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Flyboy01

Hamburg
  • 102
  • Rezensionen
  • 1.373
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 103
  • Bewertungen
  • Flg. 9 - Spiderman stirbt

  • Autor: Titanic. Der endgültige Satirepodcast
  • Sprecher: Tim Wolff, Moritz Hürtgen, Torsten Gaitzsch
  • Spieldauer: 49 Min.
  • Originalaufnahme
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 5
  • Sprecher
    3.5 out of 5 stars 5
  • Geschichte
    3.5 out of 5 stars 5

Der endgültige Satirepodcast aus dem Hause TITANIC. Für Freunde des gepflegten Lachens. Unzensiert und stümperhaft wie immer. Mit Chefredakteur Tim Wolff, Moritz Hürtgen und Torsten Gaitzsch.

  • 5 out of 5 stars
  • gegen den geistigen Eineitsbrei

  • Von Reinhard Lünnemann Am hilfreichsten 21.06.2018

Unsinkbar

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2018

Wer jemals selbst in einer größeren Zeitungsredaktion gearbeitet hat, wird es hoffentlich selbst erlebt haben: Während oben hektisch der Nachrichten-Strom blubbert mit einem Pott Kaffee runter in die Feuilleton-Stuben flüchten. Denn losgelöst von Raum und Zeit wird hier parliert, doziert oder meditiert. Der Titanic-Podcast erinnert sehr sympathisch an diese Atmosphäre. Alle außerhalb dieser Welt sind potentielle Opfer von Spott, Herablassung oder Belehrung. Oft bissig, arrogant und gnadenlos – aber immer auf wohltuend hohem Niveau. Wie bei Titanic üblich verschwimmen dabei die Grenzen zwischen inszenierter und echter Realität. Wer - warum auch immer - ins Fadenkreuz der Frankfurter Schule-Schüler gerät, braucht ein sehr dickes Fell sowie einen ausgeprägten Sinn für Meinungstoleranz und (schrägen) Humor. Denn sie hören nicht auf, wenn es weh tut. Schon vor Zonen-Gabis erster Banane war ich ein Fan dieser Titantic. Denn egal wie viele Eisberge dieser Dampfer frontal rammt – sie ist unsinkbar.

  • Flg. 33 - NSU-Prozess, Ingenieure, Post von Karlheinz - 07.06.2018

  • Autor: Sagen was ist. Der SPIEGEL-Podcast
  • Sprecher: Olaf Heuser, Christina Pohl
  • Spieldauer: 54 Min.
  • Originalaufnahme
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 7
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 6
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 6

Für manche Themen reichen die Seiten des SPIEGEL Magazins einfach nicht aus. Begleitend zur Printausgabe wird daher jeden Donnerstag einfach noch einmal nachgehakt. Zusammen mit dem jeweiligen Redakteur geht Journalist Olaf Heuser tiefer ins Detail.

  • 5 out of 5 stars
  • Besser als das Heft

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 12.06.2018

Besser als das Heft

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2018

Die Beiträge in diesem Podcast sind oft besser als die Beiträge im Heft. Vielleicht deshalb, weil hier die Autoren direkt und ohne den Umweg über eine Tastatur Eindrücke, Hintergründe und persönliche Einschätzungen wiedergeben können. Betroffenheit, Überraschung oder Ärger kommen so viel bewegender, authentischer rüber und vermitteln in beinahe allen Fällen den sehr beruhigenden Eindruck, dass die Redakteure keine abgehobenen Spiegel-Aristrokraten sondern engagierte Beobachter und Fachleute sind. Einzig die aufgeplusterte Attitüde der beiden Moderatoren stört. Immer wieder klingt ihr Anspruch auf Gesinnungshoheit durch. Es ist das alte Leiden des deutschen Journalismus: Statt kompromisslos allein der kritischen Distanz und Neutralität verpflichtet zu sein, werden ex cathedra subjektive Weltbilder und Meinungen propagiert. Und es nervt die Kumpelei: Da wird der "liebe Sowieso" umarmt, die "sehr geschätzte Kollegin" hofiert… Also: Luft nach oben – aber absolut zu empfehlen.

  • Flg. 43 - Best of 11Freunde Saisonrückblick, Teil 2

  • Autor: 11FREUNDE
  • Sprecher: Ilja Behnisch, Jens Kirschneck, Max Dinkelaker, und andere
  • Spieldauer: 39 Min.
  • Originalaufnahme
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 7
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 5
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 5

"Fußball ist kein einfaches Spiel" sprach einst Giovanni Trappatoni. Gut also, dass wenigstens die 11FREUNDE-Redaktion Bescheid weiß und darüber spricht. Jede Woche, jeden Donnerstag. Warum die Bayern eventuell doch nicht Meister werden. Warum der HSV wieder einmal nicht absteigt. Und wie der FC Schalke endlich wieder nach oben will. Das alles besprechen Philipp Köster und seine Kollegen humorig und temporeich in ihrem Podcast bei Audible. Und damit sie das nicht allein machen müssen, begrüßen sie regelmäßig einen prominenten Gast.

