PROFIL

Ellen Kleinert

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  • Effi Briest

  • Autor: Theodor Fontane
  • Sprecher: Cordula Trantow, Paul Edwin Roth, Martin Held
  • Spieldauer: 4 Std. und 55 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 73
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 62
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 64

Die lebhafte Effi, gerade 17 und neugierig auf das Leben, heiratet den viel älteren Baron von Instetten. Ihr heiteres Temperament...

  • 5 out of 5 stars
  • Man muss sie lieben!

  • Von Ännäh Bänänäh Am hilfreichsten 13.02.2017

2. Chance <br />Ein Wiedersehen mit Effi nach 18 Jahren

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.02.2019

Ich habe Effi Briest als 18-Jährige im Deutschleistungskurs gelesen und Effi inbrünstig und aus tiefster Seele gehasst.
Ich fand sie naiv, beleidigend dumm, nicht nachvollziehbar naturlieb und konnte ihr mangelndes akademisches und künstlerisches Interesse nicht nachvollziehen.

Nun bin ich doppelt so alt und habe Effi gehört. Ich finde die Stimmen des Hörspiels absolut stimmig und die Produktion genial. Die teils sehr langsame Sprechweise finde ich wohltuend, so kann man sich noch eigene Gedanken zum Gesagten machen und die Dialoge wirken echt.

Effi kommt beim erneuten Hören bei mir viel gnädiger weg als damals, was mehr über mich als sie sagt.
Instetten ist nun der Empfänger meiner Antipathie, Effis Eltern für mich keine rein positiven Figuren mehr.
Ich nehme an, zu der Erkenntnis waren wir im LK schon gekommen, emotional habe ich mich von der Verachtung für Effi aber nie lösen können.

Faktisch ist Instetten bloß ein Opfer seiner Zeit, oder besser der Zeit, der er verhaftet ist.
Die Versuche seiner jungen Frau in den Flitterwochen auf Biegen und Brechen bildungsbürgerlichen Kunstverstand beizubringen, empfinde ich heute ganz anders als damals. Viel bevormundender, viel unpassender.
Und die ganze Problematik, der ganze lebensverändernde Affront und übergroße Ehrbegriff -zumal der eklatante Mangel an anrüchigen Details- heutigen Teenagern ungerechtfertigterweise vielleicht ebenso wenig nachvollziehbar und uninteressant wie mir damals.
Ich bin froh, Effi erneut aus der größeren Distanz des Erwachsenenalters begegnet zu sein und verstehe was einen Klassiker zum Klassiker macht:
man kann ihn mehrfach lesen und auf verschiedenen Ebenen in verschiedenen Zeiten lesen.

Definitiv hörenswert.

Effi hat eine 2. Chance verdient:
im Roman und als Roman.