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fdc

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Stephen Fry's Victorian Secrets (Original Podcast) Titelbild
  • Stephen Fry's Victorian Secrets (Original Podcast)
  • Autor: Stephen Fry

Sehr empfehlenswerter Podcast

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.08.2019

Mit viel Liebe zum Detail und basierend auf guter Recherche läßt Steven Frey die victorianische Ära in unserer Vorstellung entstehen. Unterstützt wird er hierin durch gute Soundeffekts, Musik und durch Schauspieler(innen), die Quellen aus der Zeit zitieren. Seine Art sich auszudrücken gefällt mir sehr gut, schönes English, leicht zu verstehen.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

The Outstanding Mysteries of Sherlock Holmes Titelbild

Collection of short stories

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.07.2019

Auf der CD finden sich folgende Kurzgeschichten:

A Slaying in Suburbia
The Mystery at the Golden Cockerel
The Mysterious Death of the Kennington Verger
The Riddle of the Carstairs Legacy
The Mystery of the Locked Study
The Adventure of the Black Arrow
The Paddington Pyromaniac
The Mysterious Disappearance of the Good Ship Alicia
Catacausis Ebriosus
The Prodigal Quest
The Mayfair Strangler
The Changer of Sorrow Mystery
The Peddler of Death

Die Geschichten sind sehr gut geschrieben. Es gab für mich zwei Ausnahmen, die ich aber nicht weiter schlimm finde: "The Adventure of the Black Arrow" entwickelte sich ziemlich vorhersehbar. Nun ist es ja eine im Stil des 19./20. Jahrhunderts geschriebene Kurzgeschichte. Leser früherer Zeiten (oder diejenigen mit wenig Krimi-Erfahrung) hätten das Ende vielleicht nicht vom 1. Drittel der Geschichte an vorhersehen können.

Die zweite Ausnahme war für mich: "The Mysterious Disappearance of the Good Ship Alicia" Die Erzählung beschäftigt sich mit einem relativ bekannten Phänomen. Es ist vielleicht weniger eine Sherlock-Holmes Geschichte als ein sehr gut aufbereiteter populärwissenschaftlicher Artikel. Wer sich für das Bermuda-Dreieck interessiert, wird bei Wikipedia oder anderweitig schon darüber gelesen haben...

Für meinen Geschmack enthält die Sammlung vielleicht etwas viele Rätsel - zumindest als Audiobuch. Es könnte einfacher für Nicht-Muttersprachler sein, diese in Schriftform nachvollziehen zu können. Es wäre spannender, alles in Ruhe nachlesen zu können und zu versuchen, in Ruhe auf die Lösung zu kommen. Einige Rätsel wiederholt der Sprecher. Das ist hilfreich. Was ich auch sehr gut fand: lateinische Sprüche werden übersetzt werden. Da muß man sich keine Mühe machen, denn Watson übersetzt sie für Holmes :-) ...

Daß Holmes' Geigenspiel abscheulich sein soll widerspricht für mich zu sehr dem Kanon und allen mir bekannten Filmen. Es ist vom Autor vielleicht witzig gemeint, paßt für mich aber nicht richtig.

Was "zu gut" die Erwartungen erfüllt, wären vielleicht: "Bravo, Holmes! Well done!", zu denen der recht passive und auch etwas unsportlich dargestellte Watson immer wieder neigt. Aber das ist vielleicht auch früheren Zeiten geschuldet. Mir persönlich gefällt ein etwas aktiverer und eigenständiger Watson besser. Er darf ruhig etwas schlauer sein - jedenfalls mindestens so "klug" wie der Hörer/Leser.

Holmes zieht recht oft seinen Bruder Mycroft hinzu. Weniger wäre manchmal mehr. Allerdings ist es bei der letzten Geschichte unabdingbar...

Mir gefiel die "Stimme", die der Sprecher Holmes verliehen hat nicht so gut. Ich habe mich aber im Verlauf daran gewöhnt. Alles in allem erwarten den Audiobuch-Hörer bzw. den Leser überwiegend sehr gut geschriebene und in der Sprache sowie im Inhalt der Zeit Conan Doyles angepaßte Kurzgeschichten. Sie sind oft spannend, und ich hatte Spaß daran, sie zu hören.

