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Das Bücherohr

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Gepflogenheiten von Anno dazumal ...

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.07.2019

Die alten Gutsbesitzer , wie sie lebten, was sie trieben... Hübscher Gogolscher Humor , gut gelesen . Wenn nur der Vorleser nicht immer Equipage wie Ekuipage sagen würde .
Und die Aussprache der r u s s i s c h e n Eigennamen ist natürlich- wie allgemein üblich - falsch. Wenigstens sollte es sich doch irgendwann bei den besseren Vorlesern herumsprechen, daß Iwan auf der 2. Silbe IwAn betont werden muß .

Zu schnell gelesen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.07.2019

Dieser sehr schöne und kostbare Text Stifters wäre noch besser zugänglich, wenn der Vorleser nicht ganz so schnell gelesen hätte . Das allzu anstellige , glatte und „ geschickte “ Lesen stört bei dem Hören , Begreifen und Vorstellen der von Stifter sorgfältig geschilderten Einzelheiten und Zusammenhänge . Ein Stifterscher Text sollte weder „ Auto fahrend “noch „galoppierend“ gelesen sondern gewissermaßen „zu Fuß “vorgetragen werden. Zwar enthebt ein geschwindes Lesen der Gefahr , etwa wie ein Jochim Schmidt oft tut , in ein zu Episches , Altväterisches zu verfallen , sprich : es bewahrt davor , öde zu klingen - doch hätte ich mir mehr Gewicht und Geschmack bei allen Wörtern gewünscht , weshalb ich bei der Abspielgeschwindigkeit 0,75% eingestellt habe, Dieses wiederum verfälschte aber den Tonfall des Vorlesers und ist daher leider auch keine Lösung .

Unvergleichlich .

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.06.2019

Ich werde mich zu einem späteren Zeitpunkt genauer äußern - diesmal einfach nur 5 Sterne für Adalbert Stifter - und wenn es 50 Sterne wären , die zu vergeben sind, würde ich sie selbstverständlich vergeben. 5 Sterne für den - von mir sonst mit Vorbehalten betrachteten - Vorleser und 5 Sterne für die Gesamtleistung ! Danke !

Eine Kostbarkeit — ENDET aber 19 Minuten ZU FRÜH !

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.06.2019

Wieder eine Kostbarkeit von Stifter , voll mit Schönem , daß man zu jeder vorgelesenen Seite zwei an Fußnoten erstellen könnte , beinhaltend Hinweise auf alle die unzähligen Feinheiten , inhaltlicher oder formeller Art ... Der WALDGÄNGER war mir noch gar nicht bekannt .
— Ungeachtet dessen , daß ich nicht umhin kann , für jeden Aspekt dieses Hörbuchs 5 Sterne zu vergeben , muß ich reklamieren , daß 19 Minuten vor Ende, gerade da, wo die stille Kulmination der Spannung steht , der Text abbricht !! Das sollte nicht sein ...
Bitte beheben Sie diesen Mangel . Denn obwohl mir der Vorleser, nachdem ich zuvor die lyrische Aufnahme Gerd Westphals mit dem HOCHWALD gehört hatte , erst etwas zu wenig farbig erschienen war, lernte ich ihn während des WALDGÄNGERS vollkommen schätzen .

Magisch unterwegs in der Eisenbahn und anderswo ..

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.05.2019

"..es gibt heißes Wasser für Tee und, beim Zugbetreuer, auch Sud .Außerdem ist es hier sauber ,selbst in den asiatischen Zügen, die Bettwäsche wird in kleinen verschweißten Päckchen ausgegeben und tatsächlich nach jeder Fahrt gewaschen. Die beiden Toiletten funktionieren ,und man kann sie beherzt ohne Gummistiefel betreten." Solche würzigen Passagen zwischen launiger Leggerezza und tiefer Unzufriedenheit changierender Selbstironie finden sich in fast allen russischen Büchern angefangen vom Puschkinschen Olymp bis hinab zur belanglosen Schwarte , und sie fehlen zum Glück auch hier nicht. So fühlt man sich als Mensch nicht ganz so alleingelassen inmitten des ganzen magischen Zeugs. Aber dieses ist eben dem Genre geschuldet.
Sonst ein spannendes Buch.
Der Vorleser liest wieder zuverlässig mit der gewissen unterkühlten Schneid ,die Anton Gorodezkij steht. Für andere Stimmen sind zu wenig Nuancen auf Lager , weshalb der Vampir oft unfreiwillig weibisch, Swetlana aber stets wie kurz vor dem Nervenzusammenbruch klingt.

Tagwache hat sich nicht im besten Licht gezeigt .

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.04.2019

Man kann ja über die etwas krause Wächterreihe geteilter Ansicht sein , die bisherigen drei Bände waren aber (von falschem Russisch abgesehen )tadellos vorgelesen .Nun aber nahm mit dem Wechsel des Vorlesers nicht nur die grotesk fehlerhafte Aussprache zu .Vor allem ist es kein Vergnügen ,dem gehetzten Stil der Vorleserin zuzuhören . Zwar ist die Hexe Alissa Donikowa vom Autor bestimmt weder als Ausbund an Intelligenz noch gutem Geschmack oder gar weiblicher Feinheit gedacht , doch geht das endlose harte Geplapper dieser ,der unangenehmen Seite des Zeitgeistes verhaftet ,einen auf naßforsch machenden jungen Frauenstimme wirklich auf die Nerven .Die Wächter- Reihe hat bisher immer zu illustrieren versucht , daß es nicht einfach darum geht ,schwarz-weiß zu zeichnen:Nachtwache = Gut , Tagwache=Schlecht , Nachtwache = niveauvoll und differenziert , Tagwache = verlottert und primitiv .Ob also der obige Effekt vom Autor geplant war, darf bezweifelt werden , zumal man sich mit dem Erzähler Anton Gorodezki der vorhergehenden Bände durchaus identifzieren konnte .Hier konnte ich leider nur etwas über eine Stunde zuhören.

Sprachlich gesunken ...

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.04.2019

Wer schon die beiden ersten Bücher gehört hat, will natürlich auch den 3.Band nicht verpassen , und so ging es mir auch.
War der 1.eine großartige Überraschung in erzählerischer und imaginierender Hinsicht , konnte der 2. immerhin mit einer Art … Liebesgeschichte punkten . Im 3. Band nun rückt endlich der Held des 1.Bandes wieder in den Vordergrund und erhält seine alte Wichtigkeit zurück . Gedanklich wird vieles Gehaltvolle erreicht , ja schließlich beinahe genial der Bogen geschlagen zu einer klugen Satire teilweise bereits der gegenwärtigen sowie mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftiger mehr oder minder "demokratischer", ihre Mitglieder bewußt verdummbeutelnder Gesellschaftsordnungen. Das ist sehr interessant - nur könnte das Ganze auch erreicht werden mit weniger langen langatmigen Passagen . Ist es wirklich nötig, immer wieder wort-wörtlich nichtssagenden Gesprächen irgendwelcher Wachstuben-Bürohengste folgen zu müssen oder irgendwelche primitiven Flüche mitgeteilt zu bekommen ?
Auch der Vorleser ist nicht mehr so überzeugend .Gerade bei den seltenen Frauenstimmen liefert er fast ausschließlich den seicht-höhnenden Ton flacher Romanheldinnen , welche in dem Buch aber gar nicht vorkommen.
--Sprachlich ist ein deutlicher Unterschied zu Band 1 und auch 2 ,und zwar negativ. Während Band 1 noch (ohne Ironie gemeint ) in bester Sowjet-Tradition-einen sprachlich unanfechtbaren - aus heutiger westlicher Sicht beinahe puritanischen Schreibstil zu vertreten scheint, ist in Band 3 so ziemlich der postsowjetische Bär los . Amerika läßt halt grüßen. Als habe jemand dem Autor geraten : Tu dir bloß keinen Zwang mehr an ,Junge , je tiefer die Sch… desto authentischer !
Schade.

Ein erlesenes Stück englischer Literatur .

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.04.2019

Farbig und zugleich glasklar erzählt, Stenvensonsche Szenerie , wenn auch weniger verspielt , weniger abwegig als bei dessen Südsee-Stücken...
Unnachahmlich ausbalanciert.
Es lohnt sich einmal mehr, W.S.M.zu hören, zumal , wenn er ,wie bei diesem Hörbuch ,wirklich tadellos vorgelesen wird.
Man rechnet mit dem Sieg des Kraftlosen, des drahtziehenden Intellektuellen über den Kraftvollen, primitiv-archetypisch Herrschenden als eine Parabel über die zwei europäischen Grundtypen, die einander im 20.Jh. abgelöst haben -und doch endet die Geschichte anders.
Gentlemanlike.

Interessanter Entwurf, ernüchternd ausgeführt

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.04.2019

Ein interessant ersonnener Kosmos voll mit phantastischen Elementen und allerlei pittoresken landeskundlichen Besonderheiten - aber viel zu flach erzählt . Anfangs doch interessiert , schweift der Hörer immer öfter ab. Die merkwürdige von archaischer Logik geprägte Welt der Krieger könnte wenn schon nicht archaischer ,doch wenigstens glänzender erzählt werden ,weniger wie ein Armeebericht , und die Welt des Hofes weniger prosaisch und etwas höfischer. Nur wenn Blut fließt , wird peinlich ins Detail gegangen , an welcher Krankheit allerdings ein großer Teil der blutleeren und dadurch -lüsternen Gegenwartsliteratur leidet . Und spätestens als dann - in Person der Bibliothekarin- zum ersten Mal (jedenfalls potentiell) eine wirkliche junge Dame vorkommt , merkt man schon beim zweiten Wort , daß die angeblich abgehobene und gebildete Aristokratin eigentlich nichts anderes ist als eine Art intellektuell aufgepepptes blasiertes Straßenmädchen des 21.Jahrhunderts .Kein Reiz , nur schnippische Verkopftheit , flach und verkopft erzählt . Ich weiß nicht, was der Autor noch mit ihr vorhat, habe aber aus langer Weile abbrechen müssen ,wo der Schauplatz ins Archiv wechselt .Auch die recht unbeteiligte Leseweise hat dazu beigetragen .

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Erst das Buch hören,dann erst die Rezension lesen!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.04.2019

Was der russische Autor an Gedanken ,Sorgen, Hoffnungen und Ängsten nachvollziehbar macht ,was auf dem trostlosen Schauplatz postapokalyptischer U-Bahn-Tunnel in der Brust eines jungen Menschen sich an Leben und Leiden ereignet , wirkt verblüffend und so packend, daß man den Roman immer weiter und weiter hören möchte ,selbst wenn man sich sonst weder für Weltuntergangs-Storys noch quasi militärische Lektüre begeistern kann.
Es scheint eine Mischung aus Horror-und Entwicklungsroman , bei dem man sich übrigens nicht auskennen muß in der Moskauer U-Bahn, um sich von der Handlung fesseln zu lassen.
Neben kriegerischen Handlungen (mit ihren entsprechenden , vom jeweiligen Leser abhängig ,mehr oder minder interessanten militärischen Termini und realistischem Know-how ) rücken immer wieder weltanschauliche ja philosophische Themen ins Licht , die durch grüblerische Perspektivwechsel so differenziert und unmittelbar erlebbar gemacht werden ,wie bei einem spannend sein wollenden Erzählwerk nur eben möglich, so daß man postsowjetische Gräue vergeblich sucht .Öfter geht es um "Tunnelangst" ,NIE aber entsteht beim Hörer TunnelMÜDIGKEIT, die doch bei der düsteren Monotonie der unterirdischen Schauplätze eine zwangsläufige Begleiterscheinung sein müßte - ein Wunder,dessen Ursachen schwer zu erforschen sind.
So wird bei aller bis ins Abwegige führenden Schauerlichkeit das Morbide niemals zum Selbstzweck À la Lovecraft sondern führt oft zu einem , sensibel hergeleiteten und dadurch nicht unglaubwürdigen Positivismus . Freilich haben russische junge Männer durch den Sieg 1945 noch heute einen oft ganz ungebrochenen Zugang zur Geschichte , woran der Autor immer wieder und mit gelegentlicher Naivität anknüpft .Außerdem gelten Opfermut und Tapferkeit noch als Mannestugenden und legen entsprechende Kraftquellen frei . Wem aber immer noch zu viele Kerle im Tarnanzug vorkommen , dem sei gesagt, daß (anders als etliche Filmemacher es haben wollen) existenzielle Extremsituationen bekanntlich noch nie dazu geeignet waren, auch nur halbwegs vorzeigbare Weiblichkeit hervorzubringen, während die Konfrontation mit feindlicher Natur- oder auch Unnatur-Gewalt seit Anbeginn beste Bedingungen bietet, Männer zu erschaffen. Ich bin jedenfalls dankbar, daß uns der Autor z.B.eine nach dem Schema neuerer amerikanischer Actionfilme gestrickte ProtagonistIN mit all ihrer unnatürlichen aggressiven Geschlechtslosigkeit erspart hat.
Ganz großes Lob verdient das TADELLOSE DEUTSCH, was leider sonst , besonders bei Fantasy-Literatur (seien es Übersetzungen oder deutsche Originale ),keineswegs die Regel scheint.
Und ,last but not least ,DANKE VIELMALS an den Vorleser, der wirklich Glänzendes leistet.
Immer um eine möglichst richtige Aussprache des Russischen bemüht , dabei nie bloß Beschreibender oder gar Ablesender,sondern immer hörbar zutiefst beteiligt , ja fast schon wie eine Art Ich-Erzähler wirkend, wozu die jugendlich - kraftvolle Stimme beiträgt, macht er das Erleben dieses Buches zweifellos erst möglich.