PROFIL

Flyboy01

Hamburg
  • 106
  • Rezensionen
  • 1.477
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 107
  • Bewertungen
  • Flg. 2 - Das Weltall - Raum für Notizen

  • Autor: TITANIC - Das goldene Zeitalter
  • Sprecher: Tim Wolff, Leo Fischer, Torsten Gaitzsch, und andere
  • Spieldauer: 45 Min.
  • Originalaufnahme
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 6
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 6
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 6

Das Satiremagazin TITANIC läßt das goldene Zeitalter der kommerziellen Raumfahrt auferstehen - mit Trumps Space Force und einer Audienz bei Elon Musk. - Wir beschreiben unsere Körper. - Robert Habeck berichtet aus dem eigenen Kopf - Umfrage: Was sagt das Volk? - Mit vielen spacigen Soundeffekten!

  • 3 out of 5 stars
  • Gähnen ist Gold

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 18.10.2018

Gähnen ist Gold

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.10.2018

Selbstironisch hat Titantic sein überarbeitetes Podcast-Konzept "Das goldene Zeitalter" getauft. Doch leider ist es - jedenfalls bisher - ehr bleiern als golden. Beim Zuhören entsteht die Assoziation von vier Jungs auf Camping-Tour, die vor dem Einschlafen im Zelt schon leicht dösend herumwitzeln. Müde Dialoge über Millionäre wie Jeff Bezos oder Elon Musk, die eventuell planen, vor der schnöden Welt in den Weltraum zu fliehen. Über eine Nazi-Basis auf dem Mond. Und über… Ach, im Grunde egal. Bei einem fiktiven Interview mit Musk verlangt der Tesla-Erfinder von den Reportern, dass sie als Gegenleistung für das Gespräch seinen Rasen mähen. Wie satirisch. Immer gern wiederholt werden Seitenhiebe auf Amazon bzw. Audible, die Titanic "einen Haufen Kohle" für diesen Podcast zahlen. Nach den ersten beiden "Gold"-Folgen stellt sich die Frage: Warum eigentlich?

1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten

  • Autor: Jonas Jonasson
  • Sprecher: Dieter Hallervorden
  • Spieldauer: 12 Std. und 56 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 710
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 674
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 672

Der "Hundertjährige" ist zurück - jetzt endlich die Fortsetzung des Weltbestsellers! Was als beschauliche Heißluftballonfahrt zum 101. Geburtstag geplant war, endet für Allan Karlsson auf hoher See, wo er von einem nordkoreanischen Schiff aufgefischt wird. Als er erfährt, dass der Kapitän in geheimer Mission für Kim Jong-un unterwegs ist, nimmt das nächste wahnwitzige politische Abenteuer für Allan Karlsson seinen Lauf.

  • 3 out of 5 stars
  • Leider nicht meines...

  • Von eselchen Am hilfreichsten 15.09.2018

Meisterwerk des Nordic Laughing

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.09.2018

Was haben Donald Trump, Kim Jong-un, Angela Merkel und die schwedische Außenministerin Margot Wallström gemeinsam? Alle vier nimmt der 101jährige Allan Karlsson aufs Korn und führt sie auf seine unnachahmlich schrullige Art und Weise vor.
Auch der zweite Karlsson-Roman quillt über vor skurrilen Ideen, absurden Ereignissen und ungeheuerlichen Zufällen. Wieder setzt Jonas Jonasson auf die bewährte Mischung von prominenten Politikern, abgedrehten Schwerkriminellen und liebenswerten Außenseitern.
Allan Karlsson und sein Kumpel Julius Jonsson landen mit einem verunglückten Heißluft-Ballon mitten im Ozean, gelangen von dort nach Nordkorea, schließlich in die USA, wo Allan mit Donald Trump eine Runde Golf spielt. Und ihm dabei die Meinung über sein beklopptes Benehmen geigt.
Eine Hauptrolle fällt Angela Merkel zu. Der jubelt Karlsson jede Menge angereichertes Uran unter, das er Kim Jong-un geklaut hat. Insgesamt kommt die Kanzlerin dabei sehr gut weg. Über Schweden und Dänemark geht's dann nach Tansania.
Zu einem bunten Knäuel werden der BND, die Spargelzucht in Süddeutschland, schwedische Neo-Nazis und bemalte Särge gerollt. Ach so – ein Massai mit seinem Wurfholz darf auch nicht fehlen.
Hat Jonasson ein Konzept, bevor er schreibt? Oder purzeln die Ideen beim Schreiben einfach so heraus? Egal. Das Ergebnis ist auch diesmal ein Meisterwerk des Nordic Laughing. Unverwechselbar in seiner Erzählweise und der überbordenden Phantasie. Dabei schafft es Jonasson geschickt, sich nicht selbst zu kopieren.
Das die Wahl des Erzählers auf Dieter Hallervorden fiel, ist genial. Er ist Allan. Stimme, Inszenierung und die mit hörbarer Lust vorgetragene Geschichte machen es schwer, beim Hören Pausen einzulegen. Applaus!
Anfangs verrät Jonasson, dass er Allan Karlsson eigentlich in den Ruhestand schicken wollte, weil er ja nun mit 101 Jahren alt genug dafür sei. Nach diesem Buch bleibt zu wünschen, dass er und Karlsson auch noch weiter machen, wenn er 102 ist!