  • 5 out of 5 stars
  • Champions League!

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 12.06.2018

Champions League!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2018

In der Print-Version ist "11 Freunde" bereits das beste Fußball-Magazin auf dem deutschen Markt. Der Podcast festigt dieses Qualitätsurteil. Denn nicht nur beim Schreiben sondern auch beim Sprechen sind die Macher erfrischend unverkrampft, sehr kompetent und tabulos – sogar die eigene Lieblingsmannschaft kriegt die Rote Karte, wenn es verdient ist. So macht Fußball Spaß. Abgedroschener Kommentatoren-Sprech oder Sportreporter-Belch ("Wie fühlen Sie sich…?") wird hier nicht gepflegt, sondern gnadenlos ausgepfiffen. Interviews und Dialoge haben den Charme von Stammtisch-Konversation auf Profi-Niveau. Keine flachen Bälle, keine 0:0-Mentaltät. Stattdessen Steilvorlagen und Doppelpässe vom feinsten. Und absolut kein Heimspiel nur für Fußball-Freaks, denn die Jungs von 11 Freunde hören nicht an der Aus-Linie auf zu denken. Das ist Champions League für Grips und Ohren!

  • Größenwahn (Jack Reacher 1)

  • Autor: Lee Child
  • Sprecher: Michael Schwarzmaier
  • Spieldauer: 16 Std. und 18 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 648
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 617
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 611

Auf dem Weg von Tampa nach nirgendwo steigt der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher in einer Kleinstadt in Georgia aus dem Bus. Wenige Stunden später findet er sich im Gefängnis wieder. Er steht unter Mordverdacht. Doch statt einer schnellen Lösung hat Detective Finley bald zwei große Probleme: einen Hauptverdächtigen, der seine Unschuld beweisen kann, und das Geständnis eines Bankers, der die Tat nicht begangen hat.

  • 4 out of 5 stars
  • Sherlock Holmes als Rambo

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 05.06.2018

Sherlock Holmes als Rambo

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.06.2018

Noch grinst der muskelbepackte Knast-Schläger. "Wenn Du nicht sofort abhaust, tragen sie Dich in einem Eimer hier raus", warnt ihn Jack Reacher. Doch der Schläger bleibt. Also wird er Sekunden später verheerend zugerichtet und bewusstlos aus der Zelle geschleift.

Mit diesem markanten Auftritt betrat Jack Reacher vor 21 Jahren als neuer Held die internationale Thriller-Bühne. Das Audible 2018 als Erscheinungsjahr nennt, ist insofern irreführend, denn „Größenwahn“ (engl.: „Killing Floor“) war der erste Reacher-Roman überhaupt, veröffentlich 1997.

Für Reacher-Novizen macht das keinen Unterschied, für Kenner aber schon.

Denn Neulinge lernen einen kantigen Helden kennen. Seit er nach 13 Jahren ehrenhaft als Elite-Militär-Polizist aus der Army entlassen wurde, reist er ziellos durch die USA - ohne Wohnsitz, Kreditkarten, oder Telefonnummer. In dem blitzblank herausgeputzten Südstaaten-Kaff Margrave (Georgia) steigt er aus dem Bus, um die Geschichte der Blues-Legende Blind Blake zu erforschen. Prompt wird er eines Mordes verdächtigt, den er gar nicht begangen haben kann – und landet im Staatsgefängnis.

Reacher ist wortkarg, nahkampferfahren, lakonisch und völlig ohne Skrupel, wenn er das Böse im Visier hat. Im Knast prügelt er sich zurück in die Freiheit. Das er dabei etlichen Gegnern Schädel, Genick oder Nasenbein bricht, rührt ihn nicht. "Sie haben eine Tür aufgestoßen, die sie lieber zu gelassen hätten", sagt Reacher lakonisch.
Später liefert er sich eine Schießerei. Der Gegner fragt: „Wirst Du mich erschießen?“ Reacher: „Nein“. Der Feind tritt aus der Deckung. Und wird von einer Kugel aus Reachers monströser „Desert Eagle“ zerfetzt. Sein Kommentar: „Ich habe gelogen…“ Ende der Moraldebatte.

Dennoch ist Reacher aber bei weitem kein stumpfsinniger Haudrauf. Vielmehr gebildet, scharfsinnig und obendrein ein Fan von Blues und Rockmusik. Ein Rezensent schrieb sehr treffend, Reacher sei die Kombination aus Rambo und Sherlock Holmes.

Nun eine Botschaft an die Kenner. Sie werden von einem Plot überrascht, der sehr gut recherchiert, überraschend und wirklich überzeugend ist.

Reacher stellt sehr schnell fest, dass der sichtliche Wohlstand Margraves und seiner Bewohner einen mysteriösen Hintergrund haben muss. Spender des Geldsegens ist eine Stiftung – deren Gründer sehr bald auf Reachers Abschussliste landet. Und schnell wird klar, dass hier nicht nur in den vielen Blumenbeeten haufenweise Blüten zu finden sind…

Zudem werden Reacher-Veteranen staunen, dass Ihr Held ganz zu Anfang noch Gefühle zeigte. Liebe, Trauer, Leidenschaft… Ja, er verliebt sich sogar und erwägt, sesshaft zu werden. In den folgenden Bänden undenkbar.

Lee Child hatte drei Jahre zuvor mit seinem Co-Autor Douglas Preston den ersten Pendergast-Roman "Relic" veröffentlicht und damit einen Welt-Beststeller gelandet. Nach dieser komplexen, raffinierten und intelligenten Geschichte hatte er offenkundig noch hohe Ansprüche an seine Arbeit parallel zur Pendergast-Reihe.

Im Laufe der folgenden 23 Reacher-Bände verblasste dieser Anspruch leider deutlich. Bis hin zum Tiefpunkt "Nightschool". Eine völlig absurde Geschichte, in der Child ernsthaft behauptet, auf der Hamburger Reeperbahn würden Neo-Nazis ungestört eine Sodomie-Kneipe (!) betreiben. Recherche sieht anders aus.

Erzähler Michael Schwarzmeier darf hier keinesfalls vergessen werden. Er hat mehr als 100 Hörbücher gesprochen, viele davon Krimis und Reacher-Romane. Child hat für diese Reihe die „Asthma-Schreibe“ entwickelt. Hauptsatz an Hauptsatz. Möglichst kurz. Von einem Laien gelesen klingt der Text wie das Rattern eines Fernschreibers. Doch Profi Schwarzmeier meistert diese Herausforderung bravourös und schafft einen charakteristischen Erzählstil, den er zum Markenzeichen der Reacher-Reihe machte.

Child verhehlt nicht, dass er vor einem neuen Reacher-Buch keinen Masterplan hat: „Ich schreibe meine Brücher Seite auf Seite. Beim Schreiben merke ich dann, wohin es geht“, sagte er in einem Interview des Magazins „Rolling Stone“.

Bei seinem Reacher-Erstling hat diese Methode noch wunderbar funktioniert. Empfehlung!

35 von 39 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • The Second World War: Alone

  • Autor: Sir Winston Churchill
  • Sprecher: Christian Rodska
  • Spieldauer: 11 Std. und 4 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 18
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 11
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 12

"After the first forty days we were alone," writes Churchill. This edition is part two of Churchill's own abridgement of his original six-volume history of the Second World War.

  • 5 out of 5 stars
  • Action this Day!

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 09.05.2018

Action this Day!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.05.2018

Warum in aller Welt soll man an dieser Stelle überhaupt noch etwas zu Churchills Ouevre sagen?

Churchills Reputation als genialer Staatsmann, Soldat, Erzähler, scharfsinniger Analyst und begnadeter Selbstdarsteller ist unanfechtbar. Er ist eine Ikone, nicht nur in Groß Britannien. Für seine Prosa - zu der auch seine Reden zählen – wurde er vier Mal für den Literatur-Nobelpreis nominiert, bis er die Auszeichnung 1953 völlig zurecht entgegen nehmen durfte.

Der Zweite Weltkrieg ist seit 73 Jahren beendet und hunderte kluge Bücher wurden darüber verfasst. Churchills sechsbändiges Werk "The Second World War" gehört unbestritten zu den besten und ist längst Literatur-Legende.

Alle Oden sind gesungen, sämtliche Lorbeeren längst vergoldet – dennoch lesen Sie hier eine Meinung. Warum?

Aus einem einzigen Grund: Weil alles so vermeintlich klar zu sein scheint, könnte man auf den Gedanken kommen, man könne sich diese Hör-Lektüre sparen. Doch das wäre eine fatale Entscheidung. Wer Churchill nie im Original gelesen bzw. gehört hat, MUSS dieses Buch wählen. Einfach um selbst zu erleben, welche Qualität Erzählkunst, politischer Verstand und historischer Weitblick erreichen können.

Meines Erachtens sind Churchills Bücher Pflichtlektüre für jeden, der für sich in Anspruch nimmt, über Bildung im klassischen Sinn zu verfügen. Denn nur wer sie kennt, kann wirklich mitreden.

Es ist interessant zu wissen, dass Churchill seine Bücher nicht selbst schrieb, sondern diktierte. Sogar in der Badewanne liegend durch die geschlossene Tür des Badezimmers, wie seine Biografen berichten. So sind seine Bücher zugleich auch ein beredtes Zeugnis seiner außerordentlichen Eloquenz. Seine Reden – viele davon Klassiker der europäischen Politik-Geschichte – schrieb er hingegen mit eigener Hand. So entstand das Bonmot, Churchill habe seine Reden geschrieben und seine Bücher gesprochen.

Apropos gesprochen – Erzähler Christian Rodska, ein in England renommierter Schauspieler und "Narrator", ist ein Phänomen. Landsleute attestieren ihm, dass seine Stimme und sein Timbre dem Churchills zum Verwechseln ähnlich sind. Wer sich den Spaß macht, zur Prüfung dieser Behauptung Aufnahmen von Churchill zu hören, wird staunen, wie Recht sie haben. Ein Vergnügen!

Allein seine Radioansprache nach dem Überfall Hitlers auf die Sowjetunion 1941 ist die Lektüre wert. Reden von solcher Kraft, solcher Leidenschaft und solcher Bildsprache gibt es nicht mehr. Verglichen damit schrumpft der uniforme Politsprech unserer Tage auf das zusammen, was er viel zu häufig im Kern ist: Das Produkt von Persönlichkeiten, denen es entweder an Mut, an wahrer Überzeugung oder schlicht an Intellekt fehlt.

Wer sich die Freude macht, dieses Buch zu hören, wird am Ende zustimmen, dass dies kein vermessenes Urteil ist, sondern das Resultat eines überzeugenden Vergleichs.

Sie überlegen noch? Dann rate ich allen Zögernden mit Churchills berühmter Anweisung an seine Mitarbeiter: "Action this Day!"

  • City of Endless Night

  • Autor: Douglas Preston, Lincoln Child
  • Sprecher: Rene Auberjonois
  • Spieldauer: 10 Std. und 47 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 41
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 38
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 37

When Grace Ozmian, the beautiful and reckless daughter of a wealthy tech billionaire, first goes missing, the NYPD assumes she has simply sped off on another wild adventure. Until the young woman's body is discovered in an abandoned warehouse in Queens, the head nowhere to be found. Lieutenant CDS Vincent D'Agosta quickly takes the lead. He knows his investigation will attract fierce scrutiny, so D'Agosta is delighted when FBI Special Agent A. X. L. Pendergast shows up at the crime scene assigned to the case.

  • 2 out of 5 stars
  • It's a bummer!

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 24.03.2018

It's a bummer!

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.03.2018

Mit "Cult", "Relic" oder "Attic" haben die Autoren Lincoln & Child die Pendergast-Reihe zu einer der besten Krimi-Serien der Welt gemacht. Es sind genial raffiniert konstruierte Geschichten.

Im Mittelpunkt Aloysius Pendergast, Milliardär und FBI-Special Agent. Seine Charakteristika: Umfassende humanistische Bildung. Außerordentliche Kenntnisse der Forensik. Bestechend logisches Denken. Psychologisches Einfühlungsvermögen. Gelegentlich snobistisches Auftreten. Mysteriöser Familienhintergrund.

Mit diesem Wissen hören Sie "City of Endless Night". Und fragen sich von Minute zu Minute erstaunter, ob hier wirklich Lincoln&Child am Werk waren - oder etwa nur ein minderbegabter Epigone.

Denn so gut wie nichts kommt auch nur in die Nähe der bisher gewohnten literarischen Qualität dieser Serie.

Pendergast ist nur ein Schatten seiner selbst. Statt widerspenstige Schlüsselfiguren elegant mit exakt recherchierten dunklen Geheimnissen aus ihrem Privat- oder Geschäftsleben auseinander zu nehmen (…wie in "White Fire"), droht er ihnen mit "schlechten Schlagzeilen". Soviel Plumpheit ist eines Pendergast absolut unwürdig.

Unvergessen ist Pendergasts Erkundungstour durch die apokalyptische Unter-Welt New Yorks in "Attic". Der Pendergast in diesem Roman bekäme kaum den Kanaldeckel zum Einsteg hoch.

Der Plot (Unbekannter enthauptet Prominente) ist konventionell, eindimensional. Auch in "Relic" rollen Köpfe. Doch die Brisanz und der Speed jener Geschichte ist um Welten besser als das, was "City of Endless Night" bietet. Kein genialer Spin, keine Mysterien, keine Überraschungen.

Da hilft es auch nicht, dass plötzlich ein Jesuit auftaucht, der sich zum New Yorker Nachfolger des düsteren Bußpredigers Girolamo Savonarola (Italien, 1452 -1498) aufschwingen will. Der Versuch, auf diese Weise einerseits Mystik zu erzeugen und den Lesern andererseits Bildung vorzugaukeln, endet wie seine Imitation von Savonarolas "Fegefeuer der Eitelkeiten": Es verkokelt kümmerlich.

Auch das ist einer Pendergast-Story unwürdig.

Dieselben Autoren sollen die hinreißend kluge, doppelbödige und spannende Zombie-Story "Cult" erdacht haben? Kaum zu glauben.

Wer zugleich auch die "Lincoln Rhyme"-Serie von Jeffery Deaver kennt, wird in "City of Endless Night"erstaunliche stilistische Parallelen entdecken. Diese Geschichte könnte von Deaver sein und in manchen Szenen würde es nicht wundern, wenn Rhyme in seinem roten "Storm Arrow"-Rollstuhl herein käme.

Das Finale gerät dann konsequenterweise auch zur Farce. Erfahrene Pendergast-Leser/Hörer haben den Täter sowie so bereits nach zwei Dritteln des Buches selbst entlarvt. Als er dann Pendergast zur Strecke bringen will, endet der Showdown in einem völlig unrealistisch und gestelzt konstruierten Szenario.

Das ganze Buch wirkt uninspiriert, zusammengestoppelt und lustlos erzählt. Eine Pflichtübung. Vermutlich verlangt der Autorenvertrag Pendergast-Fortsetzungen in bestimmten Abständen. Und mangels guter Ideen wurde dieser Lückenbüßer abgeliefert.

Weil die Geschichte in New York spielt, soll das Gesamturteil im NY-Slang gesprochen werden: It's a bummer.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Kaiserschmarrndrama (Franz Eberhofer 9)

  • Autor: Rita Falk
  • Sprecher: Christian Tramitz
  • Spieldauer: 7 Std. und 52 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 3.799
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 3.550
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 3.525

Im Wald von Niederkaltenkirchen wird eine nackte Tote gefunden. Sie war erst kurz zuvor beim Simmerl in den ersten Stock gezogen und hat unter dem Namen "Mona" Stripshows im Internet angeboten. Der Eberhofer steht vor pikanten Ermittlungen, denn zum Kreis der Verdächtigen zählen ein paar ihrer Kunden, darunter der Leopold, der Simmerl und der Flötzinger. Harte Zeiten für den Franz, auch privat: Das Doppelhaus vom Leopold und der Susi wächst in dem Maße wie Franz' Unlust auf das traute Familienglück.

  • 5 out of 5 stars
  • Wann bekommt Tramitz endlich einen Hörbuchoscar?

  • Von kantrigoerl Am hilfreichsten 17.02.2018

Matter Abglanz

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.02.2018

Ähnlich lautende Bewertungen sammeln sich ja schon zunehmend - und ich muss mich leider anschließen: Folge 9 der Eberhofer-Saga ist nur noch ein matter Abglanz alter Bestform. Nichts neues in Niederkaltenkirchen. Aber rein gar nix.

Der Kriminalfall ist eh Wurst, wie immer. Das hat bisher nichts ausgemacht, im Gegenteil, denn der Tratsch und die Tragödien in der (fiktiven) Nachbargemeinde von Landshut waren viel interessanter. Frage nicht. Doch da ist komplett die Luft raus. Der Birkenberger-Rudi benimmt sich gewohnt larmoyant, der Vater raucht seine Joints, Leopold bleibt die alte Schleimsau und die Susi schnackselt halt gern. Gähn.

Das sich Rita Falk inzwischen gnadenlos selbst kopiert wird vollends klar, wenn die Eberhofer-Familie gemeinsam Möbel kaufen geht. Der Fight der resoluten Oma mit einem dämlichen Verkäufer, den sie schließlich quasi mit Gewalt dazu bringt, 50 Prozent Rabatt rauszurücken, ist nichts als ein 1:1 Remake aus früheren Geschichten. Alles wohl bekannt.
Und weil die Autorin die Schwäche vermutlich selbst spürt, versucht sie, die Story mit Herz-Schmerz aufzufüttern. Das ging schon 2012 mit "Hannes" gewaltig schief. Ihr Genre ist die rotzfreche Kommödie – bei Gefühlsduselei hingegen wird's peinlich.

Wie alle Rezensenten schließe ich mich allerdings lauthals dem Lobgesang auf Christian Tramitz an! Er ist wirklich phänomenal und es stellt sich nach wie vor die Frage, warum er nicht auch die Hauptrolle in den Eberhofer-Filmen spielt. Ohne ihn sind die G'schichten aus Niederkaltenkirchen nicht mehr vorstellbar.

Diese allerdings rettet er leider auch nicht. Also – geh' Wolfi! Noch a Halbe zum vergessen…

20 von 24 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • QualityLand (Dunkle Edition)

  • Autor: Marc-Uwe Kling
  • Sprecher: Marc-Uwe Kling
  • Spieldauer: 8 Std. und 26 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 13.834
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 13.049
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 13.028

Willkommen in QualityLand! In der Zukunft ist alles durch Algorithmen optimiert: QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt. Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen - denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: o.k.

  • 5 out of 5 stars
  • Genial Satirotopie

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 21.02.2018

Genial Satirotopie

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.02.2018

Interessieren Sie sich für "QualityLand", weil Ihnen dieses Buch aufgrund Ihres Profils von Audible vorgeschlagen wurde? Dann stehen Sie bereits mit einem Fuß in Klings schöner neuer Welt: QualityLand.

Denn im „System“ bestimmt Ihr von einer anonymen Autorität erstellte Profil alles: Welche Partner ich über "Qualitypartner" date. Mit wem ich bei "Everybody" chatte. Welche Marke mein selbstfahrendes Auto hat. Welche der beiden einzigen politischen Parteien ich wähle - die am Ende aber sowieso immer eine GroKo bilden.

Peter, arbeitsloser Protagonist der Geschichte, lebt in QualityLand. Es hieß früher Deutschland. Wurde aber umbenannt, weil es sich so viel besser vermarkten lässt. Zuhause bei Peter kommt immer wieder eine Lieferdrohne von "TheShop" vorbei und bringt Dinge, die er nicht bestellt hat. Aber wie bei Millionen anderer Kunden hat TheShop aufgrund seines Profils ermittelt, dass er es sich unbewusst wünscht. Eines Tages liefert die Drohne Peter einen rosafarbenen Vibrator in Delfinform. Da reicht es ihm. Er will das bescheuerte Ding nicht. Aber alle Versuche, ihn zurück zu geben, scheitern. Weil das gesamte System in Gefahr geriete, wenn TheShop den Irrtum eingestehen würde. Er rebelliert. Seine simple Feststellung wird zum Kampfruf von Millionen: "Das System sagt, ich brauch das. Aber ich will das nicht!"

Natürlich ziehen Sie jetzt sofort Parallelen zu George Orwells "1984". Literarisch ist dessen berühmter Roman eine Dystopie – eine Zukunftsvision mit negativem Ausgang. Doch wer Klings absurd-komische "Känguru-Chroniken" kennt, wird von ihm niemals eine düstere Sozialkritik erwarten. Er selbst nennt seine Geschichte eine „lustige Dystopie“. Doch für Kling muss eine völlig neue Kategorie erfunden werden: "QualityLand" ist eine geniale Satirotopie.

Sie ist intelligent, voll überbordender Phantasie, wortwitzig, spontan komisch. Dennoch gegründet auf profundes Wissen über wissenschaftliche Zukunftstheorien, Entwicklungs-Trends der Künstlichen Intelligenz (KI), Psychologie und Wirtschaftswissenschaften. Das geniale dieses Buches ist, dass es Kling gelingt, dieses Wissen nicht als Ballast sondern als Treibstoff für seinen riesigen, knallbunten Phantasie-Ballon zu nutzen.

An Bord seines Ballons ist auch Peters "Familie": Androiden mit skurrilen Dysfunktionen, die er vor der Verschrottung bewahrt hat. Allein die Dialoge dieser schrägen Truppe haben fünf Sterne verdient. Gemeinsam ziehen sie gegen die scheinbar allmächtigen Profilprofiteure und das System zu Felde.

Kling wettert nicht gegen drohenden Konsumterror. Er warnt nicht vor Big Brother. Er predigt nicht.

Sein Weg ist viel, viel wirkungsvoller. Er lacht sich gemeinsam mit uns über die Zukunft kaputt.

Auch mir hat Audible "Qualityland" empfohlen: "Hörbücher die Ihnen gefallen könnten".
Also das System sagt, ich brauch das. Und ich sage: Genau!

92 von 98 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Fire and Fury

  • Autor: Michael Wolff
  • Sprecher: Michael Wolff, Holter Graham
  • Spieldauer: 11 Std. und 55 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 306
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 281
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 280

The first nine months of Donald Trump's term were stormy, outrageous - and absolutely mesmerising. Now, thanks to his deep access to the West Wing, best-selling author Michael Wolff tells the riveting story of how Trump launched a tenure as volatile and fiery as the man himself. In this explosive audiobook, Wolff provides a wealth of new details about the chaos in the Oval Office.

  • 5 out of 5 stars
  • Der Popanz

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 29.01.2018

Der Popanz

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.01.2018

Donald Trump und seine Politik abzulehnen bzw. scharf zu kritisieren gehört in bildungsnahen deutschen Haushalten zum guten Ton. Erstaunlich ist aber oft, dass diese Ablehnung bei genauem Nachfragen kaum auf Fakten und kenntnisreicher politischer Analyse basiert, sondern aus dem Bauch heraus kommt. Trump ist eben ein Clown, ein irrer Selbstdarsteller…

Um dieser Oberflächlichkeit abzuhelfen und künftig fundierter argumentieren zu können, ist die Lektüre dieses Buches Pflicht.

Wolffs zentrale These überrascht – weil sie so simpel ist:

Trump wollte nie Präsident werden. Er kalkulierte bewußt damit, die Wahl zu verlieren. Seine Kandidatur war nichts als eine riesige PR-Kampagne, an deren Ende er zwar verlieren – aber dennoch als Gewinner dastehen wollte. Denn die gewonnene Popularität, so der Plan, ließe sich wunderbar in Geschäfte und vor allem in gesellschaftliches Ansehen ummünzen.

Aber es ging schief. Trump war plötzlich Präsident. Und schon begann es rund um ihn herum zu brodeln. Dutzende Trittbrettfahrer sahen ihre Chance, in seinem Kielwasser Karriere zu machen. Wie zum Beispiel Steve Bannon, von dem Amerika und die Welt bis dahin so gut wie nichts wußten. Und weil Trump absolut keinen Plan hatte, begannen er und seine Vertrauten zu agieren wie eine lose Kanone an Deck eines Segel-Schlachtschiffes.

Trump, so beschreibt es Wolff, galt im Kreis der US-Milliardäre als skurriles Kasperle. Ja, manchen bezweifelten sogar, dass er wirklich Milliarden besaß. Denen wollte es Trump jetzt zeigen. Mit allen Mitteln. Währenddessen verfolgten seine Pilotfische ihre ganz eigene Agenda: Tochter Ivanka, Schwiegersohn Kushner, Bannon und viele andere. Sie alle hassen und mißtrauen sich.

Wolffs ursprüngliche These gewinnt mehr und mehr an Überzeugungskraft, je weiter er die Handlungsstränge, Verflechtungen, Feindschaften und Machenschaften schildert.

Die Flut an Fakten, Zitaten und der daraus folgenden Schlüsse macht es unmöglich, längere Abschnitte der Buches am Stück zu hören. Dies vor allem auch deshalb, weil die Vorleser Wolff und Graham ihre Sätze geradezu im Dauerfeuer deklamieren. Es wird interessant sein, die in Kürze erscheinende deutsche Hörbuch-Version damit zu vergleichen.

Saftige Enthüllungen im Stil von Besenkammer-Sex, Geldübergaben in der White House Tiefgarage oder Schlüsselloch-Geschichten aus den Privat-Räumen bietet Wolff nicht. Mangels dessen walzten viele Nacherzähler deshalb die von Wolff beschriebenen Lebens- und Arbeitsgewohnheiten Trumps aus: Dauer-Fernsehen, Essen von McDonald's aus Angst, vergiftet zu werden, Bürozeit erst ab 11 Uhr und Feierabend um 18:30 Uhr. Texte zu lesen geschweige denn, sie zu verstehen, gelingt ihm nicht. Wolff vermutet sogar, Trump sei "illiterate". Lieber spielt er Golf – und das bisher an mehr als 80 Tagen seiner 100tägigen Präsidentschaft.

Stattdessen bietet Wolff Milieu-Schilderungen aus Trumpistan. Fazit: Der Popanz mit der Tolle und seine Entourage sind allesamt Clowns. Egomanen und irre Selbstdarsteller ohne politische (…und sonstige) Bildung. Gut, was wussten wir wie gesagt schon vorher.

Aber jetzt wissen wir endlich auch, warum.

8 von 10 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Hue 1968

  • A Turning Point of the American War in Vietnam
  • Autor: Mark Bowden
  • Sprecher: Joe Barrett
  • Spieldauer: 18 Std. und 45 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 1
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 1
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 1

By January 1968, despite an influx of half a million American troops, the fighting in Vietnam seemed to be at a stalemate. Yet General William Westmoreland, commander of American forces, announced a new phase of the war in which "the end begins to come into view". The North Vietnamese had different ideas. In mid-1967, the leadership in Hanoi had started planning an offensive intended to win the war in a single stroke.

  • 4 out of 5 stars
  • Minuten-Protokoll einer Schlacht

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 23.01.2018

Minuten-Protokoll einer Schlacht

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.01.2018

Hue, Vietnam, 1968. Wie aus dem Nichts wimmelt die Stadt plötzlich von Soldaten des Vietcong. Es ist die Nacht des Tet, dem vietnamesischen Neujahrsfest. Die Offensive ist akribisch bis ins Detail vorbereitet. 80.000 nordvietnamesische Soldaten greifen mehr als 100 Standorte der US-Army in ganz Südvietnam an. Die Amerikaner werden völlig überrascht. Ihre Generäle glauben zuerst an eine Nadelstich-Attacke, die schnell vorbei ist. Doch sie irren sich gewaltig. Die Tet-Offensive, deren Teil der Sturm auf die alte Kaiserstadt Hue war, besiegelt letztlich ihre Niederlage.

Bowden hat jahrelang akribisch, mit geradezu mikroskopischer Genauigkeit recherchiert. Wer saß wo an welchem Maschinengewehr? Welcher Zug geriet in einen Hinterhalt und welcher 18jährige Marine, gerade aus Alabama in Vietnam eingetroffen, wurde dabei erschossen? Welcher Vietcong feuerte die tödliche Kugel? Namen, Lebensgeschichten, genaue Uhrzeiten und wieviele Schuss Munition noch im Magazin waren, als der ehemalige Reisbauer aus Hanoi anlegte. Bowden weiß alles und kann es belegen. Ein Minuten-Protokoll des Kampfes. Diese unglaubliche Recherche-Leistung rechtfertigt eigentlich fünf Sterne – wenn nicht dadurch der irreführende Eindruck erzeugt würde, dass Buch sei obendrein hochklassige Unterhaltungslektüre.

Hue 1968. Wer erinnert sich heute noch in Deutschland an diese entscheidende Schlacht des Vietnam-Kriegs? In Amerika ist sie unvergessen – ein militärisches Trauma. Für Bowden der Beweis für die unglaubliche Überheblichkeit der US-Generäle die glaubten, ein ganzes Land in die Steinzeit zurück bomben zu können – und es versuchten. Bowden zitiert einen Airforce-Piloten, der den fatalen Irrtum längst erkannt hatte: "Welchen Sinn soll es machen, ein Land in die Steinzeit zu bomben, wenn es bereits in der Steinzeit lebt?"

Bowden erzählt kühl, sachlich, ohne Schnörkel. Kein Pathos, keine großen Posen, kein Heldenmut.Vor allem ist er nicht parteiisch. Aber schonungslos.

Als unterhaltsame Hör-Lektüre ist dieses Buch - wie gesagt - untauglich. Das Zuhören fordert unbedingte Konzentration gepaart mit Vorkenntnissen über Ursachen und Verlauf des Vietnamkriegs. Allerdings ordnet Bowden das Geschehen immer wieder ein, erklärt militärische Pläne und politische Absichten. Allerdings macht er aus seiner Position – gestützt auf seine Recherchen – auch kein Hehl: Der Vietnamkrieg war ein unverantwortlicher politischer und militärischer Irrtum.

Leidtragende waren die Menschen beider Seiten, die durch das unselige Wirken der Verantwortlichen zu Soldaten und zu Gegnern bestimmt wurden. Genau das dokumentiert er durch seine emotionslose Schilderung der Ereignisse.

Wer Action a la Tom Clancy erwartet, liegt falsch. Wer Geschichten wie in "Full Metal Jacket" hören möchte ebenfalls. Dies ist ein Fach-Buch für Militärhistoriker oder Militärtaktiker.

Oder für Regisseure… Bowdens Buch "Black Hawk Down", nach dem gleichen Muster verfasst wie "Hue 1968", wurde sehr erfolgreich verfilmt. Aus "Hue" soll eine Mini-Serie werden, heißt es in amerikanischen Film-Magazinen. Erst wenn die wirklich zu sehen ist, wird dieses Buch einem breiteren Publikum zugänglich sein. Und – mit Sicherheit ein Erfolg.

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