Die Abenteuer des Joel Spazierer Titelbild

Ein unemotional im Plauderton erzählter Schelmenroman

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.01.2019

Ich mochte den flüssigen und teilweise spannenden Erzählstil (dafür 3 von 5 Sternchen). Inhaltlich wird das Buch am Ende skurril und wenig glaubhaft. Das Ende erscheint irgendwie hastig abgewürgt. Muß es auch, denn der Plauderton, in dem Monstrositäten neben Banalitäten neben Spannendem aufgereiht werden, wie auf einer Perlenkette, ließe sich endlos so weiterführen. Ein psychologisierender roter Faden, der sich durch das Buch zieht, ist: "je weniger man sagt, desto besser lassen sich die Zuhörer manipulieren." Manipulieren muß Joel Spazierer nach Meinung des Autors wohl deshalb, weil er ihn - trotz hoher Intelligenz - sonst keinen Erfolg erringen läßt. Die Folgen seiner Lügengeschichten sind manchmal jedoch etwas mißlich. Hat er bekommen, was er braucht (er stiehlt und ermanipuliert es sich die meiste Zeit), will er es dann bald nicht mehr. Bei Geld geht das ziemlich schnell. Geld wird vergraben oder in Depot gegeben oder vergessen oder verpulvert. Mit Frauen und der eigenen Familie geht er ähnlich um. - "Was ich will, das kriege ich. Und was ich krieg, das will ich nicht" - Ein Kindheitstrauma (was er nicht nur überlebt, sondern nach dem er sich anfangs zurücksehnt) soll die Ursache sein für alles, was später geschieht. Der Autor scheint penibel bemüht, seinem Helden jegliche tiefergehende emotionale Bindung zu verwehren - bis vielleicht auf Bindungen zu ihm Schutzbefohlenen. Eine davon ist Janna, die wegen ihrer Heroinabhängigkeit fast ebenso emotions- und sinnfrei durch die Geschichte schlingert wie er selber. Für ihr Schicksal trägt er zu einem großen Teil (darauf wird kaum eingegangen) die Verantwortung. Konsequenzen hat es für ihn keine, außer daß er sie aus logischen Beweggründen rettet. Er tötet für sie (?) - es sind 2 seiner 5 sinnlosen Morde. Auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet er sie. Frauenfiguren, Janna eingeschlossen, bleiben merkwürdig farblos. Etwas farbloser als der Held. Da ändert auch die "Ich-Erzählform" nichts. Das Ganze wird ausgefüllt mit Geschichten von Göbbels über Lenin, Thälmann, Stalin, Chrustschow, Breshnew, Honnecker und zerfallender DDR - alles bei Wikipedia besser nachlesbar. Seine Stärken entfaltet der Autor beim Erzählen von Fabeln und Märchen. Der Roman beginnt für mich aber leider dennoch im Nirgendwo und endet im Nirgendwo. Jedenfalls hinterläßt er keine tieferen Spuren. Ich weiß, er wird teilweise - wohl auch wegen seines Parlando-Stils und der Freiräume, die er zum Reflektieren/zur Sinnsuche läßt - gelobt. Des Sinnsuchens wurde ich ab dem zweiten Drittel müde. Ich fand keinen. Deshalb habe ich ihn bei der Hausarbeit, beim Lesen, Büroarbeiten, beim Autofahren gehört, um "durchzukommen". Ein sehr guter Roman (wie z.B. der "Schatten des Windes" für mich war) ist "Die Abenteuer des Joel Spazierer" nicht.

The Hog's Back Mystery Titelbild

Ein Krimi alter Schule...

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.12.2018

....leider war er nicht so richtig spannend, weil schon zu Beginn ziemlich naheliegend war, was das Ende bestätigte - das Motiv für die Ereignisse, die folgen sollten. Von daher war die Auflösung keine große Überraschung mehr. Mir gefiel auch weniger, wie der Autor - nicht zum ersten Mal in seinen Büchern - gegen Ende sehr akribisch die zeitliche Abfolge der events (im Minutentakt...) anfügt. Er ist ja bekannt für seine Liebe zu timetables, was man mögen muß. Gute Rezensionen der crime fiction dieses Autors kann man auch bei Goodreads finden. Wer befürchtet, mit FWC weniger warm werden zu können, der aber dennoch ein paar Geschichten aller Crime Club Autoren kennenlernen möchte, könnte tatsächlich am ehesten mit "The Hog's Back Mystery" und "Antidote to Venom" etwas anfangen.

Envious Casca: Inspector Hemingway Series, Book 2 Titelbild

Weder Sprecherin noch Inhalt zu empfehlen!

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.11.2018

Ich habe es mehrmals versucht, aber gebe mich geschlagen. Der Sprecherin längere Zeit zuzuhören, finde ich fast unmöglich. Sie verfällt zu oft in eine monotone, fast roboterhafte Sprechweise. Die Handlung läßt ewig auf sich warten. Es kommt einfach im ersten Viertel absolut kein Spannungsbogen auf. Viel Zeit wird auf langweilige Dialoge und Beschreibung der Personen verwendet. Wenn das nett vorgelesen würde, ginge es vielleicht noch. Aber so gebe ich mich zum ersten Mal bei Georgette Heyer geschlagen. Vielleicht werde ich das Buch lesen. Bis zum Ende anhören kann ich es nicht.

The Secrets Of Gaslight Lane Titelbild

Bei weitem besser als der vorhergehende Teil (und der war schon gut)!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.03.2018

Am Anfang - wie immer - ein paar "Längen", die aber im weiteren Verlauf wichtig werden. Es lohnt sich also, geduldig zu bleiben. Dann wird man mit einer guten und spannenden story belohnt. Die Dialoge von March und Grice entbehren - wie oft - nicht einer gewissen Komik, so daß ich hin und wieder laut lachen mußte. March's Charakter wird noch deutlicher. Und auch in Sidney Grice's Vergangenheit und Charakter erhalten wir einen sehr wichtigen Einblick.
Gegen Ende konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen - so spannend wurde es. (Ich habe den audible companion benützt zum ebook). Ich bin extrem gespannt auf den folgenden Teil. Denn den muß es einfach geben, bei dem Ende...
Ich empfehle, die Bücher der Reihe nach zu lesen.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

The Best Crime Stories Ever Told Titelbild

Title misleading.

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.03.2017

Würden Sie gern ein anderes Hörbuch von Dorothy L. Sayers (editor) und/oder Robin Bloodworth and Suehyla El Attar ausprobieren?

Yes, but the title "The Best Crime Stories Ever Told" is somewhat misleading. There is a question left I find not easily to be answered: Why did the title of that compilation evoke expectations of well written crime stories? It aroused my interest even more though, since Dorothy Sayers was the editor. One expects a compilation of witty and intelligent crime fiction from her. This expectation had been most of the time disappointed. Only a smaller part of that edition consists of so called "who done it" stories. Estimated two third of the book were "ghost" stories instead.


Cons concerning the quality of the stories and the reading:

At least one "crime story" was without a surprising/convincing end (a kind of "murder in a closed room story" - this time it was a "closed train story"). Some crime fiction tales could have easily be shortened or - even better - skipped. They might perhaps have been thrilling for the auditorium in the roaring 20th.

The E. A. Poe story was - concerning my taste - really over the edge. I must say - even it was presented in the already censured version it would be better left out. Perhaps one reason for my dislike is the narrator's treatment of the female person (Beatrice). He treates her merely as an object and in a most disgusting way.

One task for future readings could be fulfilled more properly: Please, do pronounce the Latin and French words/ citations in a way that they are understandable. F.i. the Latin citation at the beginning of Poe's short story was terribly massacred by the reader. Therefore it became a grotesk parody of the deeply and gravely meant sentences. Sorry, but you really gave me a hard time to even understand what words you had intended to say. It was just a pain in the ears. Finally a web research helped me. But the atmosphere was spoiled

About 3 "ghost" stories were hilarious and really outdated. They did not infatuate my emotions or interest at all. I listened to the audiobook until the end - despite the hurdles. Finally I did not regret it. Because the last story again gave me some reconciliation with my buying of that book.


Pros for my Ranking:

I give 3-4 stars in spite of my disillusion, because the stories indeed stem from the era of "the golden age of crime" (from the end of 19th till the beginning of the twentieth century). I like the sujet and the atmosphere as well as the places where they are settled in.

My thanks goes to the readers/speakers because they read the stories in a comforting, well understandable English - according to the respective situation. Most of the time I listened to the audiobook whilst walking or doing other stuff. One can hardly miss the clues of the predominantly simple stories. One exception might be Melville's short story. The reason for it seemed to be his relatively old fashioned and high standard use of the English language. I liked and enjoyed it very much but had to listen more carefully too.


What did I like most?

Last story. Plus Melville. And the compilation of the different authors. It mixed stories of not so well known writers with fiction of more famous ones. From some authors I am eager to read some more stories. I think, I am now enabled to decide, from whom of those novellists I would momentarily rather not like to read anything further.


If I had read the book by my own...
...it would not have ocurred to me, that Latin can be utterly mispronounced. BUT: I would have missed the different dialects the people speak in that stories, depending from their background. The readers do it very convincingly; I enjoyed it!


Book inspired me:

1. Reading more from Melville.

2. Being cautious with E.A. Poe stories. They seem to contain - at least for my taste (and at least momentarily) - much too a darkened view on life phenomena. I think - being involved professionally with those issues - the diseases "of the mind" were not really emphatically described. They were - of course - not as well understood or even classified in his era as they now are. Therefore they may have led E.A. Poe to obscure conclusions. Some people may fancy his speculations. I momentarily do not like it.

3. Trying audiobooks by Dorothy Sayers...perhaps I will find good/ intelligent crime fiction in her books.

4. Reading a selection of "fiction novels" from today not so well known authors of that era will be worth my time. I feel encouraged to do so now.


Useful to know:
Itis most of the time an easy going for non native speakers. It will give you an overview from whom of the authors you want definitely to read more...

Welches andere Buch würden Sie mit The Best Crime Stories Ever Told vergleichen? Warum?

My next book might be another compilation of short stories or crime fiction.
This was my first one.

Wie hat Ihnen Robin Bloodworth and Suehyla El Attar als Sprecher gefallen? Warum?

Above already mentioned.

War es für Sie die Zeit wert, sich The Best Crime Stories Ever Told anzuhören?

Of cause.

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

I suggest reading it. But do not aspect just crime stories. It mostly contains a lot of fiction, dealing with the "supernatural".

Letzte Hilfe Titelbild

Ich habe die Geschichte nicht verstanden.

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.05.2015

Für wen - wenn nicht gerade für Sie - ist dieses Hörbuch besser geeignet?

WAS UM ALLES IN DER WELT IST EIN A U G E N J Ä G E R???

Was hat das mit der Mißbrauchsgeschichte zu tun? Ich verstehe den Gedankengang des Autors hier nicht.

Könnte es sein, daß die beiden weiblichen Figuren der Geschichte vom Autor recht lieblos behandelt werden? Geschildert werden sie drastisch aber glaubwürdig (mit Ausnahme des Schlusses, der die eine zur intriganten Verbrecherin und das Mädchen ohne Ausweg läßt und wieder zum Opfer macht).

Ich denke, das Mädchen an der "Selbstmörder-Hotline" wird eigentlich sogar verhöhnt. Soll sie nur aus dem Grunde gerettet werden, damit sie einem "Augenjäger", der mit gezücktem Skalpell vor ihrer Wohnungstüre wartet, öffnet?

Natürlich ist es "nur" eine Kurzgeschichte, die der Erzähler packend vorzulesen versteht. Über die Aussage bin ich mir aber absolut nicht im Klaren.

Soll die Geschicht zynisch wirken? Dann bitte nicht mit dieser ernsten Rahmenhandlung. Am besten, nicht in die Bibliothek aufnehmen. Dafür wäre zumindest wünschenswert, einen intelligenteren und würdigeren Schluß hören zu dürfen..

Was hat Sie am meisten an Sebastian Fitzeks Geschichte enttäuscht?

s.o.

Was hätte der Erzähler des Hörbuchs besser machen können?

s.o

Welche Szenen dieses Hörbuchs hätten Sie als Regisseur gestrichen?

...zumindest die letzte...

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

s.o.

Damit ihr mich nicht vergesst. Die wahre Geschichte eines letzten Wunsches Titelbild

Ein berührendes und den Leser sicher bereicherndes Buch!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.05.2015

Was hat Ihnen am allerbesten an Damit ihr mich nicht vergesst. Die wahre Geschichte eines letzten Wunsches gefallen?

Ich bin in meiner Erwartung an das Buch übertroffen worden. Ich finde die Erzählung glaubwürdig (sie soll nach einer wahren Begebenheit geschrieben worden sein), berührend und informativ.

Der Vorleser des Hörbuches paßt perfekt. Er moduliert seine Stimme nur dann, wenn er versucht, die Lieder des alten Rabbi wiederzugeben. Das wirkt nicht gekünstelt oder aufgesetzt, sondern gibt die fröhliche und zuversichtliche Einstellung zum Leben und die tiefe Frömmigkeit des Mannes wieder.

Nun muß ich im folgenden also die Balance halten zwischen einer Rezension, die das (Hör)Buch auf jeden Fall verdient hat - denn es ist des Lesens (des Hörens) Wert - und zwischen der Gefahr von Spoilern, die zukünftigen Lesern die Spannung nehmen könnten. Ich glaube, das wird mir gelingen:

Der Autor ist Sportreporter. Er kann nicht recht verstehen, warum gerade er eine Trauerrede halten soll über einen Menschen, der zu dem Zeitpunkt der Bitte ein würdiger alter Rabbiner in einer sehr großen jüdischen Gemeinde ist und der sich noch einige Jahre seines Lebens erfreuen würde. Aber er kann die Bitte schlecht abschlagen. Jedoch sind ihm natürlich Vorbereitungen, die ihm beim Abfassen der "Trauerrede" unabdingbar erscheinen, nötig. Und diese "Vorbereitungen" führen ihn auch zur eigenen Lebensgeschichte.

Ein anderer Erzähl-Strang in diesem Buch hat dann zunächst mit dem "Testament" des Rabbis oder mit dem Autor nichts zu tun. Sie handelt von der bitteren Armut und von der Obdachlosigkeit, von der Wirtschaftskrise in Amerika, dem Niedergang der Automobilindustrie in Detroit während der Zeit des Irak-Krieges und von dem Platzen der "Immobilienblase", die noch mehr Armut und Obdachlosigkeit bewirkte.

Es wird auch von Kriminalität, den Drogen und ihren Dealern und von der Gewalt auf den Straßen in einem Teil New Yorks erzählt. Es scheint, daß dort die Armut und die ethnische Herkunft untrennbar verbunden sind mit Hoffnungslosigkeit und Kriminalität. Jedenfalls erlebt dies die dritte Hauptperson des Buches, die in der Bronx aufwächst und Drogendealer wird.

Eine christliche Gemeinde in Detroit, deren obdachlose und zum Teil drogenabhängige Mitglieder in einer verfallenden Kirche Wärme, Obdach, Brot erhalten, ist das "Bindeglied" zur Geschichte des Dealers aus der Bronx, aber nicht so, wie man das nach der vorangegangenen Beschreibung vielleicht erwarten würde...

Die Erzählung wird immer wieder unterbrochen von kurzen Episoden der Interviews mit dem Rabbiner. Diese Interviews werden verwoben mit den Erlebnissen des Autors in der Gemeinde in Detroit, die aus den Ärmsten der Armen besteht. Und es wird - nicht wertend - von der im Verhältnis zu Detroit recht wohlhabenden christlichen Nachbargemeinde neben der Synagoge berichtet. Die Erzählung über den kleinen Parkplatz, den beide Gemeinden nutzen wollen und die daraus einstehenden Schwierigkeiten, die das Verhältnis zwischen Rabbiner und katholischem Priester und vice versa bestimmen sollten, ist lesenswert!

Das Buch handelt beim flüchtigen Überfliegen des Klappentextes vielleicht vordergründig von Religion; Christentum, Judentum und (!) Hinduismus...Aber es ist eigentlich ein menschliches Buch, das von Hoffen, Bangen, Leiden, Freuden und Werten handelt.

Vielleicht handelt es auch davon, wie ein jeder seinen Weg finden muß, wie mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen ist. Das ist nicht planbar und voll von Überraschungen, mit denen der jeweilige Betroffene in der Erzählung sicher niemals und der Leser vielleicht auch nicht gerechnet hat.

Das Buch handelt natürlich auch von gegenseitiger Hilfe, denn Freunde können viel bewirken. Selbst eine (Zweck-)Gemeinschaft kann vielleicht so manchen Lebensabschnitt bereichern oder erleichtern.

Der "letzte Lebensabschnitt" - das Sterben - wird in diesem Buch nicht ausgenommen...

Ich empfehle dieses Buch vorbehaltlos weiter.

Was mochten Sie an der Handlung am liebsten?

....die feine (Selbst)Ironie, die hie und da durchschimmert und die jüdischen Witze, die der Rabbi erzählt...

Hat Ihnen Markus Hoffmann an der Geschichte etwas vermittelt, was Sie vielleicht beim Selberlesen gar nicht bemerkt hätten?

siehe oben

Hat dieses Hörbuch Sie emotional stark bewegt? Mussten Sie laut z.B. lachen, weinen, zweifeln, etc.?

siehe oben

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

siehe oben

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Mein Leben als Pavian Titelbild

Das Buch handelt nicht nur von Pavianen.

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.06.2014

"Das Buch handelt nicht nur von Pavianen, sondern auch von den Erlebnissen eines Primatologen in Kenia, Uganda und Ruanda in den 70ger und 80ger Jahren des 20. Jh. Ich muß zugeben: Weil das Buch den Titel trägt: "Mein Leben als Pavian", hätte ich es beinahe nicht gekauft. Wie diese Tiere sich verhalten können, glaubte ich, oft genug gesehen zu haben: Sie klauen sich das Futter von ahnungslosen Touristen auf südafrikanischen Parkplätzen, entreißen einem schon mal die Handtasche, ernähren sich von Abfällen oder versuchen, sich ihr Futter von Terrassen oder aus umliegenden Häusern zu beschaffen. Wo Paviane und Menschen eng benachbart leben, scheint der Ärger vorprogrammiert...Daß dies aber nicht einseitig nur den Menschen betrifft, sondern von ihm schließlich verursacht wird, darüber hatte ich bis jetzt nicht nachgedacht. Und die Nähe zum Menschen kann die Paviane u.a. gesundheitlich extrem gefährden. Im Hörbuch wird das eine sehr traurige Rolle spielen. Zudem wird es spannend und fesselnd erzählt. Und die Paviane, die der Feldforscher Sapolsky beobachtet, leben in ihrem natürlichen Umfeld. Sie haben kaum Kontakt zum Menschen, von dem jungen Feldforscher mal abgesehen. Sie sind - erwartungsgemäß - auch "in freier Wildbahn" beim Erreichen Ihrer Interessen sehr clever. Sie haben sogar ziemlich unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie können z.B. sehr mutig um ihren Nachwuchs gegen einen übermächtig scheinenden Gegner kämpfen. Sie können aber auch "richtige Scheißkerle" sein, die keine Keilerei auslassen - vor allem nicht gegenüber Schwächeren. Es gibt außerdem Männchen, die nicht gern kämpfen, obwohl sie mühelos gewinnen könnten. Stattdessen spielen sie lieber hingebungsvoll mit ihrem Nachwuchs. Kämpfen ermüdet, macht häßliche, eiternde Wunden und hält manchmal vom Paaren ab. Dennoch: das Verhalten gerade dieser Männchen ist damit nicht vollständig erklärbar. Auch aus diesem Grund - weil der Autor Raum für eigene Gedanken läßt - hört man seinen Erlebnissen mit Spannung und Empathie zu. Es beruhigt zu erfahren, daß selbst er sich anfänglich nicht in erster Linie für Paviane interessierte. Aber spätestens dann, als er den Tieren der Horde (biblische!) Namen gab, berührt ihr Schicksal sehr. Man will dann immer weiter zuhören...Was mir ebenfalls ausnehmend gut gefiel war, daß auch äußerst unterhaltsame persönliche Geschichten erzählt wurden. Zudem erfahren wir kurz etwas über die Geschichte Kenias und der angrenzenden Länder. Auch über Lebensbedingungen der Menschen und wie sie anfänglich auf den weißen, bärtigen "Verrückten" reagierten. Er weint beim Tod eines Pavians! Und dann beerdigt er ihn auch noch. Das ist etwas, was die Massai noch nicht einmal mit ihren eigenen Verstorbenen tun. Was sie stattdessen traditionell tun oder getan haben, erfährt man natürlich auch. Ob der Fülle der Informationen verliert der Autor trotzdem nicht den Faden. Es fiel mir angenehm auf, daß Robert Sapolsky nicht daran interessiert schien, ein einseitiges, romantisierendes Bild von Afrika zu vermitteln. Jedenfalls lief für Sapolsky in Kenia anfänglich fast alles so ziemlich schief. Selbst sein Suaheli - Sprachkurs erwies sich als nutzlos. Der "Nicht-Pavian-Teil" des Hörbuches widmet sich seinen erschreckenden Erlebnissen im ugandischen Bürgerkrieg unter Idi Amin. Und einem kurzen Trip zu Diane Fossey's Berggorillas in Ruanda. Wir erfahren etwas über die tragischen Umstände ihres Todes. Es wird die Geschichte der kenianischen Massai vor, während und nach der Kolonialzeit erzählt. Die allgegenwärtige, fast wie eine Naturgewalt wütende Korruption ist ebenfalls ein sehr trauriges und düsteres Thema. Der Autor muß sie von ihrer widerlichsten Seite erleben und kämpfen, um wenigstens seine Paviane zu beschützen...Für diejenigen, die wie ich, nicht gern mit einem traurigen Ende einer Geschichte leben, sei noch gesagt: es gibt zwar kein wirkliches "Happy End". Aber es gibt einen versöhnlichen, einzigartigen und berührenden Schluß. Schon dafür lohnt es sich, der Geschichte zuzuhören. Ich empfehle das Buch."schon. Und Schimpansen sind doch auch sehr interessant und dem Menschen viel ähnlicher. Jedenfalls verglichen mit Pavianen...Paviane hingegen entreißen den Touristen auf südafrikanischen Parkplätzen schon mal die Handtasche. Sie sind so degeneriert, daß sie sich hauptsächlich von Abfällen zu ernähren. Oder sie klauen sich das Futter gleich aus benachbarten Häusern. Verlaust und \"verzeckt\" sind sie außerdem. So sehr, daß ein Mensch, der halbwegs bei Sinnen ist, ihnen schon deshalb nicht näher kommen will. Respekt vor den Menschen haben sie nicht mehr. Sie springen manchmal wild kreischend auf Autodächer oder versperren seelenruhig die Straße, auf der man gerade zum Sightseeing unterwegs ist. Und das Schlimmste: Paviane haben - gelinde gesagt - ziemlich komische Hinterteile...Nur weil eine Rezension versprach, das Buch handle nicht ausschließlich von Pavianen und weil Christoph Waltz vorliest, habe ich das Buch gekauft. Hinsichtlich der Paviane schien es meine Vorurteile zunächst einmal erwartungsgemäß zu ergänzen. Wer voreingenommen liest, findet nur das, was er ohnehin bestätigt haben will, glaube ich. Jedenfalls weiß ich jetzt, daß die Fangzähne der Männchen länger als die eines Löwen sind. Die Männchen drohen oft damit und machen sich gegenseitig das Leben schwer. Ist anscheinend ihre Lieblingsbeschäftigung. Mit ihrem furchterregenden, bakterienverseuchtem Maul fügen sie einander schlimme Verletzungen zu. Sie lehren einen durchaus das Fürchten. Z.B. dann, wenn man nicht bei drei sicher in seinem Auto ist...Aber es dauerte nicht lange, da begann ich mich für meine ziemlich einseitigen Vorurteile zu schämen. Ich war nämlich ziemlich schnell vom abwechslungsreichen Erzählstil des Autors gefesselt. Außerdem war offensichtlich, daß wild lebende Paviane ein Verhaltensrepertoire haben, daß ich nie und nimmer als Touristin zu sehen bekommen werde. Die Paviane, die ich erlebte, hatten sich an den Menschen gewöhnt. Der macht es ihnen leicht, denn wo Menschen sind, ist auch \"Futter\". Es ist natürlich bequemer, von den reichlich vorhandenen Abfällen zu naschen, als mühsam dafür zu \"arbeiten\". Im Buch wird das noch eine sehr traurige Rolle spielen...Paviane sind beim Erreichen Ihrer Interessen zwar clever aber nicht sonderlich diszipliniert. Sie haben aber unterschiedliche Temperamente und Persönlichkeiten, die jedes Tier einzigartig macht. In \"freier Wildbahn\" können sie sehr mutig und altruistisch sein - wenn vielleicht auch nicht allzu oft. Es gibt richtige \"Scheißkerle\", die keine Keilerei auslassen - vor allem nicht gegenüber Weibchen oder Schwächeren. Es gibt aber auch ruhige und zurückhaltende Tiere. Die leben dann mitunter viel länger als die Raufbolde.Es gibt sogar Männchen, die nicht gern kämpfen, obwohl sie mühelos gewinnen könnten. Stattdessen spielen sie lieber hingebungsvoll mit dem Nachwuchs. Immer kämpfen ermüdet ja auch, macht häßliche, eiternde Wunden und hält manchmal vom Paaren ab. Aber dennoch reicht diese Erklärung wohl nicht, um das Verhalten dieser Männchen rein \"evolutionstechnisch\" erklären zu können. Und weil der Autor diesen Raum offen läßt, statt ihn schnell mit irgendwelchen hochwissenschaftlichen Theorien zuzustopfen, begann ich, das Buch schließlich zu lieben. Letztendlich fand ich die Geschichte dann so spannend, daß ich kaum eine Pause machen wollte beim Hören. Dem Autor ist es m.E. von Anfang an meisterhaft gelungen, den Hörer mit seiner Geschichte zu fesseln. Selbst der Autor hatte sich anfänglich nicht in erster Linie für Paviane interessiert. Aber spätestens dann, als er den Tieren der Horde Namen gab, ließen sie auch mich nicht mehr emotional unberührt. Ich begann außerdem, mich zunehmend für ihre Schicksale zu interessieren. Was mir ebenfalls ausnehmend gut gefiel war, daß hin und wieder äußerst unterhaltsame persönliche Anekdoten erzählt wurden. Sofern das nötig schien, wurde die Geschichte Kenias und der angrenzenden Länder kurz umrissen. Auch die Landschaft und die Lebensbedingungen der Menschen waren ein wiederkehrendes Thema - fast wie bei einem Puzzle. Ob der Fülle der Informationen verlor der Autor dennoch nie den Faden. Und der Hörer auch nicht...Es fiel angenehm auf, daß Robert Sapolsky nicht daran interessiert schien, weder ein einseitiges, romantisierendes Bild von Afrika zu vermitteln, noch die Mißstände, die unübersehbar waren, zu verteufeln. Das gefiel mir auch.Auf \"Afrika\" scheint man sich als Europäer nicht wirklich gut vorbereiten zu können. Es gibt zu viele Unwägbarkeiten - auch eine Message des Buches, glaube ich. Denn eigentlich schien der junge Feldforscher Sapolsky zu Beginn des Buches sicher zu sein, sich bestmöglich auf Land und Leute und die zukünftigen Aufgaben eingestimmt zu haben. Aber anfänglich lief in Kenia fast alles komplett gegen seine Erwartungen, d.h. so ziemlich schief. Selbst sein Suaheli - Sprachkurs erwies sich als nutzlos. Er schildert auch seine erschreckenden und ernüchternd wirkenden Erlebnisse im ugandischen Bürgerkrieg unter Idi Amin. Auch ein kurzer Trip zu Diane Fossey's Berggorillas in Ruanda nebst wirklich informativen Schilderungen ihrer Persönlichkeit und ihres tragischen Endes fehlt nicht. Ich war erstaunt und irgendwie desillusioniert - gemeinsam mit dem Autor - als er erzählte, daß anscheinend die stolzen und tapferen Massai - Krieger in Kenia ein ziemlich räuberisches Verhalten gegenüber den lange vor ihrem Erscheinen in dieser Region ansässigen Ackerbauern und Viehzüchtern der Bantu an den Tag legten und legen. Sie betrachteten anscheinend die Rinder und das Land der Bantu-Stämme \"als ihr natürliches Eigentum\".Später haben die britischen Kolonialherren ein ähnliches, jedoch weitaus \"effektiveres\" Aggressionsverhalten angewandt. Den wenigen überlebenden Massai überließen sie zwei Regionen, die durch eine Art Korridor verbunden waren. Später nahmen sie den Massai eine der beiden Regionen ebenfalls weg, womit sich logischerweise auch \"keine Notwendigkeit mehr ergab\", ihnen den Korridor zu lassen...Weil es nach der Kolonialzeit immer wieder zu räuberischen Überfällen der Massai auf die Ackerbauern und Viehzüchter kam, wurde ihnen kurzerhand verboten, Krieger zu sein oder jemals noch einen einzigen auszubilden. Alkohol wurde zum Problem. Den muß man natürlich kaufen. Das Verhalten der Massai zu ihren Rindern - ihrer Haupternährungsquelle - änderte sich. Rinder kann man nämlich unter gewissen Umständen und aus bestimmten Gründen verkaufen. Man braucht nur einen korrupten Käufer...Die Konsequenzen waren verheerend und unendlich traurig - weit mehr, als ich hier vorwegnehmend beschreiben möchte.Die allgegenwärtige, fast wie eine Naturgewalt wütende Korruption ist ein sehr trauriges und düsteres Thema im Buch. Korruption wird resigniert von der Bevölkerung hingenommen aber auch praktiziert. Sie scheint sich wie ein Krebsgeschwür in die afrikanische Gesellschaft hineinzufressen. Und der Autor muß sie von ihrer widerlichsten Seite erleben bzw. dagegen kämpfen - u.a. auch für seine Paviane...Für diejenigen, die wie ich, nicht gern mit einem traurigen Schluß leben sei noch gesagt: auch wenn es bei weitem kein \"Happy End\" geben kann, gibt es doch ein in gewisser Weise versöhnliches, einzigartiges, berührendes glimpfliches Ende der Erzählung. Ich hoffe, die Entscheidung für dieses Buch erleichtert zu haben. Ich empfehle es!"

3 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich