzweifelt hofft sie darauf, hier etwas zu lernen, dass es ihr ermöglicht, in “ihre Anderswelt” zurückzukehren; vermutlich wird sie hier jedoch nur Hilfestellung erhalten, die wahrscheinliche Aussicht zu akzeptieren, dass dies nie geschehen wird.

Was Eleanor West ihren Schülern jedoch vor allem bietet ist, ganz sie selbst zu sein; unter Menschen zu sein, die – so anders sie auch sein mögen – doch ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und so sehr sich Kade, Sumi, Jack und Jill auch von Nancy unterscheiden, so hilft es Nancy doch, sich nicht mehr verstellen zu müssen …

Egal, was Seanan McGuire schreibt, es wandert meist ungefragt auf meine Lese-Liste. Die Frau trifft eigentlich fast immer meinen Nerv. Das ist bei “Every Heart A Doorway” nicht anders, auch wenn ich nicht so ganz in die Lobeshymnen mit einstimmen mag, die man sonst zu dieser Novelle zu hören bekommt.

Die Grundidee ist faszinierend und man muss es der Autorin hoch anrechnen, dass sie diese sehr sorgfältig durchdacht hat und sehr facettenreich präsentiert. Ebenso begeistert bin ich von den unterschiedlichen Figuren, bei denen McGuire sehr darauf geachtet hat, ein breites Spektrum unterrschiedlichster Charaktere abzubilden: wichtige Rollen spielen sowohl eine transsexuelle Figur als auch eine asexuelle Figur, und das Gefühl des Außenseiter-Seins, des sich-selbst-finden-müssens korrespondiert sehr gut mit den Geschichten der “verlorenen Kinder”.

Um die Handlung noch etwas aufzupeppen, geschieht bald nach Nancys Ankunft eine Serie schrecklicher Verbrechen und die Schüler von Eleanor Wests Heim sind hin- und hergerissen zwischen gegenseitigen Verdächtigungen und der Notwendigkeit, zusammenzuhalten, um den Täter zu finden …

Das alles ist ungewöhnlich, innovativ, divers und kurzweilig – und auch wenn mir “Every Heart A Doorway” Spaß gemacht hat, so hat es mich doch nicht so von den Socken gehauen, wie ich das im Vorfeld erwartet habe. Vielleicht lag es daran, dass meine Erwartungen sehr hoch waren; wahrscheinlicher ist jedoch, dass es an der sehr melancholischen Geschichte liegt. Anders als etwa die Toby Daye-Serie, die auch düster sein kann, vor allem aber temporeich und magisch und bunt wirkt, wirkt “Every Heart A Doorway” aufgrund seiner Motive traurig und stagnierend und viel nachdenklich stimmender. Das muss auch mal sein, ist aber natürlich ein ganz anderes Lese-Erlebnis.

Und auch, wenn ältere Leser zweifellos das Buch mit viel Genuss lesen können, so würde ich “Every Heart A Doorway” doch am ehesten als Jugendbuch oder All Ager bezeichnen. Das liegt an der Geschichte, am Thema, am Alter der Figuren – und nochmal Gratulation an Seanan McGuire, dass sie nicht mit falscher Scham auf den Zehenspitzen herumtrippelt, sondern bei einer Geschichte über jugendliche Protagonisten im Internat auch Dinge wie Homo- und Asexualität anspricht sowie das selbstverständliche Masturbieren bei Nacht.

  • The Seventh Bride

  • Autor: T. Kingfisher
  • Sprecher: Kaylin Heath
  • Spieldauer: 6 Std. und 47 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 3
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 3
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 3

Young Rhea is a miller's daughter of low birth, so she is understandably surprised when a mysterious nobleman, Lord Crevan, shows up on her doorstep and proposes marriage. Since commoners don't turn down lords - no matter how sinister they may seem - Rhea is forced to agree to the engagement. Lord Crevan demands that Rhea visit his remote manor before their wedding.

  • 5 out of 5 stars
  • Unusual

  • Von Kindle-Kunde Am hilfreichsten 20.07.2018

Tolle Fairy Tale Fantasy mit klasse Setting

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.04.2016

Ich liebe Fairy Tale-Fantasy. Und ich liebe Romane über dunkle Verschwörungen und geheimnisvolle Herrensitze. T. Kingfisher bietet in ihrer gleichsam eigenwilligen wie magischen Blaubart-Variante “The Seventh Bride” beides – und so viel mehr:

Die 15jährige Rhea ist die einzige Tochter eines einfachen Müllers: nicht besonders wohlhabend, nicht überdurchschnittlich klug und schon gar nicht außergewöhnlich schön. Ihre täglichen Aufgaben bestehen darin, Mäuse und Gremlins aus dem Mahlturm zu vertreiben und sie ist davon überzeugt, alles in allem ziemlich unauffällig zu sein. Deshalb ist sie ebenso wie ihre Eltern und ihre Tante überrascht, als der geheimnisvolle Lord Crevan um ihre Hand anhält.

Zwar ist sie alles andere als begeistert, bereits mit 15 Jahren in den Bund der Ehe zu treten – noch dazu mit einem Mann, der ebenso alt ist wie ihr Vater; aber viel mitzureden hat sie bei dieser Entscheidung ohnehin nicht, und ihre Eltern machen ihr deutlich zu verstehen, dass sie eine bessere Party im Leben nicht mehr machen wird.

Also willigt Rhea, leidlich brave Tochter, die sie ist, zähneknirschend in die Verlobung ein. Ehe sie mit Lord Crevan vor den Traualter tritt, lädt er sie jedoch dazu ein, sie in seinem abseits gelegenen Herrenhaus zu besuchen. Bereits kurz nach ihrer Ankunft findet sie heraus, dass Lord Crevan bereits sechs Mal verheiratet war – und das all seine Frauen noch hier an seinen verwunschenen Landsitz gebunden sind.

Rhea, die keine Lust verspürt, ein ähnliches Schicksal wie die armen Frauen zu erfahren, lässt sich auf einen gefährlichen Handel mit dem Zauberer ein: Wenn es ihr gelingt, ihn im magischen Spiel zu schlagen, soll sie ihre Freiheit behalten …

Was für ein tolles Hörbuch.

Schon lange habe ich mich von einer Fairy Tale-Fantasy nicht mehr so angesprochen gefühlt. Das liegt zum einen an der durch und durch märchenhaft-magischen Welt, in der die Autorin die Geschichte ansiedelt, zum anderen aber auch an T. Kingfishers frischem, frechen Erzählstil und der formidablen Leistung von Hörbuchsprecherin Kaylin Heath. Ihre junge Stimme passt wie die Faust aufs Auge zur 15jährigen Rhea, und ihre leicht gereizte Art, die Geschichte zu lesen, unterstreicht die Atmosphäre hervorragend. Trotz der düsteren Prämisse ist “The Seventh Bride” ein durch und durch magisches, aufregendes Abenteuer und Rhea ist ein junges Mädchen, das seinen eigenen Kopf hat und diesen auch einzusetzen weiß.

Die Welt, die T. Kingfisher in “The Seventh Bride” beschreibt, wirkt auf mich wie ein wunderbares, buntes Märchenuniversum, dass sich – von der düsteren Geschichte einmal abgesehen – mit Welten wie aus einem Disney- oder Pixar-Film problemlos messen kann. Es sind die kleinen Details, die diese Welt zum Leben erwecken – vom schrecklichen Gemäuer von Lord Crevan bis hin zum magischen Gemüse im Garten vor der Mühle, dass sich, wenn man nicht aufpasst, selbst aus der Erde zieht.

Bitte mehr davon: Mehr von dieser Welt, mehr von dieser Autorin und mehr von dieser Sprecherin!

5 Sterne auf ganzer Linie!

  • Rediscovery

  • Darkover, Book 11
  • Autor: Marion Zimmer Bradley, Mercedes Lackey
  • Sprecher: Christa Lewis
  • Spieldauer: 11 Std. und 37 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 7
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 7
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 6

Leonie Hastur has a high degree of laran, the telepathic power of the Comyn caste, and wants to be Keeper of Arilinn Tower, which will give her as much power as her twin brother Lorill, Heir to Hastur. But she has a premonition that something strange and disturbing will come from the sky and change their world forever. She is correct. Ysaye Barnett loves life on shipboard and would happily stay right there, with her beloved computers, forever.

  • 3 out of 5 stars
  • Die Wiederentdeckung von Darkover

  • Von fantasynews Am hilfreichsten 31.01.2016

Die Wiederentdeckung von Darkover

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 31.01.2016

Vor Jahrhunderten hat sich ein terranisches Raumschiff in den Weiten des Alls verirrt und notlandete schließlich auf einem Planeten mit rauhem Klima, einer blutroten Sonne und vier Monden. Die Überlebenden tauften ihre neue Heimat Darkover, verbanden sich mit den einheimischen Rassen und gründeten eine neue Gesellschaft. Über die Epochen entstand eine mittelalterliche Kultur, deren adelige Herrscher Psi-Kräfte entwickelten – jegliche Erinnerung an ihre terranische Herkunft ging jedoch verloren.

Zu Beginn von “Rediscovery” entdeckt ein Forschungsschiff des Terranischen Imperiums Darkover erneut. Während die Wissenschaftler und Raumfahrer auf einem der Monde ihre Basis aufschlagen, um von dort aus den Planeten zu untersuchen, ahnt eine junge Frau bereits, das eine fremde Macht aus den Sternen ihre Hände nach Darkover ausstreckt und das Schicksal ihrer Heimat für immer verändert: Leonie Hastur, 16 Jahre jung, schön, intelligent aber auch über die Maßen selbstbewusst und ehrgeizig verfügt über die stärksten Psi-Kräfte ihrer Generation.

Ein Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Kulturen – eine hochtechnisiert und sehr rational, eine andere mittelalterlich und intuitiv – scheint unvermeidlich.

“Rediscovery” ist ein Darkover-Roman, auf dessen Cover neben Marion Zimmer Bradley auch Mercedes Lackey (“Heralds of Valdemar“) steht. Lackey, die zahlreiche ihrer frühen Kurzgeschichten an Zimmer Bradleys Anthologiereihe “Magische Geschichten” verkauft hatte, wurde seinerzeit von der Autorin und ihrem US-Verlag als “Erbin von Darkover” gehandelt, als jene Autorin, die den Staffelstab von Marion Zimmer Bradley übernehmen und neue Darkover-Romane schreiben sollte. Schlussendlich wich man von diesem Plan allerdings wieder ab, vermutlich, weil sich Lackey lieber auf ihre eigene, extrem populäre Romanreihe (“Heralds of Valdemar”) konzentrieren wollte.

“Rediscovery” wirft also nicht nur Licht auf ein entscheidendes Kapitel in der Geschichte Darkovers, sondern vermittelut uns auch eine Ahnung dessen, wie die Saga heute aussehen würde, wenn Lackey sie fortgesetzt hätte. Und das macht die mittlerweile selbst zur Bestsellerkönigin avancierte Autorin auch gar nicht schlecht. Einige chronologische Ungereimtheiten zu den anderen Romanen fallen vermutlich nur Fans auf. Die Geschichte ist in sich schlüssig, und sowohl die Passagen, die aus Sicht der terranischen Wiederentdecker spielen als auch jene, die aus Sicht von Leonie Hastur geschildert werden, machen Spaß. Auch wenn man Leonie Hastur leider nur am Anfang ihrer Ausbildung als Bewahrerin begleitet und der Roman sich über ihre entscheidenden Ausbildungsjahre ausschweigt. Das ist schade, ebenso wie es schade ist, dass man das Annähern der terranischen Zivilisation und der darkovanischen Einwohner nur in ihrem Anfangsstadium erlebt. Hier weckt der Roman, der Darkovers Wiederentdeckung zum zentralen Thema hat, eindeutig mehr Erwartungen, als er schlussendlich erfüllt. Man erwartet von dem Buch etwas anderes, als es sein will.

Nachdem ich einige Minuten gebraucht habe, um mich an Christa Lewis als Sprecherin zu gewöhnen, war ich schlussendlich von ihr sehr angetan und es ist sicher nicht das letzte Werk, das ich mir von ihr vorlesen lassen werde. Schade, dass es bis auf zwei Ausnahmen keine weiteren Hörbuch-Versionen zum “Darkover”-Zyklus gibt. Ich hoffe, hier folgen schon bald mehr.

Eignet sich “Rediscovery” zum Einstieg in den großartigen Science Fantasy-Zyklus? Eher nicht. Ich persönlich würde neugierigen Lesern empfehlen, mit “Herrin der Falken” oder u. U. auch “Das Zauberschwert” oder “Die zerbrochene Kette” zu beginnen.

“Rediscovery” ist aber ein tolles Buch, um nach Jahren wieder mal nach Darkover zurückzukehren; um es neu zu entdecken. Es ist ein eher ruhiger Roman, trotz des zentralen Themas kein spannungsgeladener Pageturner. Vielmehr eignet er sich dazu, die Darkovanische Kultur etwas näher kennenzulernen. Und natürlich ist es ein aufschlussreicher Roman für all jene, die sich für die Jugend von Leonie Hastur interessieren – jener Bewahrerin, die in Darkover an sich und in “Der verbotene Turm” insbesondere eine so wichtige Rolle spielt.