1 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Hungrigen und die Satten

  • Autor: Timur Vermes
  • Sprecher: Christoph Maria Herbst
  • Spieldauer: 15 Std. und 13 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2.177
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 2.104
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 2.095

"Wenn Timur Vermes‘ Erstlingswerk böse, realistisch und komisch ist, so ist sein zweiter Geniestreich böser, realistischer und komischer." - Christoph Maria Herbst. Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod.

  • 5 out of 5 stars
  • Knüppelharte Mogelpackung

  • Von Pfälzer Am hilfreichsten 04.09.2018

De Zooch kütt!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.09.2018

Nadeche Hackenbusch sieht gut aus, ist eitel, selbstverliebt, naiv und nicht die hellste Leuchte auf dem Kuchen. Für die Einschaltquote ihrer Serie "Engel im Elend" beutet die TV-Moderatorin das Schicksal von Flüchtlingen aus. All das könnte tatsächlich wahr sein, denn wer das Programm der Privatsender durchschaut, trifft überall auf genau solche Typen und Konzepte. Hackenbusch träumt davon, die zweite Margarete Schreinemakers zu werden. Dafür reist sie in ein gigantisches Flüchtlings-Camp in Afrika. Es soll "ein Knaller" für ihren Sender MyTV werden, sagt ihr Programmchef.

Das wird es. Allerdings völlig anders als geplant…

Bei seinem zweiten Buch ist Timor Vermes mit schwerem Ballast gestartet. Denn mit "Er ist wieder da" hat er bereits eine geniale, einmalige schriftstellerische Idee verwirklicht. Die Frage lautet also: Kann ihm so etwas noch einmal gelingen?

Vorsichtshalber hat Audible unten links auf dem Cover den Hinweis "Vom Autor von…" platziert. Denn der Buchtitel "Die Hungrigen und die Satten" lässt irrigerweise auf den ersten Blick keine Vermes-Satire sondern ehr eine engagierte sozial- und ökopolitische Auseinandersetzung mit der Ungerechtigkeit der Welt erwarten.

Auf ihre ganz eigene Weise ist diese Geschichte das auch. Der Plot der Geschichte - hunderttausende Flüchtlinge marschieren in einem gut organisierten Zug Richtung Deutschland – greift ja das zurzeit aktuellste innenpolitische Thema in überzeichneter Form auf. Doch wer politisches Sendungsbewusstsein, geharnischte Plädoyers oder politische Attacken erwartet (…oder befürchtet), wird entweder enttäuscht – oder freudig überrascht.

Der Start des Buches im Flüchtlingslager ist anfangs etwas kryptisch. Dann horchen Kenner des Genres auf: So, oder wenigstens so sehr ähnlich, kommen die Geschichten von Tommy Jaud ("Resturlaub") oder Jan Weiler ("Maria - ihm schmeckt's nicht!") daher. Doch ehe sich der Plagiatsverdacht manifestieren kann, zeigt Timur Vermes, dass er es anders – und besser macht.

Und - ja! Es ist ihm tatsächlich wieder die Realisation einer genialen Story-Idee gelungen. Weniger im Bezug auf den schon erwähnten Plot als vielmehr die Art und Weise, wie er ihn erzählt. Vermes, dass zeigt sich hier, ist ein Ausnahme-Autor. Er beherrscht das Kunsthandwerk des Schreibens meisterhaft.

Mal erfindet er Artikel der Celebrity-Journalistin "Astrid von Roëll", und macht sich mit deren verdorrten Stilblüten über die pseudoliterarischen Artikel von "Gala" oder "Bunte" lustig. Volltreffer. Und während wir uns noch arglos amüsieren, geraten wir unvermittelt in eine gar nicht mehr lustige Hinrichtungs-Szene: Ein Mafioso, der den Treck mit Wasser und Nahrung versorgt, lässt zwei Lkw-Fahrer niederschiessen und verbluten, die hinter seinem Rücken Geschäfte gemacht haben. Schnitt. Auftritt des TV-Stars Nadeche Hackenbusch. Gnadenlos blöd, naiv, selbstverliebt und skrupellos. Als Star der Serie "Engel im Elend" schlachtet sie das Elend der Flüchtlinge für die Einschaltquote ihres Senders "My TV" aus. Die Karikatur der Privatsender-Moderatorinnen. Eben noch Hinrichtung – jetzt tiefsinniger Blödsinn.

Noch ein Beispiel: Der schwule Staatssekretär des Innenministers möchte abends eine Talkshow mit seinem Dienstherren sehen. Sein Freund Tommy hingegen will "die schnelle Nummer auf dem Sofa" und versucht seinen Freund/Mann abzulenken.
Wie es Vermes gelingt, die Talkshow-Dialoge mit dem Liebesakt wider Willen zu kombinieren ist meisterhaft – und urkomisch. Sowas haben weder Jaud, Weiler oder andere hin bekommen.

Als die Redaktionskonferenz von "My TV" nach einem Titel für die Live-Reportage-Serie vom Flüchtlingstreck sucht, kommt einer auf die Idee "De Zooch kütt". So wird in Köln der Karnevalsumzug angekündigt. Eigentlich müsste einem das Lachen im Halse stecken bleiben – doch es bricht sich Bahn.

Vermes gelingt es, trittsicher auf dem sehr, sehr schmalen Grat zwischen Karikatur/Satire auf der einen – und Drama/Schrecken auf der anderen Seite – zu gehen. DAS ist das Einmalige dieses Buches.

Zudem arbeitet er nicht mit Stereotypen, sondern durchbricht bewußt die gängigen Klichees. Es ist ein kluger, scharfsinniger und altruistischer CSU-Innenminister, der die eigentlich geniale Lösung des Flüchtlingsproblems vorschlägt. Natürlich ist es die Idee des Autoren. Doch er prügelt eben nicht auf die Konservativen ein und feiert deren Gegner. Nein, bei ihm ist genau dieser Konservative ein sympathischer älterer Herr mit viel Lebenserfahrung, dessen Ziel nicht seine Karriere sondern die Wahrung der Menschlichkeit ist.

Gegen Ende (…kein Spoiler!) ist Schluss mit Lustig. Hier zeigt Vermes seine Fähigkeiten als Erzähler. Die letzte halbe Stunde ist erschütternd und packend. Diesen Teil muss man am Stück hören – samt dem Epilog, der auf Vermes unnachahmliche Art aus der Apokalypse wieder eine Posse macht.

Fazit: Vermes hat es auch mit seinem zweiten Buch geschafft. Er ist wieder da.



1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Zukunftsmedizin

  • Wie das Silicon Valley Krankheiten besiegen und unser Leben verlängern will
  • Autor: Thomas Schulz
  • Sprecher: Frank Arnold
  • Spieldauer: 9 Std. und 49 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 295
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 285
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 286

Aus dem Silicon Valley kommt die nächste Revolution, die unser Leben radikal verändern wird: die Neuerfindung der Medizin. Technikriesen wie Google und Microsoft aber auch unzählige Start-ups entwickeln eine datenbasierte, digitale Computer-Medizin, die perfekt auf den einzelnen Patienten zugeschnitten ist und unseren Umgang mit Krankheiten radikal verändern wird. Spektakuläre neue Therapien und hochwirksame Medikamente sollen uns ein gesünderes, deutlich längeres Leben bescheren. Thomas Schulz verfügt über exklusive Einblicke in die geheimen Forschungslabors der Gesundheitsbranche.

  • 5 out of 5 stars
  • Der Geist der Medizin

  • Von doktorFaustus Am hilfreichsten 30.05.2018

Reale Utopien

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.09.2018

Wie wirkt das neue Lebermedikament? Kein Patient oder gar ein Versuchstier muss je wieder für einen solchen Test in Gefahr gebracht werden. Denn ein Start-up ist in der Lage, lebendes Lebergewebe aus biologischem Material in einem 3-D-Drucker herzustellen. Daran können die Wirkstoffe getestet werden. Denn: Die Firma kann nicht nur gesundes Gewebe produzieren, sondern auch solches mit gewünschten Krankheitsbildern (z.B. Zirrhose).

Wie groß ist mein Brustkrebs-Risiko? Eine Firma in Silicon Valley bietet für nur 150 Dollar eine Analyse des persönlichen Genoms. Dabei wird anhand bestimmter Indikatoren die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung (… nicht nur für Brustkrebs) ermittelt. Apple-Gründer Steve Jobs musste Anfang dieses Jahrhunderts noch 100.000 Dollar für eine Sequenzierung seines Genoms zahlen. Er hoffte damit einen Weg zu finden, um seine Krebserkrankung heilen zu können.

Klingt utopisch – ist aber bereits Realität. Noch nicht real ist der große Wunschtraum der Mediziner: Individuell konzipierte Therapien für jeden Patienten. Denn selbst wenn zwei Menschen an ein und derselben Krankheit leiden, müssen sie unterschiedlich behandelt werden. Aber die Entwicklung solcher Therapien rückt mit großer Geschwindigkeit näher.

Apropos Geschwindigkeit: Die Rasanz mit der Schulz die Ergebnisse seiner Recherchen präsentiert ist atemberaubend. Zwar gelingt es Sprecher Frank Arnold - einem der besten seiner Zunft - durch eine prononcierte Art, den strudelnden Informationsfluss so zu strukturieren, dass die Hörer nicht einfach unkontrolliert mitgerissen werden. Doch sind in kurzen Abständen unbedingt Pausen zu empfehlen, um das Gehörte erfassen und einordnen zu können.

Lernen auf der Überholspur: Medikamente, deren Anwendung 600.000 Dollar und mehr pro Jahr kostet. "Immortologists": Ernstzunehmende, seriöse Investoren und Forscher, die nach Wegen zur Unsterblichkeit forschen. Wirksame Gen-Therapie gegen angeborene Blindheit…

Schulz' Buch ist keine Science Fiction. Obwohl viele der Projekte die er vorstellt noch in der Entstehungsphase sind, kann er nachweisen, dass sich die Entwicklungs- und Innovationsgeschwindigkeit in der Medizin mit jedem Jahr potenziert und so in immer kürzerer Zeit aus Visionen Realität werden lässt. Möglich macht es vor allem die erstaunliche Entwicklung der Fähigkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI).

Insofern fabuliert Schulz nicht über Wolkenschlösser sondern bereitet uns konkret auf eine kurz bevorstehende, tief greifende Revolution der Medizin vor.

  • Flg. 9 - Spiderman stirbt

  • Autor: Titanic. Der endgültige Satirepodcast
  • Sprecher: Tim Wolff, Moritz Hürtgen, Torsten Gaitzsch
  • Spieldauer: 49 Min.
  • Originalaufnahme
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 5
  • Sprecher
    3.5 out of 5 stars 5
  • Geschichte
    3.5 out of 5 stars 5

Alles über tote Superhelden im Kino und lebende Superschurken in Bayern. Außerdem: Die Moderatoren berichten von ihren letzten Arztbesuchen, Ella Carina Werner doziert live über gotteslästerliche Flüche, und Heinz Strunk öffnet endlich wieder seine Intimschatulle. Am Ende gibt's auch noch was zum Schunkeln und Mitsingen!

  • 5 out of 5 stars
  • gegen den geistigen Eineitsbrei

  • Von Reinhard Lünnemann Am hilfreichsten 21.06.2018

Unsinkbar

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2018

Wer jemals selbst in einer größeren Zeitungsredaktion gearbeitet hat, wird es hoffentlich selbst erlebt haben: Während oben hektisch der Nachrichten-Strom blubbert mit einem Pott Kaffee runter in die Feuilleton-Stuben flüchten. Denn losgelöst von Raum und Zeit wird hier parliert, doziert oder meditiert. Der Titanic-Podcast erinnert sehr sympathisch an diese Atmosphäre. Alle außerhalb dieser Welt sind potentielle Opfer von Spott, Herablassung oder Belehrung. Oft bissig, arrogant und gnadenlos – aber immer auf wohltuend hohem Niveau. Wie bei Titanic üblich verschwimmen dabei die Grenzen zwischen inszenierter und echter Realität. Wer - warum auch immer - ins Fadenkreuz der Frankfurter Schule-Schüler gerät, braucht ein sehr dickes Fell sowie einen ausgeprägten Sinn für Meinungstoleranz und (schrägen) Humor. Denn sie hören nicht auf, wenn es weh tut. Schon vor Zonen-Gabis erster Banane war ich ein Fan dieser Titantic. Denn egal wie viele Eisberge dieser Dampfer frontal rammt – sie ist unsinkbar.

  • Flg. 33 - NSU-Prozess, Ingenieure, Post von Karlheinz - 07.06.2018

  • Autor: Sagen was ist. Der SPIEGEL-Podcast
  • Sprecher: Olaf Heuser, Christina Pohl
  • Spieldauer: 54 Min.
  • Originalaufnahme
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 8
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 7
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 7

In Folge 33 berichtet SPIEGEL-Redakteurin Julia Jüttner vom Verlauf des NSU-Prozesses und den offen rechten Plädoyers mancher Verteidiger. Alexander Jung aus dem SPIEGEL-Wirtschaftsressort erklärt, warum deutsche Ingenieure mehr Digitalisierungs-Kompetenzen benötigen. Und Hasnain Kazim, SPIEGEL-Online-Korrespondent in Wien, erläutert seinen Umgang mit Hassmails von wütenden Deutschen.

  • 5 out of 5 stars
  • Besser als das Heft

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 12.06.2018

Besser als das Heft

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2018

Die Beiträge in diesem Podcast sind oft besser als die Beiträge im Heft. Vielleicht deshalb, weil hier die Autoren direkt und ohne den Umweg über eine Tastatur Eindrücke, Hintergründe und persönliche Einschätzungen wiedergeben können. Betroffenheit, Überraschung oder Ärger kommen so viel bewegender, authentischer rüber und vermitteln in beinahe allen Fällen den sehr beruhigenden Eindruck, dass die Redakteure keine abgehobenen Spiegel-Aristrokraten sondern engagierte Beobachter und Fachleute sind. Einzig die aufgeplusterte Attitüde der beiden Moderatoren stört. Immer wieder klingt ihr Anspruch auf Gesinnungshoheit durch. Es ist das alte Leiden des deutschen Journalismus: Statt kompromisslos allein der kritischen Distanz und Neutralität verpflichtet zu sein, werden ex cathedra subjektive Weltbilder und Meinungen propagiert. Und es nervt die Kumpelei: Da wird der "liebe Sowieso" umarmt, die "sehr geschätzte Kollegin" hofiert… Also: Luft nach oben – aber absolut zu empfehlen.

  • Flg. 43 - Best of 11Freunde Saisonrückblick, Teil 2

  • Autor: 11FREUNDE
  • Sprecher: Ilja Behnisch, Jens Kirschneck, Max Dinkelaker, und andere
  • Spieldauer: 39 Min.
  • Originalaufnahme
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 7
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 5
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 5

Mehr Highlights von der 11Freunde Saisonabschlusstour! Philipp Köster und Gäste (u.a. Karl Allgöwer, Fabian Boll, Jörg Schmadtke und Hansi Küpper) diskutieren über heiße Themen der Saison, wie Martin Kind und 50+1, das Bayern-Gen oder Ralf Rangnick und RB Leipzig. Verpasst nicht Karl Allgöwers Rat gegen "die Software" und Fritz von Thurn und Taxis mit seiner 5-3-3 Taktik, nur hier im Podcast!

  • 5 out of 5 stars
  • Champions League!

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 12.06.2018

Champions League!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2018

In der Print-Version ist "11 Freunde" bereits das beste Fußball-Magazin auf dem deutschen Markt. Der Podcast festigt dieses Qualitätsurteil. Denn nicht nur beim Schreiben sondern auch beim Sprechen sind die Macher erfrischend unverkrampft, sehr kompetent und tabulos – sogar die eigene Lieblingsmannschaft kriegt die Rote Karte, wenn es verdient ist. So macht Fußball Spaß. Abgedroschener Kommentatoren-Sprech oder Sportreporter-Belch ("Wie fühlen Sie sich…?") wird hier nicht gepflegt, sondern gnadenlos ausgepfiffen. Interviews und Dialoge haben den Charme von Stammtisch-Konversation auf Profi-Niveau. Keine flachen Bälle, keine 0:0-Mentaltät. Stattdessen Steilvorlagen und Doppelpässe vom feinsten. Und absolut kein Heimspiel nur für Fußball-Freaks, denn die Jungs von 11 Freunde hören nicht an der Aus-Linie auf zu denken. Das ist Champions League für Grips und Ohren!

  • Größenwahn (Jack Reacher 1)

  • Autor: Lee Child
  • Sprecher: Michael Schwarzmaier
  • Spieldauer: 16 Std. und 22 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.155
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 1.103
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 1.096

Auf dem Weg von Tampa nach nirgendwo steigt der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher in einer Kleinstadt in Georgia aus dem Bus. Wenige Stunden später findet er sich im Gefängnis wieder. Er steht unter Mordverdacht. Doch statt einer schnellen Lösung hat Detective Finley bald zwei große Probleme: einen Hauptverdächtigen, der seine Unschuld beweisen kann, und das Geständnis eines Bankers, der die Tat nicht begangen hat.

  • 4 out of 5 stars
  • Spannend und voller unerwarteter Wendungen

  • Von Polly Am hilfreichsten 04.06.2018

Sherlock Holmes als Rambo

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.06.2018

Noch grinst der muskelbepackte Knast-Schläger. "Wenn Du nicht sofort abhaust, tragen sie Dich in einem Eimer hier raus", warnt ihn Jack Reacher. Doch der Schläger bleibt. Also wird er Sekunden später verheerend zugerichtet und bewusstlos aus der Zelle geschleift.

Mit diesem markanten Auftritt betrat Jack Reacher vor 21 Jahren als neuer Held die internationale Thriller-Bühne. Das Audible 2018 als Erscheinungsjahr nennt, ist insofern irreführend, denn „Größenwahn“ (engl.: „Killing Floor“) war der erste Reacher-Roman überhaupt, veröffentlich 1997.

Für Reacher-Novizen macht das keinen Unterschied, für Kenner aber schon.

Denn Neulinge lernen einen kantigen Helden kennen. Seit er nach 13 Jahren ehrenhaft als Elite-Militär-Polizist aus der Army entlassen wurde, reist er ziellos durch die USA - ohne Wohnsitz, Kreditkarten, oder Telefonnummer. In dem blitzblank herausgeputzten Südstaaten-Kaff Margrave (Georgia) steigt er aus dem Bus, um die Geschichte der Blues-Legende Blind Blake zu erforschen. Prompt wird er eines Mordes verdächtigt, den er gar nicht begangen haben kann – und landet im Staatsgefängnis.

Reacher ist wortkarg, nahkampferfahren, lakonisch und völlig ohne Skrupel, wenn er das Böse im Visier hat. Im Knast prügelt er sich zurück in die Freiheit. Das er dabei etlichen Gegnern Schädel, Genick oder Nasenbein bricht, rührt ihn nicht. "Sie haben eine Tür aufgestoßen, die sie lieber zu gelassen hätten", sagt Reacher lakonisch.
Später liefert er sich eine Schießerei. Der Gegner fragt: „Wirst Du mich erschießen?“ Reacher: „Nein“. Der Feind tritt aus der Deckung. Und wird von einer Kugel aus Reachers monströser „Desert Eagle“ zerfetzt. Sein Kommentar: „Ich habe gelogen…“ Ende der Moraldebatte.

Dennoch ist Reacher aber bei weitem kein stumpfsinniger Haudrauf. Vielmehr gebildet, scharfsinnig und obendrein ein Fan von Blues und Rockmusik. Ein Rezensent schrieb sehr treffend, Reacher sei die Kombination aus Rambo und Sherlock Holmes.

Nun eine Botschaft an die Kenner. Sie werden von einem Plot überrascht, der sehr gut recherchiert, überraschend und wirklich überzeugend ist.

Reacher stellt sehr schnell fest, dass der sichtliche Wohlstand Margraves und seiner Bewohner einen mysteriösen Hintergrund haben muss. Spender des Geldsegens ist eine Stiftung – deren Gründer sehr bald auf Reachers Abschussliste landet. Und schnell wird klar, dass hier nicht nur in den vielen Blumenbeeten haufenweise Blüten zu finden sind…

Zudem werden Reacher-Veteranen staunen, dass Ihr Held ganz zu Anfang noch Gefühle zeigte. Liebe, Trauer, Leidenschaft… Ja, er verliebt sich sogar und erwägt, sesshaft zu werden. In den folgenden Bänden undenkbar.

Lee Child hatte drei Jahre zuvor mit seinem Co-Autor Douglas Preston den ersten Pendergast-Roman "Relic" veröffentlicht und damit einen Welt-Beststeller gelandet. Nach dieser komplexen, raffinierten und intelligenten Geschichte hatte er offenkundig noch hohe Ansprüche an seine Arbeit parallel zur Pendergast-Reihe.

Im Laufe der folgenden 23 Reacher-Bände verblasste dieser Anspruch leider deutlich. Bis hin zum Tiefpunkt "Nightschool". Eine völlig absurde Geschichte, in der Child ernsthaft behauptet, auf der Hamburger Reeperbahn würden Neo-Nazis ungestört eine Sodomie-Kneipe (!) betreiben. Recherche sieht anders aus.

Erzähler Michael Schwarzmeier darf hier keinesfalls vergessen werden. Er hat mehr als 100 Hörbücher gesprochen, viele davon Krimis und Reacher-Romane. Child hat für diese Reihe die „Asthma-Schreibe“ entwickelt. Hauptsatz an Hauptsatz. Möglichst kurz. Von einem Laien gelesen klingt der Text wie das Rattern eines Fernschreibers. Doch Profi Schwarzmeier meistert diese Herausforderung bravourös und schafft einen charakteristischen Erzählstil, den er zum Markenzeichen der Reacher-Reihe machte.

Child verhehlt nicht, dass er vor einem neuen Reacher-Buch keinen Masterplan hat: „Ich schreibe meine Brücher Seite auf Seite. Beim Schreiben merke ich dann, wohin es geht“, sagte er in einem Interview des Magazins „Rolling Stone“.

Bei seinem Reacher-Erstling hat diese Methode noch wunderbar funktioniert. Empfehlung!

46 von 53 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • The Second World War: Alone

  • Autor: Sir Winston Churchill
  • Sprecher: Christian Rodska
  • Spieldauer: 11 Std. und 4 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    5 out of 5 stars 18
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 11
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 12

"After the first forty days we were alone," writes Churchill. This edition is part two of Churchill's own abridgement of his original six-volume history of the Second World War.

  • 5 out of 5 stars
  • Action this Day!

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 09.05.2018

Action this Day!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.05.2018

Warum in aller Welt soll man an dieser Stelle überhaupt noch etwas zu Churchills Ouevre sagen?

Churchills Reputation als genialer Staatsmann, Soldat, Erzähler, scharfsinniger Analyst und begnadeter Selbstdarsteller ist unanfechtbar. Er ist eine Ikone, nicht nur in Groß Britannien. Für seine Prosa - zu der auch seine Reden zählen – wurde er vier Mal für den Literatur-Nobelpreis nominiert, bis er die Auszeichnung 1953 völlig zurecht entgegen nehmen durfte.

Der Zweite Weltkrieg ist seit 73 Jahren beendet und hunderte kluge Bücher wurden darüber verfasst. Churchills sechsbändiges Werk "The Second World War" gehört unbestritten zu den besten und ist längst Literatur-Legende.

Alle Oden sind gesungen, sämtliche Lorbeeren längst vergoldet – dennoch lesen Sie hier eine Meinung. Warum?

Aus einem einzigen Grund: Weil alles so vermeintlich klar zu sein scheint, könnte man auf den Gedanken kommen, man könne sich diese Hör-Lektüre sparen. Doch das wäre eine fatale Entscheidung. Wer Churchill nie im Original gelesen bzw. gehört hat, MUSS dieses Buch wählen. Einfach um selbst zu erleben, welche Qualität Erzählkunst, politischer Verstand und historischer Weitblick erreichen können.

Meines Erachtens sind Churchills Bücher Pflichtlektüre für jeden, der für sich in Anspruch nimmt, über Bildung im klassischen Sinn zu verfügen. Denn nur wer sie kennt, kann wirklich mitreden.

Es ist interessant zu wissen, dass Churchill seine Bücher nicht selbst schrieb, sondern diktierte. Sogar in der Badewanne liegend durch die geschlossene Tür des Badezimmers, wie seine Biografen berichten. So sind seine Bücher zugleich auch ein beredtes Zeugnis seiner außerordentlichen Eloquenz. Seine Reden – viele davon Klassiker der europäischen Politik-Geschichte – schrieb er hingegen mit eigener Hand. So entstand das Bonmot, Churchill habe seine Reden geschrieben und seine Bücher gesprochen.

Apropos gesprochen – Erzähler Christian Rodska, ein in England renommierter Schauspieler und "Narrator", ist ein Phänomen. Landsleute attestieren ihm, dass seine Stimme und sein Timbre dem Churchills zum Verwechseln ähnlich sind. Wer sich den Spaß macht, zur Prüfung dieser Behauptung Aufnahmen von Churchill zu hören, wird staunen, wie Recht sie haben. Ein Vergnügen!

Allein seine Radioansprache nach dem Überfall Hitlers auf die Sowjetunion 1941 ist die Lektüre wert. Reden von solcher Kraft, solcher Leidenschaft und solcher Bildsprache gibt es nicht mehr. Verglichen damit schrumpft der uniforme Politsprech unserer Tage auf das zusammen, was er viel zu häufig im Kern ist: Das Produkt von Persönlichkeiten, denen es entweder an Mut, an wahrer Überzeugung oder schlicht an Intellekt fehlt.

Wer sich die Freude macht, dieses Buch zu hören, wird am Ende zustimmen, dass dies kein vermessenes Urteil ist, sondern das Resultat eines überzeugenden Vergleichs.

Sie überlegen noch? Dann rate ich allen Zögernden mit Churchills berühmter Anweisung an seine Mitarbeiter: "Action this Day!"

  • City of Endless Night

  • Autor: Douglas Preston, Lincoln Child
  • Sprecher: Rene Auberjonois
  • Spieldauer: 10 Std. und 47 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 52
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 48
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 47

When Grace Ozmian, the beautiful and reckless daughter of a wealthy tech billionaire, first goes missing, the NYPD assumes she has simply sped off on another wild adventure. Until the young woman's body is discovered in an abandoned warehouse in Queens, the head nowhere to be found. Lieutenant CDS Vincent D'Agosta quickly takes the lead. He knows his investigation will attract fierce scrutiny, so D'Agosta is delighted when FBI Special Agent A. X. L. Pendergast shows up at the crime scene assigned to the case.

  • 2 out of 5 stars
  • It's a bummer!

  • Von Flyboy01 Am hilfreichsten 24.03.2018

It's a bummer!

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.03.2018

Mit "Cult", "Relic" oder "Attic" haben die Autoren Lincoln & Child die Pendergast-Reihe zu einer der besten Krimi-Serien der Welt gemacht. Es sind genial raffiniert konstruierte Geschichten.

Im Mittelpunkt Aloysius Pendergast, Milliardär und FBI-Special Agent. Seine Charakteristika: Umfassende humanistische Bildung. Außerordentliche Kenntnisse der Forensik. Bestechend logisches Denken. Psychologisches Einfühlungsvermögen. Gelegentlich snobistisches Auftreten. Mysteriöser Familienhintergrund.

Mit diesem Wissen hören Sie "City of Endless Night". Und fragen sich von Minute zu Minute erstaunter, ob hier wirklich Lincoln&Child am Werk waren - oder etwa nur ein minderbegabter Epigone.

Denn so gut wie nichts kommt auch nur in die Nähe der bisher gewohnten literarischen Qualität dieser Serie.

Pendergast ist nur ein Schatten seiner selbst. Statt widerspenstige Schlüsselfiguren elegant mit exakt recherchierten dunklen Geheimnissen aus ihrem Privat- oder Geschäftsleben auseinander zu nehmen (…wie in "White Fire"), droht er ihnen mit "schlechten Schlagzeilen". Soviel Plumpheit ist eines Pendergast absolut unwürdig.

Unvergessen ist Pendergasts Erkundungstour durch die apokalyptische Unter-Welt New Yorks in "Attic". Der Pendergast in diesem Roman bekäme kaum den Kanaldeckel zum Einsteg hoch.

Der Plot (Unbekannter enthauptet Prominente) ist konventionell, eindimensional. Auch in "Relic" rollen Köpfe. Doch die Brisanz und der Speed jener Geschichte ist um Welten besser als das, was "City of Endless Night" bietet. Kein genialer Spin, keine Mysterien, keine Überraschungen.

Da hilft es auch nicht, dass plötzlich ein Jesuit auftaucht, der sich zum New Yorker Nachfolger des düsteren Bußpredigers Girolamo Savonarola (Italien, 1452 -1498) aufschwingen will. Der Versuch, auf diese Weise einerseits Mystik zu erzeugen und den Lesern andererseits Bildung vorzugaukeln, endet wie seine Imitation von Savonarolas "Fegefeuer der Eitelkeiten": Es verkokelt kümmerlich.

Auch das ist einer Pendergast-Story unwürdig.

Dieselben Autoren sollen die hinreißend kluge, doppelbödige und spannende Zombie-Story "Cult" erdacht haben? Kaum zu glauben.

Wer zugleich auch die "Lincoln Rhyme"-Serie von Jeffery Deaver kennt, wird in "City of Endless Night"erstaunliche stilistische Parallelen entdecken. Diese Geschichte könnte von Deaver sein und in manchen Szenen würde es nicht wundern, wenn Rhyme in seinem roten "Storm Arrow"-Rollstuhl herein käme.

Das Finale gerät dann konsequenterweise auch zur Farce. Erfahrene Pendergast-Leser/Hörer haben den Täter sowie so bereits nach zwei Dritteln des Buches selbst entlarvt. Als er dann Pendergast zur Strecke bringen will, endet der Showdown in einem völlig unrealistisch und gestelzt konstruierten Szenario.

Das ganze Buch wirkt uninspiriert, zusammengestoppelt und lustlos erzählt. Eine Pflichtübung. Vermutlich verlangt der Autorenvertrag Pendergast-Fortsetzungen in bestimmten Abständen. Und mangels guter Ideen wurde dieser Lückenbüßer abgeliefert.

Weil die Geschichte in New York spielt, soll das Gesamturteil im NY-Slang gesprochen werden: It's a bummer.

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich